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Wie Duloxetin 60 ausschleichen?

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Ungelesener Beitragvon Kürmelmaus » 16.03.2018, 18:30

Hallo zusammen,
Ich bin neu hier in dem Forum und bekomm genauso neu Duloxetin 60mg von meinem Psychiater. Jetzt hab ich viel im Internet über das Duloxetin recherchiert und komme mehr und mehr zu dem Schluss, dass es ein Teufelszeug ist. Viele berichten darüber, dass es nur dumpf macht und den Antrieb auchnicht wirklich steigert und das das Ausschleichen der blanke Horror ist.

Ich finde auch nicht, dass es mir besonders hilft und würde gerne mit meinem Psychiater etwas anderes ausprobieren

Hat denn jemand Erfahrungen mit dem Ausschleichen von Duloxetin? Ich habe vorher Venlafaxin 150mg genommen und hab es irgendwann einfach weggelassen und davon überhaupt nichts gemerkt.

Ich wäre über Erfahrungen und Tipps zum Ausschleichen und zu Alternativen sehr dankbar.

Liebe Grüße

22.03.2018 11:04 • #1


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von CeHaEn » 16.03.2018, 19:45

Wie lange nimmst du denn das Duloxetin schon und seit wann bist du von Venlafaxin runter?
Es dauert meistens einige Wochen, bis solche Medikamente richtig wirken. Gleichzeitig dauert es i.d.R. auch etwas, bevor einige der anfänglichen Nebenwirkungen abklingen. Deswegen ist es am Anfang schwierig zu beurteilen, ob das Zeug hilft. Mach dir nach deiner Lektüre keine all zu großen Sorgen, denn die Effekte sind teilweise sehr individuell und die eigene Beschreibung unterliegt auch einer gewissen Unschärfe. Beispiel Venlafaxin: Du konntest es einfach absetzen. Mir wurde beim Ausschleichen zunächst etwas schwindelig und dabei bin ich mir nicht zu 100 % sicher, ob es nur am Ausschleichen gelegen hat. Manche verspüren einen gesteigerten Antrieb, während andere Patienten lediglich innere Unruhe wahrnehmen.
Letztlich geht es sowieso um deine Erfahrung damit.
Du kannst dem Duloxetin ggf. noch etwas Zeit geben und genau darauf achten, wie du dich damit fühlst. Wenn du dann noch das Gefühl hast, dass es dir nichts bringt oder dass etwaige Nebenwirkungen größer als der Nutzen sind, dann kannst du es immer noch absetzen. Du kannst es natürlich auch noch eine Weile ganz ohne Medikamente probieren und wirst dann ja sehen, ob du überhaupt welche benötigst.
Auf jeden Fall möchte ich dir dazu raten, mit deinem Arzt darüber zu sprechen und sämtliche Fragen zu stellen, die dir dazu einfallen. Es geht auch darum, dass ihr beide auf dem selben Stand seid. Es hilft nichts, wenn dein Psychiater davon ausgeht, dass du dein Medikament nimmst, obwohl du es nicht tust.

22.03.2018 11:04 • #2


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von auferstehung » 17.03.2018, 11:21

Ich habe mit Duloxetin nur gute Erfahrungen gemacht. Zum einen hat es mir sehr gut geholfen, und zum anderen war das Ausschleichen völlig unkompliziert. Allerdings habe ich es ganz behutsam über einen sehr langen Zeitraum ausgeschlichen. Bei mir war und ist es also alles andere als ein "Teufelszeug".

22.03.2018 11:04 • #3


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BonJoviGirl

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17.03.2019 02:15 • #4


Zwischenwelt

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Willkommen Bon Jovi Mädchen
Zuvor eine Anmerkung. oft sind längere Texte sehr hilfreich um vieles Nachfragen aufzulösen. Prima

