77

Wer sollte Antidepressiva nehmen und wer nicht?

Wie denkt Ihr darüber? Verschrieben bekommt man ein Antidepressivum meiner Erfahrung nach sehr schnell und auch gleich schon vom Hausarzt. Aber wann denkt Ihr, sollte man so ein Medikament überhaupt nehmen, also: wie schlecht muss es einem gehen, damit man es nehmen muss? Oder: wie gut kann es einem gehen, damit die Nachteile einer Einnahme die Vorteile überwiegen.

Viele werden hierauf vielleicht antworten, das könne einem der Arzt am besten sagen. Dachte ich auch mal, zweifle aber immer mehr daran. Viele Ärzte bilden sich ihre Meinung, wie ich in einer Sendung auf 3sat gesehen habe, oft einfach anhand von Artikeln in pharmazeutischen Zeitschriften. Diese Artikel wiederum beziehen sich aber oft auf zweifelhafte Studien, die direkt im Auftrag von Pharma-Unternehmen durchgeführt wurden und unter selektiven Methoden entstanden sind.

02.08.2019 18:08 • x 5 #1


Guten Abend!

Ich gebe Dir recht, dass Antidepressiva oftmals viel zu schnell verordnet werden.

Aus meiner Sicht, "sollte" man diese auf jeden Fall nehmen, wenn der Leidensdruck so groß ist, dass man sterben möchte/kann. Dh die Depression schwer ist.

Ob es vorher "notwenig" ist, ist vermutlich von Mensch zu Mensch verschieden.

Für mich stellt sich eher die Frage, WER ein Antidepressivum verschreiben sollte. Und ich finde, das ist der Psychiater. Zumindest für Erstverschreibung und Einstellung.

Ich war immer ein genereller Medikamentenverweigerer. Auch als ich krank wurden. Und noch viel länger.

Aber letztendlich hat mir das Antidepressivum das Leben gerettet und ich habe erkannt, dass Depression sich nicht durch den Willen, durch Wissen oder durch Liebe heilen lässt.

Für mich kann ich sagen: Ich habe wirklich vorher alles versucht, habe gekämpft und gelitten.

Diese Krankheit ist erschreckend.
Immer noch habe ich diesen Schreck zu verarbeiten.

Schönen Abend allerseits!

02.08.2019 18:44 • x 6 #2


Nuja Antidepressiva sollten nur Menschen verordnet bekommen, die es ohne nicht im Stande sind, was zu machen. Bei leichten Depressionen zb kann man das ohne Antidepressiva meistern. Ab Mittler bis schwer Depressionen ist ein Medikamenten Zufuhr von Antidepressiva nötig,um überhaupt in der Lage zu sein, den richtigen Weg einzuschlagen.depression ist nicht gleich bei jedem die gleich depression,daher auch schwer zu beurteilen,ab wann es sinn macht. Sonst wie oben erwähnt ab einer mittleren depressionphase. auch was die erkrankung panikstörung und schlafstörung betrifft,denen ist es ebenso gedacht solch mittel zu nützen.

Ich halte nix von hausärtze,die dies verschreiben.weil sehr vielen einfach das how-know wissen fehlt. Da sind viele hier besser drin als manch hausärtze.

02.08.2019 19:24 • x 3 #3


Eis
Eine interessante Frage.

Ich bin auch der Meinung, dass oftmals, v.a. vom Hausarzt zu früh Antidepressiva verordnet werden, ohne eine genaue Diagnose zu haben. Es werden auch selten Faktoren wie z.B. Schilddrüse oder B12-Status, Ferritin, Vitamin D usw. überprüft. Es wird zu oft bei leichten Depressionen verordnet ohne erst eine Therapie in Betracht zu ziehen.

Die Einstellung auf ein Antidepressiva sollte meiner Meinung nach nur vom Psychiater erfolgen und nur bei einer zumindest mittelschweren Depression, die einige Wochen andauert.

Leider gibt es wie in meinem Fall auch Psychiater, die auf der Psychotherapie-Sport-Schiene steckenbleiben und auch nach Monaten mit mittelschwerer Depression kein Antidepressiva verordnen, nur weil man anfangs sagte "ich will es ohne Antidepressiva probieren".

Ein noch größeres Problem ist die Einstellung auf das richtige Antidepressiva, aber dazu hast du ja auch was geschrieben. Also zügig umstellen, wenn das Antidepressiva nicht oder nicht ausreichend wirkt.

