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Stationäre Therapie bei Burnout? Eure Erfahrungen

MissPink

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Hallo ihr lieben,

Mich würde mal interessieren, wer von euch BOler schon mal in stationärer Therapie war und wie es dort ablief?
und hat es euch geholfen?
Und wie kam es dass ihr euch für eine BO-Klinik entschieden habt?

LG

08.08.2019 20:45 • #1


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Hoffnung21

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Ich war nicht in einer klassischen stationären Therapie, die du vermutlich meist, aber ich war 6 Wochen in einer stationären psychosomatischen Reha. Dort war es sehr gut und hat mir sehr viel gebracht. Aber ich denke, das ist nicht das was du meinst.

LG Eis

09.08.2019 06:33 • #2



Hallo MissPink,

Stationäre Therapie bei Burnout? Eure Erfahrungen

x 3#3


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Alexandra2

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Liebe MissPink,
Ich war 11 Wochen in einer stationären Therapie.
Es gab eine Bezugspflegerin, die jede Woche während des Aufenthalts Termine machte, in denen man Schwierigkeiten, Fortschritte des Fühlen und Verhaltens besprach. Zwischen den Terminen konnte man immer um ein Gespräch bitten.
Jede Woche gab es ein Einzelgespräch mit der Psychologin und eins mit der Ärztin, Gruppentherapie, Kunsttherapie, Physiotherapie, Bewegungstherapie, Chi Gong, Boxen, Achtsamkeitstraining, und diverse Kurse bspw, progressive Muskelentspannung.
Der Aufenthalt hat mir gut getan und mir dämmerte, welches Ausmaß die Erschöpfung hatte. Ich entschied mich für diese Klinik, weil ich in keine der Umgebung wollte und sie bei den Klinikbewertungen einigermaßen gut abschnitt.
Liebe Grüße Alexandra

09.08.2019 06:58 • x 3 #3


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ZeroOne

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Hi MissPink!

Das kann man so einfach nicht beantworten - da spielen eine Menge Kriterien rein. Ich denke, dass ein sehr wichtiger Punkt ist (unter vielen anderen!), wie man im Rahmen seines BOs den Alltag aktuell managen kann.
Klappt das alles noch ganz gut und sind auch die privaten Lebensumstände zuhause in Ordnung, dann wäre wahrscheinlich eine ambulante / teilstationäre Therapie besser, um danach nicht von heute auf morgen wieder in den Alltag geworfen zu werden.
Ist das nicht gegeben, oder man muss einfach mal raus, wäre eine stationäre Therapie bestimmt die bessere Wahl.

Ich hatte schon beides. Hat beides seine Vor- und Nachteile und hängt eben von der aktuellen Situation ab. Auch, was den Erfolg betrifft: ich hatte nach Therapien (egal ob stationär, oder tagesklinisch) schon einen wesentlich schlechteren Zustand, als zuvor. In anderen Fällen aber auch eine Verbesserung.

Da haben bei mir immer viele Punkte reingespielt: Ambiente, Zustand und Möglichkeiten der Klinik an sich, Verhältnis zu den zugeteilten Therapeuten (bzw. Wechselmöglichkeiten, oder eben auch nicht), Umfang und Inhalt des wöchentlichen Therapieplans und -möglichkeiten, Verhältnis zu den Mitpatienten, insbesondere zur eigenen Gruppe, Dauer des Aufenthalts, Möglichkeiten der Anschlussbehandlung, etc.

Auch habe ich bemerkt, dass man nicht nach den Bewertungen auf diversen Internetportalen gehen kann (außer, es geht z.B. um Themen wie Essen, Freizeitmöglichkeiten, Zustand der Zimmer, etc.), da jeder Patient seine individuellen Bedürfnisse hinsichtlich einer Therapie hat.

Ich würde sagen: einfach mal ausprobieren!

LG
ZeroOne

09.08.2019 07:22 • x 3 #4


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Irgendeine

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Ich war insgesamt 9 Monate in der Psychiatrie. 4 Wochen Geschlossene mit mehreren Suizidversuchen, 4 Monate offene Therapirstation. Später 3 Wochen Krisenintervention, dann 3 Monate DBT-Tagesklinik. Danach nochmal 2 Wochen Geschlossene und 2 Wochen Offene.
Gebracht hat es mir hauptsächlich, dass ich noch lebe. Überleben ist manchmal Schwerstarbeit.

