Wiegmann-Klinik Berlin Erfahrungen

Annatomie

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Hallo, hier mal meine Bewertung der Wiegmann-Klinik Berlin-Westend.

Ich war dort im Sommer 2009 für 11 Wochen. Mir hat der Aufenthalt sehr weitergeholfen. Es ist mit Wartezeiten von 4-6 Monaten zu rechnen; Voraussetzung für die Aufnahme ist der Besuch eines Info-Abends (Termine im Sekretariat erfragen).
Es ist auch eine tagesklinische Behandlung möglich.

Fragen gern an mich.
Grüße Anna

27.06.2010 09:09 • #1


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Jepeto

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Hallo, Annatomie,

meine Therapeutin hat mir die Klinik vorgeschlagen,
in der Du schon warst.

Ich habe auch schon deinen Kommentar gelesen, bevor ich mich hier anmeldete.

Echt etwas beängstigend, aber auch ehrlich, fand ich deine Beschreibung von den Stunden zugestandenen Ausgangs,
daß es ein Verbot von Internet, Mobiltelefonie und dergleichen gibt, daß ablenken könnte.

Aber sehr gut fand ich nach einer Bedenkzeit, daß die Selbstbeschreibung der Wiegmannklinik im Netz keinen Zweifel daran lässt,
daß man wegen einer Krankheit dort ist, und daß es auch harte Arbeit bedeutet, dort zu sein.

Ansonsten habe ich Klinikselbstbeschreibungen gelesen, die hervorhoben, daß sie landschaftlich toll gelegen seien,
sie dieses oder jenes, wie ein Schwimmbad hätten, als sei es ein Wellness-Kuraufenthalt, sich stationär wegen Depression behandeln zu lassen.

Jetzt hab ich keine Frage gehabt, sondern resümierende Gedanken.
Aber, eine Frage fiel mir dann doch ein:
Wie hast Du es erlebt mit jemandem zusammen in einem Zimmer zu sein?
War es Hilfe oder Belastung?

Ich habe immer noch ein starkes Bedürfnis nach Vereinzelung, nach einem autistischen Rückzugsort.
Es verunsichert mich der Gedanke daran, daß ich mir mit einem anderen Menschen das Zimmer teilen muss.

Danke im voraus für eine Antwort,
Jepeto

21.11.2010 15:57 • #2



Hallo Annatomie,

Wiegmann-Klinik Berlin Erfahrungen

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Annatomie

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Hallo Jepeto,

ich kann deine Sorge sehr gut nachvollziehen. Da ich unter anderem an einer Essstörung leide, erschien mir die Vorstellung, mit jemandem das ZImmer zu teilen, zunächst vollkommen abwegig. Ich lebe mit meinem Freund zusammen aber selbst hier Zuhause hat jeder einen eigenen Raum.
Es war sicher nicht immer leicht, aber es hat mir sehr geholfen. So war ich gezwungen, in Kontakt zu bleiben. Normalerweise neige ich dazu, mich zurückzuziehen, wenn es mir nicht gut geht. In der Klinik wird schon auch darauf geachtet, dass passende Paare gebildet werden, bzw. wird jederzeit therapeutisch geholfen, wenn es Probleme gibt. Das bedeutet allerdings nicht, dass man verlegt wird, sondern eher, dass nach anderen Lösungsmöglichkeiten geschaut wird.

Ich kann die Klinik nach wie vor nur empfehlen. Falls du noch Fragen hast, wende dich gern an mich.

Herzliche Grüße
Anna

21.11.2010 16:05 • #3


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Jepeto

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Danke für dein Angebot für Nachfragen.
Du schriebst, daß es es nur Ausgang zwischen 9.00 und 18/19.00 gibt.
Heißt daß, das eine "klinikferne" Übernachtung auch an Wochenden generell ausgeschlossen ist?

24.11.2010 23:22 • #4


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Jepeto

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In diesem Jahr gibt es keinen Info-abend mehr. Erst am Anfang des nächsten Jahres. Für mich wird das alles echt finanziell problematisch, weil ich keinen Anspruch auf Alg1/oder 2 habe, also auch nicht auf die Übernahme der Krankenkassenbeiträge. Ich müsste einfach arbeiten, aber es geht nicht mehr lange so weiter mit mir und meiner Arbeitsfähigkeit. *schnauf*

Naja, vielleicht sollte ich für dieses Jahr "abschalten" und alles einfach auf mich zukommen lassen...

12.12.2010 16:54 • #5


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Jepeto

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Noch 5 Tage, ich bin auf Anschlag...

02.01.2011 00:01 • #6


Annatomie

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5 Tage bis zur Aufnahme oder bis zum Infoabend? Stehst du schon auf der Warteliste? Wenn es nicht mehr geht, kann ich auch die Krisenintervention im Urban empfehlen!

03.01.2011 10:21 • #7


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Jepeto

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Bis zum Infoabend... Wenn ich anrufe, kennt man mich schon, ich soll schon immer die Station mit einer Farbe benennen.
Aber ob dies bedeutet, daß ich ich in der Warteschleife bin, weiß ich nicht.

Ich habe erfahren, daß es manchmal sehr schnell gehen kann mit der Aufnahme, das ist meine Hoffnung derzeit.
Ansonsten greife ich gerne auf deinen Tipp mit der Krisenintervention zurück, vielen Dank!

Hab ein schönes, glückliches neues Jahr!

04.01.2011 00:57 • #8


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Jepeto

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Ich bin also seit Anfang Dezember auf der Warteliste, durch die Anmeldung meiner ambulanten Therapeutin dort, soviel konnte ich erfahren.
Ich bin überzeugt vom therapeutischen Konzept, nicht zuletzt deswegen, weil es eine personelle Stringenz in der Leitung gab und gibt, seit 1948 gab es erst drei Hauptverantwortliche, die den Stab an andere weiter reichten.

Der Infoabend diente nicht als Werbeveranstaltung, sondern als Möglichkeit der Prüfung durch die Wartenden, ob sie wirklich bereit sind, sich auf das Therapiekonzept einzulassen. Es ist relativ "streng", aber die Leiterin, Dr. Kress, konnte deutlich machen, daß es lediglich der Ausschaltung möglicher "Störfaktoren" dient.

Da kann ich mitgehen. Ich scharre mit den Hufen und harre der Dinge, die da kommen mögen. Ich bin bereit. Ich will einen Kontrapunkt erleben.

07.01.2011 17:01 • #9


Annatomie

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Hallo Jepeto,

ich kann dir nur zustimmen. Die Regeln hören sich streng an, sind aber sehr hilfreich, um sich wirklich auch innerhalb des mögliche Zeitrahmens auf die Therapie einzulassen. Frau Kress ist eine sehr aufmerksame und sensible wie fachlich kompetente Beobachterin. MIr geht es seit dem Aufenthalt 2009 anhaltend besser.
Viel Erfolg und Durchhaltevermögen.

Gruß Anna

07.01.2011 20:32 • #10


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Jepeto

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Danke, ich hoffe und möchte, daß mein baldiger Aufenthalt dort eine Veränderung bewirkt.
Ich habe zwar echt Angst, aber bin ich bereit, mich auf diese Erfahrung einzulassen.

11.01.2011 19:13 • #11



Hallo Annatomie,

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Jepeto

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Im Frühjahr diesen Jahres war ich für etwa 10-11 Wochen in besagter Klinik.
Resümierend kann ich sagen, es ist eine sehr gute Klinik, wenn denn folgende Vorraussetzungen gegeben sind:

- man "darf" nicht therapieerfahren sein, darf nicht einen zu guten Begriff davon haben, was Psychotherapie kann und will
(exellent wäre, daß man in einer Krise steckt, therapieunerfahren ist, und der Aufenthalt "vorbereiten" soll auf eine langfristige ambulante Therapie).

- man "darf" sich keine psycho-soziale Betreuung begleitend, oder nachsorgend erhoffen. Es gibt keine intensive Betreuung bei Wohnungsnot, Trennungsproblematik, Schuldnerberatung.

- bei einer Suchtproblematik die ausgeprägt ist, kann die Klinik nur in der Hinsicht helfen, daß man sich der Problematik bewusst werden kann, und daß man weitergehende Hilfe in Anspruch nehmen kann.

Leider ist das Konzept auf 10-12 Wochen zusammengestrichen worden, ehedem waren 3 Monate ein "Muss", dann fiel das Ganze aber eher in den Rahmen einer Kur, die genehmigungspflichtig durch die Rentenversicherung wurde.

Interdisziplinär ist das Stichwort, das die Wiegmannklinik versucht umzusetzen, kein Therapeut/in macht etwas, ohne Rücksprache zu den Anderen zu suchen, Themen, die in der Gruppe aufkamen, finden Eingang in der Einzeltherapie, sogar der Physiotherapie (etwas, daß ich malte, was Rückschluss auf mein Körperschema zuliess, tauchte dort auf).

Ich habe gute Erfahrungen mit den Gruppen gehabt, leider, wie gesagt, war der Aufenthalt zu kurz.

Für weitere Infos PM an mich
Peace out...

29.09.2011 19:36 • #12

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