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3x Migräne hintereinander Angst vor erneuter Migräne

Guten Morgen,

Ich bin ziemlich neu hier, da ich im Moment ein wenig verzweifelt bin.

Zu meiner Vorgeschichte: Ich leide etwa ein Mal im Quartal an einer Migräne mit Aura (Flimmerskotome) und nehme zur Zeit Escitalopram gegen eine Angststörung. Im Moment setze ich Escitalopram aber ab von 10 mg auf 5 mg am Tag.

Ich hatte gestern Nachmittag eine Migräneattacke mit Aura gehabt und habe deswegen Sumatriptan 100mg und Vomex genommen. Die Schmerzen am linken Auge sind auch schnell abgeklungen, aber etwa eine Stunde danach kam wieder eine Aura und diesmal schmerzte dann das rechte Auge, deswegen nahm ich eine Ibuprofen 400 mg.

Nach etwa 2 Stunden Schlaf war dies auch wieder abgeklungen, aber 5 Minuten nach dem Aufstehen um ca. 22:00 bekam ich wieder eine Aura und dann war das linke Auge dran, ich nahm wieder eine Ibuprofen 400 mg, allerdings waren die Schmerzen nicht ganz so stark.

Die Nacht über ging es eigentlich mit dem Schlaf, aber heute fühle ich mich total müde, schlapp, habe keinen Hunger und bin noch lichtempfindlich.

Jetzt zu meinem Problem, ich habe große Angst, dass die Migräne mit Aura jederzeit wieder kommen könnte. Wenn ich schon von Licht ein wenig geblendet werde denke ich: " jetzt geht die Aura wider los". Mein Neurologe sagt, da kann man erstmal nichts gegen machen, außer Tabletten einnehmen, was mich verzweifeln lässt. Eigentlich habe ich nur ein Mal im Quartal Migräne und jetzt an einem Tag drei Mal hintereinander. Das macht mir echt große Angst.

Vielleicht hat das hier jemand schon Mal so ähnlich erlebt oder kann mir ein wenig helfen bzw. mir Ratschläge gegen die Angst geben. Das wäre sehr nett, wenn ihr mir da weiterhelfen könntet.

Mit freundlichen Grüßen

Bochumer

25.07.2019 10:11 • x 3 #1


ZeroOne
Hi @Bochumer !

Das ist leider das blöde: auch solche extremen Schmerzerlebnisse können uns konditionieren, dass wir Angstzustände oder gar Panikattacken bekommen, wenn irgendetwas wahrgenommen wird, was auch in der ursprünglichen Situation präsent war, im aktuellen Zusammenhang aber total bedeutungslos ist. Je früher man was dagegen unternimmt, desto besser!

Was die Migräne betrifft: hat dein Arzt nicht mal Topiramat als mögliche Prophylaxe angesprochen (50mg tägl., ggf. reichen schon 25mg)? Hilft vielen sehr gut und i.d.R. kann man nach ein paar Monaten mit der Prophylaxe wieder aufhören und hat dennoch für lange Zeit seine Ruhe. Auch reduziert Topiramat nachweislich die Anzahl der Auren, die viele Patienten wegen der visuellen Beeinträchtigung als beängstigender empfinden, als den Migräneschmerz.

LG
ZeroOne

25.07.2019 11:56 • x 3 #2


Eis
Hallo Bochumer,

Wenn das jetzt nur einmal so war würde ich mir erstmal keine Sorgen machen. Ich war lange Zeit Migränepatient und hatte zum Teil 3-4x pro Woche Migräne. Das hat sich bei mir gemeinsam mit der Depression entwickelt. Manchmal wusste ich nicht, ob es immer noch die gleiche Attacke ist und das Triptan nicht mehr wirkt, oder ob es eine neue Attacke war. Ich würde das mit dem Neurologen absprechen, evtl. musst du das Triptan wechseln. Es gibt da verschieden lang Wirksame.

Die Prophylaxe kann/soll man erst machen, wenn man regelmäßig mehr als 10 Migränetage/Monat hat. Mittel der 1. Wahl sind dann ß-Blocker, danach Amitriptylin. Erst danach kommen Mittel wie Topiramat zum Einsatz. Es gibt jetzt auch ganz neu ein Prophylaxemittel, das man spritzt, eine Art Antikörper. Aber dafür müssen erst andere Prophylaktika probiert worden sein. Und wie gesagt, bei in der Regel 1x/Quartal würde ICH vorbeugend nichts nehmen.

LG Eis

25.07.2019 12:12 • x 4 #3


ZeroOne
Hi zusammen!

Zitat von Eis:
Mittel der 1. Wahl sind dann ß-Blocker, danach Amitriptylin.


Muss man natürlich alles ausprobieren, bzw. abwägen. ß-Blocker haben bei mir nicht geholfen und Amitriptylin durfte ich wegen den anderen Medikamenten/Psychopharma nicht einnehmen. Ich hatte "nur" 3-5 Migräneattacken/Monat, aber der Psychiater/Neurologe hat mir dennoch Topiramat verordnet.

Wie @Eis schreibt: der Neurologe wird sich auskennen und entsprechende Empfehlungen geben, bzw. verschiedenes ausprobieren.