Wie schlecht muss es einem gehen, damit man ein Antidepressiva nehmen muss? Sehr schlecht! Ich denke, das merkt eigentlich jeder selbst, wenn man das Gefühl hat, das Leben, das man führt ist kein lebenswertes Leben, und es ändert sich über einen Zeitraum von Wochen bis Monaten nichts, dann ist der Zeitpunkt für ein Antidepressiva reif.

Nun die Nachteile der Einnahme eines Antidepressiva überwiegen dann, wenn man mit Antidepressiva wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann, wenn man wieder lachen kann, wenn man wieder arbeiten gehen kann, wenn man seine Hausarbeit wieder schafft, wenn man nicht mehr den ganzen Tag das Gefühl hat nur noch müde zu sein, wenn man seinen Kopf wieder zum Denken benutzen kann usw.

Dabei dürfen die Nachteile der Einnahme eines Antidepressiva allerdings nicht schwerwiegend sein, d.h. eine leichte Mundtrockenheit kann man akzeptieren, wenn mir aber während der Arbeit der Mund zuklebt, dann geht das nicht. Wenn der Blutdruck stark steigt oder es einem so übel wird, dass man sich hinlegen muss, geht es nicht. Wenn man ständig Magen- oder Kopfschmerzen hat, geht es nicht. Oder wenn die Wirkung nicht ausreicht und man trotzdem unter Stress bei der Arbeit in Tränen ausbricht geht es nicht. Man muss halt solange suchen, bis man ein Maximum an Wirkung mit einem Minimum an Nebenwirkungen erreicht.

Bei mir ist das jetzt mit Jatrosom der Fall, wobei ich auch hier mit der Dosierung spielen muss, damit die Nebenwirkungen erträglich sind und die Wirkung noch ausreicht. Für die psychische Stabilität, die innere Ruhe und Gelassenheit, die ich damit erreicht habe, nehme ich gerne einiges in Kauf an Nebenwirkungen und möglichen Kontraindikationen. Ich brauche nur an die Zeit vor dem Antidepressiva zurückdenken, und ich habe das lange versucht, dann weiß ich, dass die Entscheidung die Richtige war.

02.08.2019 19:51 • x 4 #4


Jedi
Hallo !

Ich bin der Meinung, dass ein Hausarzt keine Antdepressiva verschreiben sollte. (Ausnahme wäre, wenn der HA über eine entsprechende Zusatzausbildung verfügt)
Dies gehört für mich, in Händen eines Facharztes !

Bei der Diagnose, leichte Depression, sind Antidepressiva meiner Kenntnis nach nicht umbedingt von nöten.
Da wirkt in der Regel gut, eine Psychotherapie.

Bei einer mittelgradigen Depression, kann es notwendig sein, je nach Krankheitsbefund, mit einer AD- medikation einzusteigen !
so könnte es den Betroffenen helfen, wieder zu einer geregelten Tagesstruktur zu verhelfen u. das der Patienten Therapiefähig werden kann.
Eine Antidepressiva Behandlung sollte in so einem Fall, immer mit einer Psychotherapeutischen Begleitung einhergehen.

Bei einer schwergradigen Depression, wären es für mich keine Frage, Antidepressiva u. Psychotherapie !
Zu bedenken wäre auch bei einer schweren Depression, dies in einer Psychiatrischen-Akutklinik mit dem Einsatz von Antidepressiva zu beginnen, da eine bessere Überwachung von Wirkung u. Nebenwirkung gewährleistet wäre.
Auch könnte dort mit einer Psychotherapie begonnen werden u. dem Patient geholfen werden, nach der Entlassung, dann die Therapie ambulant fortzusetzen.

Natürlich sollte eine genaue Diagnoserfassung bei Depression erfolgen, weil Depression ja nicht gleich Depression ist u. zu berücksichtigen wäre, dass auch andere psychische Erkrankungen im Rahmen einer Depression mitbegleitend behandelt werden müssten.
Auch Sonderformen sind diagnostisch zu erfassen u. einen Einsatz von Antidepressiva zu prüfen.

Ängste gegen die heutigen Antidepressiva halte ich so nicht mehr für haltbar !
Nebenwirkungen treten, so meine Kenntnis eher selten auf u. wenn welche sich stark bemerkbar machen, sollte dies sofort dem Behandelnden Arzt mitgeteiltwerden (u. nicht einfach eigenwillig abgesetzt werden), der dann noch eine Fülle von Möglichkeiten hat, dass richtige Antidepressiva, für den Pat. zu finden u. auszuprobieren.
Ich denke, dass Antidepressiva für eine gewisse Zeit sehr nützlich u. sinnvoll sein können u. später können sie auch wieder ausgeschlichen werden. (dies sollte auch mit einer gemeinsamen Absprache u. Fachärztlicher begleitung passieren) !
Wobei eine Psychotherapeutische Begleitung, dann noch weiter fortgesetzt werden kann.

