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Unverstanden? Warum?

Lost111

Lost111

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@Pilsum

Hallo Bernhard,

Zitat:
Direkt kannst Du das Unterbewusstsein kaum beeinflussen.
Auf Umwegen und indirekt kannst Du allerdings einiges, was in Dir unterbewusst abläuft beeinflussen.
Dafür braucht es aber etwas Zeit.

Da wüsste ich schon gerne, wie das geht. Irgendwie fühle ich mich dem Unterbewusstsein "ausgeliefert". Nun ja, weglaufen kann ich davor ja wohl auch kaum.
Im Ernst, im Unterbewusstsein laufen nicht immer Dinge ab, die gut für mich sind; somit wäre es schon hilfreich, da etwas an die Hand zu kriegen, wie man irgendwas beeinflussen kann. Aber du siehst: ich habe Fragezeichen in den Augen (und über dem Kopf).
Zitat:
Ich kann versuchen Dich mit Beispielen ein Stück da heranzuführen, falls Du wissen möchtest, wie das geht.
Dafür ist es notwendig, sich anzuschauen, wie unser Denken funktioniert. Sehr schwer ist das nicht zu verstehen.

Ich würde gerne wissen, wie das geht. Vllt. ist das gar nicht so kompliziert, wie ich denke?
Zitat:
Folglich brauchst Du eine neue Schienenstrecke, die Dich näher an das Ziel "Ruhe und
Zufriedenheit" führt.

Ach, das wäre was! Ruhe und Zufriedenheit! ICH! Ist es wirklich so einfach?!

LG Lost111

@Jedi

Zitat:
Durch positive Erfahrung, verändert sich etewas in unserem Hirn u. so wirst Du dann auch in die Lage kommen,
die Weichen zu verstellen, umso die Schienenstrecke wechseln zu können.
Aber dafür braucht es Unterstützung u. im Bestenfall therapeutische Begleitung !

Ja, eingefahrene Wege zu verlassen hört sich so einfach an, ist aber schwer. Unterstützung wäre natürlich hilfreich.
Nun habe ich bis vor einem halben Jahr 4 1/2 Jahre Therapie hinter mir. U.a. haben wir auch daran gearbeitet, leider ohne nennenswerten Erfolg. Mein HA rät mir dringend, (wieder) in Therapie zu gehen. Er kann mir logischerweise nicht helfen.
Leider hatte ich noch nicht den Mut dazu, mich bei meiner Krankenkasse danach zu erkundigen, inwieweit ich das überhaupt (schon) wieder darf. Meinem Wissensstand nach darf man erst nach 2 Jahren eine erneute Therapie beantragen.

LG Lost111

26.04.2021 20:26 • x 2 #31


Jedi

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Hallo @Lost111

Zitat:
eingefahrene Wege zu verlassen hört sich so einfach an, ist aber schwer.

Stimmt u. damit hast Du absolut recht !
Zitat:
Mein HA rät mir dringend, (wieder) in Therapie zu gehen

Denke mir, dass Dein HA Dich gut kennt u. das er Dir diesen Rat gibt, da hat er sicherlich sich was dabei gedacht.

Zitat:
Meinem Wissensstand nach darf man erst nach 2 Jahren eine erneute Therapie beantragen.

Da gibt es auch Ausnahmen u. ein Therapeut, weiß, wie er einen vorzeitigen Antrag,
auf Therapie formulieren muss.
ggfs. kann Dir auch der HA dabei helfen oder Du suchst Dir zuerst einen Therapeuten/ in u. sprichst es an
u. dann kann der TP entscheiden, wie er den Antrag für die Krankenkasse, bzw. MDK stellen wird.

Möchte Dir etwas Mut machen u.probier es einfach mal !

26.04.2021 20:40 • x 2 #32


Lost111

Lost111

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930
@Jedi

Zitat:
Da gibt es auch Ausnahmen u. ein Therapeut, weiß, wie er einen vorzeitigen Antrag,
auf Therapie formulieren muss.
ggfs. kann Dir auch der HA dabei helfen oder Du suchst Dir zuerst einen Therapeuten/ in u. sprichst es an
u. dann kann der TP entscheiden, wie er den Antrag für die Krankenkasse, bzw. MDK stellen wird.

Ich bin eh in knapp 2 Wochen wieder bei meinem HA. Vllt. schaffe ich es, ihn darauf anzusprechen. Im besten Fall rufe ich vorher bei meiner Krankenkasse an. Mist, warum fällt mir selbst das so schwer.

Danke für's Mut machen. Ich bin echt so ein Angsthase.
LG Lost111

26.04.2021 20:48 • x 2 #33


Jedi

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@Lost111

Zitat:
Mist, warum fällt mir selbst das so schwer.

Nun, weil es gerde mal so ist u. nicht weiter darüber Nach

Zitat:
Ich bin echt so ein Angsthase.

Mach Dir nicht noch selbst so einen Druck u. probier es u. wenn Du es geschafft hast, dann wird es Dir damit besser gehen.

