Zitat von Malwine:Nachdem die ersten akuten Probleme besprochen worden sind hab ich den Eindruck, dass ihr mit mir langweilig ist. Ich sehe immer, wie sie verstohlen auf die Uhr schaut.
Einerseits liegen bestimmt manche Ursachen meiner Schwierigkeiten in meiner Kindheit, andererseits hat es sicher wenig Sinn, meine Kindheit bis ins einzelne aufzudröseln, zumal es keine wirklich schlimmen Vorkommnisse gab.
Das Verhalten kenne ich in ähnlicher Art und Weise von dem Therapeuten aus der Klinik. Von meinen eigentlichen Therapeuten kannte ich das gar nicht, wenn ich da irgendwie nichts zu sagen wusste hat er meist von sich aus gefragt. DIese Warten hat mich am Anfang doch reichlich irritiert. Irgendwann habe ich ihn darauf angesprochen (der Tip von mag ist nämlich wirklich gut) und siehe da: der Therapeut hat sich was dabei gedacht
Er wollte die Dinge von mir hören, die mich wirklich beschäftigen. Meine Gedanken dazu etc. Und er wollte mir nicht die Verantwortung durch seine Fragerei abnehmen. Denn im Nachhinein hat das mein erster Therapeut gemacht und mir daher wunderbare Ausflüchte gegeben, nicht an die THemen ran zu müssen, die mir wirklich quer lagen
Diese Art der Therapie, bei der man selbst viel Verantwortung für die Gestaltung der Stunde trägt, ist am Anfang mit Sicherheit anstrengender und komplizierter. Aber ich halte sie persönlich inzwischen auch für effektiver.
Und selbst wenn du denkst, an deiner Kindheit gäbe es nichts aufzudröseln würde ich den Versuch wagen. Manchmal ist die Erinnerung verklärt und geschönt - so war es bei mir. Und sich mit der eigenen Geschichte auseinander zu sezten kann dir vielleicht helfen, manche deiner Verhaltensweise besser zu verstehen. Also nur Mut!
Zitat:Andererseits gibt sie mir ein Feedback, was mir nicht unbedingt gefällt

. Dadurch bekomme ich natürlich einen anderen Blick auf mein Verhalten und meine Reden, was nicht immer zusammen passen würde. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich wieder "an allem schuld bin", dass wir - die Thera und ich, aneinander vorbei reden. Bin mal gespannt, wie es weiter geht.
Therapie ist kein Zuckerschlecken und ich denke jeder hier hat von seinem Therapeuten schon DInge zu hören bekommen, die man so nicht hören wollte. ABer versuch dich dabei zu beobachten. Von mir selber weiß ich zum Beispiel inzwischen, dass gerade die Meinungen oder Vorschläge vom THerapueten, gegen die ich mich am meisten sperre, oft viel wahres in sich haben.
Und die "Schuld geben" will die Therapeutein dir mit Sicherheit nicht. Aber sprich sie am besten direkt darauf an. Denn nur wenn ihr gemeinsam arbeitet und du sie wissen lässt, wie es dir in der Therapie geht, kann das Ganze erfolgreich sein.