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Trennung von der Freundin - ich schaffe es nicht

Unwichtiger

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Hallo ihr,

ich muss mich mal über die Situation mit meiner Freundin aussprechen. Im wahren Leben habe ich dazu keinen.

Vorweg: Ich werde wohl einiges Negatives über sie sagen. Da in Foren für psychisch. Erkrankungen erfahrungsgemäß mehr Frauen sind und man sich meistens mehr mit dem eigenen Geschlecht identifziert, bitte ich darum, sich auch in meine Perspektive zu versetzen. Einen *beep* kann ich nicht gebrauchen und das hilft niemandem.

Wir sind beide Ende 30 und seit 4 Jahren zusammen. Ich wollte schon seit 2 Jahren die Beziehung beenden, habe es aber nie geschafft. Es fällt mir unheimlich schwer, gegenüber Mitmenschen meinen Willen zu äußern, gehe jedem Konflikt aus dem Weg. Deswegen plätscherte die Beziehung so vor sich hin, obwohl ich sie gar nicht wollte.

Sie strengt mich einfach total an. In Ihrer Gegenwart sind meine Nerven fast immer zum Bersten angespannt.

Punkt1: Redebedürfnis. Was mich am meisten anstrengt: Sie redet. Und redet. Und redet und redet und redet. Ohne Ende. Und hat dabei nichts zu sagen. Ich mag es, vertraut auch mal gemeinsam zu schweigen. Das ist bei ihr unmöglich. Wenn Sie bei einer Autofahrt 3Minuten am Stück nichts sagt, ist sie eingeschlafen. Sie beredet auch solange ein Thema, bis sie ihren Willen kriegt. Sie weiß, was sie will und akzeptiert eigentlich keine Kompromisse.

Punkt2: Sie besitzt kein Differenzierungsvermögen. Das ist nicht nur meine Wahrnehmung, sondern auch die anderer Leute. Das macht mich irre, weil sie Dinge, die ich sage, einfach nicht versteht. Aber es totdiskutieren möchte. Sie besitzt eine enorme Energie, ist eine Powerfrau, wie es sie selten gibt. Sie ist von morgens bis Abends in Aktion. Zweimal hat sie 30 Stunden durchgearbeitet. Ich bin genau das Gegenteil, eher depressiv und antriebsarm, wenig belastbar.

Punkt3: Unsere Wohnung. Sie ist irgendwann in meine Eigentumswohnung miteingezogen. Die Wohnung hat ca. 120qm. Sie hat ausnahmslos alles bestimmt, wie jeder Raum auszusehen hat. Sie wollte die Einrichtung jedes Raumes bis ins letzte Detail ausdiskutieren. Da habe ich immer entnervt aufgegeben.
Dazu kommen völlig absurde Dinge: Sie möchte immer wieder ein Bett, dass 2,70 meter breit ist. Das Schlafzimmer ist aber nur ca. 2,50 Meter breit. Auch wenn man das Bett drehen würde: Es passt einfach nicht. Physikalisch unmöglich. Sie nörgelt aber wieder und wieder rum, sie möchte genau dieses Bett für genau unser Schlafzimmer.

Punkt4: Konsum. Ich habe für mich in den letzten Jahren festgestellt, dass mich Konsum in keinster Weise glücklicher macht. Ich habe mich von einer Menge unnützer Dinge getrennt. Ich sehe es nicht ein, Geld auszugeben für Elektrogeräte oder Möbel, die sowieso alle nur wenige Jahre halten.
Sie dagegen kauft unfassbare Mengen an Schrott. In unserer Wohnung ist jede Schublade voll mit Kram. Am schlimmsten ist die Küche, ich kann da kaum noch einen Schritt machen, weil da soviel rumsteht. Die Schränke sind zum Bersten voll. Unfassbare Mengen an Geschirr und Küchengeräten. Unter den Schränken ist alles voll, auf den Schränken alles voll.
Jeden Tag kommen neue Pakete an. Es waren bis Juli diesen Jahres ungelogen bestimmt 400 Pakete. Kein Wunder, dass die Wohnung platzt. Sie kauft Sachen doppelt und dreifach. Vor ner Woche hat sie wieder einen Staubsauger gekauft, damit haben wir jetzt vier. Der neuste ist eben kabellos. Für das 2,70 Meter breite Bett hat sie auch schon Bettwäsche gekauft.

Punkt5: Mein Rückzugsraum. Den gewährt sie mir einfach nicht. Ich wollte von Anfang an einen Raum der Wohnung als meinen Rückzugsraum, aber für den Raum hatte sie andere Vorstellungen. Ich habe zwar ein Büro, das ist aber durch keine Wand oder so von ihrem Büro getrennt. Ich habe x Mal versucht, dass sie mich wenigstens in meinem Büro in Ruhe lässt. Klappt einfach nicht. Sie stürmt x mal am Tag rein, um irgendwas zu bequasseln.

Punkt6: Hysterie. Sie dreht emotional immer wieder durch. Dass Frauen das wegen ihren Hormonen hin und wieder mal tun, macht sie ja eigentlich sympatisch. Bei ihr ist das allerdings extrem. Durch unseren recht jungen Sohn von 7 Monaten wird diese Hysterie noch befeuert. Ständig will sie mit ihm in die Notaufnahme oder zum Arzt. Sie hat schon unter Tränen so ziemlich jede Krankheit bei ihm gewittert: Herzfehler, Autimus, Trisomie21, Psychische Krankheiten, Blindheit. Sie lässt sich dann auch nicht beruhigen, wie immer quasselt sie ohne Ende. Einmal bin ich dann tatsächlich mit ihr in die Notaufnahme gefahren, weil ich keinen Nerv zur Diskussion hatte. Sie meinte, unser Sohn hätte einen gebrochenen Zeh. In der Notaufnahme wurden wir dann natürlich zusammgefaltet, war ja zu erwarten.

Ihre guten Seiten: Sie ist eine wunderbare Mutter. Sie tut alles für unseren 7Monate alten Sohn und verliert wirklich nie die Geduld. Sie bringt ihn ständig zum lachen. Generell hat sie ein gutes Herz, engagiert sich für sozial benachteiligte Kinder und ist Schöffenrichterin am Gericht. Meine ganze Familie liebt sie, da sie für jeden Kindergeburtstag hundert Kuchen backt, die tollsten Geschenke mitbringt und sich bei allem sehr viel Mühe gibt.

Meine persönliche Situation: Ich bin seit bestimmt zwei Jahren in einem ziemlichen Stimmungstief. Vor über einem Jahr habe ich wegen Überlastung meine Arbeitsstelle gekündigt. Meine finanziellen Reserven sind jetzt quasi aufgebraucht. Sie verdient zwar gut, aber ich weigere mich, auf Ihre Kosten zu leben. Gleichzeitig bin ich nicht arbeitsfähig. Ich hatte vor einem Jahr ziemliche Probleme mit den Weissheitszähnen und habe seitdem chronische Schmerzen, die die Ärzte nicht in den Griff kriegen. Sehr starke Schmerzmittel helfen kaum, dementsprechend liegen meine Nerven blank.

