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Abhängigkeit Schlaftabletten

Sonne59

Sonne59
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Habe von meinem Psychiater Schlaftabletten - Lunivia 2 mg verschrieben bekommen. Nehme sie jetzt seit 3 Tagen. Ab Montag gehe ich dann in die Tagesklinik. Der Wirkstoff Zopiclon soll ja nicht so ganz ohne sein. Habe mich ein wenig belesen und werde als ersten mit dem Arzt besprechen, ob ich diese Tabletten wirklich weiter nehmen möchte. Suchtgefahr, wohldosiertes ausschleichen und dann den ganzen Tag diesen unangenehmen metallischen Geschmack im Mund. Das muss es doch auch noch etwas anderes geben. Er hatte mir die Tabletten verschrieben, da ich seit gut 7 Wochen nicht mehr ein- und durchschlafen kann. Ohne Diese Tabletten würde ich den anstrengenden Tag in der Tagesklinik nicht "überstehen, es wird viel verlangt".

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Momo58
Von meiner Hausärztin bekam ich einmal eine Probepackung "Lunivia" mit 3 mg in die Hand gedrückt, als ich ihr sagte, dass ich nachts gar nicht mehr schlafen könne. Ich habe bei mir da keine Wirkung gespürt.

Gute Erfahrungen hatte ich mit den freiverkäuflichen "Schlafsternen" gemacht. Die enthalten als Wirkstoff ein älteres Antihistaminikum, das urprünglich gegen Allergien entwickelt wurde. Mir reichte eine halbe Tablette und ich hatte morgens keinen Überhang. Übrigens: Obwohl freiverkäuflich, sagte mir die Apothekerin, dass man auch hier bei regelmäßiger Einnahme abhängig werden könne. Ich nahm sie nur bei Bedarf.

Inzwischen hat eine Neurologin bei mir ein "Restless-Legs-Syndrom" (RLS) diagnostiziert. Ich musste nachts immer öfter aufstehen, weil ich meine Beine nicht stillhalten konnte. Wenn ich dann eine halbe Stunde rumgelaufen bin, konnte ich mich wieder hinlegen. Das RLS soll auf einen Mangel an Dopamin und Eisen zurückzuführen sein. Die "Schlafsterne" musste ich entsorgen, weil Antihistaminika bei RLS kontrainduziert sind. Sie sollen sich negativ auf das Dopaminsystem auswirken.

Nachts nehme ich zurzeit ein Bedarfsmedikament, das den Dopamingehalt im Gehirn erhöht. Damit bleiben meine Beine ruhig. Zwar schlafe ich nicht durch, aber der Schlaf fühlt sich für mich nun wieder erholsamer an, als das mit den "unruhigen" Beinen der Fall war.

Eine Schlaftablette, die einem einen erholsamen Schlaf beschert, wurde bisher noch nicht erfunden. Es gibt aber einige Mittel, von denen man nicht gleich abhängig wird.

#2


Dys
Zitat von Sonne59:
Ohne Diese Tabletten würde ich den anstrengenden Tag in der Tagesklinik nicht "überstehen, es wird viel verlangt".

Vielleicht macht Dich aber auch genau das dann müde und schläfrig. Denn ein anstrengender Tag macht mich jedenfalls müde. Die Z-Drugs machen auf dauer zwar abhängig, aber üblicherweise ist das nach ein bis zwei Wochen noch nicht zu erwarten. Außerdem verschätzt man sich tatsächlich gerne, was das eigene Schlafpensum angeht und auch die Erholung, die damit einhergeht. Kein Schlaf findet ununterbrochen statt. Es gibt verschiedene Phasen die sich immer wieder abwechseln und auch Wachphasen sind dabei. Meist dauert ein Zyklus aus Kern, Rem und Tief Schlaf ca 90 Minuten und wird von einer Wachphase abgeschlossen, die aber oft auch nicht bewusst wahrgenommen wird.

Es ist auch so, dass es oft gefühlt so ist, als hätte man garnicht geschlafen, obwohl es tatsächlich nicht so ist. Tatsächlich müsste man tot sein, hätte man mehrere Wochen keinen Schlaf bekommen. Zumindest würde man vor Erschöpfung zusammenbrechen.

Mittlerweile wird auch davon ausgegangen, dass die körpereigene Melatonin Produktion die in der dunklen Jahreszeit fast ständig stattfinden kann, maßgeblich bewirkt, dass sie in ihrer Wirkung nachlässt, beziehungsweise nicht ausreichend sein kann, weil man sich an den Pegel gewöhnt hat. Sich möglichst viel Tageslicht zu gönnen kann das dahingehend regulieren, dass man dann auch wieder in den Schlaf findet, wenn es dunkel wird. Ganz ohne Tabletten.

Alternativ kann man sich als über 60 jähriger auch Melatonin 2mg verschreiben lassen und die Krankenkasse zahlt das auch. Das hat mir schon geholfen, aber mittlerweile verzichte ich darauf, weil ich tatsächlich Schlaf finde, auch wenns mir manchmal so vorkommt, als hätte ich nicht geschlafen. Mir aber durch einen Tracker entsprechend angezeigt wurde, dass ich geschlafen habe. Was auch noch helfen kann, ist eine konsequente Schlafhygiene, die aber individuell auch recht unterschiedlich sein kann. Da heißt es halt, ausprobieren was wirkt und was eher nicht.

#3

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