Und wenn Du es beim nächsten mal nicht schaffst, wird die Welt sich trotzdem weiter drehen u.
Du brauchst Dir dann auch keine Vorwürfe machen.
Versuchst es einfach weiter u. dann wird es schon noch klappen - ganz bestimmt

26.04.2021 21:00 • x 1 #34


Lost111

Lost111

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930
@Jedi
Zitat:
Mach Dir nicht noch selbst so einen Druck u. probier es u. wenn Du es geschafft hast, dann wird es Dir damit besser gehen.

Ich kann nicht anders. Kann mal bitte jemand mein Gehirn abschalten?!
Zitat:
Und wenn Du es beim nächsten mal nicht schaffst, wird die Welt sich trotzdem weiter drehen u.
Du brauchst Dir dann auch keine Vorwürfe machen.

Das Problem ist: ich mache mir dann aber Vorwürfe. Weil ich dann versagt habe in meinen Augen. Und wer könnte strenger zu mir sein als ich selbst?! Meine Welt kann von einem Augenblick auf den anderen aus den Fugen geraten. Dafür braucht es gar nicht viel.

26.04.2021 21:35 • x 2 #35


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Pilsum

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Zitat von Lost111:
Kann mal bitte jemand mein Gehirn abschalten?!


Guten Morgen Lost.

Unser Gehirn können wir nicht abschalten. Wie das Herz und andere Organe arbeitet es
pausenlos.
Und das ist der Grund, warum es wichtig ist, das eigene Denken zu lenken und damit zu beeinflussen.

Zitat von Lost111:
Im Ernst, im Unterbewusstsein laufen nicht immer Dinge ab, die gut für mich sind; somit wäre es schon hilfreich,
da etwas an die Hand zu kriegen, wie man irgendwas beeinflussen kann.


Bei allen Menschen laufen im Unterbewusstsein Dinge ab, die nicht besonders nützlich sind.
Das Bekannteste, Häufigste und Unangenehmste aus dem Unterbewusstsein ist, wenn wir
vor etwas Angst haben.


Zitat von Lost111:
Da wüsste ich schon gerne, wie das geht. Irgendwie fühle ich mich dem Unterbewusstsein "ausgeliefert".


Ich versuche es in einzelnen Schritten nach und nach mal zu erklären.
Etwas, was jeder Mensch macht, jeder Mensch nutzt, ist so selbstverständlich, das wir gar nicht
mehr wissen, wie es abläuft.
Das Unterbewusstsein zu beeinflussen bedeutet: Etwas Neues lernen.
Im Unterbewusstsein liegen alle unsere Gefühle. Allem voran, die Angst.
Und im Unterbewusstsein liegen alle unsere Erfahrungen und Erinnerungen des gesamten
Lebens und unsere selbst gelernten Verhaltensweisen.

Menschen haben leider eine unangenehme Eigenschaft. Sie lernen als Kinder.
Sie lernen in den Schulen und sie hören meistens fast auf zu lernen, wenn sie sich erwachsen fühlen.
Und hier im Forum kannst Du täglich lesen, wie sich Menschen gegen Beeinflussung durch
andere Meinungen sperren. Wie sie ihre Sichtweisen aus Angst bis zum Letzten verteidigen.
Und wie sie somit verhindern, das sie etwas lernen, was ihnen mehr Zufriedenheit bringen kann.

Zitat von Lost111:
Ja, eingefahrene Wege zu verlassen hört sich so einfach an, ist aber schwer.


Das ist es. Aber nur am Anfang. Bei allem, was man lernt, ist der Anfang schwer.
Versuchst Du ein Instrument spielen zu lernen.
Versuchst Du eine neue Sprache zu lernen.
Versuchst Du eine neue Berufstätigkeit zu lernen.
Versuchst Du neue Menschen kennen zu lernen.
Und, und, und.

Das alles ist am Anfang immer schwierig. Und das Lernen funktioniert nur, wenn Du es
täglich übst und wenn Du es wirklich lernen willst.
Lernen kostet Zeit, Kraft und Energie. Und lernen erfordert, das Du grundsätzlich etwas
Bestimmtes lernen willst.

Zitat von Lost111:
Ach, das wäre was! Ruhe und Zufriedenheit! ICH! Ist es wirklich so einfach?!


Wie gesagt. Am Anfang scheint es schwierig zu sein.
Später fühlt es sich nicht nur einfacher an, sondern meistens beginnt es sogar richtig Spass
zu machen.

27.04.2021 10:21 • x 3 #36


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Joline

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Zitat von Lost111:
Meinem Wissensstand nach darf man erst nach 2 Jahren eine erneute Therapie beantragen.

nein, geht schon früher. hat sich gesetzlich geändert. gibt auch akuttherapie schon vorher wieder.

27.04.2021 10:31 • #37


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Pilsum

2420
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3853
Menschen denken etwas anders, als sich das viele vorstellen.

Zum Denken haben wir unser Bewusstsein und unser Unterbewusstsein.

Das Bewusstsein arbeitet extrem langsam und deswegen benutzen wir es meistens nur, wenn wir das
Gefühl haben, wir suchen eine Lösung für ein Problem. Oder wir wollen etwas Neues lernen.
Oder wir benutzen es auch mehr, wenn wir etwas schreiben.