Meine Familie: Würde mir im Falle einer Trennung die Schuld geben. Meine ganze Familie liebt sie, während ich derjenige bin, der immer mal wieder die Arbeitsstelle wechselt und lange nicht so erfolgreich wie der Rest der Familie ist. Die Depressionen, die ich habe, sind sowieso Unfug, da muss man sich nur zusammen reissen.

Meine momentane Problemsituation: Ich schaffe es nicht, mich zu trennen. Kann mich nicht überwinden, diesen Schlusstrich zu setzen. Ich will sie doch auch nicht mit unserem Sohn alleine lassen. Andererseits kann ich ihre Gegenwart nicht mehr ertragen. Ich habe schon Suizidgedanken.


So, bin jetzt sehr müde. Ich muss vom Schreiben eine Pause machen. Schreibt mir gerne was.

20.07.2020 13:28 • x 1 #1


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buddl1

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.... den Schritt zu einer Trennung, denn wirst du schon selber durchführen müssen,
bei allen wenn und aber...
vielleicht genügt auch erst mal ein gewisser Abstand für einige Zeit.
das bei dieser Enge, suizidale Gedanken ihren Boden finden, da verständlich wird,
du beruflich ebenso wie körperlich ebenso in Problemen steckt.
eine Lösung ist dieser Weg aber nicht.

es wird Zeit klare Grenzen zu setzen,
was dem eigenen Rückzugs- und Arbeitsraum betrifft.
ja, du kannst dies so nicht einfordern, sodass du hier professionelle Hilfe suchen solltest,
eine Familien-Partnerberatung,
bevor du selbst daran zerbrichst.
- so wie dir geht es aber nicht rein allein Männer, es ist nicht alles unbedingt Frauentypisch
aber das tut ja hier nichts zur Sache...
buddl1,

20.07.2020 15:47 • x 1 #2


dumbo

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Mir stellt sich bei deinem Beitrag die Frage, warum ihr ein Kind bekommen habt, wenn du dich schon seit über 2 Jahren trennen willst? Das ist etwas, was ich persönlich nicht fair finde, ihr gegenüber. Vielleicht hättest du es einfach schon mal ansprechen sollen, dass du dir unsicher über diese Beziehung bist. Man muss ja nicht gleich Schluss machen. Allerdings liest es sich für mich auch so als würde deine Freundin gar nicht mit sich reden lassen. Käme evtl eine Paartherapie in Frage?

Das Wichtigste wäre aber: Liebst du sie denn überhaupt noch?

Wenn du sie noch liebst, dann solltest du unbedingt deine Zweifel ansprechen, denn wenn du nicht darüber redest, dann kann sich auch nichts ändern. Ggf. Mit einer Paartherapie.

Wenn du diese Frage mit Nein beantworten kannst, dann bin ich der Meinung, dass du sie verlassen solltest, um ihr die Chance zu geben, einen Partner zu finden, der dies tut. Dieses Verhalten empfinde ich als sehr egoistisch. Nur weil man selber den Mut nicht aufbringt eine Beziehung zu beenden, die dann in ein paar Jahren ggf sowieso gegen die Wand läuft, weil es ja mit den nervigen Sachen nicht besser wird, sondern sie einen immer mehr nerven, ist keine gute Entscheidung. Auch für dich nicht. Warum stellst du deine Familie und sie über dein eigenes Wohlbefinden? Der Kontakt zu ihr wird ja wahrscheinlich über das gemeinsame Kind weiter bestehen bleiben. Wovor genau hast du Angst? Manchmal tut man anderen Menschen weh, obwohl man das nicht möchte, aber es ist das Beste für beide Seiten. Es ist die ehrliche Variante. Ich persönlich würde nicht wollen, dass mein Partner mit mir zusammen bleibt, weil er denkt, er müsse, nur weil seine Familie mich mag und ich ja eigentlich ein netter Mensch bin. Es gibt viele nette Menschen, dennoch möchte man mit dem Großteil eben keine Beziehung eingehen. Ich fände es fairer, wenn er mir das sagt.

Du willst doch bestimmt nicht ewig so weiterleben, weil du versuchst diese Entscheidung zu umgehen, oder? Irgendwann wird also ein Knall kommen. Je länger du wartest, desto schlimmer wird er doch nur, für alle Beteiligten.

Wie läuft denn eure Beziehung sonst so? Unternehmt ihr gemeinsame Sachen? Habt ihr gleiche Hobbies? Streitet ihr viel? Versucht ihr euch aus dem Weg zu gehen? Es ist auch nicht gut, dass du immer klein bei gibst, nur um Auseinandersetzungen zu vermeiden. Mit jedem Mal wird sie mehr machen, was sie will, denn sie weiß ja, dass du irgendwann aufgibst. Du verlierst dich dabei und wirst immer unglücklicher. Manchmal muss man eben streiten, das gehört dazu. Und auch sie muss lernen Rücksicht zu nehmen.

20.07.2020 17:41 • x 2 #3


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Jedi

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Meine Vorschreiber haben schon sehr viel an richtigen Gedanken Dir dagelassen,
da gibt es nichts weireres zu ergänzen.

Doch habt ihr Beide , als Eltern euch schon einmal dazu Gedanken gemacht, dass euer Sohn in einer wichtigen Prägephase
sich befindet u. was wollt ihr eurem Sohn über Erwachsenenverhalten u. Paarbeziehung in sein Leben mitgeben ?

Kinder haben sehr feine Antennen u. ich denke, dass euer Sohn, so in einem Spannungsfeld aufwächst,
was möglicherweise ihm später, wenn er selbst mal eine Beziehung haben wird, in seinem Verhalten beeinflussen
könnte.
Eine Trennung ist nicht immer gleich eine Katastrophe, kann aber Unterumständen für die seelische Reifung eures Sohnes
günstiger sein, als in einem solchen Spannungsfeld aufwachsen zu müssen.

Wie auch immer ihr Beiden,- Du u. deine Freundin euch entscheiden werdet, wie es weiter gehen sollte,
übernehmt eure Erwachsenen- Verantwortung, - Du für Dich - deine Freundin für sich u.
Ihr Beide gemeinsam für euren Sohn !

20.07.2020 18:21 • x 3 #4


Unwichtiger

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Zitat von dumbo:
Mir stellt sich bei deinem Beitrag die Frage, warum ihr ein Kind bekommen habt, wenn du dich schon seit über 2 Jahren trennen willst? Das ist etwas, was ich persönlich nicht fair finde, ihr gegenüber. Vielleicht hättest du es einfach schon mal ansprechen sollen, dass du dir unsicher über diese Beziehung bist.


Liebe dumbo,

es ist sicherlich von dir nicht böse gemeint, aber Du tust genau das, was ich eingangs beschrieben habe: Als Frau versetzt Du dich automatisch in die Position meiner Frau.

Vor dem Hintergrund sagst Du zu mir, dass ich "mich unfair verhalten" habe.

Die zu Grunde gelegten Fakten stimmen aber nicht, denn sie wusste sehr wohl, dass ich mich trennen wollte. Immer wieder haben wir darüber gesprochen.

Zudem sagst Du zu mir, ich sei "sehr egoistisch", da ich ihr nicht die Chance gebe, einen neuen Partner zu finden.

Das stimmt ebenfalls nicht. Ich habe ihr schon mehrfach eine Trennung in Freundschaft vorgeschlagen.

Ich weiss jetzt auch nicht, ob man es als "egoistisch" von mir bezeichen kann, dass ich ihr eine riesige Wohnung in bester Lage mit einem nicht niedrigen sechsstelligen Wert zur Verfügung stelle und in dieser Wohnung nicht das Geringste zu sagen habe. Mein Bereich umfasst etwa 10qm, ihrer über 100qm.

Ich hätte mir gewünscht, dass hier auf meine Perspektive eingegangen wird, nicht auf ihre.

Danke für die Beiträge & alles Gute allen.

03.08.2020 10:57 • #5


dumbo

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Zitat von Unwichtiger:
Vor dem Hintergrund sagst Du zu mir, dass ich "mich unfair verhalten" habe.

Die zu Grunde gelegten Fakten stimmen aber nicht, denn sie wusste sehr wohl, dass ich mich trennen wollte. Immer wieder haben wir darüber gesprochen.

Zudem sagst Du zu mir, ich sei "sehr egoistisch", da ich ihr nicht die Chance gebe, einen neuen Partner zu finden.

Das stimmt ebenfalls nicht. Ich habe ihr schon mehrfach eine Trennung in Freundschaft vorgeschlagen.

Diese Infos fehlten leider in deinem Eingangspost. Hätten die schon da drin gestanden, hättest du von mir eine andere Antwort erhalten. Ich kann Lieferung auf das reagieren, was du auch Preis gibst.

Dennoch bleibe ich dabei. Wenn du eine Trennung willst, dann musst du diese durchziehen und kannst nicht darauf warten, dass die dein Partner sein ok dafür gibt. Was hast du dir von deiner Freundin erhofft, als du eine Trennung vorgeschlagen hat? Dass sie sofort einwilligt? Es ist doch oft so, dass einer sich entliebt und der andere die Beziehung weiterführen will.

Nun muss ich meine Meinung in meiner ersten Antwort natürlich auch revidieren. Nun muss ich fragen, warum tust du dir das an? Warum stellst du dein Leben hinter ihres an? Wenn du eigentlich nicht mehr möchtest , dann beendet es. Gib dir selbst die Chance anders glücklich zu werden.

Zitat von Unwichtiger:
Ich weiss jetzt auch nicht, ob man es als "egoistisch" von mir bezeichen kann, dass ich ihr eine riesige Wohnung in bester Lage mit einem nicht niedrigen sechsstelligen Wert zur Verfügung stelle und in dieser Wohnung nicht das Geringste zu sagen habe. Mein Bereich umfasst etwa 10qm, ihrer über 100qm.

Das ist nicht egoistisch. Aber auch hier verstehe ich nicht, warum du dies machst? Da stellst du sie wieder an erster Stelle und da solltest du doch eigentlich erstmal kommen. Warum ziehst du dich zurück und lässt dir alles gefallen?
Zitat von Unwichtiger:
Ich hätte mir gewünscht, dass hier auf meine Perspektive eingegangen wird, nicht auf ihre.

Danke für die Beiträge & alles Gute allen

Dafür hättest du diese ganzen Infos aus deinem zweiten Post gleich mitteilen sollen. Lies deinen ersten Post doch selbst noch mal. Wie hätten wir das wissen sollen, ohne, dass du es uns mitteilst?

03.08.2020 11:26 • x 1 #6


Unwichtiger

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Zitat von dumbo:
Diese Infos fehlten leider in deinem Eingangspost. Hätten die schon da drin gestanden, hättest du von mir eine andere Antwort erhalten. Ich kann Lieferung auf das reagieren, was du auch Preis gibst.

Dafür hättest du diese ganzen Infos aus deinem zweiten Post gleich mitteilen sollen. Lies deinen ersten Post doch selbst noch mal. Wie hätten wir das wissen sollen, ohne, dass du es uns mitteilst?


Umgekehrt wird ein Schuh draus:
Ich habe mich nicht dazu geäussert, ob´ich mit meiner Frau über unsere Beziehungsprobleme geredet habe. Daraus hast Du gefolgert, dass ich mit meiner Frau nie darüber geredet habe.

Danke dir für deine Antwort. Du hast natürlich Recht mit der Trennung, ich sollte dies äussern. Das Problem, warum ich das nicht tue, ist. Es darf um Gottes Willen keinen Rosenkrieg geben, eben wegen unserem Sohn. Ich habe einmal bereits versucht, Schluss zu machen. Ich habe es wirklich nett und vorsichtig und empathisch gemacht. Trotzdem wurde sie zur Furie. Sie hat mir eine Stunde lang die wütendsten Vorwürfe gemacht, ich habe alles über mich ergehen lassen.Ihre Zuneigung zu mir schlug in Hass um. Liebe und Hass sind eben eng verwandt.
Um einen Rosenkrieg zu vermeiden habe ich dann tatsächlich gesagt, wir versuchen es nochmal.
Und meine Befürchtung ist eben immer noch, dass eine Trennung im Guten mit Freundschaft und einem ganz normalen Miteinander nicht möglich ist. Das wäre fürchterlich für unseren Sohn.

Du hast übrigens auch geschrieben es sei von mir "unfair gegenüber ihr", dass ich mit ihr trotz meiner Bedenken ein Kind gezeugt habe.

Du weisst nicht, wie es zur Schwangerschaft kam. Das möchte ich auch gar nicht schildern, aber ich glaube nicht, dass Du mir nach Kentnissnahme weiterhin das Attribut "unfaires Verhalten" zuordnen würdest.

Ich will mich auch nicht mit dir streiten, Du scheinst ja nett zu sein und meinst es nur gut. Erfahrungsgemäß sind in solchen Foren eben mehr Frauen als Männer unterwegs und da wird man für seine männliche Perspektive schnell kritisiert.
Umgekehrt hätte man als Frau in einem männerdominierten Forum sicher nichts zu lachen, wenn man dort über Männer schimpfen würde


Für mich ist sie mit ihrem Shopping-Drang in Kombination mit einem unfassbar hohen Redebedürfniss das Klischee einer anstrengenden Frau. Mir war das auch von Anfang an unserer Beziehung klar. Ich hatte damals, als wir uns kennengelernt haben, eine Zeit, wo es mit recht schlecht ging. Ausser für meine Arbeit bin ich quasi gar nicht mehr aus dem Haus gegangen. Trotzdem hat sie als hübsche Frau sich für mich interessiert und mich aus meinem Loch raushgeholt(Und bitte jetzt nicht wieder in ihre Perspektive versetzen und mir einen Vorwurf machen).

Ich habe gerade die Wohnung etwas sauber gemacht und einiges umgeräumt.
Ich rege mich richtig über einiges auf:

Mit ist gerade erst aufgefallen, dass sie drei (!) Kinderwippen gekauft hat. Warum?
Dazu vier Kinderbettchen. Eines fürs Wohnzimmer, eines für sein Zimmer, eines für unser Schlafzimmer und eines, was man auf die Couch legen kann.

Bei den Mieter, die hier vorher gewohnt haben, war die Küche eine Wohnküche, Wohnzimmer und Küche in einem. Jetzt ist sie nur Küche und es ist trotzdem alles unfassbar voll. Ich kann nichtmal Waschmaschine oder Kühlschrank öffnen, ohne irgendwelche Hocker, Stühle, Tischchen oder sonstwas zu verrücken. Von allem, was man besitzen kann, besitzt sie unfassbare Mengen. 60 Kaffeetassen. 30 Frühstücks-Holzbrettchen. Dazu riesige Mengen an Töpfen, Pfannen, etc.

Überall in Wohnung Amazon Kartons. Unter der Couch, unter den Küchenschränken, hinter Regalen.
Überall. Vier Doppel-Kleiderschränke, zudem Kartons mit Bekleidung.

Sie war jetzt 5 Tage bei ihrer Familie. Ich weiss ganz genau, das Auto wird beschissen aussehen, wenn sie heute Abend wiederkommt. Sie fährt seit fast 20 Jahren Auto und war noch nie(!) mit ihrem Auto in einer Waschanlage. Seit wir uns ein Auto teilen, bleibt das auch immer an mir hängen.

Ich weiss, wir sollten es beenden.

Wir wollen es eben beide wegen unserem Sohn nicht. Er ist so toll und fantastisch. Das Vaterwerden macht einen so unglaublich stolz. Wir wollen ihm eben beide ein gutes Zuhause bieten.

Dazu kommt, dass meine Nerven seit über einem Jahr blank liegen, ich habe sogar meine Arbeitsstelle aufgegeben.
Der Grund ist, dass bei einer Weissheitszahn-Entfernung vor 1,5 Jahren irgendwas schief gelaufen ist und ich chronische Schmerzen seitdem habe.

Trotz einer Arzt Odyssee bessert sich da nicht wirklich was.

Die Schmerzen scheinen auch stressbedingt zu sein. Ich habe letztens eine dreitägige Radtour von 200km gemacht und ich war schmerzfrei.

Tja. Ärger auf allen Ebenen.

04.08.2020 13:17 • #7


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buddl1

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. weiß du,
wie viel Partnerschaften so aufrecht erhalten werden?
weil einer(e) nicht loslassen kann!
bei jeder Trennung erfahren Kinder Leid und Schmerz... der nur langsam sich überwinden, später mal verstanden werden kann.
aber verbleibt dieser momentane Zustand, endet der Schmerz, auch dein Leiden nie!
du willst dich diesem nicht entziehen, wo doch du nun schon alles aufgezählt hast was du nicht nur als störend empfunden hast. und doch klammerst du dich gerade verzweifelst an diese Beziehung, nur wegen des Kindes?
du liebst sie immer noch, erträgst diesen Zustand und fragst wie es weiter gehen soll, könnte oder müsste...
ich bin ein Scheidungskind, oder besser eins das ohne einen Elternteil zurecht kommen musste,
und, ich lebe!
auch wenn man getrennte Leben führt, so ist doch dies möglich und sei es nur über das örtliche Jugendamt, gerade wenn ein Rosekrieg beginnt/ geführt werden muss....
übrigens befürchte ich, wenn du deine finanziellen Reserven durch sie aufgebraucht hast...
was wird dann?
lässt sie dich fallen und sucht sich einen neuen Finanzier?
mehr verbindet sie doch offensichtlich nicht mit dir...
hast du darüber dir Gedanken gemacht,
das du derjenige bisher diesen Lebensstil geboten hat?
ohne Tatsachen zu setzten,
bitte Rosenkrieg, er wurde weit vor dir erfunden.
sicher, es brauch nicht nur Mut und Entschlossenheit,
vor allem wegen eurem Kind.
buddl1,

04.08.2020 14:07 • #8


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Jedi

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Hallo @Unwichtiger !

Zitat von Unwichtiger:
Erfahrungsgemäß sind in solchen Foren eben mehr Frauen als Männer unterwegs und da wird man für seine männliche Perspektive schnell kritisiert.

Mögen so Deine Erfahrungen sein, aber in Deinem Fall, fehlten einfach ein paar wichtige Details,
die dann @dumbo veranlassten, so zu schreiben, wie sie geschrieben hatte.

So mein Eindruck, nachdem ich die Beiträge noch einmal nachgelesen habe !
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Trotzdem, nach allem was Du geschrieben hast, ist mir immer noch nicht klar,
warum Du nicht von Dir aus die Trennung vollziehst ?

Du willst einen Rosenkrieg vermeiden u. Dein Argument, ist Dein Kind.
Das finde ich von Dir, als Vater sehr Verantwortlich u. Respekt für eine solche Haltung.

Doch, wenn ihr weiter eine so, wie ich es hier aus Deinen Beiträgen wahrnehmen kann,
doch eher Lieblose Beziehung lebt u. euer Verhältnis eher Spannungsbeladen ist,
ist das für euer Kind weitaus schädlicher, als wenn Vater u. Mutter sich trennen u. wieder Zufriedener
werden können u. dies wird in den Wechselnden Begegnungen mit dem Ein oder Anderen Elternteil,
sich eher auf seine Psyche eures Kindes positiv auswirken !

Denn ich hatte es Dir ja schon einmal geschrieben, Kinder haben für ihre Familiäre Umgebung u.
wie Vater u. Mutter miteinander umgehen - miteinander reden, sehr feine Antennen !
Hinzu kommt, wenn ein Kind in einer Spannungsbeladenen Beziehung aufwächst, entwickelt es oft ein Schuldgefühl,
daran Schuld zu sein, dass es zu Hause zwischen den Eltern nicht so gut funktioniert.
Dies hat auch Auswirkungen auf sein restliches Leben - seine Glaubenssätze u. seine Erfahrungen, wenn er selbst
einmal in einer eigenen Beziehung sein wird ! - dies gebe ich auch zu Bedenken !

Zitat von Unwichtiger:
meine Befürchtung ist eben immer noch, dass eine Trennung im Guten mit Freundschaft und einem ganz normalen Miteinander nicht möglich ist.
Das wäre fürchterlich für unseren Sohn.

Aber unter solchen Umständen, als Kind aufzuwachsen, kann noch fürchterlichere Folgen,
gerade für sein späteres erwachsenen Leben haben !
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Zitat von Unwichtiger:
Du weisst nicht, wie es zur Schwangerschaft kam.
Das möchte ich auch gar nicht schildern,
Das ist auch völlig in Ordnung u. jeder gibt soviel von sich Preis, wie es sich für Dich stimmig anfühlt u. noch OK ist.

Denke, dass das jetzt auch nicht mehr wichtig ist, sondern es jetzt zu einer Lösung kommen sollte,
gerade auch im Sinne eures Kindes u. natürlich euch Beide dabei nicht zu vergessen !
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Zitat von Unwichtiger:
Das Vaterwerden macht einen so unglaublich stolz.

Bin selbst Vater u. weiß, wie sich das Anfühlt, vorallem auch Stolz darauf sein zu dürfen.
Aber genau deswegen solltest Du eine klare Entscheidung treffen, damit Du weiter stolz auf Dein Kind sein kannst,
aber auch Dein Kind, stolz auf sein Vater - auf seine Eltern sein kann.
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Zitat von Unwichtiger:
Ich weiss, wir sollten es beenden.

Wir wollen es eben beide wegen unserem Sohn nicht.

Ich respektiere natürlich Deine / eure Entscheidung, aber nicht um noch einmal an Dein / euer Gewissen u.
Verantwortung eurem Kind gegenüber zu Appelieren, lasst diese Entscheidung noch einmal durch den Kopf gehen u.
bedenkt, was Ihr Beide eurem Kind, dass Ihr liebt, mit in sein Leben mitgeben wollt.

LG Jedi

04.08.2020 17:20 • x 1 #9


Kämpfer

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Hallo,für mich liest es sich,als wenn ihr beide ständig aneinander vorbei redet und jeder auf seinen Standpunkt beharrt.
Du möchtest möglichst viel Ruhe,bis antriebsarm undlustlos.
Sie hat Kraft und möchte etwas bewirken.
Sie redt nach Deiner Aussage viel und Du bist mundfaul.
Sie versucht such,durch ihr Kosumverhalten,etwas Freude zuverschaffen,auch wenn es sinnlos erscheint.
Sie möchte von Dir wahr genommen werden und das nicht nur als Mutter eures Kindes.
Sie stopft die Wohnung voll,um sich zu schützen -wie eine sichere Wand ------Du siehst es als unsinnig und nervig an.
Du möchtest die Wohnung anders gestalten und sie sieht sich in ihrem Bemühen überhaupt nicht wertgeschätzt.
Aus meiner Sicht,braucht ihr beide Hilfe,entweder getrennt oder eine Paartherapie.
Wenn Du Dich trennen möchtest,dann tue es möglichst bald und sei offen und ehrlich zu ihr.
LG Kämpfer

04.08.2020 17:38 • x 1 #10


dumbo

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Hallo Unwichtiger,

natürlich meine ich es gut. Und ich wollte dir auch keine Vorwürfe machen, die sich als ungerecht herausstellen. Man agiert halt auch nur so wie man es bisher kennt.

Ich habe einen Bekannten, der ist damals bei seiner Freundin geblieben weil sie schwanger wurde. Er war eigentlich unglücklich mit der Beziehung ist aber wegen dem Kind geblieben. Weil er das Kind liebt und nicht ohne Kind könnte. Was soll ich sagen, er jammert über sie, sie hat nur Kopfweh, es gibt keinen S., er hatte schon einige Affären. Dennoch haben sie ein zweites Kind bekommen und am Ende geheiratet. Ich kann es nicht nachbollziehen, wie man bei jemandem bleiben kann, bei dem man eigentlich nicht richtig glücklich ist.

Dies mag evtl daran liegen, dass ich in so einer unglücklichen Beziehung groß geworden bin. Mein Vater hat meine Mutter ziemlich umtergebuttert und über Jahrzehnte seinte Affäre gehabt. Meine Mutter hat es geschafft sich zu trennen als ich 21 und mein jüngster Bruder 14 war. Also alle aus dem gröbsten raus. Und ich habe ihr damals gesagt: Endlich, das hättest du wirklich schon vor 10 Jahren tun sollen! Ich kenn halt die andere Seite der Medaille. Meine Eltern haben sich nie in den Arm genomgenommen nen Urlaub zusammen gemacht, es wurde nie gesagt, das man sich liebt. Es war ein nebeneinader her leben. (Gab natürlich noch weitere Dinge, die nicht passten, das spielt aber keine Rolle.) Ich hab aber aus der Beziehung meiner Eltern gelernt, dass man sich als Frau alles gefallen lassen muss. Das man aufpassen muss, das man wahrgenommen wird, das man vieles dafür tun muss, um ansatzweise wertgeschätzt zu werden. Ich hab bis heute Probleme mit solchen Dingen.

Und ich wünschte bis heute, meine Mutter hätte sich früher getrennt und ich wäre ohne Vater aufgewachsen als mit so einem. Ggf. Hätte sie einen anderen Partner gefunden, der mir ein besseres Vorbild gewesen wäre.

Kinder merken, wenn in der Elternbeziehung was nicht stimmt und verhalten sich dementsprechend angepasst. Das ist für Kinder nicht gut. Willst du, dass dein Sohn mitbekommt, dass du dir alles gefallen lässt, dass du immer nachgibt, nur um deine Ruhe zu haben? Wäre es nicht schöner eine Partnerin zu haben, mit der man auf einer Stufe steht? Den Vorschlag der Paartherapie, den hier schon einige gemacht haben, finde ich gut. Vielleicht kann man die Mißverständnisse ja aus dem Weg räumen. Oder bist du gedanklich eigentlich schon bei der Trennung, weißt aber noch nicht, wie du die durchziehen sollst? Ärger wird es hier zu Beginn immer geben. Aber wenn ihr beide doch der Meinung seid, dass ihr eurem Sohn kein Leid zufügen wollt, meinst du nicht, dass auch deine Freundin nach der ersten Verletztheit wieder umgänglicher wird und alles dafür tun wird, dass euer Sohn nur sieht, dass ihr gut befreundet seid und keinen Krieg führen würde.

Übrigens stehe bei solchen Dingen meistens eher auf der Männerseite. Ich kenne halt mein Geschlecht auch gabz gut und weiß, dass da einige schon gut abdrehen können. Und ich habe bisher eher erlebt, dass die Männer sich nicht trennen, wegen der Kinder und ich Frage mich immer, was einen veranlasst deswegen zu bleiben. Ist es die Angst, dass einem der Umgang mit dem Kind verboten wird? Dass die Frau weit weg zieht und ein Umgang nicht möglich ist? Dass das Kind von einer Seite für den Rosenkrieg missbraucht wird und der andere vor ihm immer als der böse dargestellt wird? Wofür ich natürlich einerseits Verständnis habe, andererseits aber denke, dass sich da auch vieles regeln lässt und man dem Kind im Laufe der Zeit schon zeigen kann, dass man nicht der Buhmann ist, sondernnliebenswert.

Ich bin ganz ehrlich, für mich hört sich deine Freundin furchtbar an, wenn ich mir diese als Partner vorstelle. Einfach zu viel von allem (mir wird ja oft gesagt, dass ich eher männliche Attitüden habe, liegt wohl daran, dass ich mit 3 Brüdern groß geworden bin und im Freundeskreis auch schon immer vorrangig Männer zugegen waren).

Du musst dir halt sehr gut überlegen, was du wirklich willst. Hälst du das noch weitere Jahre aus, möchtest du versuchen etwas zu ändern, um ihr wieder näher zu kommen. Es muss ja damals was gegeben haben, was dich an dieser Frau angezogen hat, nicht nur, dass sie schön war und auf dich abfuhr. Vielleicht kann man diese Dinge mit Hilfe wieder an die Oberfläche holen. Oder halt klipp und klar Trennung. Aber das Rumgeeiere tut euch Dreien auf Dauer nicht gut.

Ansonsten kann ich mich den anderen eigentlich nur anschließen. Hier sind schon einige gute Sachen gesagt worden.

Ich hoffe für dich, dass du bald zu einer für dich akzeptablen Entscheidung kommst, denn so ist das ja wirklich nicht schön und das finde ich schon sehr schade. (Hatte auch etliche Beziehungen, die ich behalten hab bis derjenige mit mir Schluss gemacht hat. Weil ich immer dachte was besseres bekommst du eh nicht. Und dann hab ich meinen jetzigen Partner getroffen als ich 30 war. Ob das ewig halten wird, wissen wir beide nicht, aber dass diese Beziehung seit über 9 Jahren hält, ohne dass einen die Macken des anderen zu Tode nerven, ist ein gutes Zeichen. Das hatten wir beide nämlich ziemlich schnell in vorherigen Beziehungen.)

04.08.2020 18:13 • x 2 #11


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ClaraFall

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Zitat von Kämpfer:
Hallo,für mich liest es sich,als wenn ihr beide ständig aneinander vorbei redet und jeder auf seinen Standpunkt beharrt.
Du möchtest möglichst viel Ruhe,bis antriebsarm undlustlos.
Sie hat Kraft und möchte etwas bewirken.
Sie redt nach Deiner Aussage viel und Du bist mundfaul.
Sie versucht such,durch ihr Kosumverhalten,etwas Freude zuverschaffen,auch wenn es sinnlos erscheint.
Sie möchte von Dir wahr genommen werden und das nicht nur als Mutter eures Kindes.
Sie stopft die Wohnung voll,um sich zu schützen -wie eine sichere Wand ------Du siehst es als unsinnig und nervig an.
Du möchtest die Wohnung anders gestalten und sie sieht sich in ihrem Bemühen überhaupt nicht wertgeschätzt.
Aus meiner Sicht,braucht ihr beide Hilfe,entweder getrennt oder eine Paartherapie.
Wenn Du Dich trennen möchtest,dann tue es möglichst bald und sei offen und ehrlich zu ihr.
LG Kämpfer


Hier finde ich Anschluss.

04.08.2020 18:24 • #12


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ClaraFall

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Hinzugefügt: wenn Frauen sich nicht trennen wollen, werden sie unfassbar emotional. Das was du von deiner Frau beschreibst, kenne ich aus 2017 als sich mein Mann von mir getrennt hat und ich mit den Kindern ausgezogen bin.

Die Grundlage war eine andere, weil mein Mann eine narzisstische Persönlichkeitsstörung aufweist, und doch bin ich auch wie zu einer Furie geworden, weil ich es einfach nicht verstanden habe, nicht ertragen konnte, mich allein und hilflos gefühlt habe.

Das und natürlich einiges mehr führte dazu , dass ich nach einem Jahr wieder zurück zog und nun nach zwei weiteren Jahren endgültig ausziehe, weil ich das auch für mich brauchte : zu sehen, dass es so einfach nicht funktioniert.

So schrecklich das ist: du musst eine Entscheidung für dich treffen. Und du musst aushalten dass dein Partner bzw bei dir deine Partnerin etwas anderes will. Nur sollte das völlig unerheblich sein.

04.08.2020 18:52 • #13


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ClaraFall

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Und noch etwas völlig Wichtiges habe ich vergessen: es ist völlig gleichgültig, ob dir andere die Schuld geben. Die musst du ja überhaupt nicht tragen. Solange du als Vater und mit ihr zusammen als Eltern für euer Kind da seid hattest nichts aber auch wirklich gar nichts mit Schuld zu tun wenn zwei Menschen nicht mehr zusammen leben können, weil einer dabei untergeht.

Noch kannst du deinen Sohn die Chance geben mit getrennten Eltern als Normalität aufzuwachsen. Mit sieben Monaten gibt es natürlich eine wichtige Prägungsphase, aber was ich dir garantieren kann: je länger ihr ( du ) wartest . . umso schlimmer wird es für euer Kind.


Vom Vater meines ersten Sohnes habe ich mich getrennt als der kleine 5 Monate alt war. Dementsprechend hat er die ganze Trauerphase in der Form so gar nicht miterlebt. Wir waren beide für ihn da wir hatten das Wechselmodell 1/2 Wochen bei ihm.. ein zwei Wochen bei
Mir .. das hat gut funktioniert.

Bei der ersten Trennung von meinem Mann war mein kleiner zweieinhalb Jahre Punkt und er hat ein bisschen gelitten und das war ungewohnt aber es war okay. Jetzt ist er fünfeinhalb, er leidet wirklich sehr. Aber er würde mehr leiden wenn ich hierbleiben würde.

04.08.2020 18:55 • x 1 #14


Unwichtiger

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Guten Morgen Euch,

und vielen Dank für alle Eure Gedanken.

Ich fasse mich mal kurz, weil ich viel zu Euren Beiträgen schreiben könnte.

@dumbo: Von dir finde ich es super, dass Du trotz meiner Vorwürfe ruhig und gelassen bleibst. Normalerweise kochen im Inet immer sehr schnell die Emtionen über, Anonymität und körperliche Abwesenheit machens möglich. Das spricht wirklich sehr für dich. Ich möchte auch auf keinen Fall, dass unsere Beziehung so wie die deiner Eltern wird. Die Beziehung meiner Eltern war ähnlich wie die deiner Eltern, nur ohne Affäre.

@kämpfer: Du hast exakt zusammengefasst, dass sie und ich völlig verschieden sind. Sie die extrovertierte, dauerredende, emotionale, ständig irgendwas machende Energiebombe. Ich der eher introvertierte, antriebsarme, sehr rationale Typ.

@clarafall: Genau das sollte ich eigentlich vermeiden. Das mein Sohn alt genug ist, um die Trennung zu begeifen. Denn dann leidet er. Aber ich kriegs einfach nicht hin.

Stichwort Paartherapie: Wir haben letztes Jahr eine versucht. Direkt in der ersten Sitzung fragte die Therapeutin, ob ich meine Freundin überhaupt noch lieben würde.
An diese Situation kann ich mich noch sehr genau erinnern.

Meine Emotionen schreiten förmlich: Nein, kein Stück. Sie ist unfassbar anstrengend. Sie soll mich einfach nur noch in Ruhe lassen. Ich ertrage kaum noch ihre Anwesenheit.
Mein Verstand sagte: Ich kenne sie. Wenn ich auch nur vage andeute, dass ich die Trennung möchte, flippt sie aus. Das habe ich schon mehrfach bei ihr erlebt. Ein normaler Umgang mit ihr und meinem Sohn wird dann nicht mehr möglich sein.
Da bei mir der Verstand schon immer die Emotionen dominiert hat, sagte ich sowas wie: Ich weiss nicht genau, ich kann Gefühle immer schlecht aussprechen, da bin ich nicht so gut drin, wir sollten es versuchen.

Total groteske Situation.

Sie war jetzt 6 Tage mit dem Kleinen bei ihrer 300km entfernt lebenden Familie. Ich habe ihr zwischenzeitlich eine Nachricht geschickt, wo sowas drin stand, wie "Sag mal, wir streiten uns so oft. Meinst Du, es wäre nicht doch besser, wenn ich mir erstmal eine kleine Wohnung suche und wir schauen dann weiter?"

Vorgestern kam sie dann wieder und ich bekam für diese Nachricht einen Hassanfall ab. Ich konnte es kaum ertragen, wollte am Liebsten aus der Wohnung wegrennen. Das habe ich schon mehrfach getan, erst vor ein paar Wochen bin ich weggerannt und stundenlang bei Starkregen durch Wälder und Gebüsche gelaufen.

Der finanzielle Aspekt einer Trennung:
Das ist ein Problem. Ich habe vor über einem Jahr auf Grund meiner nervlich-depressiven Situation meine Arbeitsstelle gekündigt. Jetzt steht mir kein Arbeitslosengeld mehr zu und ich habe all mein Geld in meine Eigentumswohnung gesteckt(Leider wollte meine Freundin sich nicht finanziell an der Renovierung beteiligen). Ich habe noch 1.500 Euro zurückgelegt, das ist alles. Seit 2 Monaten zahlt sie jetzt Lebensmittel-Einkäufe. Im Falle einer Trennung müsste ich meine Wohnung verkaufen oder vermieten, dafür müsste ich noch mehr renovieren. Dazu fehlt mir sowohl Kraft als auch Geld. Ich könnte mir aber Geld von meinen Eltern leihen, wobei ich es erbärmlich finde, mit 38 das noch tun zu müssen. Zudem muss ich mich beruflich neu orientieren.

Meine nervliche Situation: Seit 2 Wochen schlafe und esse ich kaum noch. Habe auch ordentlich abgenommen. Dazu immer wieder Kieferschmerzen ohne ärztliche Diagnose. Ich vermute, das ist stressbedingt. Diese ganze Trennung zu organisieren, das wird sehr anstrengend. Das Einzige, was mich im Moment rettet, sind lange Fahrradtouren durch die Natur.


Eine Notlüge, um die Trennung ohne Rosenkrieg hinzukriegen:
Ich habe mir überlegt, dass ich die Trennung damit begründe, dass ich sie zwar liebe(Lüge!), ich auf Grund meiner depressiven Probleme allerdings nicht gut für sie wäre. Das würde sie sicher verletzen und sie würde sich noch einige Zeit Hoffnung machen, aber ich käme ohne Streit und Rosenkrieg aus der Sache raus. Das mit dem Rosenkrieg ist einfach DER Grund, warum ich mich nicht trenne. Ich möchte eine Trennung in Freundschaft und einen vernünfigen Umgang mit unserem wirklich großartigen Sohn.

Was haltet Ihr von der Notlüge?

06.08.2020 07:20 • #15


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111Sternchen222

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Hallo Unwichtiger, ich glaube ehrlich gesagt wird es eine Notlüge nicht besser machen... Was ist wenn sie dir aus der "Psychonummer" einen Strick dreht und dir daraufhin den Umgang mit eurem Sohn verbieten will, aus gekränkt Eitelkeit. So nach dem Motto
" Er ist psychisch krank und kann sich nicht kümmern?"
LG Sternchen

06.08.2020 08:35 • x 2 #16


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ClaraFall

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Lieber Unwichtig,

Ich werde das Gefühl nicht los, dass du wirklich Angst vor ihr hast. Also nicht vor der Trennung - sondern vor deiner Freundin.

Wenn die Notlüge dir hilft, nutze sie. Ich muss hier auch immer wieder mal Interesse heucheln oder Freundschaft spielen, um bis zum Auszug eine Eskakation zu vermeiden. Aber spiel nicht den Psycho! Das könnte fatal ausgenutzt werden.

Sich mit den Eltern zusammensetzen und um Hilfe bitten ist keineswegs erbärmlich! Es ist mutig! Und ein guter Weg.

Ich wünschte, du würdest das, was du hier geschrieben hast - Ausdrucken.. und ihnen vorlegen.

Nach deinen Worten hier . . Würden sie sicher auch wollen, dass du dich aus dieser für dich so unerträglichen Situation endlich befreist.



Ich finde übrigens nicht, dass man man das Verhalten deiner Freundin mit "sie ist einfach anders oder bekommt zu wenig Liebe / Aufmerksamkeit. . erklären kann. Sie ignoriert dich und deine Persönlichkeit in deinen Ausführungen komplett. Sie bekommt viel zu viel! Und du zuwenig.


Raum. Freiheit. Respekt. Verständnis.

06.08.2020 08:36 • x 2 #17


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Juju

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Hallo Unwichtiger....

Ich habe mir jetzt alles durchgelesen.

Hab keine Angst, der Tag, an dem Du gehen wirst wird sicherlich kommen.
Dann bist Du befreit.
Es gibt diesen Grund, warum Du noch dort bist...
Niemand von Euch ist schrecklich...
Du nicht, sie nicht...

Ich sage immer:

GLEICH UND GLEICH GESELLT SICH GERNE

Gegensätze ziehen sich vielleicht an, aber da bedarf es einer großen Toleranz um so eine Beziehung aufrecht zu erhalten.
Ich glaube nicht, dass dies funktioniert.

Mich stresst es schon beim Lesen und da ergreife ich keine Partei.

Für Beide sicherlich schlecht erträglich...

Lg

06.08.2020 16:02 • #18


Kämpfer

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Hallo,ich halte nichts von dieser Notlüge,es zeigt nur,das Du der Situation aus dem Wege gehen möchtest. Stehe zu der Trennung und sage ihr,das sie schimpfen,weinen ...... darf,es aber nichts ändern werden wird.
LG Kämpfer

06.08.2020 16:42 • #19


Unwichtiger

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hallo, sitze gerade völlig übermüdet und mit 2 bieer intus auf ner parkbank.

heute war mal wieder schrecklich.
ich bin um 4.00 aufgestanden und habe ein kinder-gehege zusammen gebaut.
irgendwann heute morgen war sie dann hasserfüllt auf mich. ich weiss nichtmal mehr warum.
ich bin vor ihr geflüchtet, auf die couch un meinem büro und habe mir die ohren zugehalten, und mich unter einer decke versteckt. sie kam wieder und wieder rein und hat mich angeschrien. hormone?

den ganzen tag ging das so, bin aus der wohnung geflüchtet auch wenn ich dringend schlaf brauche.

@ClaraFall ich habe absolut keine angst vor ihr, sie strengt mich nur unfassbar an. meine nerven sind zum bersten gespannt, wenn sie wutentbrannt auf mich einredet. ich könnte vir nen zug springen.

06.08.2020 19:10 • #20


Unwichtiger

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die sache mit der notlüge ist ideal um einen rosenkrieg zu vermeiden. ich sage ihr ich liebe sie, entschuldige mich dafür, dass ich ihr nicht dad geben kann was sie braucht und suche mie ne kleine wohnung. meine eigentumswohnung kann sie haben, mir egal. hauptsache ich habe meine ruhe.

06.08.2020 19:13 • #21


Unwichtiger

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sorry für grammatik, übermüdet + bieer+ handytastatur

06.08.2020 19:14 • #22


Kämpfer

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Nein,das ist nicht ideal und auch kein besonders tolles Verhalten. Auch wenn Du es nicht hören möchtest,aber Du verhälst Dich absolut mies. Du wirfst ihr vor Dich zu stressen und was machst Du?
Stehe zu euerer Beziehung oder beende sie sauber. Eine Lüge zieht die nächste nach und dann ..................?
LG Kämpfer

06.08.2020 19:18 • #23


Unwichtiger

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wollte heute zu meinen eltern flüchten, aber die sind im urlaub.

das schlimme ist, die ganze familie wird mir die schuld an der trennung geben. bei anwesenheit der familie ist sie charmant, redselig,lustig und liebevoll.
ich dagegen introvertiert und schon immer eher das schwarze schaaf der familie.

hab absolut niemanden, der auf meiner seite ist, mich unterstützt oder mir zuhört. keiner meiner wenigen freunde will sowas hören.

06.08.2020 19:21 • x 2 #24


Kämpfer

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Im Moment bemitleidigst du Dich selber. Setze Dich in Bewegung,abwarten ändert nichts.

06.08.2020 19:25 • x 1 #25


Unwichtiger

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Meine Eltern sind gar nicht im Urlaub. Mein Vater will nur nicht, dass ich bei denen übernachte, denn der Streit zwischen mir und meiner Freundin würde meine Eltern belasten.

Im Klartext: Ich habe nirgendwo, wo ich hin kann. Ich überlege gerade, heute im freien zu übernachten. Nach Hause will ich nicht.

06.08.2020 20:04 • #26


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ClaraFall

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Dann hast du ggf. Einfach nur Angst vor deiner eigenen Courage?

Angetrunken auf der Straße zu nächtigen ist sicher eine Lösung für heute.. aber weder eine gute noch zielführend.

Dass deine Eltern dir nicht aufgemacht haben tut mir ehrlich Leid. Ich kann es leider auch wirklich gar nicht nachvollziehen.

Schlussendlich müsstest du handeln.. schaffst es aber derzeit einfach nicht. Tja, vielleicht einfach nicht der richtige Zeitpunkt?

Wie steht es mit dir persönlich? Gut eingestellt scheinst du nicht zu sein, oder? Therapie? Etwas anderes?

Ich versuche mir euren Alltag vorzustellen.. doch das fällt mir schwer.

Wer hat bei euch zum Beispiel welche Aufgaben, wer ist für euer süßes Kind zumeist verantwortlich?

Wo stehst du derzeit für dich? Hast du Träume? Wünsche? Ziele?

06.08.2020 20:17 • #27


Kämpfer

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Wenn Du Dich betrinkst,ist die Trennung noch immer nicht vollzogen. Du musst handeln,es kann Dir keiner abnehmen. Du solltest keine Vogel Strauß Politik betreiben.

06.08.2020 20:33 • #28


Unwichtiger

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hallo und danke für eure antworten.

geklingelt habe ich bei meinen eltern nicht, die wohnen 100km entfernt. nur per whatsapp angefragt. vater wills nicht, denn es belastet meine mama zu sehr.

meine mama hat depressionen und hat mich und meinen bruder als kind ständig grundlos verprügelt. mein bruder ist beruflich sehr erfolgreich, ist europameister einer sportart, ingenieuer und hat jetzt schon soviel verdient, dass er nicht mehr arbeiten muss.

mein vater ist wissenschaftler, promoviert und habilitiert.

ich dagegen bin das schwarze schaf, eine totale enttäuschung. wurde mir schon als kind vermittelt. deswegen bin ich depressiv. trotz gutem studienabschluss und ausbildungsabschluss bin ich für alle eine enttäuschung.

ich trinke sonst selten alk, gehe jetzt gleich aber noch eine pulle Schnap. holen. wenigstens betrunken erscheint das leben in ordnung. ich kann einfach nicht mehr und gehe heute nicht mehr nach hause.

06.08.2020 21:03 • #29


Unwichtiger

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ich habe letztens einen bericht übet vermisste menschen gelesen. erstaunlich viele menschen schließen irgendendwann die haustür hinter sich und kommen nie wieder. weil sie ihr leben nicht mehr ertragen. ich bin ein kandidat dafür. wäre ich nicht so feige, ich würde nach spanien trampen.

06.08.2020 21:06 • #30

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