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Verlust durch Depressionen zieht sich durch mein Leben

Nachtaktiv

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Hallo zusammen :wink:
Ich versuche es,kurz zu halten,aber muß es mir jetzt von der Seele schreiben.
Angefangen hat es vor zwei Jahren,als die Liebe meines Lebens mich aufgrund von Depressionen verlassen hat.Bis dahin gab es weder Streit noch sonstwas,sondern pure Harmonie und Zukunftspläne.Allein DAS bewältige ich bis heut nicht,und es kam noch was dazu.
Seinerzeit hab ich mir Hilfe gesucht,und mir wurde geholfen von jemandem,der jahrelange Erfahrung mit dem Thema hatte.Es entwickelte sich eine Freundschaft und es tat einfach gut. :roll:
Es kam dann raus,daß eben diese Person hinter meinem Rücken meine Expartnerin kontaktiert hat,inkl Komplimenten übers Aussehen etc. Ich war so schwer enttäuscht,daß ich jeglichen Kontakt abgebrochen habe,und was soll ich sagen?
Vor einigen Tagen stellte sich heraus,daß die beiden eine Beziehung eingegangen sind,und meine Ex mit Sack und Pack dahin zieht. :?
Ich habe viel gelitten,und leide immer noch,erhoffe mir auf diesem Weg allerdings reine Informationen über das Verhalten. Wieso werde ich so absolut weggestossen. trotz Hilfe,trotz allem?Wir wollten heiraten und ich werde behandelt wie jemand,der die schlimmsten Dinge getan hätte.
Und wie ist es möglich,daß meine Ex trotz des Wissens,wie sehr mich diese Person verletzt hat,ausgerechnet mit ihr eine Beziehung eingeht?Was ist das für eine Denkweise?Nein,vor Ausbruch der Krankheit kannten sie sich nicht,und es wurde auch niemals ein Arzt hinzugezogen,die Symptome sind allerdings eindeutig,und ich habe mich bei vielen Stellen informiert.Ich begreife nicht,wie ich auf das Gleis der Gleichgültigkeit verschoben werden konnte,nachdem, wie unsere Beziehung gelaufen ist.Sie war der warmherzigste und liebevollste Mensch,den man sich denken kann.
Können depressive Menschen wirklich alles ausblenden?Gibt es keine klaren Momente,in denen man sieht,was da passiert?Sie antwortet mir. immer-sagt,sie hat dann Tränen in den Augen,weil sie weiß,sie hat mir weh getan. aber selbst zeigt sie null Initiative.Ich weiß,ich muß es ruhen lassen,aber nach Monaten ohne Kontakt bekomme ich wieder Dinge mit und ich bin gedanklich mittendrin :( Das einzige,was ich möchte,ist,zu verstehen,wie das alles kommen kann.Diese Person kannte natürlich alle Hintergründe.Kann man mit dem Wissen labile Menschen beeinflussen?Ich finde keine Lösung. Vielen Dank und liebe Grüße.

20.12.2018 03:31 • x 1 #1


ulysses

ulysses

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Zitat von Nachtaktiv:
[..] erhoffe mir auf diesem Weg allerdings reine Informationen über das Verhalten.


... kannst du nur bei deiner EX erhalten.

(Menschen machen so was, mit Depressionen hat das allenfalls indirekt zu tun)

20.12.2018 12:11 • #2


Acon

Acon

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Hallo Nachtaktiv,

Antwort auf Deine Fragen kann Dir wirklich nur Deine Ex geben. Mit Depressionen hat ihr Verhalten, so wie Du es schilderst nichts zu tun, eher mit Feigheit und Kneifen seitens Deiner Ex, eine Situation zu beenden und Klarheit zu schaffen.
Du bist leider unaufrichtigen Menschen begegnet und das tut mir leid. Warum klammert Du Dich so verzweifelt an Deine Ex? Sie hat Dich meines Erachtens ausgenutzt und dann im Regen stehen lassen. Bei solchen Menschen hilft nur die Option Stecker ziehen und gut. Alles andere hilft Dir nicht weiter. Finde Menschen, offen und ehrlich zu Dir sind und Dich so lieben wie Du bist.

Liebe Grüße
Andrea

20.12.2018 13:19 • #3


Nachtaktiv


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Erstmal danke für eure Antworten :)
Ich hätte die Vorgeschichte vielleicht etwas ausführlicher beschreiben sollen,aber im Grunde gibt es nichts,außer zu sagen..es war völlig harmonisch.Bis eben zu dem Zeitpunkt,an dem sie immer stiller wurde..kaum mehr gegessen hat und nachts keine Ruhe gefunden hat.Das Argument war..ich bin in ein Loch gefallen.Das gabs früher schon,aber nie so schlimm.
Was in den folgenden Wochen kam,war völlige Emotions-und Teilnahmslosigkeit.Sie konnte es nicht erklären,und ich stand wie dumm da und konnte es nicht einordnen.Das Thema Depressionen durfte gar nich angesprochen werden(in der Familie gibts ähnliche Fälle)
Weswegen ich so daran hänge?Weil es FÜR MICH nicht geklärt ist und es sich anfühlt,als hätt ich n Schlag ins Genick bekommen.Ich begreife es nich.. :?
Natürlich unternehme ich nichts.Es wird sich weder oft gemeldet,noch sonstwas,aber man denkt ja irgendwie doch..wenns besser wird,wird sie sich melden.Passiert is das nie...Alle paar Monate will ich wissen,wies ihr geht,das wars.
Was ich nur sagen will:Sie ist ein guter Mensch.Schon immer gewesen.Hätte es irgendwelche anderen Gründe gegeben,sie hätte es gesagt.
Auf die Frage,wieso sie ausgerechnet mich so wegblockt,kam die Antwort..ich weiß nicht,wieso..aber ich kann dir nicht entgegenkommen,ich schaffs nicht.Ich weiß,du hilfst mir,und ich weiß,du kennst mich..aber ich schaff es einfach nicht.
Mag es daran liegen,daß ich eben die ganze Geschichte mitbekommen habe?Ich habe noch nie mit diesem Thema zu tun gehabt,und ich muß sagen,das zieht sich jetzt wie ein roter Faden durch mein Leben.Man kommt an,und fällt ins bodenlose,weil plötzlich diese unerklärliche Kälte da ist..Wie geht man damit um?Ja..man lebt sein Leben,und genau das mach ich..aber dennoch gibt es diese kleine Ecke im Hinterkopf,die für diese Frau reserviert ist,ich kanns nicht ändern :wand:
Von ihr bekomme ich jedenfalls keine Antworten.Und glaubt mir...ich versuche mein bestes,das alles zu streichen...wenns ginge.
Vielleicht brauch ich grad nur etwas Aufmunterung.
Ich danke euch und wünsche noch n schönen Abend...Liebe Grüße

20.12.2018 16:57 • #4


Frederick1

Frederick1

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lieber Nachtaktiv,

erstmal ein sehr herzliches Willkommen dir hier im Forum. Oh und es tut mir jetzt echt von Herzen leid, das deine liebe Freundin dich verlassen hat. Liebe ist die Fähigkeit einen Menschen anzunehmen, und zu lieben. Ja sogar eine Kunst.

Das kann wie eine Pflanze wachsen, aber wenn du die Liebe nicht pflegst, kann sie auch austrocknen und verdorren.

Die Liebe kann zunehmen, aber auch abnehmen. Wenn ich merke, bei aller meiner Unvollkommenheit, ich bin ein Mensch, der einen anderen Menschen annehmen und lieben kann, das stärkt mein Selbstvertrauen. Das gibt eine innere Stärke.

Durch diese innere Stärke bist du aber wiederum in der Lage, deiner Partnerin/Partner in Liebe zu begegnen.

Aber gerade in der Depression hast du Probleme damit, dich selbst als Mensch anzunehmen und zu lieben.Schnell kann ich in meiner Depression bitter werden, meine Liebenswürdigkeit wirkt aufgesetzt wie eine Maske.

Weil ich mich schäme, nicht zu mir, meinem Leben, meiner Vergangenheit, meiner Depression stehen kann.

Ich mache mir und anderen Menschen etwas vor. Und bevor ich ehrlich werde, beende ich die Beziehung.

Denn nur wer sich selbst annehmen kann, lieben kann, kann auch andere Menschen annehmen und lieben. Wenn ich mich selbst nicht annehmen kann, kann ich auch andere Menschen nicht annehmen.

Viel Ärger, Hass, Neid, Streit,, kommt daher, das ich mit mir selbst unzufrieden bin, ich mich nicht annehmen und lieben kann.

Deine Freundin hat dir etwas vor gespielt. Denn eine Beziehung ohne auch mal zu streiten, anderer Meinung zu sein, gibt es nicht.

Ich weiß es ja von mir selbst, das ich mir in meiner Depression schon oft auch etwas vorgemacht habe. Und wäre ich nicht verheiratet gewesen, hätte ich in gewissen Zeiten meine liebe Frau auch schon verlassen.

Es ist so wichtig für mich als Mensch in der Depression, das ich mich immer wieder meiner Wahrheit stelle, nichts vertusche, besser machen möchte. Ja die Wahrheit ist oft brutalst schwer zu ertragen, aber auf Dauer gesehen, hilft sie mir.