So viel wie möglich benutzen wir zum Denken, zum Sprechen, zum Reagieren, Zum Bewegen,
Zum Arbeiten, zum sich verteidigen, zum Angreifen, zum Zuhören und vielem anderen
unser Unterbewusstsein.
Das machen wir, weil das Unterbewusstsein mit einer unvorstellbar hohen Geschwinfigkeit
arbeitet.
Nur, leider denkt das Unterbewusstsein nicht. Es ist nur ein Bücherregal oder eine Lagerhalle.
Es ist ein Lagerplatz, aus dem man nichts entsorgen kann. Aber man kann etwas nach hinten
stellen und damit unwichtig machen, wenn man etwas Besseres für sich gefunden hat.

Weil man nichts aus dem Unterbewusstsein verschwinden lassen kann, sprechen Fachleute davon,
man soll versuchen sein Leben so zu akzeptieren, wie es bis jetzt gelaufen ist.

Mit anderen Worten, wir denken nur sehr selten frisch.
Was wir denken, sagen und tun besteht überwiegend aus Gefühlen und erlerneten Verhaltensweisen
und auch gebildeten Meinungen, die wir für uns selbst gebildet haben.

Wie aus einem Baukastensystem nehmen wir fertige Sachen und bauen sie immer wieder neu
in Sprache und Schrift zusammen.
Das funktioniert so ähnlich, wie Menschen Lieder komponieren. Auch Lieder sind bekannte
Tonfolgen, die immer wieder neu zusammengestellt werden. Dabei entsteht die Illusion,
das immer wieder ganz neue, noch nie gehörte Lieder entstehen.

Wer zufriedener leben möchte, der sollte sich immer wieder den Inhalt seines
Werkzeugkastens (das Unterbewusstsein) anschauen und überlegen, ob es nicht an der Zeit ist,
mal neue Werkzeuge hinzuzufügen, damit man eleganter die Stellschrauben an seinem Leben
einstellen kann.

27.04.2021 11:06 • x 3 #38


Jedi

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Zitat von Pilsum:
Wer zufriedener leben möchte, der sollte sich immer wieder den Inhalt seines
Werkzeugkastens (das Unterbewusstsein) anschauen

Ja, zufriedener zu leben heißt auch für mich, dass wir uns mit unserem Schatten beschäftigen, der wie Pilsum
schon erwähnte, sich in unserem Unterbewusstsein abgelegt hat.
Erfahrungen u. Erlebnisse - das was wir an uns nicht annehmen können - nicht sehen u. akzeptieren können,
verschieben wir in den Schatten (C.G. Jung).
Nur u. das ist uns oft nicht bewusst, wirken diese verdrägten u. abgelehnten Anteile von uns, im Unterbewusstsein weiter.
Ich konnte mir selbst oftmals bestimmtes Verhalten von mir nicht erklären, bis ich die Schattenarbeit gemacht habe u.
dann erkennen konnte, wie diese Anteile, von mir nicht Wahrgenommen, in mir wirken konnten.
-------------------------------------------------------------------------------
Zitat:
Weil man nichts aus dem Unterbewusstsein verschwinden lassen kann, sprechen Fachleute davon,
man soll versuchen sein Leben so zu akzeptieren, wie es bis jetzt gelaufen ist.

Das ist schon die Königsdisziplin, aber es ist richtig !
Wenn wir es schaffen, unsere ungeliebten Anteile, die wir nicht gerne an uns wahrneumen, anzunehmen,
wenn das, was uns im Leben geschehen ist akzeptieren, sparen wir an Energie, um nicht weiter gegen das Leben zu sein -
gegen das Leben anzukämpfen.

Aber es ist nicht einfach u. bedarf einen inneren Prozess !
Dieser Thread hat zum Titel, "Unverstanden ? Warum ? - weil Wir/ Ich uns selbst oft nicht verstehen.
Ich habe für mich lernen können, wenn ich etwas in meinem Gegenüber sehe, was mir nicht gefällt, villt. ärgert,
dann steckt an vondem, was mir da nicht gefällt, gar ärgert auch in mir selbst.
Dies wurde bei mir Projektion genannt.

Ich wünsche Allen, dass sie sich selbst besser verstehen können u. so weniger sich von Außen,
dann auch Unverstanden fühlen werden !

27.04.2021 12:06 • x 2 #39


Lost111

Lost111

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@Pilsum

Hallo Bernhard,

danke für deine ausführlichen Erklärungen. Das hört sich alles logisch und nachvollziehbar an.

Zitat:
Das alles ist am Anfang immer schwierig. Und das Lernen funktioniert nur, wenn Du es
täglich übst und wenn Du es wirklich lernen willst.
Lernen kostet Zeit, Kraft und Energie. Und lernen erfordert, das Du grundsätzlich etwas
Bestimmtes lernen willst.

Das ist richtig. Aber dazu muss man erstmal die Kraft und Energie haben. Ich bin ja nach wie vor krank geschrieben und kriege so gut wie gar nichts auf die Reihe. Ich bin das alles so müde geworden. Jedes kleine bisschen ist eine Anstrengung und mir wird alles ganz schnell zu viel. Immer noch. Es gibt Tage, da... Das schreibe ich jetzt besser nicht.
Zitat:
Weil man nichts aus dem Unterbewusstsein verschwinden lassen kann, sprechen Fachleute davon,
man soll versuchen sein Leben so zu akzeptieren, wie es bis jetzt gelaufen ist.

Verrätst du mir das Geheimnis? Das versuche ich gefühlt schon mein Leben lang. Die Unzufriedenheit mit mir und meinem Leben ist ein ständiger Kampf. Ich wünschte mir mehr Akzeptanz. Wahrscheinlich muss ich an meiner Sichtweise arbeiten.
Vllt. lebe ich auch mehr in der Vergangenheit als in der Gegenwart. Falls man das "leben" nennen kann, denn ich habe das alles manchmal so satt. Aber noch kämpfe ich, Tag für Tag. Vllt. habe ich auch kein wirkliches Ziel mehr im Leben. Gefühlt ist alles schon gelaufen. Je länger ich lebe, desto größer erschein mir das "Rätsel Leben".
Zitat:
Wer zufriedener leben möchte, der sollte sich immer wieder den Inhalt seines
Werkzeugkastens (das Unterbewusstsein) anschauen und überlegen, ob es nicht an der Zeit ist,
mal neue Werkzeuge hinzuzufügen, damit man eleganter die Stellschrauben an seinem Leben
einstellen kann.

Das ist das Schwere daran. Mir macht alles neue Angst, jede Veränderung macht mir Angst. Damit stehe ich mir selbst im Wege. Wenn ich doch nur mehr Mut hätte...

@Joline

Zitat:
nein, geht schon früher. hat sich gesetzlich geändert. gibt auch akuttherapie schon vorher wieder.

Danke für die Info.

@Jedi

Zitat:
Ja, zufriedener zu leben heißt auch für mich, dass wir uns mit unserem Schatten beschäftigen, der wie Pilsum
schon erwähnte, sich in unserem Unterbewusstsein abgelegt hat.

Schattenarbeit. Das hört sich passend an. Natürlich verdränge auch ich so einiges, denke ich. Du hast das sicherlich während einer Therapie gemacht? Ich habe so noch nie davon gehört.
Zitat:
Ich habe für mich lernen können, wenn ich etwas in meinem Gegenüber sehe, was mir nicht gefällt, villt. ärgert,
dann steckt an vondem, was mir da nicht gefällt, gar ärgert auch in mir selbst.
Dies wurde bei mir Projektion genannt.

Da ist was dran.

LG und
Lost111

27.04.2021 19:41 • x 2 #40


Lost111

Lost111

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Und es ist erneut passiert. Gerade heute Nachmittag erst. Ich fühle mich total unverstanden. Mein - wirklich sehr keines familiäres Umfeld - hat einfach kein Verständnis für mich und meine Krankheit. Es wird einfach nicht verstanden, warum ich immer noch nicht arbeiten gehen kann. Das macht mir nach wie vor sehr zu schaffen und vor allem tieftraurig.
Gerade weil ich nur wenige Bezugspersonen habe, ist mir deren Meinung natürlich wichtig. Und da als "Alien" angesehen zu werden ist nicht wirklich schön.
JA - ich weiß, ich bin beziehungsabhängig.
Eine Aussage von heute war: "Du arbeitest ja nur 4 Stunden.". Bei solchen Worten könnte ich glatt ausflippen, denn auch nur 4 Stunden können harte Arbeit sein! Ich habe gesagt, das mir das alles zu viel ist. Aber auch das wurde einfach nicht verstanden.
Dazu muss man sagen, dass in meiner Familie berufliche Leistung extrem viel zählt. Mein Bruder ist Ingenieur, meine Schwester PTA. Und schon fühle ich mich minderwertig. Ich bin ja eine kleine Angestellte, die nur halbtags arbeitet. Ich fühle mich so wertlos.
Tut mir leid, wenn ich schon wieder am Jammern bin.

Eine tieftraurige

Lost111

28.04.2021 22:53 • x 1 #41


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Bella72

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@Lost111 ,

ich glaube, das Problem, dass andere eine psychische Erkrankung nicht verstehen, kennen alle psychisch Kranken. Man sieht es ja auch nicht wirklich. Ein Kollege hat mal zu mir gesagt: "wenn Du jetzt einen dicken Verband um den Kopf hättest, wären alle schockiert und würden Dich wie ein rohes Ei behandeln aber so sieht man ja nichts." Ich habe damals wirklich überlegt, mir mal einen Verband umzuwickeln. Das ist ein gutes Bild finde ich.
Manchmal frage ich mich, ob denn ich einen psychisch Kranken verstehen könnte wenn ich keine Erfahrung damit hätte. Ich bin mir da absolut nicht sicher. Wie sollst Du wissen wie es sich anfühlt, wenn Du es selbst nicht erlebt hast? Sogar Therapeuten und Ärzte haben schon zu mir gesagt, dass sie es nicht nachempfinden können, sie hören eben nur immer wieder die gleichen Beschwerden der PAtienten und wissen, dass es so ist.
Liebe Grüße von Bella

Gestern 14:50 • x 3 #42


Jedi

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Zitat von Lost111:
Tut mir leid, wenn ich schon wieder am Jammern bin.

Wenn nicht hier bei uns im Forum, ist Jammern ausdrücklich erwünscht

------------------------------------------------------------------------------------------------------
Zitat:
Mein - wirklich sehr keines familiäres Umfeld - hat einfach kein Verständnis für mich und meine Krankheit.