So meine ganz persönliche Meinung dazu !

LG Jedi

02.08.2019 20:33 • x 6 #5


Resi
Hm- ich habe genau eine Woche etwas genommen und fühlte mich so mies damit, daß ich abgebrochen habe.

Ich glaube, man kann es nicht generell sagen, es hat was mit den Lebensumständen zu tun, oder wie sich eine schwere Depression äußert (auch da gibt es Unterschiede).
Zitat von Jedi:

Ängste gegen die heutigen Antidepressiva halte ich so nicht mehr für haltbar !

Ich schon.
Wenn ich sehe, was Ritalin mit meiner Nichte und meinem Neffen "gemacht" hat, bin ich entsetzt.
Wenn ich mitbekomme, wie viele gegen Nebenwirkungen kämpfen, oder daß das Absetzen Probleme macht, kann ich nur sagen, daß ich dankbar bin, es ohne geschafft zu haben, es war allerdings wirklich eine schlimme Zeit, das gebe ich zu

Wenn Antidepressiva vielen helfen, ist das völlig ok, aber nicht für mich- wobei ich generell Probleme mit Medikamenten habe: die sind sehr oft hilfreich, aber trotzdem ein Eingriff.

03.08.2019 08:59 • x 6 #6


Zitat von Jedi:
Ängste gegen die heutigen Antidepressiva halte ich so nicht mehr für haltbar !


Welche Antidepressiva gelten denn als modern?

03.08.2019 09:09 • x 3 #7


Dakota
Ich denke auch, es hängt von der Schwere der Erkrankung an. Jemand, der initial aufgrund eines klaren Auslösers erstmalig eine Depression erlebt ist sicherlich in einer anderen Positionals jemand, der chronisch daran erkrankt ist. Ihr sagt, es werden zu schnell Medis verschrieben. Ok. In meinem Fall war es so, dass ich mehrmals darum kämpfen musste. Einmal waren es anthroposophisch geprägte Ärzte, die mir lieber unwirksamen Hokus-Pokus geben wollten als ein wirksames Medikament und einmal war es in der Tagesklinik, wo man mir ungern etwas anderes geben wollte. Sowas kommt auch vor.
Ich finde auch, man sollte stets an alle Säulen der Behandlung denken, Medis & Psychotherapie und auch Fakten benennen, wie wirksam andere Methoden sind (siehe Studien zu antidepressiver Wirkung von regelmäßigem Ausdauersport etc.).

03.08.2019 09:17 • x 6 #8


Zitat von Dakota:
Ich finde auch, man sollte stets an alle Säulen der Behandlung denken, Medis & Psychotherapie und auch Fakten benennen, wie wirksam andere Methoden sind (siehe Studien zu antidepressiver Wirkung von regelmäßigem Ausdauersport etc.).

Hast du tatsächlich durch Ausdauersport eine Besserung erreichen können? Ich mache 1-2 mal die Woche 2 km aber durch die Enge in der Brust fällt mir dabei das Atmen sehr schwer. Ich merke zwar nach dem Sport für eine gewisse Zeit eine Erleichterung, aber das ist nichts nachhaltiges.

03.08.2019 09:54 • x 4 #9


Dakota
@Michael808 Ja, Ausdauersport wirkt bei mir antidepressiv. Aber an Deiner Erfahrung sieht man auch, dass nicht jeder auf die gleichen Methoden anspricht. Bei den Medis ist es auch so, dass sie an und für sich wirken, dass es auch belegt ist genau wie PT. Nur auch da gibt es Menschen, die auf Medis gar nicht ansprechen.
Was die Nachhaltigkeit angeht-ich persönlich finde, das sind alles wiederholende Verfahren, sei es Ausdauersport, seien es Medis (muss ich leider auch regelmäßig nehmen, vielleicht sogar ein Leben lang). Wie beim Kraftsport-du kannst dir noch so tolle Muskeln trainieren, wenn du kein Erhaltungstraining beibehältst, fällst du nach x Wochen/Monaten nahezu wieder auf den ursprünglichen Zustand zurück.

03.08.2019 10:01 • x 5 #10


ZeroOne
Hi zusammen!

Ich sehe es wie @Jedi : Psychopharmaka und Psychotherapie sollten optimalerweise Hand in Hand laufen.

Allerdings lehnen leider viele Psychotherapeuten (v.a. die ohne psychiatrischen Background) Medikamente ab. Da habe ich schon die interessantesten Thesen zu hören bekommen (das gehört aber nicht in diesen Thread).

