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Ursachen für Depressionen

Gucky65

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Ich frag mal obwohl es wahrscheinlich keine wirkliche Antwort drauf gibt. Bei mir werden seit rund 3 Jahren Depressionen diagnostiziert . Es schwankt mal von leichten bist mittelschweren also laut verschiedenen Ärzte. Tendenziell ist meine Psychotherapeutin eher auf der mittelschweren Schiene. Ist aber egal. Was mich interessiert und wo ich keine vernünftige Antwort bekomme ist die Frage was ist die Ursache? Und zwar im Sinne ist die Depression Ausdruck der Chorea Huntington oder unabhängig davon? Das ist für mich insofern wichtig da ich CH habe aber noch keine körperlichen Symptome. Wenn es die CH ist die ihre Schatten voraus schickt weiß ich das der Count Down gestartet ist. Das würde es mir leichter machen mit der Situation umzugehen. Ich habe meine Schwerbehinderung (50 Gdb) auf Depression, Polyneuropathie und CH. Ich bin 54 Jahre und überlege gerade wie ich eigentlich weiter machen will. Arbeitslos, krank, Rente oder kürzer arbeiten und schauen wie mir das bekommt usw. Es gibt viele Aspekte die es zu berücksichtigen gilt. Fixpunkt ist aber immer das ich einen vollen Arbeitstag nicht mehr wirklich schaffe und auch nicht mehr will. Eigentlich will ich gar nichts mehr, am liebsten irgendwo sitzen und meine Ruhe haben. Naja ihr kennt das wahrscheinlich auch alle sehr gut.
Aber zurück , habt ihr irgendeine Idee wie man erstmal für sich selber zu einer Aussage kommen kann?

20.07.2019 13:55 • x 1 #1


Ex-Mitglied

Hallo Gucky

Ob deine Depressionen leicht oder mittelschwer sind, sollst eigentlich DU entscheiden, und nicht ein Arzt. Dazu am Besten einen guten Test im Netz suchen, falls der Arzt sich diese Mühe nicht gemacht hat .

20.07.2019 15:08 • x 1 #2


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Hoffnung21

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Hallo Gucky

Woher die Depression kommt ist glaube ich die meistgestellte Frage aller Depressiven und auch die des Umfelds an die Depressiven. Ich hab dann oft sagen müssen, ich weiß doch selbst nicht so genau, woher das kommt, wie soll ich dann die Frage beantworten. Bei mir war das ein Mischmasch vieler kleiner einzelner Baustellen sowohl beruflich wie privat und eine jahrelange Überforderung.

Inwiefern das jetzt mit deinem CH zusammenhängt kann dir vielleicht ein guter Arzt sagen, aber ich hoffe für dich, dass es bloß eine "normale" Depression ist. Auch ich konnte gar nicht nehr arbeiten und war sehr lange krank geschrieben.

Alles Gute
Eis

20.07.2019 23:12 • x 3 #3


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ZeroOne

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Hi @Gucky65 !

Mit CH kenne ich mich nicht aus. Ich weiß nur, dass bei der Erkrankung neben den neurologischen Symptomen auch Verhalten und Psyche betroffen sind. Da wirst du bei einem darauf spezialisierten Facharzt bestimmt in guten Händen sein!

Zu den Ursachen von Depressionen allgemein: das ist ein Faß ohne Boden.
Mich hat das sehr lange beschäftigt und die Such nach dem Warum hat mich nicht selten fast den Verstand gekostet.
Zwischenzeitlich versuche ich mich nicht mehr damit kaputt zu machen, indem ich ständig darüber nachdenke, ob in meinem Fall nun zuerst Henne oder Ei da war.
Zwar sehe ich gewisse Zusammenhänge (alleine schon durch die viele Leserei), versuche es aber als Es ist wie es ist! anzunehmen.

LG
ZeroOne

21.07.2019 07:54 • x 4 #4


Ex-Mitglied

Hi Gucky, ich nochmal

Musste jetzt dieses CH erstmal durchlesen. Dort steht, dass Depressionen durchaus auftreten.
Ich nehme an, du bist wegen der Grunderkrankung in Behandlung, und solltest mit dem behandelnden Arzt darüber reden.
Zudem Polyneuropathie, das sollte reichen, um den Rentenantrag durchzuboxen.

Drück dir die Daumen

Emilie

21.07.2019 08:20 • x 2 #5


Resi

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Hallo Gucky
Ist die CH denn zweifelsfrei diagnostiziert und wird therapiert?
Zitat von emilie0864:

Ob deine Depressionen leicht oder mittelschwer sind, sollst eigentlich DU entscheiden, und nicht ein Arzt. ]

Das sehe ich etwas anders.
Ich bin so in meine Depression "hineingewachsen", daß ich gar nicht mitbekommen habe, wie schlecht es mir ging, das sehe ich erst jetzt und ich denke schon, daß ein Arzt/Therapeut das ganz gut einschätzen, bzw. diagnostizieren kann.

Es ist vermutlich wie bei einem Herzinfarkt oder einer anderen schlimmen "rein" körperlichen Krankheit:
Man akzeptiert es
Zitat von ZeroOne:

versuche es aber als Es ist wie es ist! anzunehmen.
nämlich so, und man versucht, sich mehr Aufmerksamkeit und Wohlwollen, im besten Fall Selbstliebe zu schenken.
Zitat von Eis:
. Bei mir war das ein Mischmasch vieler kleiner einzelner Baustellen sowohl beruflich wie privat und eine jahrelange Überforderung.


Ja, genauso wie bei mir.
Ich wünsch dir alles Gute!

21.07.2019 09:32 • x 2 #6


Ex-Mitglied

Zitat von Resi:
Das sehe ich etwas anders.
Ich bin so in meine Depression "hineingewachsen", daß ich gar nicht mitbekommen habe, wie schlecht es mir ging, das sehe ich erst jetzt und ich denke schon, daß ein Arzt/Therapeut das ganz gut einschätzen, b


Deshalb mein Rat, erstmal einen vernünftigen Test zu machen - ob online, oder bei einem vernünftigen Arzt.

Mir sieht Keiner auf den ersten Blick an, wie es in mir aussieht. Einfach weil ich extrem Kraft aufbringe, in einem Arztgespräch konzentriert und vernünftig reden zu wollen. Und den Fehler machen leider sehr Viele. Wer heult schon beim Arzt, erzählt, wie das Seelenleben aussieht ?

Durch achtsames Beobachten fallen uns schon die kleinen, feinen Unterschiede im Befinden auf.

sorry, aber mein Glaube an Ärzte / Therapeuten ist nach jahrelanger Erfahrung weg. Sich selber beobachten, und notieren. Dies dem Arzt vor die Nase legen, ob er sich die Zeit nimmt, zu lesen, ist eine andere Frage .

LG
Emilie

21.07.2019 09:40 • x 2 #7


Resi

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Zitat von emilie0864:

Mir sieht Keiner auf den ersten Blick an, wie es in mir aussieht. e

Das kann niemand, auch nicht der beste Arzt.
Mir hat das auch niemand angemerkt und als der erste Test in der Uni-Klinik gemacht wurde dachte ich, die spinnen doch- ich und depressiv !
Schade, daß du so schlechte Erfahrungen gemacht hast.

Bevor ich bemerkt habe, auf welchen Abgrund ich zuschlittere hat mich meine praktische Ärztin hier im Dorf Arbeitsunfähigkeit geschrieben und zwar richtig lange.
Ich habe durchaus Vertrauen zu Ärzten, zwar durchaus mit kritischem Blick, aber ich hatte gute Therapeuten, hab allerdings auch sehr viel mitgearbeitet (und bin immer noch nicht "fertig" ).