Es wird einfach nicht verstanden, warum ich immer noch nicht arbeiten gehen kann.

Was verbirgt sich dahinter ? - Ignoranz oder ein wirkliches nicht verstehen können, wie es einem Menschen,
mit einer psychischen Erkrankung geht ? - Beides könnte zutreffend sein ?
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Zitat:
Das macht mir nach wie vor sehr zu schaffen und vor allem tieftraurig.

Wird jetzt sicher sehr einfach klingen, was es sicher nicht ist, aber es wäre für Dich hilfreicher,
Du könntest von der Idee loslassen, dass Dich Deine Familie jemals akzeptieren wird/ kann, so wie Du bist
u. verstehen wird.
Zitat:
Gerade weil ich nur wenige Bezugspersonen habe, ist mir deren Meinung natürlich wichtig

Verstehe ich sehr gut u. das Du darüber sehr traurig bist !
Doch auch wenn Dir ihre Meinung wichtig ist, wirst Du nicht das Verständnis bekommen, was Du auch brauchst
u. Dir von diesen Personen wünscht.
Zitat:
Und da als "Alien" angesehen zu werden ist nicht wirklich schön.

Umso mehr, würde Dir ein Loslassen von deren Meinung u. Urteilen, weiter helfen können !
-----------------------------------------------------
Zitat:
JA - ich weiß, ich bin beziehungsabhängig.

Lost, wir sind Alle, jeder auf seine Art u. Weise abhängig von Beziehung.
Wir Menschen sind soziale Wesen u. suchen auch nach Angenommen werden, Akzeptanz, gemocht, gar geliebt zu sein !
Zitat:
Eine Aussage von heute war: "Du arbeitest ja nur 4 Stunden.". Bei solchen Worten könnte ich glatt ausflippen, denn auch nur 4 Stunden können harte Arbeit sein!

Da würde ich auch ausflippen , aber eher würde ich loslassen, von dieser Art des Unverstanden werden
u. auf Distanz gehen.
Zitat:
dass in meiner Familie berufliche Leistung extrem viel zählt

Das ist Ok, doch sollten sie es nicht bei jedem Familienmitglied vorraussetzen.
Zitat:
Und schon fühle ich mich minderwertig.

Bräuchtest Du sicherlich nicht, klingt jetzt auch recht einfach, aber diese Meinung u. Haltung Deiner Familienmitglieder,
sähen nur Gift u. Du fühlst Dich da natürlich Minderwertig.
Zitat:
Ich bin ja eine kleine Angestellte, die nur halbtags arbeitet.

Nein Lost - sage, bzw. schreibe es einmal so - "Ich bin eine Angestellte, die Haltags arbeitet" !
- wie klingt das - wie fühlt es sich an - ?
Zitat:
Ich fühle mich so wertlos.

Das Du nicht wertlos bist, brauch ich Dir nicht zu sagen/ schreiben !
Doch weil Du Deinen Familienmitgliedern so viel Macht gibst, zudem was ihre Meinung ist,
bleibst DAu in diesen Gedankenktreisel stecken - Leider - !

Mehr loslassen u. mehr innere Distanz, dass würde Dir helfen ! - Aber das ist gerade gegenüber Familienmitglieder
nicht einfach - aber manchmal notwendig.

Gestern 14:59 • x 2 #43


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Pilsum

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@Lost111

Ich fange mal an.
Ich sage, wenn es Dir besser gehen soll, dann solltest Du etwas zu Deinem Vorteil verändern.
Das nennt man, "Du solltest etwas Neues lernen."

Darauf antwortest Du.
Dafür muss man aber erst mal die Kraft und die Energie haben. Ich bin ja krankgeschrieben.

Mit anderen Worten sagst Du mir.
"Ich kann ja gar nichts Neues lernen.
Ich bin ja krank.
Und krank bin ich vermutlich auch deswegen, weil ich von meiner Familie nicht so akzeptiert werde, wie ich es mir wünsche."
Was möchtest Du damit sagen?
Glaubst Du gar nicht daran, das Du an Deiner Situation jemals etwas verbessern kannst?
Macht es dann noch Sinn, gemeinsam nach Lösungen zu suchen?
Ich hätte gedacht. Gerade wo Du krank bist, besteht vielleich die Chance, über Lösungen nachzudenken.

Vielleicht sehe ich aber auch einiges falsch.

Gestern 16:39 • x 2 #44


Marylu

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@Lost111 Ach liebe Lost111, es tut mir so leid für dich und auf deine Familie werde ich richtig wütend. Zum einen können sie dich ja einfach Mal fragen, wie sich die Krankheit anfühlt und zum anderen Fragen sie doch sicher in anderen Dingen auch Dr.Google. Und wenn es einem schlecht geht, fängt man ja auch nicht an zu diskutieren. Ich wünsche dir alles Liebe und drücke dich ganz fest.

Gestern 16:45 • x 1 #45


Resi

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Zitat von Lost111:
Bei solchen Worten könnte ich glatt ausflippen,


Und wieso tust du es nicht? Wieso zeigst du nicht, daß es dich wütend macht?
Was hast du zu verlieren ?

Du hast es oft und wieder und wieder erklärt- Schluß damit!
Das raubt dir viel zu viel Energie.

Es ist so.
Punkt.

Und noch was, Lost:
Ja, wir sind soziale Wesen, ganz richtig.
Aber wir können uns auch in sehr vielen Situationen und vor allem im privaten Umfeld diejenigen aussuchen, mit denen wir klarkommen und die uns guttun, und das ist nicht immer die Familie.

Sollen sie in ihrem Leistungsdenken bleiben- meine ist auch so, und mein Schwager findet mich voll den Looser, weil ich ein altes Auto fahre und immer am Rand der Existenznot bin, aber das ist seine Denke!
Ich sehe ihn als Sklave seiner Gier, aber das ist meine Denke.
Und je mehr wir uns aus dem Weg gehen, desto besser.
Ich habe dafür Freunde, die nicht nur an der Oberfläche kratzen, sondern echt sind.
Und die mich nicht fertigmachen- das wünsch ich dir auch.

Dazu braucht man aber erstens "Kapazitäten" und auch- leider- die Bereitschaft dazu, zuzulassen, daß uns die anderen nicht verstehen und sich abwenden.

Alles Gute dir!

Gestern 17:55 • x 3 #46


Lost111

Lost111

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@Bella72

Zitat:
Manchmal frage ich mich, ob denn ich einen psychisch Kranken verstehen könnte wenn ich keine Erfahrung damit hätte. Ich bin mir da absolut nicht sicher. Wie sollst Du wissen wie es sich anfühlt, wenn Du es selbst nicht erlebt hast?

Ich sage ja nicht, dass es einfach zu verstehen ist. Aber man könnte es wenigstens versuchen. Aber ich erwarte wohl einfach zu viel und bin dann enttäuscht, wenn es nicht so ist. Wahrscheinlich sollte ich einfach nichts erwarten.

@Jedi

Zitat:
Was verbirgt sich dahinter ? - Ignoranz oder ein wirkliches nicht verstehen können, wie es einem Menschen,
mit einer psychischen Erkrankung geht ? - Beides könnte zutreffend sein ?

Ich glaube - hoffe! - nicht, dass es Ignoranz ist. Es ist einfach das Nichtverstehen wollen/können?
Zitat:
Wird jetzt sicher sehr einfach klingen, was es sicher nicht ist, aber es wäre für Dich hilfreicher,
Du könntest von der Idee loslassen, dass Dich Deine Familie jemals akzeptieren wird/ kann, so wie Du bist
u. verstehen wird.

Ja, ich muss mich wohl davon verabschieden und loslassen. Aber das ist hart. Sind sie doch fast meine einzigen Bezugspersonen. Vllt. tut es irgendwann nicht mehr so weh. Ich glaube, tief in meinem Herzen weiß ich, dass sie das nie wirklich akzeptieren können; ich will es nur nicht wahrhaben.
Zitat:
Nein Lost - sage, bzw. schreibe es einmal so - "Ich bin eine Angestellte, die Haltags arbeitet" !
- wie klingt das - wie fühlt es sich an - ?

Nun ja, das hört sich besser als wie ich es formuliert habe. Jetzt muss ich doch ein wenig schmunzeln.
Zitat:
Das Du nicht wertlos bist, brauch ich Dir nicht zu sagen/ schreiben !
Doch weil Du Deinen Familienmitgliedern so viel Macht gibst, zudem was ihre Meinung ist,
bleibst DAu in diesen Gedankenktreisel stecken - Leider - !

Natürlich weiß ich das im Grunde genommen. Aber wie gesagt, meine Familie ist mir nun mal noch sehr wichtig. Wie du schon richtig sagst: die innere Distanz fehlt. Daran muss ich arbeiten.

@Pilsum

Zitat:
Mit anderen Worten sagst Du mir.
"Ich kann ja gar nichts Neues lernen.
Ich bin ja krank.
Und krank bin ich vermutlich auch deswegen, weil ich von meiner Familie nicht so akzeptiert werde, wie ich es mir wünsche."
Was möchtest Du damit sagen?
Glaubst Du gar nicht daran, das Du an Deiner Situation jemals etwas verbessern kannst?

Ich möchte damit sagen, dass ich momentan nicht viel an meinem (seelischen) Zustand ändern kann. Mir fehlt leider immer noch die Kraft dazu. Ich weiß, dass nur ich selbst etwas zum Besseren verändern kann. Aber vllt. "erfinde" ich auch nur Ausreden, um nichts verändern zu müssen?! Mmh, da gibst du mir jetzt was zu denken... Aber was wäre die Schlussfolgerung? Dass alles so bleibt, wie es ist. Oh je, mir schwirrt der Kopf.

@Marylu

Zitat:
Ach liebe Lost111, es tut mir so leid für dich und auf deine Familie werde ich richtig wütend. Zum einen können sie dich ja einfach Mal fragen, wie sich die Krankheit anfühlt und zum anderen Fragen sie doch sicher in anderen Dingen auch Dr.Google. Und wenn es einem schlecht geht, fängt man ja auch nicht an zu diskutieren. Ich wünsche dir alles Liebe und drücke dich ganz fest.

Ach du, ich drück dich mal zurück. Ich habe meiner Mutter schon vor Jahren mehrmals angeboten, ihr Literatur zu dem Thema zu geben. Das wollte sie nie annehmen. Und - wie du schon sagst - es gibt auch das www als Informationsquelle.
Letztendlich kann man niemanden dazu zwingen. Aber danke für dein Mitgefühl.

@Resi

Zitat:
Und wieso tust du es nicht? Wieso zeigst du nicht, daß es dich wütend macht?
Was hast du zu verlieren ?

Das ist eine gute Frage. Ich bin nicht wirklich gut darin, Wut offensichtlich zu zeigen. Ich wünschte, ich wäre so mutig.
So fresse ich alles in mich rein, was auch nicht gerade gut ist. Aus meiner Therapiezeit weiß ich eigentlich, dass da nur "radikale Akzeptanz" hilft. Ich kann die Anderen nicht ändern. Aber ich kann mich innerlich distanzieren. Das hört sich so einfach an!
Zitat:
Dazu braucht man aber erstens "Kapazitäten" und auch- leider- die Bereitschaft dazu, zuzulassen, daß uns die anderen nicht verstehen und sich abwenden.
Alles Gute dir!

Da hast du was gesagt.

An alle, die hier geschrieben haben, möchte ich ein fettes DANKE sagen!

LG Lost111

Gestern 19:02 • x 2 #47


Jedi

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Zitat von Lost111:
Aber das ist hart. Sind sie doch fast meine einzigen Bezugspersonen.

Das es für Dich hart ist, ist absolut verständlich, gerade auch, weil es fast Deine einzigen Bezugspersonen sind.
Zitat von Lost111:
Ich glaube, tief in meinem Herzen weiß ich, dass sie das nie wirklich akzeptieren können;

ich will es nur nicht wahrhaben.

Ich finde, wenn Dir das auch schon so bewusst ist - ist es bitter u. löst bei mir völliges Unverständnis für
Deine Familienmitglieder aus.
Zitat von Lost111:
Vllt. tut es irgendwann nicht mehr so weh.

Ich überlege auch, wie Du das einmal ansprechen könntest, wie sich villt. ein besseres Verhältnis herstellen lässt.
Selbst wenn sie es nicht Akzeptieren können oder wollen, könnte ein besseres Miteinander doch möglich
sein ? - Ich finde es immer verstörend, wenn es in Familien kein versöhnlichen Umgang zu geben scheint
u. warum, muss man ein Familienmitglied so an den Rand drängen -
Zitat von Lost111:
Aber wie gesagt, meine Familie ist mir nun mal noch sehr wichtig.

Gerade deswegen, finde ich so ein Unfrieden in der Familie, so übeflüssig !
Zitat von Lost111:
Wie du schon richtig sagst: die innere Distanz fehlt.
Daran muss ich arbeiten.

Schade, wenn ich Dir so etwas schreiben muss, denn das wird schwer für Dich, gerade, weil Dir Deine Familie
so wichtig ist.
---------------------------------------------------
Zitat von Lost111:
Nun ja, das hört sich besser als wie ich es formuliert habe.

Jetzt muss ich doch ein wenig schmunzeln.

Das finde ich schön, dass Dich das zum schmunzeln gebracht hat - mal etwas Leichtes in all dem Schweren !

Gestern 19:44 • #48


Lost111

Lost111

2084
9
930
@Jedi

Zitat:
Ich finde, wenn Dir das auch schon so bewusst ist - ist es bitter u. löst bei mir völliges Unverständnis für
Deine Familienmitglieder aus.

Man sucht sich seine Familie nicht aus. Psychische Erkrankungen werden halt nicht wirklich akzeptiert bzw. runter gespielt, so nach dem Motto: "man sieht ja nichts". Gerade meine Mutter zeigt da wenig Empathie. Vllt. kann sie es auch einfach nicht. Trotzdem tut es weh.
Zitat:
Ich überlege auch, wie Du das einmal ansprechen könntest, wie sich villt. ein besseres Verhältnis herstellen lässt.
Selbst wenn sie es nicht Akzeptieren können oder wollen, könnte ein besseres Miteinander doch möglich
sein ? - Ich finde es immer verstörend, wenn es in Familien kein versöhnlichen Umgang zu geben scheint
u. warum, muss man ein Familienmitglied so an den Rand drängen -

Es ist ja nicht so, dass wir uns deswegen in den Haaren sind. Aber ich bin halt "die Irre" in der Familie. LACH
Inzwischen rede ich nur noch äußerst ungerne darüber. Es bringt ja eh nichts. Es ist echt an der Zeit, mich da mehr zu distanzieren. Dafür hätte ich gerne Hilfe, aber woher in diesen Zeiten?! Gut, ich kann meinen HA nächste Woche volljammern; aber helfen kann er nicht wirklich.
Schon die Erwähnung, dass ich nächste Woche nochmal zum Arzt gehen werde, stieß bei meiner Mama auf völliges Unverständnis. Aber ich muss auf mich gucken, wie es mir damit geht. Und ich bemühe mich, bald wieder arbeiten zu gehen. Aber alles zu seiner Zeit.
Zitat:
Schade, wenn ich Dir so etwas schreiben muss, denn das wird schwer für Dich, gerade, weil Dir Deine Familie
so wichtig ist.

So ist es!

LG Lost111

Gestern 20:06 • x 1 #49


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Joline

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Liebe @Lost111 , ich habe gerade hier gelesen und mir fehlen die Worte, aber ich kann dich so gut verstehen. Ich kenne auch dieses Unverständnis. Und das obwohl meine M.u sogar selber schon immer Depressionen hatte und zumindest noch Symptome hat. Aber ich hab irgendwann aufgehört drüber zu reden, dass es mir schlecht geht. Ich mochte irgendwann gar nichts mehr erzählen, weil ich die Antworten nicht mehr ertragen habe, ertragen wollte. Und ja, das war sehr traurig. So schräg ist es manchmal.
Irgendwann kommt dann das Erkennen, so richtig spüren, wahrhaben, mit Traurigkeit aber auch Loslösungsgefühl, Erleichterung, und irgendwann wird die Traurigkeit darüber immer weniger. Ich hoffe, das tröstet ein bisschen.

Gestern 20:20 • x 1 #50


Lost111

Lost111

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@Joline

Hallo liebe Joline,

danke für deine mitfühlenden Worte.
Zitat:
ich habe gerade hier gelesen und mir fehlen die Worte, aber ich kann dich so gut verstehen. Ich kenne auch dieses Unverständnis. Und das obwohl meine M.u sogar selber schon immer Depressionen hatte und zumindest noch Symptome hat. Aber ich hab irgendwann aufgehört drüber zu reden, dass es mir schlecht geht. Ich mochte irgendwann gar nichts mehr erzählen, weil ich die Antworten nicht mehr ertragen habe, ertragen wollte. Und ja, das war sehr traurig. So schräg ist es manchmal.

Meine Mama hätte - ehrlich gesagt - auch schon des Öfteren psychologische Hilfe in Anspruch nehmen sollen. Aber das würde sie sich niemals eingestehen. Da ist sie echt "blind". Und Psychopharmaka - OMG! O-Ton: "Ich bin doch nicht verrückt!".
Ich meine, sie nimmt auch Medikamente wegen einiger anderer Krankheiten. Aber das kann man nicht mehr ändern. Ich muss halt damit leben, dass es so ist. Ja, wahrscheinlich wird die Enttäuschung und Traurigkeit irgendwann weniger. Momentan macht mir das allerdings noch sehr zu schaffen. Wie gerne würde ich da weniger emotional involviert sein!

LG Lost111

Gestern 20:43 • x 1 #51


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Joline

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gerne

Gestern 20:56 • #52


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Pilsum

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Zitat von Lost111:
Ich möchte damit sagen, dass ich momentan nicht viel an meinem (seelischen) Zustand ändern kann. Mir fehlt leider immer noch die Kraft dazu. Ich weiß, dass nur ich selbst etwas zum Besseren verändern kann. Aber vllt. "erfinde" ich auch nur Ausreden, um nichts verändern zu müssen?! Mmh, da gibst du mir jetzt was zu denken... Aber was wäre die Schlussfolgerung? Dass alles so bleibt, wie es ist.


Es mag sein, dass Du Deine Meinung so selbst hinstellst, dass Du zunächst nichts verändern brauchst.
Entscheide dies für Dich.
Möglicherweise hast Du die richtige Schlussfolgerung schon erkannt.

Heute 01:52 • #53


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Pilsum

2420
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Zitat von Lost111:
Man sucht sich seine Familie nicht aus



Diesen Spruch kenne ich.
Leider ist es nicht automatisch so, dass sich die Mitglieder einer Familie automatisch einander
eng zugehörig fühlen. Dies ist ein Grund, warum man nicht immer davon ausgehen kann,
das sich Familienmitglieder untereinander meistens gut verstehen. Auch wenn man sich das
so gern wünscht.

Zitat von Lost111:
Gerade meine Mutter zeigt da wenig Empathie. Vllt. kann sie es auch einfach nicht.


Wenn eine Mutter ihren Kindern gegenüber wenig Mitgefühl zeigt, hat dies leider fast immer
schlimme Auswirkungen, auf die seelische Entwicklung der Kinder.
Erst wenn Kinder erwachsen sind, haben sie die Chance zu erkennen, das die Mutter oder auch
beide Elternteile überhaupt nicht in der Lage waren, das Kind zu fördern und zu unterstützen.

Dann stellt sich die Frage. Wie kann ein Mensch lernen, mit dieser Tatsache umzugehen und
trotzdem ein zufriedenstellendes Leben aufbauen?
Können andere Menschen, Bekannte, Freunde und Lebenspartner hier nicht eine sehr
wichtige Rolle im Leben spielen?
Fremde können mich durchaus schon mal viel besser verstehen, als meine Familienmitglieder.

Heute 02:19 • x 1 #54


Marylu

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Zitat von Lost111:
@Jedi Man sucht sich seine Familie nicht aus. Psychische Erkrankungen werden halt nicht wirklich akzeptiert bzw. runter gespielt, so nach dem ...

Weißt du, was ich denke? Vielleicht hat deine Mutter auch psychische Probleme und will es auf keinen Fall wahrhaben. So kann sie es auch bei dir nicht aushalten, da es zu nahe an sie rankäme. Ist nur so ein Gedanke. LG.

Vor 57 Minuten • #55


Marylu

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Ach sorry, das hast du ja noch geschrieben, hatte ich noch nicht gelesen.

Vor 55 Minuten • #56

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