Auch denke ich, dass man sich z.B. bei den aktuell angesagten SSRIs keine großen Sorgen machen muss (Benzos und andere Keulen möchte ich aber klar ausschließen!), wenn man über eine halbwegs intakte Gesundheit verfügt, um das Medikament problemlos verstoffwechseln zu können.

Ich denke, dass man es zulassen und eine ordentliche Portion Geduld mitbringen muss (was in einer Akut-Phase nicht einfach ist), bis die passenden Antidepressiva in der richtigen Dosierung und ggf. Kombi gefunden werden. In ein paar Wochen darf man sich da keine Wunder erhoffen und muss vielleicht auch durch vorübergehende Nebenwirkungen beim Hochlauf durch.

In diesem Zusammenhang fand ich z.B.auch oft spannend, dass diverse Mitpatienten nicht gegenüber - nach meiner persönlichen Meinung - bedenklichen Mengen an Alk., Tbk und anderen (illegalen) Substanzen abgetan waren, aber sich mit Händen und Füßen gegen Antidepressiva wehrten. Gehört aber auch nicht hier her.

Ansonsten: wer sollte Antidepressiva nehmen? Kurz und knapp denke ich: jeder, dessen Facharzt/Klinik es für nötig erachtet und nicht von irgendwelchen Ausschlusskriterien (siehe Beipackinfo) betroffen ist. Und jeder, der es selbst für nötig erachtet und sich damit gut fühlt (häufig reicht ja ein Placebo-Effekt, um sich besser zu fühlen, was Psychiater manchmal gerne nutzen).

LG
ZeroOne

03.08.2019 11:22 • x 4 #11


Moin
Aus meiner heutigen Erfahrung als Betroffener, mittlerweile 9 Jahre, bin ich auf dem Standpunkt. ausschließlich finden
diese Medikamente nur ihre Berechtigung in Notsituationen. Man stelle sich die Frage, wie handelt man in Notsituationen?
Fachkliniken haben eine Notaufnahme. Dort sollten diese zugänglich sein. Die Aufgabe der Psychiater sollte sein,
Einstellungen und Überwachung der Medikamente, die bereits in Kliniken gegeben wurden. Auch eine Aufklärung der Nebenwirkungen und nicht zu vergessen, das Absetzsymptome auftreten können. Hier fehlt es an Begleitung des so
schwierigen langen Weges. Ich schreibe aus eigener Erfahrung. Fühle mich alleine gelassen, beim Absetzten und
meine Symptome wurden sichtlich fehlinterpretiert. Glaubt man an Zufälle? ich nicht mehr, nicht zu vergessen, es bleibt
ein großes Geschäft, indem der gesund zu werdende Mensch eher im Hintergrund steht.
Gruß
Martin

03.08.2019 11:31 • x 5 #12


Alexandra2
Moin,
Ich denke der Leidensdruck und die Symptome zeigen, wann Antidepressiva nötig werden. Auf jeden Fall in der schweren und mittelschweren Depression, in der die Psychotherapie begleitend stattfinden soll. Sie bewirkt eine Umstrukturierung, Lernen neuen Fühlens, Denkens und Verhaltens, im Gehirn. Ohne Medikamente könnte ich nicht mal aus dem Haus gehen, weil die Hemmung sehr groß ist. Anfangs war ich kurz vor dem Stupor (völlige Starre), ein entsetzlicher Zustand, so handlungsfähig zu sein.
Man braucht einen sehr guten Psychiater und ebenso guten Therapeuten. Nur so kann ich Augenhöhe erwarten und alle Sorgen besprechen, Vertrauen ist unabdingbar. Irgendwelche unwissenschaftliche Maßnahmen können höchstens das eigene Wohlbefinden aufpeppen. Und das ist parallel wichtig.
Meinem Hausarzt spreche ich Sachkenntnis bzgl Antidepressiva generell ab und würde das mit dem nicht besprechen. Dafür ist mein Zustand zu sensibel und das Vertrauen hier zu Ende.
Ich würde mein Auto ja auch nicht in die Fahrradwerkstatt bringen.
Liebe Grüße Alexandra

03.08.2019 13:43 • x 4 #13


Jedi
Hallo Zusammen !

