8

Abwärtsspirale bei genervt sein/Ärger haben

T

Teller
Mitglied

23
5
16
Hallo liebes Forum,

bei mir zeigt sich leider regelmäßig eine kleine Abwärtsspirale:

-genervt sein/Ärger über etwas --> Leistungsabfall + körperliche Symptome (bis hin zur Arbeitsunfähigkeit)--> Resignation . . und dann wieder von vorne (beim Auftreten des nächsten Ärgers)

Kennt ihr so etwas auch? Ich bespreche das natürlich noch weiter mit meiner Therapeutin, doch sie sagte das wäre ungewöhnlich, dass sich bei mir trotz Depression so starke Emotionen zeigen, die dann eben den ganzen Organismus durcheinander bringen. Jetzt bin ich leider noch etwas verunsichert darüber ( 🤔🤔🤔) und die nächste Sitzung habe ich leider erst in zwei Wochen.

Daher habe ich die Hoffnung, vielleicht könnt ihr mich wieder beruhigen oder mich endgültig zum "komischen Fall" erklären 😄😇.

#1


bones
Nun warum ist sowas ungewöhnlich? Auch in der Depression können Emotionen leicht bis stark ausgeprägt sein , sei es durch Aggressionen, Traurigkeit usw. Das ist bei jedem individuell. Es gibt nicht die eine Depression.

x 2 #2


A


Hallo Teller,

Abwärtsspirale bei genervt sein/Ärger haben

x 3#3


Grenzgaenger
Zitat von bones:
Es gibt nicht die eine Depression.

anbeten Perfekt Beschrieben!

Und für die meisten gehören die Emotionen nicht nur dazu, sondern machen auch oft genug das eigentliche Problem (Wut, Hass, Trauer, Verzweiflung u.s.w) bei einer Depression aus....

x 2 #3


T
Zitat von Grenzgaenger:
:anbeten: Perfekt Beschrieben! Und für die meisten gehören die Emotionen nicht nur dazu, sondern machen auch oft genug das eigentliche Problem ...

Dankeschön euch beiden.

Ja, die lieben Emotionen. Vor meiner Erkrankung war das nie ein Thema für mich, doch mittlerweile führen die dazu, dass ich mich nicht mehr fokussieren und die Arbeit vorantreiben kann, wenn mich etwas "anpisst/ärgert". :/

Dann kann ich ja ganz normal schauen was in der Therapie noch kommt und brauche mich nicht über mich wundern Smile

x 2 #4


Grenzgaenger
Zitat von Teller:
brauche mich nicht über mich wundern

Das auf keinen Fall!
Denn du siehst ja das du hier unter Gleichgesinnten gut aufgehoben bist... Gruppe

x 1 #5


Dys
Zitat von Teller:
Ja, die lieben Emotionen. Vor meiner Erkrankung war das nie ein Thema für mich, doch mittlerweile führen die dazu, dass ich mich nicht mehr fokussieren und die Arbeit vorantreiben kann, wenn mich etwas "anpisst/ärgert". :/

Genau genommen ist es nicht so, dass Du Dich nicht fokussieren kannst, sondern der Fokus liegt dann auf dem, das Dich anpisst/ärgert. Die natürliche körperliche Reaktion ist bei verspüren von Ärger oft die gleiche wie bei Angst oder Stress im Allgemeinen. Man sagt ja gerne auch mal „da bekomme ich Puls“ wenn einen was aufregt. Bei Männern ist in einer Depression auch Aggression nicht ungewöhnlich und die kann sich dann natürlich in aufbrausendem Verhalten zeigen, was aber nicht so sein muss. Manchmal ist sie eher nach innen gerichtet und dann sieht man das auch nicht unbedingt als Außenstehender. Daher sollte das für einen Therapeuten eigentlich nicht „ungewöhnlich“ erscheinen. Es kann aber sein, dass deine Therapeutin noch was anders vermutet, dass zu aggressiver Stimmung führt und darauf hinweisen wollte. In jedem Fall würde ich das nochmals in der Therapie ansprechen.

Früher mal von Ärger nicht so eingenommen zu werden, lag vermutlich daran, dass Du einen anderen Umgang damit gepflegt hast. Vielleicht war da mal mehr Gelassenheit, weil auch im Umfeld mehr Gelassenheit empfunden wurde. Heute ist es ja gesellschaftlich etabliert, jedwedem Ärger den man verspürt, derart Luft zu verschaffen, dass eigentlich keine Zeit mehr bleibt, sich etwas Anderem widmen zu können, dass einen eben nicht ärgern würde.

Ärger hat aber auch einen Nutzen. Der liegt aber nur darin, wenn man erkennt das man selbst in der Lage ist, dass was einen ärgert zum Besseren zu wenden. Dann bringt er vielleicht die nötige „Kraft“ um es auch zu tun. Bei Dingen die man aber tatsächlich selbst nicht ändern kann, nutzt es trotzdem nichts den Fokus auf dem Ärgern zu behalten. Das ist dann auch fatal, wenn man sich über sich selbst ärgert, weil etwas schief gelaufen ist, wofür kein Anderer in die Verantwortung gezogen werden kann. Weil das dann eben zusätzlich depressive Gedanken hervorrufen kann. Und das sorgt selbstverständlich auch wieder für körperliche Symptome.

Diese immer wiederkehrenden Kreise gilt es zu durchschauen und zu durchbrechen und da kann eine Therapie hilfreich sein, einen dazu zu befähigen. Tun kann man es aber letztendlich nur selbst, indem man sich entsprechend verhält. Denn eins ist ja ziemlich sicher, es wird immer wieder vorkommen, dass man sich ärgert oder einen etwas anpisst.

x 1 #6


Nuance
Gerade Männer sollen bei Depressionen doch oft aggressiv sein.
Es könnte zu niedriges Serotonin sein. Bei manchen ist genetisch bedingt keine Synthese im Gehirn möglich. Deren S. ist 80% niedriger. Im Mäuseversuch wurden die Tiere durch einen Mangel - soweit man das beurteilen kann - nicht depressiv, sondern aggressiv.

Vlt. trifft die Diagnose auch nicht zu und Du bist eher frustriert.

Nichtsdestotrotz: Blutdruck-Kontrolle, Schilddrüsenwerte....

#7

Pfeil rechts




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag