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Vergesslichkeit bei Angst / Depressionen

DerWolfi

DerWolfi

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Hallo, liebes Forum ,

Seit ihr auch immer so Vergesslich, wenn ihr Angst/Depressionen habt?, Es kommt mir wie vor als wenn ich Demenz habe.

Gruß Wolfi

21.10.2020 16:47 • x 3 #1


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Frederick1

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lieber Wolfi,

oh das geht mir oft auch so, vor allem morgends...Da muss/darf ich mir immer wieder bewusst machen, das ich in meiner

Depri oft müde und überempfindlich reagiere, nicht immer mit allen meinen Sinnen voll dabei bin. Gut, wenn ich dann

auch mal über mich selbst lächeln kann............Denn oft sind wir als Depressionen schneller ermüdet, schneller ausgelaugt,

schneller mit unseren Kräften am Ende.

Und das in einer Leistungsgesellschaft, wo es nur um unsere Stärke, Kraft und Leistung geht..........

Da können wir nur versuchen uns in Liebe annehmen, gut mit uns umgehen, es akzeptieren. Wir dürfen uns aber nicht als

Verlierer sehen, denn wenn wir uns als Verlierer sehen, dann haben wir schon verloren. Wichtig finde ich, das wir uns

nicht selbst auch noch verachten............Darum, auch in der Krise der Depression bist du ein wertvoller Mensch, darfst

ein wertvoller Mensch sein.............


liebe, leise Grüße an dich,

Frederick

21.10.2020 17:37 • x 1 #2


Maiblume

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Hallo DerWolfi,
oh ja, diese Vergesslichkeit kenne ich nur zu genüge.
Manchmal macht mir sie echt Angst...habe dann Angst an Demenz zu erkranken.

Weist du, meine liebe Schwiegermama ist letztes Jahr verstorben. Sie hatte eine sehr schwere Demenz entwickelt.
Zu dieser Demenz kam noch eine andere Krankheit. Auf jeden Fall habe ich sie fast zwei Jahre unterstützt wo ich nur konnte.
Waschen - pflegen - kochen und und und....

Naja, auf jeden Fall hat mich ihre Demenz so traurig und hilflos gemacht, das ich selbst nun immer wieder
bei dieser Vergesslichkeit richtig Angst bekomme. Manchmal so stark das ich vor Angst heftig anfange zu schwitzen.

Denn ab und an passieren auch Sachen wie, ich habe wohl etwas gemacht, wovon ich gar nichts mehr weiß
Z.b. habe ich schon den Kaffee in die Kaffeebox gefüllt, wundere mich hinterher das Kaffee in der Box ist, denn beim letzten
Kaffee kochen war die Box fast leer und ich wollte sie später auffüllen. Da ich das dann nicht mehr weiß das ich sie längst
aufgefüllt habe, frage ich meinen Mann ; hast du den Kaffee nachgefüllt ? Neee sagt er, das hast du selbst gemacht.

Solchen Sachen geben mir dann echt zu denken. Und während sich dann meine Angst steigert passieren mir am
gleichen Tag noch öfters solche Dinge.

Lg. Maiblume

21.10.2020 18:29 • x 1 #3


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michi2879

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Kommt mir bekannt vor, gerade Termine sind so eine Sache.

Wenn jemand sagt 10 vor 11, merke ich mir das falsch und sitze um 20 nach 10 beim Arzt usw. oder ich verwechsele Zeilen auf der Krankmeldung, zb. Den Tag der Feststellung mit dem Tag bis wohin die Krankmeldung geht, wäre jetzt fast schief gegangen hätte ich da nicht noch mal drauf gekuckt dann hätte ich es vergeigt mit der Folgebescheinigung !.

Oder ich vergesse wo mein Portmonee liegt usw.

Ich denke das in unserem Kopf bei Depressionen irgendwas falsch verdrahtet wird. Sowas ist mir früher nie passiert ich war ein Zahlen und Excelmeister. Heute mag ich da nicht dran denken, früher hab ich mir die komischsten Formeln merken können heute muss ich mir jede Überweisung drei mal ansehen und das als Fachkraft für Finanzbuchhaltung. Das geht mal gar nicht.

Ich weiß leider auch nicht was man da machen kann.

Gruß Michi

21.10.2020 18:35 • x 1 #4


DerWolfi

DerWolfi

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Eigendlich ist garnichts aber das Unterbewusstsein gauckelt einen das vor, und das ist sowas von unangenehm.

Gruss
Wolfi

21.10.2020 19:05 • x 1 #5


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Lost111

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@DerWolfi

Ich kenne das auch von mir. Manchmal muss ich ein 2. Mal nachfragen, weil ich es beim 1. Mal nicht irgendwie nicht geschnallt habe. Gerade auf der Arbeit ist mir das sehr unangenehm und ich ernte "schräge Blicke".
Wenn es mir schlecht geht, kann ich mich auch sehr schwer konzentrieren. Alles ist dann nur anstrengend.
Und mit Zahlen habe ich es so gar nicht - da kann ich auch schnell was vergessen und/oder durcheinander bringen.

LG Lost111

21.10.2020 21:46 • x 2 #6


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111Sternchen222

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Ohh ja, das kenne ich zur Genüge...ich versuche mich damit zu arrangieren. Zu meinen Kollegen und Chefs hab ich einen guten Draht und wenn ich mal wieder was vergessen hab sagt ich einfach :" ihr wisst ja, die Tabletten...!"
Ich schiebe es immer auf die Medikamente das ist für die Außenwelt leichter zu verstehen.
Manchmal wundere ich mich über mich selbst...vor einiger Zeit hab ich die Autoschlüssel im Kühlschrank gefunden...

22.10.2020 07:45 • x 4 #7


DerWolfi

DerWolfi

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Heute habe ich wieder Ein schnelleres Herz und Blutdruck Probleme, und das verursacht alles die Angst und die ist durchgehend da

22.10.2020 17:31 • x 2 #8


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Lost111

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Bist du deswegen mal beim Arzt gewesen? Mit Bluthochdruck ist nicht zu spaßen (leide selber daran).
Auch Angst kann die "normale Grenze" überschreiten. Bist du in Behandlung?

LG Lost111

22.10.2020 20:24 • x 2 #9


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Eis

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Die Vergesslichkeit in Kombination mit Konzentrationsschwierigkeiten ist für mich auch ganz schlimm. Ich kann auch nicht mehr logisch und strukturiert denken. Typisch ein Gespräch bei der Bank: "Können Sie mir das jetzt nochmal erklären? Ich kann mir leider aufgrund meiner Erkrankung nichts mehr merken". Manchmal ziehe ich es ins Lächerliche und lache selber über mich, wenn mir bei meiner Lieblingsserie nicht mehr einfällt wie die Hauptpersonen heißen, manchmal tut es aber auch furchtbar weh und macht mir Angst. Ein bisschen beruhigt mich, dass ich schon mal erlebt habe, dass es besser wird in Phasen, wo die Depression nicht mehr so allüberragend (ganz weg war sie leider noch nicht) ist.

LG Eis

22.10.2020 21:43 • x 4 #10


DerWolfi

DerWolfi

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Na ich weiss das es eigentlich immer wieder weg geht, bei mir sind das Schübe, und ich weiss nicht wo das her kommt. Gefühle hmm, ja der ganze Körper fühlt sich komisch an.

Gedächtnis wie ein Sieb, Mal kommt es geschossen wie aus einer Pistole, Mal geht garnichts, das gleiche mit dem Erinnerungen.

Das einzige was mich wirklich plagt ist das ich am Derealen leide. Lauf durch die Gegend wie ein Autopilot.

Gruß Wolfi

23.10.2020 11:42 • x 1 #11


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Heideblümchen

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Ich schließe mich an. Zusätzlich zu den vielen, vielen Gedanken, die mir unsortiert durch den Kopf schießen und mich ermüden, habe ich in Akutzeiten auch immer noch eine Musik-Spur im Kopf, höre also permanent ein Lied, das ich z.B. morgens irgendwo aufgeschnappt habe. Diese vielen Gedanken und dann auch noch die musikalische Ablenkung führen dann dazu, dass es in meinem Kopf eine Art Reizüberflutung gibt.
Ganz heftig wird es dann noch, wenn mein Freund z.B. etwas mit mir plant, und kurze später den Plan noch mal verändert/erweitert/dem noch etwas zufügt. Ich vermische dann alle geplanten Dinge und wenn ich dann versuche, mich an den aktuellen, letzten Stand zu erinnern und das klappt dann vielleicht nicht, wirbelt alles heillos durcheinander und ich muss nachfragen, wie genau er das jetzt letzlich geplant hat. Zeiten, Fakten.....alles wirbelt durcheinander und machen mich noch unsicherer als sowieso dann schon.
Es gibt auch bei mir Momente, wo ich denke, das fühlt sich wohl wie Demenz an. Ich habe auch schon Situationen erlebt, dass ich auf Dinge hingewiesen wurde, die mal in der Familie besprochen wurden und vielleicht sogar einprägsam hätten sein sollen, an die ich mich aber beim besten Willen nicht mehr erinnere und DAS Gefühl ist ganz schrecklich, wenn man in seinem Kopf die Erinnerung daran sucht und partout nicht findet. Man denkt dann "das ist doch v.e.r.r.ü.c.k.t", aber genau diesen Ausspruch möchte ich nach Möglichkeit vermeiden, denn ich möchte mich aufgrund meiner Depression ja nicht in eine Ecke drängen und als d.u.r.c.h.g.e.k.n.a.l.l.t abstempeln lassen, dabei macht das gar keiner in meinem Umfeld....
Darüber lachen kann ich nur, wenn jemand versucht, meine Erinnerung aufzufrischen und ich dann auf meine "Greencard" (meinen Schwerbedindertenausweis) hinweise, der mir amtlich bescheinigt, dass ich einen S.c.h.u.s.s. habe

23.10.2020 12:18 • x 4 #12


DerWolfi

DerWolfi

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Ich habe das Gefühl das mein Venlafaxin 75 nicht mehr hilft, höher geht bloß nicht dann bekomme ich ne raste, und das qutiapin habe ich als Addon bekommen.

23.10.2020 13:49 • x 2 #13


DerWolfi

DerWolfi

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Am liebsten würde ich alle Medikamente ausschleichen und ohne probieren.

23.10.2020 18:09 • x 1 #14


bake37

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Ich kann mich eueren Beschreibungen nur anschließen. Normalerweise bin ich hellwach, auf Zack und bei Verstand. Mit dem Einsetzen einer depressiven Epiode kommt die Vergesslichkeit schlagartig dazu, von einem Tag auf den anderen. Oft kommt sie schon davor und man merkt, dass sich da was zusammenbraut. Bei jedem kleinen Vorfall, Schlüssel vergessen, Licht ausmachen vergessen, Friseurtermin vergessen usw. fluche ich so, dass das Haus wackelt. Da könnte ich vor Wut verrückt werden Ich weiß, dass das keine Demenz ist und vergehen wird mit dem Ende der Episode. Trotzdem ist eine solcher Zustand schwer erträglich, weil ja noch viele andere Einbußen dazu kommen. Da bleibt nur, die Sache auszusitzen

26.10.2020 11:22 • x 4 #15


DerWolfi

DerWolfi

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Bei mir ist noch viel mehr, auch Dereal und Angst Gefühle, ab und zu muss ich erst Mal denken ob das richtig oder falsch ist, genauso ob ich an den richtigen Ort bin oder nicht, da Frage ich mich wirklich wo ich bin, obwohl ich das weiß. Was so eine Angst Depressionen nicht alles so mit einen machen kann, ob wohl es nur die eigne Gedankenkraft ist

26.10.2020 14:43 • x 1 #16


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Frederick1

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lieber Wolfi,

ich kann dich da ja so gut verstehen, an manchen Tagen glaube ich auch schon, ich sei dement. .......................................

Was mir hilft ist, meine Depression mehr und mehr, durch vermehrte körperliche Anstrengung auszugleichen.

Das heißt für mich, raus gehen bei jedem Wetter, egal wie ich mich fühle. Denn je mehr ich mich körperlich auslaste,

um so besser geht es mir innerlich. Ja, es kostet mich natürlich auch Überwindung, meinen Depressionen weg zu

laufen, aber ich weiß, es hilft mir wirklich..................

Darum möchte ich dich ermutigen, laufe deiner Depression davon, jeden Tag ein bischen mehr.


liebe Grüße an dich,

Frederick

26.10.2020 16:58 • #17


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Eis

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Ich fahre öfters mit dem Auto und frage mich manchmal mitten während der Fahrt, wohin ich eigentlich gerade unterwegs bin. Das erschreckt mich dann schon immer wieder, weil ich da wirklich intensiv nachdenken muss, bis ich weiß, warum ich daheim losgefahren bin und wo ich hin wollte.

LG Eis

26.10.2020 23:04 • x 1 #18


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Lost111

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Ich weiß jetzt nicht genau, ob das gerade hierher passt.
Aber ich habe - wenn ich Auto fahre - manchmal die Frage in meinem Kopf, ob das wirklich meine Hände sind, die da lenken. Das verunsichert mich jedes mal sehr und ich sehne nur das Ende der Fahrt herbei. In letzter Zeit hatte ich das nicht mehr so krass, aber es ist schon irgendwie ein sehr seltsames und beängstigendes Gefühl. Ich bin immer gerne Auto gefahren (und tue das auch heute eigentlich noch). Aber ich bin auch insgesamt viel ängstlicher geworden was das Autofahren betrifft.
Meine Therapeutin meinte mal, das hat was damit zu tun, dass man zu viel zu verarbeiten hat und es sich deshalb so nieder schlägt. Ok, ich mache aktuell keine Therapie mehr. Deshalb weiß ich nicht, wen ich da fragen kann.
Vllt. bilde ich mir das alles einfach nur ein, keine Ahnung. Aber mein Gefühl sagt mir was ganz anderes.

Dunkle Grüsse,

Lost111

26.10.2020 23:28 • x 2 #19


DerWolfi

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Danke ihr lieben ihr macht mir Mut, ich hatte das schon Mal mit dem Derealen leben und auch ich weiß das es durch die Gedankenkraft kommt, ich habe eine Generalsierte Angststörung die wird das verursachen, die Depressionen kommen meist in Nachhinein.

Ich Stelle mich auch der Angst, Weil ch bin der Chef weder noch die Angst noch mein Unterbewusstsein.

Ich bin jetzt auf 37,5 MG Venlafaxin und 50 Qutiapin, es bringt Nebenwirkungen mit wie Tinitus, Magen Darm und Erbrechen aber auch da muss ich durch.

Ich werde jetzt schön an die Warnow gehen und meine Schwanenfreunde besuchen.

Gruss Wolfi

27.10.2020 11:09 • x 1 #20


DerWolfi

DerWolfi

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Hallo liebes Forum,

Mal ein kleine Update, ich soll jetzt auf Pregabalin ich will hoffen das es gegen meine Gas wirkt.

Gruss Wolfi

04.11.2020 16:36 • x 1 #21


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Lost111

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Ich nehme seit längerem Pregabalin 150 morgens und es hilft mir. Ich leide u.a. auch an GAS.
Ich drücke dir die Daumen, dass es dir auch hilft.

LG Lost111

04.11.2020 21:15 • #22


DerWolfi

DerWolfi

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Zitat von Lost111:
Ich nehme seit längerem Pregabalin 150 morgens und es hilft mir. Ich leide u.a. auch an GAS.
Ich drücke dir die Daumen, dass es dir auch hilft.

LG Lost111


Nimmst du nur das, oder noch was anderes ?, Mein Problem ist Venlafaxin und Quetiapin hilft nicht mehr

Gruß Wolfi

04.11.2020 21:19 • #23


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Lost111

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Ich nehme noch Citalopram morgens dazu. Venlafaxin hatte ich jahrelang, bis es irgendwann nicht mehr wirklich wirksam war.
Welche Dosierung sollst du denn nehmen? Und - was sagt dein Arzt dazu?

04.11.2020 21:22 • #24


DerWolfi

DerWolfi

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Eigendlich wollte ich komplett von den Medikamenten weg, Venlafaxin 75 Quetiapin 75. Der Arzt wolte 112.5 Venlafaxin anzetteln aber das machte mein Körper nicht mit.

04.11.2020 21:28 • #25


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Lost111

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Vllt. solltest du dem Pregabalin eine Chance geben; wenn dir das dein Arzt auch rät... Absetzen kannst du es immer noch.
Letztendlich musst du natürlich selbst entscheiden, ob du das machen willst oder nicht.

04.11.2020 21:37 • #26


DerWolfi

DerWolfi

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Ich würde ja gerne nur denn das eine nehmen anstatt 2, weniger ist meist mehr

04.11.2020 21:49 • #27


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Lost111

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Dann besprich das mit deinem Arzt.

04.11.2020 21:52 • #28

Pfeil rechts




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