21.07.2019 09:54 • x 2 #8


Gucky65

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Danke für eure Rückmeldungen. Ja die CH ist via Gentest nachgewiesen. Therapie ist nicht möglich. Man kann nur Symptome dämpfen. Die Lebenserwartung nach den den ersten Symptomen liegt bei ungefähr 10-15 Jahren. Bei fortlaufenden Verlust der Kontrolle über den Körper bis man nur noch Gemüse ist. Ein Grund sich auch mit dem Thema Sterbehilfe auseinander zu setzen. Bis zum Ende gehen werden ich damit nicht. Meine Schwester entwickelt Symptome , ist aber auch 12 Jahre älter. Meine Nichte ist Mitte 40 und ebenfalls positiv. Sie wurde jetzt berentet.
Die Depression war für mich eine Überraschung. Eigentlich bin ich nur auf die Schiene gekommen da ich für den Gentest psychologische Unterstützung nachweisen musste. Die Therapeutin hat mittelschwere Depression und generalisierte Angststörung festgestellt. Ich habe mich lange Zeit dagegen gewehrt aber dann doch gemerkt das da was dran ist und ich mich nur an mein Verhalten und meine Gefühlswelt so gewöhnt habe das es mir nicht mehr aufgefallen ist. Sie hat mir auch einen Psychiater versorgt so das ich auch medikamentös unterstützt werde. Meinen Antrag auf Schwerbeschädigung und den Antrag für die Reha hat sie wesentlich unterstützt. In der Reha hat man dann leichte Depression festgestellt und die Angststörung weggestrichen da die Ängste auf realen Ursachen beruhen und keine Einbildung sind. Mein Psychiater sagt das ist Unsinn. Naja. Als ich meiner Hausärztin den Befund für CH gegeben hat meinte sie nur "Was soll ich jetzt damit?" Hm. Soviel zu guten Ärzten. Mein Neurologe hat erstmal gecheckt ob er was übersehen hat und dann gemeint das er jetzt auf körperliche Symptome wartet. Nachzuvollziehen aber eben nicht hilfreich. Ansonsten bin ich einmal im Jahr im Huntingtonzentrum in Ulm.
Ich bin überfordert. Meine Frau ist arbeitet in Paris und ist nur alle 2 oder 3 Wochen das WE zu Hause. Wir haben 3 Kinder, 18 (ok der zählt fast nicht mehr ) 6 und 4 Jahre die ich allein betreue. Dazu kommen massive Geldprobleme und diverse andere Sachen die es nicht einfacher machen. Im Grunde fühle ich mich wie in einer eiserenen Jungfrau gefangen. Jede Bewegung wird weh tun aber ich merke das ich nicht mehr lange stehen kann. Meine Umwelt weiss nicht wie es mir geht, auch meine Frau hat keine wirkliche Ahnung.
Arbeit ist ein problem. Ich merke das ich zwar Morgens noch halbwegs gut drauf bin es aber im Laufe des Tages schnell schwieriger wird. Da ich auch Bluthochdruck habe bin ich abends dann so gut wie tot, gereizt, aggressiv ohne wirklichen Grund und kann das nur schlecht unterdrücken. Kann mich nicht konzentrieren, keine Antrieb, vergesslich, leicht schusselig usw. Ich glaube ich muss da nichts erzählen das ist sicher allen gut bekannt. Ich glaube das Problem ist das ich mich nicht ernstgenommen fühle. Ich habe Angst es so zu erzählen wie es ist und bin nur am relativieren usw. Wenn ich jetzt wirklich den Antrag auf Rente stelle habe ich Bammel das ich es deshalb vermurkse.
Darum meine Ausgangsfrage. Wenn es wirklich die CH ist dann ist es quasi für mich eine Bestätigung das ich was habe, das ich "wirklich" krank bin. Im Moment komme ich mir selber wie ein Spinner vor. Zusammen reissen und gut ist. Ich weiss wie dumm das klingt und ist. Aber das resultiert halt aus meiner Erfahrung das man mich nicht wirklich ernst genommen hat in der Vergangenheit. Objektiv sicher falsch aber .

21.07.2019 10:37 • x 2 #9


Ex-Mitglied

Nein Gucky, objektiv handelst du "richtig". Ein körperliches Leiden wird ernster genommen, als dieses "psychische".

Ich frage jetzt nicht nach deinen Erfahrungen, weil sie meinen sicher ähnlich sind.

Das "Gesundheitssystem" ist leider nur auf Geld aus. Wo wir bleiben, ist denen sch.egal.

Mein Rat: Schau nach den kids, stelle sie an erste Stelle, gib dein Letztes für sie. Daraus schöpfst du Kraft für dich !

Alles Gute
Emilie

21.07.2019 11:42 • x 2 #10


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Hoffnung21

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Hallo Gucky

Aus leidvoller Erfahrung kann ich dir sagen, eine Depression IST eine ernsthafte Erkrankung. Da brauchst du nicht auf was anderes warten. Reich einen Rentenantrag ein. Damit du nichts vermasselst mach das entweder gemeinsam mit einem Anwalt für Sozialrecht oder z.B. dem VdK.

Und sei ehrlich zu deiner Frau. Sie kann dich nicht unterstützen wenn sie nur die halbe Wahrheit kennt.

LG Eis

21.07.2019 12:27 • x 5 #11


Gucky65

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Ich war jetzt 5 Wochen krank. Eine Woche wegen einer Prostata-OP und 4 Wochen hat mich der Psychiater noch mal rausgenommen. Ich bin jetzt wieder arbeiten und könnte eigentlich nur schreiend wegrennen. Ich kann mich nicht konzentrieren, nachdenken tut schon fast physisch weh. Dazu kommt das ich die Pregabalindosis erhöhen musste da sich meine Polyneurophatie sich auch wieder stärker bemerkbar macht und es trotzdem nicht reicht. Ansonsten nehmen die Ärgernisse bzw Probleme kein Ende. Ich finde einfach keine Lösung für den ganzen Kram. Dazu kommt das ich mir so blöd vorkomme wenn ich jetzt wieder zum Psychiater gehen sollte. Ich habe immer das Gefühl ein Bittsteller zu sein und ich eigentlich nur ein Simulant bin. Ich habe regelrecht Angst einen meiner Ärzte auf den Rentenantrag anzusprechen. Ich erwarte immer nur die Aussage das ich mich nicht so anstellen soll. Ich weiss einfach nicht was ich tun soll. Eigentlich merke ich nur das ich immer weniger klarkomme. Wahrscheinlich kennt das nahezu jeder so ähnlich und ich will nicht jammern . Sorry für das Geschreibsel

30.07.2019 22:48 • x 1 #12


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Hoffnung21

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Hallo Gucky

Scheu dich nicht davor, Ärzte darauf anzusprechen. Mehr als Nein sagen können sie nicht. Du hast doch nichts zu verlieren. Wenn du noch nicht so fit bist, dass du arbeiten kannst, dann lass dich erst mal weiter krankschreiben.

LG Eis

30.07.2019 23:47 • x 1 #13


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Ylvi13

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Hallo Gucky,
ich sehe das wie Eis. Lass dich weiter krankschreiben, das verschafft dir auch nochmal Zeit deine Gedanken zu sortieren und nachzudenken und in Ruhe nach einer Lösung zu suchen.
Viele Grüsse

31.07.2019 00:50 • x 2 #14


Gucky65

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Im Prinzip ist das alles richtig. Aber naja ihr kennt das ja wahrscheinlich was da alles so reinspielt. Ein Punkt ist halt das liebe Geld und wichtiger ich sehe eben nicht das sich was dadurch ändert. Diese 4 Wochen jetzt haben halt in dem Sinne auch nichts gebracht. Das nicht arbeiten war natürlich gut hat mich aber weder der Lösung meiner Probleme näher gebracht noch was an der gesundheitlichen Situation geändert. Klar das kann man auch nicht ernstlich erwarten. Das fortgesetzte krank schreiben ohne längerfristige Lösung ist eben auch belastend. Immer wieder das Gefühl zum Arzt gehen zu müssen und sich rechtfertigen müssen warum man schon wieder auf der Matte steht und was will macht mich alle. Ich bin immer hin und her gerissen zwischen ok mir geht's nicht gut akzeptier es und heul nicht rum. Das ist eben ein Grund warum ich es gern wissen würde was die Ursache ist. Sprich ist es die CH dann würde es mir wahrscheinlich leichter fallen es zu akzeptieren

31.07.2019 19:41 • #15


Cassie10_2

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06.04.2021 08:39 • #16


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Silentium

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Hallo Cassie,

hast du eine diagnostizierte Depression? Die Diagnose und Gründe der Depression werden eigentlich bei einem Therapeuten mit dir zusammen erörtert. Der Therapeut arbeitet da natürlich mit möglichen Ereignisse in deiner Lebensgeschichte, die da zu ner Depression geführt haben könnten. Aber das kann meiner Meinung nach nur ein Therapeut bzw. ein Neurologe... das sind da die Fachleute

06.04.2021 08:50 • #17


Träumer59

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Den Therapeuten kann man selbst wohl kaum ersetzen, aber ein paar Fragen kannst du dir selbst schon stellen. Vielleicht wird dir dann die Richtung klarer.

Da fallen mir Fragen ein wie: Wie war deine Kindheit, wie sind deine Eltern mit dir umgegangen? Gab es irgendwann in deinem Leben Mobbing oder gar Mißbrauch? Wie gehst du mit Rückschlägen um?
Hat das Wetter Einfluß auf deine Stimmung? Hast du Freunde, und wenn nein, warum nicht? Wie redest du mit dir selbst? Was zieht dich runter?
Es ist schonmal ein guter Schritt, dass du dir selbst die Frage nach den Gründen stellst. Ein guter Therapeut wird dir die Antworten auch nicht in den Schoß legen, sondern lässt dich sie selbst erarbeiten.
Wie du dann mit eventuellen Depressionen umgehst, lernst du dann im Laufe der Therapie.
Grüße
Träumer59

06.04.2021 09:03 • #18


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Heideblümchen

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Moin @Cassie10_2 und alle anderen,

eine "große" Frage, die wahrscheinlich fast jeder hier unterschiedlich beantworten könnte und, wie @Träumer59 sehr richtig ausgeführt hat, zig unterschiedliche Antworten beinhalten könnte.
Wenn man sich selber nicht sicher ist, woher die eigene Depression kommt, ist vor allem eines am Anfang wichtig: auf sich selber bzw. in sich selber hinein zu hören, sich mit sich selber intensiv beschäftigen. Entschleunigen.

Und dann, tatsächlich, möglichst weit zurück gehen in die Vergangenheit und versuchen, sich zu erinnern. Zusammenhänge herstellen.
In meinem Fall war es ein Zusammenspiel aus einer bestimmten Vorerkrankung und der Erkenntnis, dass es nach dieser Erkrankung leider und absolut nicht mehr so weiter gehen konnte wie die Jahre davor. Diese Vorerkrankung hat mich "beschädigt" und ich hatte keinen Plan B mehr. Nachdem dadurch immer noch mehr Probleme auf mich zukamen und dann auch noch, ausgelöst durch eine ganz bestimmte Situation, einem Trauma also, mein Selbstbewusstsein in den Keller und die Angst durch die Decke ging, wurde ich so labil, dass ich von heute auf morgen auf Hilfe von Außen angewiesen war.
Und an diesem Punkt, völlig verzweifelt, ängstlich, mutlos, perspektivenlos...habe ich anfangen, nachzudenken, was dieses ganze Chaos ausgelöst hat. Schon vor der Vorerkrankung. Und mir ist schnell klar geworden, dass ich schon immer unter immensem Erfolgsdruck stand. Mir schon immer viel zuviel abverlangt wurde und ich das aber auch geleistet hatte, bis Körper und Geist nicht mehr konnten. Ohne jemandem direkt die Schuld dafür zu geben sind mir viele Situationen eingefallen, wo ich mich selber hingetrieben habe, die ich mir selber eingebrockt habe. Aber auch Erinnerungen an bestimmte Momente in Kindheit und Erziehung, die aus mir das (die) gemacht hatten, (die) was ich bis zum Beginn der Depression (nur noch) war. Und erst durch das Aufräumen der Erinnerungen, dem Einsortieren nach Schuld anderer an meiner aktuellen Situation, eigener Schuld, Mut zur Änderung ging es mir nach und nach besser. Und diese Besserung fühlte sich beileibe nicht immer gut an, sondern war gekoppelt mit Erinnerungen - guten und sehr schlechten - und Veränderungen, die nicht immer so klappen, wie ich das möchte oder anders laufen, als andere sich das wünschen würden. Dies alles ist nach wie vor ein Kreislauf und ich bin tatsächlich täglich bemüht, wieder "die Alte" zu werden, die mich früher alle gemocht und geschätzt haben. Dieser Kreislauf ist zwar jetzt "erklärbar" für mich geworden, drängt mich aber noch oft wieder in depressive Phasen, weil es so unglaublich schwer ist, in vielen Situationen etwas Positives zu sehen. Und dies ist nur EIN - nämlich mein - Beispiel, was eine Depressionen auslösen kann. Und immerhin hat das Nachdenken über das Warum zumindest geholfen....

06.04.2021 12:56 • x 1 #19

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