Habe auch viele Jahre Escitalopram und Fluoxetin eingenommen. Zuletzt Fluoxetin. Das starke Schwitzen ist mir
auch sehr bei Escitalopram aufgefallen, bzw. sehr belastend gewesen. Ich habe seit letzten Mai einen Kaltentzug
aus eigener Entscheidung begonnen ( bitte nicht nachmachen, sehr langsam ausschleichen! )
Bin weiterhin noch spürbar im Entzug, aber eindeutig ist seit etwa Anfang diesen Jahres das starke Schwitzen
Vergangenheit. Duloxetin auf Null? Das sollte deine Psychiaterin mal erklären. Ich kenne nur Umstellungen, die
sehr schnell von Fachärzten empfohlen werden.
Ich möchte nichts beschönigen, bzgl. Absetzen. Es können Absetzsymptome auftreten, die Wochen, Monate oder auch
Jahre anhalten können. Möchte dir aber keine Empfehlungen aussprechen, den jeder reagiert anders. Es ist eine
Erfahrung, die ich dir mit auf deinen Weg gebe.
Alles Gute wünsche ich dir, bleib stark
Martin

18.03.2019 18:01 • #5


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BonJoviGirl

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Hallo Martin,

Danke für deine Antwort.

Das ist natürlich nicht ganz das was ich mir erhofft habe. dass heißt ja, dass das Schwitzen erst nach mehr als 6 Monaten weg war.
Meine Psychiaterin meinte, dass es nach einer Woche schon besser sein müsste.
Sie meinte auch, dass ich vielleicht 3-4 Tage den Entzug von Duloxetin merken würde, dann müsste es gut sein. vor allem weil ich ja weiterhin Elontril einnehme.

Ich war auch überrascht, dass die sagte von 60mg direkt auf Null, weil ich auch dachte man sollte ausschleichen, so war es ja auch beim Fluoxetin und bei den Umstellungen Fluoxetin - Escitalopram- Fluoxetin, aber sie meinte wir machen jetzt Nägel mit Köpfen.

Heute ist mein 4. Tag und ich merke einen vermehrten Schwindel, gestern war das noch weniger.

Ich hab auf jeden Fall bisher ein sehr gutes Gefühl bei meiner Ärztin, mein früherer Arzt war da nicht so gewissenhaft.

Allerdings weiß ich, dass jeder anders reagiert und als Frau mit 46 Jahren kann das Schwitzen natürlich demnächst auch durch Wechseljahre erneut aufkommen, was ich weiß Gott nicht hoffe.

Ich hoffe jetzt, dass es nicht allzulange dauert bis es besser wird und ich vielleicht auch wieder abnehme.

Ich wünsche dir auch Alles Gute

Liebe Grüße
Steff

18.03.2019 21:14 • #6


Zwischenwelt

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Guten Abend,
Das Schwitzen war bei mir so lange. Das muss für dich keine Bedeutung haben. Hoffen hier alle, das deine
Beschwerden sicher schnell sich auflösen.
Über das Thema Ausschleichen wird im Netz und auch außerhalb in Fachbereichen heftig diskutiert.
Die besten noch erträgliche Vorgehesweise hat sich bei etwa 10% von der gesamten Dosis innerhalb von 24 Std.
im Zeitraum von einem Monat bewehrt. Dabei sollte man auch noch die Halbwertzeiten der Medis berücksichtigen,
also wie lange der Wirkstoff im System verbleibt. Fluoxetin hat z.b. eine lange Halbwertzeit.
Auch Tablettenteilung ist dann auch irgendwann schwierig. Dann geht man über zur Auflösung in Wasser und dazu
eine Präzisionswaage.
Mir geht es langsam besser. Meine Beschwerden beim Entzug: wieder Schwitzen im Schlaf, tagsüber ständig frieren,
Gefühl von Brennen und Kribbeln im Körper, selten Kopfschmerz. Aber das wird schon.

Wünsche dir das dein Körper nicht überempfindlich reagiert und du es ohne große Beschwerden schaffen wirst.

liebe Grüße zur Nacht
Martin

19.03.2019 23:40 • x 2 #7


Eleni

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03.04.2020 07:44 • #8


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Eis

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Hallo @Eleni

Hast Du ganz langsam ausgeschlichen? Ich habe mein Antidepressiva mal halbiert und habe mich gefühlt wie ein Pukverfass, das kurz vorm explodieren ist. Es hat etwa 2 Wochen gedauert, dann war es besser. Jetzt habe ich mein Antidepressiva (Jatrosom) wieder reduziert, aber diesmal von 25mg auf 10mg in 5er Schritten alle 4 Wochen. Das war in Ordnung.