Was ich aus all Euren Beiträgen jetzt für mich herausgelesen habe, dass es wohl das allerwichtigste ist, dass Vertrauensverhältnis zwischen dem behandelnden Psychiater u. dem Psychotherapeuten.
Da stimme ich Euch absolut zu !
Denn ich glaube nicht, dass es die Antidepressiva allein sind, die so oft eine Ablehnung hervorrufen, sondern es ist das fehlende Vertrauen zu seinem behandelnden Arzt.
Dazu gehört, dass der Psychiater nicht genug Zeit für den Betroffenen hat, das er zuwenig mit seinem Patienten über die Vorteile eines Antidepressiva spricht, zuwenig erklärt, was passiert, wenn Nebenwirkungen auftreten, wie verhalte ich mich dann.
Auch fehlt es an Information, für wie lange sollte ich dies Antidepressiva einnehmen u. wie wird es wieder ausgeschlichen.

Das Psychotherapeuten oft sich gegen Antidepressiva aussprechen, zweifel anmelden , um die Wirksamkeit, hat mehr mit dem konkurrierenden Verhältnis zu den Psychiatern zu tun.
Was oft auch als ein Problem dabei auffällt, dass Psychiater u. Psychotherapeut nicht gut miteinander zusammenarbeiten !
Da wäre noch eine Menge Luft nach oben, im Sinne dessen Patienten.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig mir das Vertrauensverhältnis zu meinem Psychiater wichtig war, als das Thema, ein Antidepressiva wäre jetzt sinnvoll genannt wurde.
Nun hatte ich wohl mega Glück mit meinem Psychotherapeuten, der aber auch eine Zeit brauchte, bis ich ihm voll vertraute u. mich dann geöffnet habe.
Konnte aber jede Therapiestunde auch spüren, wie wichtig ihm zu Anfang die Vertrauensbildung war u. der Einstieg in die KVT,
ersteinmal an zweiter Stelle lag.

Das Thema dieses Thread wird noch viele nach uns beschäftigen u. ich bin der Meinung, es gibt kein Richtig od. Falsch,
sondern in welchem Vertrauensverhältnis stehe ich als Betroffener zu meinen Behandlern ?
Je größer mein Vertrauen, um so eher bin ich bereit, dem zu folgen, was mir gegenüber, als Empfehlung genannt wird.
Zitat von Zwischenwelt:
Hier fehlt es an Begleitung des so
schwierigen langen Weges.

Das verstehe ich sehr gut, Zwischenwelt u. stützt, was ich gerade in meinem Beitrag beschrieben habe.

Ich wünsche Euch allen, dass ihr vertrauensvollen Psychiatern u. Psychotherapeuten findet, die Euch durch die schwere Zeit der Erkrankung, gut hindurch begleiten !

LG Jedi

03.08.2019 14:32 • x 3 #14


Irgendeine
Zitat von Dakota:
Ich denke auch, es hängt von der Schwere der Erkrankung an. Jemand, der initial aufgrund eines klaren Auslösers erstmalig eine Depression erlebt ist sicherlich in einer anderen Positionals jemand, der chronisch daran erkrankt ist. Ihr sagt, es werden zu schnell Medis verschrieben. Ok. In meinem Fall war es so, dass ich mehrmals darum kämpfen musste. Einmal waren es anthroposophisch geprägte Ärzte, die mir lieber unwirksamen Hokus-Pokus geben wollten als ein wirksames Medikament und einmal war es in der Tagesklinik, wo man mir ungern etwas anderes geben wollte. Sowas kommt auch vor.
Ich finde auch, man sollte stets an alle Säulen der Behandlung denken, Medis & Psychotherapie und auch Fakten benennen, wie wirksam andere Methoden sind (siehe Studien zu antidepressiver Wirkung von regelmäßigem Ausdauersport etc.).

Genauso ging es mir auch. Um das erste Antidepressiva musste ich kämpfen. "Sie sind noch so jung, sie müssen das ohne hinkriegen!"
Das ist ein Schlag ins Gesicht, für jemanden, der mit 10 Jahren die ersten Suizidpläne hatte. Obwohl ich dann u.a. wegen einem zu schnell hochdosierten Antidepressiva suizidal eingeliefert wurde und es mir wirklich dreckig ging, wollte man mir (außer Neuroleptika) kein anderes Antidepressiva geben. Ich musste regelrecht betteln. Genauso beim Medikinet. Es wurde ADHS festgestellt (lt. Klinikarzt definitiv schon seit dem Kindesalter). Meine damalige Psychiaterin hat mir das Medikinet nur homöopathischen Dosen verschrieben, obwohl ich es tatsächlich brauche, um klarzukommen.
Mir wurde immer nur gesagt, ich sei zu jung für Medis. Komischerweise galt das nur für Antidepressiva's, Tavor und Neuroleptika bekam ich ohne Probleme.

11.08.2019 16:50 • x 4 #15





Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag