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Unverstanden? Warum?

Lost111

Lost111

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Ich überlege tatsächlich schon den ganzen Abend lang, ob ich das hier schreiben soll oder nicht.
Letztendlich muss ich es mal loswerden.
Ich bin jetzt seit Ende Februar krank geschrieben. Für mein familiäres Umfeld ist das - gelinde ausgedrückt - total unverständlich. Das passiert mir nicht zum ersten Mal. Auch meine Versuche, es zu erklären, haben nicht wirklich gefruchtet. Vor allem meine Mama will/kann es nicht verstehen. Das tut weh.
Es macht mich unendlich traurig, denn ich habe es echt satt, mich ständig/jedes mal aufs neue erklären und rechtfertigen zu müssen. Ich fühle mich weder wirklich ernst genommen noch verstanden. Liegt das an mir? Was mache ich falsch?
Oder muss/sollte ich mir einfach ein "dickeres Fell" zulegen? Mir ist klar, dass man nicht von der gesamten Menschheit verstanden werden muss, aber sollte es nicht wenigstens in der Familie und bei Freunden etwas anders sein? Verlange ich wirklich zu viel?

Eine traurige

Lost111

19.04.2021 23:34 • x 8 #1


Resi

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Liebe Lost,

ganz kurz, weil ich gleich zur Arbeit gehe:

Ja, das verstehen ganz viele nicht.
Ich war fast ein ganzes Jahr krank und wenn meine Nachbarin gesehen hat, daß ich mit einem gelben Schein von der Ärztin gekommen bin sagte sie "so, hast du dir wieder einen Urlaubsschein geholt?"

Ich bin mir sicher, daß niemand es bös meint, sondern "einfach" nicht versteht.
Bei mir war es so, daß ich mich irgendwann nicht mehr umfangreich erklärt habe.

Hätten meine Eltern noch gelebt hätten sie sehr wahrscheinlich auch großes Unverständnis gezeigt.
Allerdings haben meine Eltern schon zu Lebzeiten vieles nicht verstanden, wie ich lebte- aber das mußten sie auch nicht.
Du, liebe Lost, brauchst auch keine Zustimmung mehr, wie und ob du krank sein darfst.
Es ist ausschließlich "deins", und ich habe irgendwann auch meine Kontakte zu denen reduziert, die uneinsichtig waren.
Man muß nicht begreifen, weshalb ich was tue, sondern es einfach akzeptieren.
Krank sein bedeutet zudem, sich nicht unmittelbar vor dem Sterbebett zu befinden, sondern krank sein bedeutet, gesund werden zu dürfen und auch die Verpflichtung sich selbst und seinem Leben gegenüber haben.

Hab nen guten Tag!

20.04.2021 08:32 • x 12 #2


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Silentium

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Zitat von Lost111:
Ich überlege tatsächlich schon den ganzen Abend lang, ob ich das hier schreiben soll oder nicht. Letztendlich muss ich es mal loswerden. ...

Liebe Lost,

es geht mir zu 100% genauso wie dir. Meine Familie versteht es auch nicht, oder will es nicht verstehen. Ich solle mich nicht so anstellen etc. Depression ist sei nur was für Weicheier, die simulieren eh immer. Ich hätte aber auch keine Depression. So was musste und muss ich mir anhören. Ich habe mich seit der Therapie von meiner Familie sehr zurückgezogen. Ich treffe sie nur noch selten und wir telefonieren auch selten. Den kompletten Kontaktabbruch schaffe ich noch nicht. Meine letzte 6-Wochen Krankmeldung habe ich verschwiegen. Ich lasse meine Familie kaum mehr an meinem Leben teilhaben. Das ist derzeit mein Weg. Vielleicht findest du irgendwann deinen Weg, damit umzugehen. Aber ich kann es so nachvollziehen wie du dich fühlst

20.04.2021 08:53 • x 5 #3


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Pilsum

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Zitat von Lost111:
Ich bin jetzt seit Ende Februar krank geschrieben. Für mein familiäres Umfeld ist das - gelinde ausgedrückt - total unverständlich.


Guten Morgen Lost.
Schade, dass es Dir gesundheitlich nicht gut geht. Krankheiten, die man nicht direkt sehen kann,
werden häufig von anderen Menschen schlecht akzeptiert. Das ist nicht nur in Familien so.
Meistens ist es auch schwer, jemandem zu erklären, was einen wirklich belastet und daran hindert,
lockerer und innerlich stärker zu sein.
Ausreden, die die anderen akzeptieren, können da oft weiterhelfen.

Zitat von Lost111:
Auch meine Versuche, es zu erklären, haben nicht wirklich gefruchtet.


Wie versuchst Du es denn zu erklären? Kennst Du selbst wenigstens die genauen Gründe, warum es
Dir dauerhaft schlecht geht? Die wirklichen Gründe wirst Du Deiner Familie möglicherweise
noch nicht erklärt haben.

Zitat von Lost111:
Es macht mich unendlich traurig, denn ich habe es echt satt, mich ständig/jedes mal aufs neue erklären und rechtfertigen zu müssen.


Innerhalb von Gemeinschaften und im besonderen in der Familie macht es schon Sinn, die
Mitmenschen darüber zu informieren, wie man sich fühlt.
Ob man das rechtfertigen nennen muß, weiß ich nicht.

Zitat von Lost111:
Ich fühle mich weder wirklich ernst genommen noch verstanden. Liegt das an mir? Was mache ich falsch?


Ist das neu, dass Du Dich nicht ernst genommen und nicht verstanden fühlst?
Ist das nicht vielleicht schon länger so?

Viele Grüße

Bernhard

20.04.2021 10:08 • #4


Lost111

Lost111

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@Resi @Silentium @Pilsum

Danke für eure Antworten/euer Verständnis.

@Pilsum
Zitat:
Wie versuchst Du es denn zu erklären? Kennst Du selbst wenigstens die genauen Gründe, warum es
Dir dauerhaft schlecht geht? Die wirklichen Gründe wirst Du Deiner Familie möglicherweise
noch nicht erklärt haben.

Tatsächlich ist es so, dass ich mich sehr schwer damit tue, über mein Inneres und meine Gefühle zu reden; sei es in der Familie oder woanders. Mir fehlen da einfach die passenden Worte. Meistens sage ich sowas wie "ist mir alles zu viel" und "ich fühle mich überfordert und mache Fehler". Die wahren Gründe --- mmh. Ich fürchte, damit kann ich wirklich nicht raus rücken.
Andererseits weiß ich schon: wer nicht redet, dem kann nicht geholfen werden. Ich bin halt ein sehr verschlossener Mensch.
Mache (fast) alles mit mir selbst aus. Mir fällt es generell schwer, mir Hilfe zu holen und auch zuzulassen.
Zitat:
Ist das neu, dass Du Dich nicht ernst genommen und nicht verstanden fühlst?

Ist das nicht vielleicht schon länger so?

Nein, das ist nicht erst seit heute so. Das ist schon lange so.

LG Lost111

20.04.2021 19:50 • x 1 #5


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Pilsum

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Zitat von Lost111:
Tatsächlich ist es so, dass ich mich sehr schwer damit tue, über mein Inneres und meine Gefühle zu reden; sei es in der Familie oder woanders.
Mir fehlen da einfach die passenden Worte.


Das kann ich mir denken. Über die eigenen Gefühle zu reden, ist nicht immer einfach. Zumindest am Anfang.
Du kannst allerdings nach und nach langsam lernen, über Deine Gefühle zu reden.

Zitat von Lost111:
Die wahren Gründe --- mmh. Ich fürchte, damit kann ich wirklich nicht raus rücken.

Da kannst Du Recht haben. Wenn Deine Familie schon wenig Verständnis zeigt, dann wäre ich an Deiner
Stelle da auch etwas vorsichtiger.

21.04.2021 09:31 • #6


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Silentium

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Zitat von Pilsum:
Das kann ich mir denken. Über die eigenen Gefühle zu reden, ist nicht immer einfach. Zumindest am Anfang.
Du kannst allerdings nach und nach langsam lernen, über Deine Gefühle zu reden.

Nicht immer einfach? Da machst du dir es etwas einfach. Es gibt Menschen, die haben nicht gelernt wie sich welche Gefühle anfühlen oder anfühlen sollten. Als erwachsener Mensch ist das so schwer, überhaupt Zugang zu Gefühlen zu bekommen. Ich fühle mich seit meiner Kindheit wie eine gefühllose Hülse. Gefühle sind in meiner Familie Schwäche. Da ist schwierig mit einem Ratschlag zu kommen, dass alles irgendwann mal besser wird, wenn man nach und nach alles erlernt. Sorry, das musste mal raus. Aber ich kämpfe seit Jahren damit und das ist mir etwas zu leicht dahin gesagt

21.04.2021 12:18 • x 3 #7


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Pilsum

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Zitat von Silentium:
Nicht immer einfach? Da machst du dir es etwas einfach. Es gibt Menschen, die haben nicht gelernt
wie sich welche Gefühle anfühlen oder anfühlen sollten.

Ich hoffe, Du fühlst Dich nicht schlecht bei dem, was ich geschrieben habe.
Natürlich ist das nicht einfach, zu lernen, wie sich Gefühle anfühlen sollten.
Glaubst Du denn grundsätzlich daran, dass Du etwas näher an Deine Gefühle herankommen kannst?

Einfach oder schwer sind keine feststehenden Begriffe. Der eine findet etwas einfach.
Der andere findet etwas dagegen ziemlich schwierig.

Zitat:
Da ist schwierig mit einem Ratschlag zu kommen, dass alles irgendwann mal besser wird, wenn man nach und nach alles erlernt. Sorry, das musste mal raus. Aber ich kämpfe seit Jahren damit und das ist mir etwas zu leicht dahin gesagt

Ich verstehe es, wenn Dir das etwas zu einfach gesagt ist.
Hältst Du es für möglich etwas dazuzulernen? Oder sagst Du, ich werde das nicht schaffen.
Ist es nicht Deine eigene Entscheidung, ob Du Dich für andere Sichtweisen ganz langsam
öffnest?
Du darfst natürlich auch genau so bleiben, wenn Du das lieber möchtest.

21.04.2021 12:39 • #8


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Silentium

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Zitat von Pilsum:
Ich hoffe, Du fühlst Dich nicht schlecht bei dem, was ich geschrieben habe. Natürlich ist das nicht einfach, zu lernen, wie sich Gefühle anfühlen ...

Natürlich bin ich bereit dazuzulernen. Ich arbeite hart in und außerhalb meiner Therapie und kämpfe jeden Tag neu. Aber das Zerflücken eines Beitrags mit x gut gemeinten dahingesagten Ratschlägen sind mir tatsächlich echt zu anstrengend. Den so einfach ist es einfach nicht. Und ich glaube, jeder kämpft hier für ein besseres, glücklicheres Leben. Ich merke, dass mich deine und die eines anderen Foris triggern. Ich tue mich aber auch schwer damit, Foris zu ignorieren. Aber vielleicht sollte ich das tun. Sorry, aber heute platzt es dann auch mal aus mir heraus

21.04.2021 13:12 • x 1 #9


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ClaraFall

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Zitat von Lost111:
Ich überlege tatsächlich schon den ganzen Abend lang, ob ich das hier schreiben soll oder nicht. Letztendlich muss ich es mal loswerden. ...


Liebe Lost,

Auch wenn ich nur noch selten was zu anderen schreibe: ich kann das gut nachfühlen. Das Bedürfnis, doch einfach nur verstanden werden zu wollen.

Ich habe darüber sehr lange und häufig mit meiner Mutter gesprochen und ich war viele Jahre verzweifelt, weil sie auch immer wieder gesagt hat, dass sie mich schon versteht.. aaaaber... mit ihren Wünschen und ihren "alles wird wieder gut und versuch einfach alles zu vergessen und weiterzumachen" und all den ganzen Dingen, die sie unfassbar liebevoll meinte, aber wie ein weiterschubsen für mich waren ( manchmal auch wie Ohrfeigen ).. und ich bemerken musste:

Sie kann! es nicht! Nachempfinden. . Und und das tut sie nicht, weil sie das nicht möchte. Sondern ich glaube auch zu einem großen Teil, dass es Selbstschutz ist. Ich selbst als Mutter kann mehr und mehr verstehen, wie schrecklich und schlimmes ist, wenn man sieht und erlebt und fühlt, dass es seinen Kindern schlecht geht.

Menschen haben verschiedene Möglichkeiten. Verschiedene Stärken und verschiedene Schwächen. Vielleicht ist das eine Schwäche von deiner Familie. Aber sie wird Stärken haben. Genieße diese Stärken, und akzeptiere ihre Schwächen. Meines Erachtens nach ist das der einzige Weg, um glücklich durchs Leben zu gehen. Oder zumindest zufriedener.

Was mir geholfen hat: wenn es mir so schlecht geht, dass ich wirklich etwas bestimmtes brauche, dann sage ich das auch genauso. " Mama. Mir geht es schlecht. Du kannst das nicht ändern, aber ich gerade auch nicht. Nimm mich bitte einfach in den Arm, weil es mir dann kurz besser geht. "

Die ersten zwei Mal habe ich mich dabei richtig komisch gefühlt. Und gleich kam auch diese Gedanken auf, dass sie das gerade nur tut, weil ich das möchte. Weil ich auch immer in mir drin diesen gefühlten Wert habe, das nur etwas, das aus der Person selbst heraus kommt, wirklich echt ist.

Aber das ist glaube ich: Quatsch. Hellsehen sollte man m. E. nicht erwarten. Sensibilität ist ein großes Spektrum.. nicht jeder sitzt im selben Gebiet.

Ich wünsche dir mehr Mut. Mehr Akzeptanz. Und mehr Möglichkeiten, für dich einzutreten. Auch wenn ich genau weiß, wie unfassbar schwer das ist und dass man sich halt ganz häufig eben auch nicht überwinden kann.

Und auch das .. ist eben Leben, glaube ich.

21.04.2021 13:27 • x 4 #10


Resi

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Zitat von Silentium:
Aber das Zerflücken eines Beitrags mit x gut gemeinten dahingesagten Ratschlägen sind mir tatsächlich echt zu anstrengend. Den so einfach ist es einfach nicht. Und ich glaube, jeder kämpft hier für ein besseres, glücklicheres Leben. Ich merke, dass mich deine und die eines anderen Foris triggern


Ignorieren ist eine echt gute Maßnahme. Mach ich seit ein paar Tagen auch.

21.04.2021 13:45 • x 3 #11


Jedi

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Ignorien scheint seit kurzer Zeit hier das Highlight !

21.04.2021 14:55 • #12


Resi

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6
10563
Nö, aber wieso soll ich mich ärgern lassen?
Ich ignoriere nur einen einzigen User und seine bevorzugten Themen.

21.04.2021 15:34 • #13


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Silentium

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Zitat von Jedi:
Ignorien scheint seit kurzer Zeit hier das Highlight !

Ist halt vielleicht als Selbstschutz auch mal notwendig

21.04.2021 15:34 • x 2 #14


Jedi

5685
14
12645
Zitat:
Ist halt vielleicht als Selbstschutz auch mal notwendig

Verstehe !

21.04.2021 15:39 • #15


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Silentium

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Nun bin ich von Losts Thema abgekommen was ich eigentlich gar nicht wollte. Dabei sollte man es auch belassen, denke ich. Ich werde einfach gewisse Beiträge versuchen, zu überlesen

21.04.2021 15:41 • x 1 #16


Jedi

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@Silentium

Zitat:
Ich werde einfach gewisse Beiträge versuchen, zu überlesen

So mache ich es auch u. lasse mich dadurch auch nicht, zu irgendetwas hinreißen, was ich dann später villt.
bereuen könnte.

21.04.2021 15:45 • x 1 #17


Lost111

Lost111

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@Pilsum

Zitat:
Das kann ich mir denken. Über die eigenen Gefühle zu reden, ist nicht immer einfach. Zumindest am Anfang.
Du kannst allerdings nach und nach langsam lernen, über Deine Gefühle zu reden.

Es ist so schwer! Ich "arbeite" daran schon mein ganzes Leben lang. Auch diverse Therapien konnten da leider nur wenig helfen. Mir wurde oft vorgeschlagen, es aufzuschreiben. Aber da ist auch eine große Hemmschwelle vorhanden. Das macht es auch nicht wirklich einfacher. Wahrscheinlich habe ich immer die Angst, dass Menschen mich nicht mehr mögen, wenn ich mich ihnen offenbare. Denn damit macht man sich natürlich auch sehr verletzlich.

@ClaraFall

Danke für dein Verständnis und dass du mir von deinen Erfahrungen erzählt hast.

Zitat:
Das Bedürfnis, doch einfach nur verstanden werden zu wollen.

Genau so ist es! Ist das denn zu viel verlangt?

Zitat:
Ich wünsche dir mehr Mut. Mehr Akzeptanz. Und mehr Möglichkeiten, für dich einzutreten. Auch wenn ich genau weiß, wie unfassbar schwer das ist und dass man sich halt ganz häufig eben auch nicht überwinden kann.

Wem sagst du das...
Heute war meine Mama zu Besuch und wir waren neue Balkonmöbel für mich shoppen. Danach haben wir noch ein Käffchen zusammen getrunken. Sie fragt schon, wie es mir geht... Und ich weiß, dass sie sich Sorgen um mich macht. Ich habe ihr gesagt, dass es mir schon gut tat, dass sie Zeit für mich hatte. Beim Abschied sagte sie dann: "Mach keine Dummheiten.". Sie merkt natürlich, dass es mir nicht gerade gut geht. Trotzdem kann ich nicht "einfach so" über meine Gefühle sprechen. Ich kann das einfach nicht. Was stimmt nicht mit mir?!

LG Lost111

21.04.2021 20:03 • x 3 #18


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Pilsum

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Zitat von Lost111:
Trotzdem kann ich nicht "einfach so" über meine Gefühle sprechen. Ich kann das einfach nicht.
Was stimmt nicht mit mir?!

Warum soll denn mit Dir etwas nicht stimmen? Ich denke, Du bist ok so.

Zitat von Lost111:
Es ist so schwer! Ich "arbeite" daran schon mein ganzes Leben lang.

Zitat von Lost111:
Wahrscheinlich habe ich immer die Angst, dass Menschen mich nicht mehr mögen, wenn ich mich ihnen offenbare.
Denn damit macht man sich natürlich auch sehr verletzlich.

Schwer finde ich das immer nur am Anfang.
Es kann gut sein, dass Du Angst davor hast, dass Dich die Menschen weniger mögen, wenn Du Gefühle zeigst.
Allerdings finde ich es nicht so sehr schlimm, das Du Dich verletzlich machen könntest.

Therapiegespräche allein reichen häufig nicht aus. Du brauchst praktische Erfahrung.
Wir Mitglieder bieten solche sachlichen Gespräche immer wieder hier im Forum an.
Leider werden wir dafür oft beschimpft, weil wir angeblich keine Ahnung haben, wie so etwas wirklich helfen kann.
Somit liegt die Entscheidung bei Dir, was Du sagst, was Du machst und wem Du vertraust.

Viele Grüße

Bernhard

21.04.2021 21:05 • x 3 #19


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Pilsum

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Zitat von Silentium:
Aber das Zerflücken eines Beitrags mit x gut gemeinten dahingesagten Ratschlägen sind mir
tatsächlich echt zu anstrengend.

Schade, das Zitieren sollte eigentlich eher etwas vereinfachen.
Wenn es Dir nicht gefällt, dann macht es mit uns beiden wenig Sinn.

21.04.2021 21:15 • #20


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ClaraFall

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Zitat von Lost111:
Beim Abschied sagte sie dann: "Mach keine Dummheiten."


Sie versteht dich. Zumindest glaube ich das darin zu erkennen.


Eltern, sichtbarer vielleicht die Mütter ( in der Gesellschaft, der Medienlandschaft, ( vielleicht aber auch im Umfeld ), leiden auch. Sie durchleiden nicht das Leid des Kindes, meine ich. Sie leiden ihre eigene Hilflosigkeit und an ihren unerfüllten Wünsche für ihr Kind .. Gesundheit, Sicherheit, Geborgenheit, Glückseligkeit. Glück.

Meine Ma hat sich immer Vorwürfe gemacht. Alleinverantwortlich gefühlt.

Gefühlt! So ist es natürlich nicht.

Ich wünsche dir von Herzen, dir gut zu tun.
Du scheinst eine Mutter zu haben, die intuitiv deine Grenze des "nicht reden könnes" respektiert. Und / oder sie hat halt ganz eigene Hürden.


Würdest du ihr antworten wollen, wenn sie direkter fragen würde?

21.04.2021 22:02 • #21


Lost111

Lost111

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@Pilsum

Zitat:
Es kann gut sein, dass Du Angst davor hast, dass Dich die Menschen weniger mögen, wenn Du Gefühle zeigst.
Allerdings finde ich es nicht so sehr schlimm, das Du Dich verletzlich machen könntest.

Eigentlich bin ich ein total emotionaler Mensch, "nah am Wasser gebaut" und viel zu sensibel. Und leider sieht man mir meine Stimmung immer ganz schnell am Gesicht ab. Das mag ich bei mir so gar nicht.
Warum also mag ich es nicht, verletzlich zu sein? Weil ich vllt. schon viel zu oft verletzt worden bin. Von ganz unterschiedlichen Menschen. Aber: das gehört zum Leben. Vom Kopf her weiß ich das alles. Aber da ist halt immer noch diese "letzte Hürde", die es zu nehmen gilt. REDEN.
Vllt. muss ich auch "einfach nur" akzeptieren, dass es so ist, wie es ist. Vllt. könnte ich damit dann besser/zufriedener leben.
Aber andererseits denke ich mir dann wieder: es muss doch einen Grund geben, warum es mir so schwer fällt, über Gefühle zu reden. Und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es "meine Schuld" ist. Dass ich unfähig bin. OK, vllt. kein besonders guter Gedanke...

Zitat:
Wir Mitglieder bieten solche sachlichen Gespräche immer wieder hier im Forum an.

Ähem, ich glaube, ich stehe gerade auf dem Schlauch, sorry. Wie jetzt - ihr bietet hier Gespräche an? Da muss irgendwas an mir vorbeigegangen sein...

@ClaraFall

Zitat:
Sie versteht dich. Zumindest glaube ich das darin zu erkennen.

JA, das tut sie in der Tat; vllt. mehr, als mir bewusst ist. Mehr, als ich ihr zumuten möchte.

Zitat:
Eltern, sichtbarer vielleicht die Mütter ( in der Gesellschaft, der Medienlandschaft, ( vielleicht aber auch im Umfeld ), leiden auch. Sie durchleiden nicht das Leid des Kindes, meine ich. Sie leiden ihre eigene Hilflosigkeit und an ihren unerfüllten Wünsche für ihr Kind .. Gesundheit, Sicherheit, Geborgenheit, Glückseligkeit. Glück.

Da sagst du was. Für meine Mama ist es auch nicht einfach, damit umzugehen. Was richtig und was falsch ist. Was sie mir raten soll.
Sie meinte heute auch, egal wann, du kannst immer anrufen. Das hat mich so gerührt...
Sie wünscht sich Hilfe für mich.

Zitat:
Ich wünsche dir von Herzen, dir gut zu tun.
Du scheinst eine Mutter zu haben, die intuitiv deine Grenze des "nicht reden könnes" respektiert. Und / oder sie hat halt ganz eigene Hürden.

Danke... Mir selbst gutes tun zu wollen/können ist schwer.
Meine Mama hat mit ihren ganz eigenen Dämonen zu kämpfen. Auch wenn sie nach außen hin immer den Schein wahren möchte. Eigentlich bräuchte sie auch psychologische Hilfe (meine Meinung). Aber das würde sie niemals auch nur in Erwägung ziehen. Sie ist ja nicht "verrückt".

Zitat:
Würdest du ihr antworten wollen, wenn sie direkter fragen würde?

Das ist eine gute Frage...! Ob ich das könnte? Keine Ahnung. Es gibt Gefühle in mir, die ich ihr niemals offenbaren würde.

LG Lost111

21.04.2021 22:44 • x 3 #22


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Pilsum

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Guten Morgen Lost,

Zitat von Lost111:
Eigentlich bin ich ein total emotionaler Mensch, "nah am Wasser gebaut" und viel zu sensibel.


Wenn Du ein emotionaler Mensch bist, dann ist es so. Emotionale Menschen wirken auf andere
oft sehr sympathisch.

Zitat von Lost111:
Und leider sieht man mir meine Stimmung immer ganz schnell am Gesicht ab. Das mag ich bei mir so gar nicht.


Am Anfang geht das vielen so. Du kannst es lernen, Deine Stimmung nicht mehr so stark wie
bisher im Gesicht zu zeigen.

Zitat von Lost111:
Warum also mag ich es nicht, verletzlich zu sein?

Vielleicht deswegen, weil es niemand wirklich mag, verletzlich zu sein?

Zitat von Lost111:
Vllt. muss ich auch "einfach nur" akzeptieren, dass es so ist, wie es ist.

Das solltest Du immer wieder versuchen.

Zitat von Lost111:
Aber andererseits denke ich mir dann wieder: es muss doch einen Grund geben, warum es mir so schwer fällt, über Gefühle zu reden.

Einen Grund für Dein Verhalten wird es vermutlich geben. Ich halte es für sinnvoll, nach dem Grund zu schauen.
Vielen Menschen gelingt es jedoch nicht, den Grund für bestimmte Verhaltensweisen von sich selbst
herauszufinden.
Dann gibt es verschiedene Wege vorwärts zu kommen.
Zum einen kann man erst einmal aufhören nach Gründen zu suchen. Manchmal erkennt man später
Gründe, obwohl man bewusst gar nicht danach gesucht hat.
Zum anderen kann man extrem viel über sich selbst lernen, wenn man ständig beobachtet, wie
sich andere Menschen verhalten und warum sie sich vermutlich so verhalten.


Zitat von Lost111:
Ähem, ich glaube, ich stehe gerade auf dem Schlauch, sorry. Wie jetzt - ihr bietet hier Gespräche an?
Da muss irgendwas an mir vorbeigegangen sein...


Es ist schade, wenn Du hier in dem Selbsthilfeforum bisher nicht erkennen konntest, dass wir
uns in Gesprächen hier versuchen weiterzuhelfen.
Dies zu erkennen ist zur Zeit hier etwas schwierig, da es Mitglieder gibt, die solche Gespräche
erschweren und lieber Lust haben zu streiten.
Mache Dir bitte hier selbst ein Meinungsbild, von wem Du Texte hilfreich findest.

22.04.2021 10:00 • x 2 #23


Lost111

Lost111

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@Pilsum

Zitat:
Am Anfang geht das vielen so. Du kannst es lernen, Deine Stimmung nicht mehr so stark wie
bisher im Gesicht zu zeigen.

Wenn ich wüsste, wie das geht! In meinem 51 Jahren ist mir das bislang nicht gelungen. Ich hasse es auch, rot zu werden. Das passiert mir gefühlt ständig, natürlich gerade dann in Situationen, in denen ich mich unter Druck gesetzt fühle. Leider kann ich auch das nicht wirklich kontrollieren.
Zitat:
Zum einen kann man erst einmal aufhören nach Gründen zu suchen. Manchmal erkennt man später
Gründe, obwohl man bewusst gar nicht danach gesucht hat.
Zum anderen kann man extrem viel über sich selbst lernen, wenn man ständig beobachtet, wie
sich andere Menschen verhalten und warum sie sich vermutlich so verhalten.

JA, damit magst du recht haben. Vllt. setzte ich mich damit selbst nur unnötig unter Druck.
Zitat:
Es ist schade, wenn Du hier in dem Selbsthilfeforum bisher nicht erkennen konntest, dass wir
uns in Gesprächen hier versuchen weiterzuhelfen.

Sorry, da habe ich wohl was falsch verstanden, nichts für ungut.
Natürlich hilft mir das Forum/der Austausch hier.
Ich denke, wir alle haben unser Päckchen zu tragen. Da ist es hilfreich, auch mal anderer Meinungen zu lesen. Und vllt. anderer Ansatzpunkte zu finden. Deshalb fühle ich mich hier auch wohl.

LG Lost111

22.04.2021 19:33 • x 2 #24


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Pilsum

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Zitat von Lost111:
Wenn ich wüsste, wie das geht! In meinem 51 Jahren ist mir das bislang nicht gelungen. Ich hasse es auch, rot zu werden. Das passiert mir gefühlt ständig, natürlich gerade dann in Situationen, in denen ich mich unter Druck gesetzt fühle. Leider kann ich auch das nicht wirklich kontrollieren.



Im Beisein anderer Menschen rot zu werden, passiert einige Personen häufiger. Ich verstehe, dass Dir das unangenehm ist.
Du kannst Dich aber auch mal fragen. Wenn Du so etwas bei anderen Menschen bemerkst, findest Du
das dann schlimm? Ich finde das nicht schlimm. Je mehr Dir dass egal ist, ob Du im Gesicht etwas rot
wirst, umso weniger wird es zukünftig vermutlich passieren.

Kontrollieren kann man das sicher nicht. Es ist etwas, was unbewusst abläuft.


Zitat von Lost111:
JA, damit magst du recht haben. Vllt. setzte ich mich damit selbst nur unnötig unter Druck.


Genau damit wird es zu tun haben. Fühlst Du Dich unter Druck gesetzt, kann es dazu führen, dass du rot wirst.
Je mehr Du Dich selbstbewusst fühlst, umso leichter wird es Dir fallen, anderen Menschen gegenüber ruhig zu bleiben.

22.04.2021 21:45 • x 2 #25


Lost111

Lost111

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Zitat:
Im Beisein anderer Menschen rot zu werden, passiert einige Personen häufiger. Ich verstehe, dass Dir das unangenehm ist.
Du kannst Dich aber auch mal fragen. Wenn Du so etwas bei anderen Menschen bemerkst, findest Du
das dann schlimm?

Nein, bei Anderen finde ich das gar nicht schlimm. Das ist menschlich. Aber für mich setze ich halt andere Maßstäbe an. Diese sind natürlich um einiges strenger. Vllt. bin ich oft einfach zu streng mit mir selbst? Ja, das ist so. Und das höre ich nicht zum ersten Mal.

Zitat:
Je mehr Du Dich selbstbewusst fühlst, umso leichter wird es Dir fallen, anderen Menschen gegenüber ruhig zu bleiben.

JA, mit meinem Selbstbewusstsein ist es nicht weit her, muss ich gestehen. Daran mangelt es definitiv.
Irgendwie scheine ich nicht wirklich an mich und meine Fähigkeiten zu glauben. OH OH, SELBSTLOB.
ICH und FÄHIGKEITEN. Das ist wieder ein ganz anderes Thema.
Ich wäre so gerne gelassener, allem gegenüber. Aber nein, da ist oft diese diffuse Angst. Angst vor allem und jedem.
Mit der Angst stehe ich mir selbst im Weg. "Ruhig bleiben" gehört nicht zu meinen Stärken...

22.04.2021 22:09 • x 2 #26


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Pilsum

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Guten Morgen Lost.

Einen guten Text hast Du geschrieben.

Zitat von Lost111:
Nein, bei Anderen finde ich das gar nicht schlimm. Das ist menschlich. Aber für mich setze ich halt andere Maßstäbe an. Diese sind natürlich um einiges strenger. Vllt. bin ich oft einfach zu streng mit mir selbst? Ja, das ist so. Und das höre ich nicht zum ersten Mal.

Hier kannst und solltest Du etwas Wichtiges verändern. Menschen haben Stärken und sie haben Schwächen.
So sind wir nun mal. Für Dich darfst Du keinesfalls andere Maßstäbe ansetzen.
Bewerte Dich fair. Also so, wie Du es bei anderen unter normalen Bedingungen erlebst.

Zitat von Lost111:
Irgendwie scheine ich nicht wirklich an mich und meine Fähigkeiten zu glauben. OH OH, SELBSTLOB.
ICH und FÄHIGKEITEN.


Dann beginne ab heute an Deine Fähigkeiten und Deine Kraft zu glauben. Sei gut zu Dir selbst.
Andere Menschen, sogar Kinder und Partner sind selten nur gut zu Dir. Dies liegt in der
Natur des Menschen. Deshalb solltest Du einen (gesunden) Egoismus leben.
Wenn Du jemand anderem nicht nennenswert schadest, dann denke zuerst an Dich.
Und danach an die Menschen, die Dir etwas bedeuten und Dir deshalb wichtig sind.

Zitat von Lost111:
Ich wäre so gerne gelassener, allem gegenüber. Aber nein, da ist oft diese diffuse Angst.


Diese von Dir beschriebene Angst wird schwächer, wenn Du beginnst mehr auf Deinen Wert und Deine
Rechte zu achten.
Am Anfang brauchst Du kaum mehr, als das, was wir hier besprechen.
Je besser es Dir gelingt, Dich nicht mehr sebst unter Druck zu setzen und je mehr Du Dir
darüber bewusst wirst, was Du kannst und was Du als Mensch wert bist, umso mehr
sollten Deine unterbewussten Ängste und Zweifel nachlassen.
Erlaube Dir Fehler zu machen. Und erlaube es Dir, von anderen kritisiert zu werden und
ertrage unangenehme Meinungen, die andere über Dein Verhalten äußern.

Wenn Du an diesen Punkten beginnst zu arbeiten, kannst Du meiner Meinung nach sehr
schnell erste Erfolge verspüren.

Ein schönes Wochenende wünsche ich Dir.

Bernhard

23.04.2021 08:58 • x 1 #27


Lost111

Lost111

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@Pilsum

Hallo Bernhard,

Zitat:
Für Dich darfst Du keinesfalls andere Maßstäbe ansetzen.
Bewerte Dich fair. Also so, wie Du es bei anderen unter normalen Bedingungen erlebst.

Da sagst du was. Wenn ich mal wüsste, wie das geht... Tief in mir drin ist immer unterschwellig das Gefühl, ein Versager zu sein. Und somit muss ich dem gegensteuern, indem ich streng mit mir bin. Hört sich konfus an, oder? Ich kann das nicht wirklich beschreiben. Vllt. muss ich so streng zu mir sein, weil ich sonst "auseinander falle". Mmh, woher kommt der Gedanke gerade? Ich fühle mich gerade ziemlich verwirrt.
Zitat:
Dann beginne ab heute an Deine Fähigkeiten und Deine Kraft zu glauben. Sei gut zu Dir selbst.

Da schlage ich symbolisch die Hände über dem Kopf zusammen - wie könnte ich?! Da kommt gleich wieder die Denke: du hast es nicht verdient. Du bist nicht gut genug. Warum denke ich immer so doofe Gedanken?
Zitat:
Je besser es Dir gelingt, Dich nicht mehr sebst unter Druck zu setzen und je mehr Du Dir
darüber bewusst wirst, was Du kannst und was Du als Mensch wert bist, umso mehr
sollten Deine unterbewussten Ängste und Zweifel nachlassen.

Das würde ich mir im Bestfall natürlich wünschen. Aber die Realität sieht leider ganz anders aus.
Dazu fällt mir ein Spruch ein: "sei dir selbst der nächste". Ist das egoistisch gedacht oder enthält das doch ein Fünkchen Wahrheit? Wahrscheinlich ist das auf dem Weg zu einem guten Selbstbewusstsein von Vorteil. Ich bewundere immer Menschen, die "alles" können. OK, niemand kann alles. Oder anders gesagt: ich bewundere die Gelassenheit, mit denen sie den Widernissen des Lebens trotzen. Ich glaube, das nennt man Resilienz.
Wenn ich so darüber nachdenke ist es doch beängstigend, wie viel im Kopf unterbewusst abläuft. Ohne dass wir es beeinflussen können.

Ich wünsche dir auch ein schönes WE.

LG Lost111

23.04.2021 19:45 • x 2 #28


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Pilsum

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Zitat von Lost111:
Wenn ich so darüber nachdenke ist es doch beängstigend, wie viel im Kopf unterbewusst abläuft. Ohne dass wir es beeinflussen können.


Guten Morgen Lost.

Was im Unterbewusstsein abläuft, sollte Dir auf keinen Fall Angst machen. Unser Unterbewusstsein
macht es überhaupt erst möglich, dass wir so erfolgreich denken und leben können, wie wir es tun.
Direkt kannst Du das Unterbewusstsein kaum beeinflussen.
Auf Umwegen und indirekt kannst Du allerdings einiges, was in Dir unterbewusst abläuft beeinflussen.
Dafür braucht es aber etwas Zeit.

Zitat von Lost111:
Wenn ich mal wüsste, wie das geht... Tief in mir drin ist immer unterschwellig das Gefühl, ein Versager zu sein. Und somit muss ich dem gegensteuern, indem ich streng mit mir bin. Hört sich konfus an, oder?


Ich kann versuchen Dich mit Beispielen ein Stück da heranzuführen, falls Du wissen möchtest, wie das geht.
Dafür ist es notwendig, sich anzuschauen, wie unser Denken funktioniert. Sehr schwer ist das nicht zu verstehen.
Mit Gegensteuern kannst Du nach meiner Sichtweise nichts ausrichten.
Unsere unterbewussten Gedanken laufen fest wie auf Schienen.
Und jeder weiß, ein Zug kann sich nicht von den Schienen lösen.
Es braucht also einen anderen Weg.

Zitat von Lost111:
Da schlage ich symbolisch die Hände über dem Kopf zusammen - wie könnte ich?! Da kommt gleich wieder die Denke: du hast es nicht verdient. Du bist nicht gut genug. Warum denke ich immer so doofe Gedanken?

Diese Gedanken sind im Grunde gar nicht doof. Du hast diese Schienenstrecke in Deinem
Unterbewusstsein gebaut, weil Du viele Jahre damit gut (mehr oder weniger gut) zurechtgekommen
bist. Schon länger gefällt Dir die Strecke aber nicht mehr.
Folglich brauchst Du eine neue Schienenstrecke, die Dich näher an das Ziel "Ruhe und
Zufriedenheit" führt.

24.04.2021 09:41 • x 3 #29


Jedi

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Zitat:
Du hast diese Schienenstrecke in Deinem
Unterbewusstsein gebaut, weil Du viele Jahre damit gut (mehr oder weniger gut) zurechtgekommen
bist.

Da gebe ich @Pilsum recht u. auch, dass hilfreich wäre, wenn Du die Schienenstrecke wechseln würdest,
könntest.
Ist nicht einfach u. aus meiner Erfahrung heraus kann dies gelingen u. dies ist dann ein Prozess,
indem Du positive Erfahrungen machen kannst.
Durch positive Erfahrung, verändert sich etewas in unserem Hirn u. so wirst Du dann auch in die Lage kommen,
die Weichen zu verstellen, umso die Schienenstrecke wechseln zu können.
Aber dafür braucht es Unterstützung u. im Bestenfall therapeutische Begleitung !

24.04.2021 11:37 • x 1 #30

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