Zu Tryptophan kann ich dir nichts sagen, ich habe es nicht probiert. Aber es spricht ja nichts dagegen, oder?

VG Eis

03.04.2020 08:08 • #9


Eleni

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Oh ja.langsam,nachdem ich es so absetzen wollte.

Blöde Idee.Ich versuche einfach noch Paar Tage tapfer zu sein.Danke

03.04.2020 08:39 • x 1 #10


Manu-ela

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Suche Alexandra2

07.07.2020 13:40 • #11


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Mayke1

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Liebe @Manu-ela ,
du kannst Alexandra2 direkt anschreiben indem du vor ihren Namen ein @ setzt. Dann bekommt sie deine Nachricht angezeigt.
LG von Mayke

07.07.2020 18:08 • x 1 #12


Manu-ela

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Liebe Mayke1
vielen lieben Dank für den Hinweis.

08.07.2020 22:09 • x 1 #13


Repeakz

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02.02.2021 20:23 • #14


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Lost111

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Hallo Repeakz,

erstmal willkommen hier im Forum.

Ich denke, du solltest das mit dem Absetzen nochmal mit deinem Psychiater besprechen. Sicherlich lässt sich gemeinsam eine Lösung finden.
Ich persönlich habe keine Erfahrungen mit diesem Medikament.

LG Lost111

02.02.2021 20:30 • #15


Hulk

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Hallo,
habe die Tage etwas mitgelesen und wollte meine Erfahrung teilen. Befinde mich zur Zeit auch in der Ausschleich Phase von Duloxetin.

War davor 5 Jahre lang auf Paroxetin. Die Nebenwirkungen waren mir dann zu lästig und mein neuer Doc hat auf Duloxetin umgestellt. Das lief problemlos. Kam nach der Umstellung mit einer Duloxetin Kapsel 30mg zurecht.

Anschließend begann ich mit dem Ausschleichen. Was von Vorteil ist, eine Duloxetin Kapsel beinhaltet 4 Kügelchen. Also habe ich auf 2 Kügelchen reduziert. Hat sich natürlich negativ bemerkbar gemacht..was so beschrieben ist mit Erkältungs Symtome, Kopfweh etc. Jetzt bin ich auf einem Kügelchen und bin sehr zuversichtlich das ich es vollends schaffe.

Was ich schon sagen kann, die ursprünglichen Nebenwirkungen von Paroxetin, sind so gut wie weg, also kein Schwitzen, keine Physische eingeschränkte Leistungsfähigkeit, nicht mehr ständig irgendwie krank, Stichwort Libido, etc. Bin gerade echt Happy.

Will damit allen Mut machen die sich in ähnlicher Situation befinden.

Gruß Hulk

20.02.2021 21:26 • x 1 #16


Hulk

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Noch was, bitte an Alle: eine Positive Meldung hilft anderen auch. Leider schreiben viele nur über ihre weniger guten Erfahrungen.

20.02.2021 21:43 • x 1 #17


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111Sternchen222

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Ich konnte mein Duloxetin sehr gut absetzen damals. Auch in relativ wenigen Schritten. Von 60mg auf 30mg ging problemlos. Dann von 30mg mittels Kügelchen " rauszählen" auf 15mg und den letzten Schritt auf Null.Nur beim letzten Schritt hatte ich Schwindel sonst nicht.Eine Woche hielt der Schwindel an, danach war ich ihn und das Duloxetin los.
LG Sternchen

20.02.2021 21:56 • x 1 #18


Hulk

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Hi Sternchen, danke. Prima Meldung von dir. Alles Gute dir. Gruß Hulk

21.02.2021 10:14 • x 1 #19


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Monesie

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Zitat von Hulk:
Noch was, bitte an Alle: eine Positive Meldung hilft anderen auch. Leider schreiben viele nur über ihre weniger guten Erfahrungen.


Ich habe schon vor der Einnahme von Duloxetin Schweißausbrüche gehabt und bin oft nachts wirklich klitschnass aufgewacht. Ich schiebe es auf die Wechseljahre und Angstattacken, die leider sehr lange anhalten. Es gibt mal trockene Zeiten, wo es besser ist und ich denke, jetzt ist es vorbei. Aber dann geht der ganze Zirkus wieder los. Duloxetin konnte ich in der 60er Dosis aber nicht vertragen, mir ging es damit schlechter. Ich nehme seit 2 Jahren 2x20 mg und es geht zufriedenstellend, zumal es für meine chronische Nervenverletzung schmerzstillend wirkt.
Vergesse ich mal eine Kapsel, habe ich gleich starken Schwindel und bin ziemlich neben der Spur.
Es hellt meine Stimmung deutlich auf, dass habe ich besonders am Anfang der Einnahme gemerkt und es macht mich nicht noch müder als ich eh schon bin.

Ich lese hier überwiegend nur, dass Duloxetin ausgeschlichen wird, aber kaum warum. ?

Bezüglich Tryphtopan wäre ich bei Einnahme von Serotoninhemmern sehr zurückhaltend, es könnte zum gefährlichen Serotoninsyndrom kommen.
Bei Ein- Schlafproblemen nehme ich Melantonin. Ich habe mit 0.5 bis 1 mg sehr gute Erfahrungen gemacht.

Da ich noch etliche andere Medikamente nehmen muss, bin ich vorsichtiger geworden und bin froh mit Duloxetin zurechtzukommen.
Ich reagiere sehr empfindlich und hatte Hautausschlag, schlechte Leber- und Leukozytenwerte und extreme Mundtrockenheit, so dass ich kaum noch sprechen konnte.

Es gibt nicht "das Medikament", eher muss jeder für sich herausfinden, was ihm gut tut. Leider, denn es kann wertvolle Zeit dauern.

Gestern 07:36 • x 1 #20


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maya60

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Ich habe 9 Tage lang Duloxetin 120 mg nach Ende der depressiven Probleme auf 90 mg herunterdosiert und absolut Null Unterschied gemerkt, so dass ich gar nicht mehr dran dachte. Null Absetzsymptome und dabei bin ich hochsensibel wegen ADHS.
Nun bin ich seit einigen Tagen auf Duloxetin 60 mg und ich merke immer noch Null Absetzsymptome.

Als ich 2018 mal unter auch ärztlicher Beobachtung das verwandte Medikament Venlafaxin ganz ausschlich zur Medikamentenpause und Neueinstellung, war es genauso über Monate des ganz langsamen Ausschleichens. Erst 6 Wochen nach einer Medikamentenpause begannen wieder altbekannte erste Depressionssymptome und ich brauchte wieder Medikamente.
Daher geht es diesmal schneller mit dem Herunterdosieren.

Depressionen bei ADHS können anders sein als ohne ADHS, aber wenn schon ich mit meiner Überempfindlichkeit keine Absetzsymptome habe, dann wird es viele geben, denen es genauso geht.

Liebe Grüße! maya

Gestern 11:33 • #21


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maya60

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P.S.: Ich habe das so "lapidar" als Rückmeldung geschrieben, weil hier im Thema der Wunsch bestand, auch mal positive Rückmeldungen zu erzählen.
Aber natürlich ist der Grund wichtig und stimme ich auch zu, dass ein sehr gutes Abwägen mit allen anderen Medikamenten, die man nimmt, verantwortlich ist und es individuell abzuwägen gilt. So wie auch oft eine Erhaltungsmedikation wichtig ist, damit es überhaupt stabil bleibt.
Auch ich habe sehr lange gebraucht, um die für mich in Depressionsphasen nötige Dosierung meiner Medikamente herauszufinden. Und die Zeit war mir auch nicht verschwendet, weil sie mir soviel neue Lebensqualität ermöglichte bei richtiger und passender Dosierung sowie meiner Lebensanpassung an meine Erschöpfungsanfälligkeit und Psychotherapie.
Mein aktueller Grund des Niedrigerdosierens von Duloxetin ist, dass meine depressive Episode vorbei ist und ich von der hohen Dosierung runter möchte und wenn es so stabil bleibt, in Absprache mit meinem Doc eine Medikamentenpause einlegen möchte wegen meiner individuellen Bedingungen mit ADHS und Erschöpfungsdepression als Folge davon.

Liebe Grüße! maya

Gestern 14:31 • #22


Hulk

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Hi,
ich gehe davon aus das viele, ich auch, nach überstandener 'Krankheit' das Medikament wieder los werden wollen. Daher mein Beitrag.
Gruß Hulk

Gestern 20:58 • x 1 #23

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