LG
ZeroOne

25.07.2019 12:25 • x 4 #4


Erstmal vielen Dank für eure Antworten. Jetzt habe ich mich auch wieder beruhigt. Nur man bekommt es schon mit der Angst zu tun bei drei aufeinander folgenden Attacken, dass das gar nicht mehr weg geht.

Alles klar, dann werde ich da mal einen Termin ausmachen. Kann man eigentlich bis dahin irgendwelche Hausmittel nehmen oder auf bestimmte Nahrungsmittel verzichten, um der Migräne vorzubeugen?

Denn bei der hitze ist Migräne das Letzte, was man gebrauchen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Bochumer

25.07.2019 12:29 • x 2 #5


maya60
Hallo Bochumer, jetzt die Hitze macht platt und viele Leute haben Kreislaufprobleme und Migräne. Mein Sohn und ich auch.

Viel Trinken ist wichtig gegen Kreislaufprobleme und auch bei Migräne, denn je dünnflüssiger das Blut, desto besser.

Außer bei unerträglichen Kopfschmerzen und Übelkeit, die aber längst nicht alle, die unter Migräne leiden, haben, finde ich, muss man nicht medikamentös mit einer Kanone auf Spatzen schießen, denn ursächlich ist Migräne nichts, wovor du Angst haben musst. Auch wenn die Symptome gruselig sind wie Taubheitsgefühle oder Sehstörungen.

Wenn du aber weißt, dass das keine anderen Ursachen hat als die, dass sich irgendwo im Hirn die Blutgefäße verspannen und davon die Symptome kommen, dann kannst du alle Horrorvorstellungen, irgendwas Schlimmeres stecke dahinter, gleich mal vergessen.

Migräne ist auch stressabhängig. Und wenn diese Hitze körperlich kein Stress ist, dann weiß ich ja nicht.

Ich nehme bei Migränebeginn 2 Brausetabletten Ar. ratiopharm, also Aspirin, das blutverdünnend wirkt, weil ich unter starker Übelkeit leide. Und das wirkt, so dass danach die Symptome weg oder erträglich sind. Dann mache ich noch Entspannungsmeditation und das hilft auch. Und gegenwärtig Eispads.

Ich kenne Aura mit Sehstörungen auch sehr gut. Bunte Zacken, Gesichtsfeldeinschränkungen, Druck im Kopf usw. Ich kenne auch gut Aura ohne Kopfweh und Übelkeit, dafür mit Taubheitsgefühlen.

Momentan nicht mehr Aura, sondern eher klassisch Kopfdruck, Kopfweh und Übelkeit und Schlappheit.

Aber wenn ich weiß, was Migräne macht, dann denke ich an verspannte Muskeln, die auch schmerzen und muss keine Angst haben.

Die Hitze macht die Migräne und die Hitze kommt jetzt öfter, also kommt die Migräne öfter.

Wasserkühle Grüße! maya





25.07.2019 14:52 • x 2 #6


Eis
Das Einzige, das wirklich als Ursache für Migräne nachgewiesen ist, ist Stress. Also möglichst Stress vermeiden. Da können wir im Forum glaub ich alle ein Lied davon singen.Das Einzige, das wirklich als Ursache für Migräne nachgewiesen ist, ist Stress. Also möglichst Stress vermeiden. Da können wir im Forum glaub ich alle ein Lied davon singen.

Es gibt ja etliches an Nahrungsmitteln, denen man nachsagt, dass sie Migräne auslösen, das sind v.a. histaminhaltige Lebensmittel wie z.B. Wein und Käse. Das scheint auch bei manchen Pat. Der Fall zu sein. Ich hab ja (fast) keine Migräne mehr seit ich Jatrosom nehme, und da darf man ja keine tyraminhaltigen Lebensmittel mehr essen. Sehr häufig sind das die gleichen Lebensmittel, die auch Histamin enthalten. Musst du ausprobieren.

@ZeroOne Hast du mit Topiramat gar keine Migräne mehr oder weniger Attacken? Wie sieht es mit Nebenwirkungen aus?

LG Eis

25.07.2019 14:55 • x 2 #7


ZeroOne
Hi @Eis !

Zitat von Eis:
@ZeroOne Hast du mit Topiramat gar keine Migräne mehr oder weniger Attacken? Wie sieht es mit Nebenwirkungen aus?


Anfangs hatte ich noch wenige Attacken (vielleicht 2 oder 3?). Später gar keine mehr. Nach einigen Monaten hat der Arzt von 50 auf 25mg reduziert und später auf 0. Er meinte, wenn es wieder los geht, macht man einfach wieder ein paar Monate. Aber bis heute "toi, toi, toi": ich habe öfters mal noch heftige Kopfschmerzen, aber weit entfernt von früheren Attacken.

Nebenwirkungen habe ich im Detail keine zusätzlichen festgestellt (ich nehme ja auch noch andere Medikamente mit Nebenwirkungen). Es kam mir so vor, als ob zu dieser Zeit das Lorazepam wesentlich stärker reingehauen hat (Schläfrigkeit, Benommenheit, Sprachprobleme, Motorik), aber vielleicht war das auch nur reine Einbildung. Zudem hatte ich Lorazepam auch nicht täglich genommen.

LG
ZeroOne

25.07.2019 15:20 • x 1 #8




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