Vielleicht kommst du mit deiner Partnerin noch einmal in ein ehrliches Gespräch, das würde ich dir jetzt echt wünschen.


in guten Gedanken für dich,


viele liebe Grüße,

Fredereick

20.12.2018 18:00 • x 1 #5


Nachtaktiv


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Hey Fredereick..
Vielen lieben Dank. Das würde im Grunde nichts anderes bedeuten, als daß die Depression schon länger eine Rolle gespielt hat, als ichs vermuten würde. Da war die Maske aber sehr sehr gut... leider.
Kann es sein, daß die Flucht-in dem Fall Umzug zu mir in eine fremde Stadt, jetzt Umzug in eine andere fremde Stadt und vorher mindestens schon dreimal- ein typisches Bild ist? Läuft man vor allem weg, was einem zu nah kommt? Ich wußte es doch eh.. und wollte ihr helfen. Ich wußte es...
Wie kann sie sich denn auf neue Beziehungen einlassen, wenn die Gefahr wieder besteht? Bzw ist es klar, denn wie gesagt, diese Person lernte zuerst ich kennen und wir haben uns intensivst über dieses Thema unterhalten..
Da gibt es doch jetzt auch keine Maske mehr..
Ich danke dir sehr für deine lieben ehrlichen Worte Aber an ein Gespräch ist nicht zu denken, ich glaube, es ist auch besser so...
Dir noch alles alles Gute...!

20.12.2018 18:13 • x 1 #6


Frederick1

Frederick1

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hallo Nachtaktiv,

ich meine die Flucht vor sich selbst, ist eine von mehreren Auswirkungen in der Depression. Aus Angst, mich meinem Leben einmal brutalst ehrlich zu stellen, flüchte ich vor mir selbst, an andere Orte, in neue Beziehungen.

Zur Aussöhnung mit anderen Menschen, meiner Depression, meiner Vergangenheit , habe ich oft nicht den Mut.

Flucht in Tabletten, Alk. sogar auch Dro. . usw...

Es gibt auf unserer Erde Leid und Schmerzen, als Mensch wirst du damit bedroht, mehr oder weniger.

Doch ich darf es aussprechen, darüber klagen, meine Wut, meine Trauer raus lassen. Zu schnell verhärte ich auch darüber und werde depressiv. Das muss ich akzeptieren, Leid...auch Tod gehören zu einem Leben.

Ich muss nicht zu allem ja sagen und schlucken, und so versuchst du alles zu schlucken, und auch noch ein fröhliches Gesicht dazu machen, wie in unseren Medien..................

Nein, ich darf trauern, es raus lassen, auch mal in Liebe streiten, muss nicht alles verbergen, auf cool machen,.............

Vieles stimmt nicht überein, wie es mir echt geht. Ich bin dann auch nicht mehr ich selbst, brauche viel Kraft für meine Rolle, die ich meine immer spielen zu müssen.

Ja, es ist schön wenn wir Menschen haben, die uns in unserem Schmerz unserer Trauer begleiten.

Kinder machen es noch richtig, wenn sie sich weh getan haben. Das Kind geht zu Mutter oder Vater, weint, schmiegt sich an, das Kind zeigt die Stelle wo es weh tut, der Vater oder Mutter streicheln ganz vorsichtig die Stelle, wo es so weh tut.

Das Kind wird getröstet, allein die Beziehung zu den Eltern macht den Schmerz erträglicher.


viele liebe Grüße,

Frederick

20.12.2018 18:50 • x 1 #7


Acon

Acon

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Lieber Nachtaktiv,

Wie Du schon richtig erkannt hast, ist für Deine gewesene Partnerin, das Weglaufen die Option sich anstehender Herausforderungen mit sich selbst und ihren Mitmenschen zu stellen. Doch das Miteinander bringt eben auch Konflikte mit sich und diese müssen auch angesprochen und gemeinsam gelöst werden. Weglaufen ist ein Verschieben auf später, ein vor sich herschieben, solange bis es nicht mehr geht und dann wird wieder weggelaufen. Solange sie nicht anfängt sich selbst anzunehmen und bereit ist sich zu erkennen zu wollen, kannst Du ihr auch nicht helfen. Sie muss erst den Schalter im Gehirn betätigen, um überhaupt Hilfe zuzulassen. Bitte fühle Dich nicht schuldig, weil Du ihr nicht helfen konntest. Sie ist noch nicht soweit sich helfen zu lassen, sie weiss es noch nicht , das Weglaufen nicht hilft.

Bitte schau nach vorne und mach Deinen Frieden mit der Vergangenheit.
Ich wünsche Dir viel Kraft und Glück für die Zukunft.

Liebe Grüße
Andrea

20.12.2018 19:12 • x 2 #8




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