11.08.2019 00:11 • x 2 #5


Tanaquil

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Hallo Miss Pink,

mir wurde vor zwei Jahren von mehreren Ärzten dringend geraten, mich in stationäre Behandlung zu begeben. Ich tat es nicht und fuhr gut damit.
Meine Gegengründe waren folgende:

a)Meine Depressionen resultierten aus einem Gefühl von Überlastung. Ich sehnte mich nur nach Ruhe. Auch fiel mir frühes Aufstehen sehr schwer (siehe Morgentief). In einer Klinik hat man aber einen geregelten Tagesablauf zu befolgen, der meist schon sehr früh losgeht (wg. der Arbeitskräfte verständlich). Für mich hatte sowohl der frühe Anfang als auch die Beschäftigungstherapie was albtraumhaftes.

b) Ich hatte überhaupt keine Lust mehr, fremde Personen zu sehen. Davon hätte ich dort aber mehr als reichlich gehabt.

c) Meine Familie hatte sich gerade von 4 auf 2 halbiert. Sprich: Mein Mann hatte mich verlassen und die älteste Tochter war aus dem Haus. Übrig blieben nur noch die Jüngere (16 Jahre) und ich. Sechzehn ist nun zwar schon ziemlich erwachsen, aber sie hatte ja ebenfalls die Halbierung der Familie zu verkraften. Und nun auch noch die Mutter weg und zu Freunden ziehen für ne Zeit? Ich fand das grausam.

d) Ich wollte auch am liebsten bei ihr sein. Das sagte mir mein Bauchgefühl.

Also ging ich nicht in stationäre Therapie. Stattdessen nahm ich Antidepressiva, war 10 Wochen einfach krank geschrieben und arbeite seit dem nur ein Viertel der Arbeitszeit, um mehr Regenerationszeit zu haben. Ich habe mich sehr gut erholt damit und es war für mich der absolut richtige Weg. Jetzt stocke ich langsam die Arbeit wieder auf und es geht mir gut damit. Medikament nehme ich nur noch minimal.

Mein Rat: Horch in dich hinein und frag dich, ob es dir gut tun würde. Was sagt dein Gefühl?

21.08.2019 12:31 • x 1 #6


LasseL

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Kann kein Rat aus Erfahrungen geben, aber nach Monaten von Recherchen bei wachsender Arbeitsunfähigkeit scheinen mir Folgendes wichtige Elemente zu sein:
- Im Vorfeld das Antidepressivum und die Dose finden, die etwas helfen. Bei mir hilfen ssri gar nicht, nri nur bedingt, probiere gerade melatoninagonisten und dopaminaktivierende.
- Es geht darum, Denkmuster und Gewohnheiten zu andern. Deswegen mit Hilfe eines guten Therapeuten, jeden TAG einen Plan machen und JEDEN Tag etwas machen, was gut ist, aber was du normalerweise nicht machen wurdest… Kleider arrangieren, Depot, alten Freund anrufen. Sehr konsequent.
- Wahle dir nur Anwendungen an, die dir gut tun oder an die du glaubst. Falls du mit Maltherapie oder Homeopathie nichts am Hut hast, bekommst du nicht mal den wichtigen Placeboeffekt.
- Falls Schlafprobleme, unbedingt klinik mit schlaflabor aufsuchen und falls Benzos notwendig sind, nutze die Zeit, um davon runterzukommen.
- mdma (exctasy) oder ketamin sind zwar bekannt als harte Dro., aber ich habe auf die erste sehr gut regiert. Man sieht das Ziel, wie die Welt sein konnte, und kann auch ohne geistige Beeinträchtigungen uber schmerzhafte Sachen sprechen. Nur etwasnfurmzweindreinschlusselpunktem in der Therapie. Mdma evtl nur in der Schweiz als Medikament zugelassen, Ketamin aber uberall zu anderen zwecken.
- fur mich wichtig…. So viel sportliche Aktivitäten, wie du gut vertragen kannst, gerne in Gruppen, denn im lockdown und dann die burrnoutdepression brauche ich etwas Druck, bis soziale Aktivitäten sich nicht mehr wie eine Belastung fuhlen.

Habe das auch zur meiner Klarheit runtergeschrieben. Vielleicht konnen Teile davon als Inspiration helfen. Wurde mich freuen.

31.08.2022 12:48 • #7

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