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Eure Erfahrungen bei Burnout?

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Nele222
Mitglied

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Hallo, mich würden eure Erfahrungen interessieren.
In welchem Job habt ihr gearbeitet mit wie vielen Stunden, als ihr krank geworden seid? Habt ihr irgendwann in dem Job weitergearbeitet?
Was waren eure Symptome?
War es sehr schwer einen Arzt zu finden, der Verständnis aufgebracht hat?
Wie lange hat es gedauert, bis ihr wieder einigermaßen am Leben teilnehmen konntet? Wie lange hat es gedauert, bis ihr wieder arbeiten konntet?
Habt ihr viel Ablehnung erlebt? Habt ihr Tipps?



Ich weiß nicht, ob ich wirklich ein Burnout habe. Eigentlich arbeite ich nur 25h die Woche. Das variert aber sehr stark. Ich arbeite im Schichtdienst und muss immer mal einspringen und arbeite auch mal 35h und Wochenenden etc. Ich würde gerne regulär mehr arbeiten aber durch meine Skoliose bin ich sowieso etwas eingeschränkter. Vor ca 4 Wochen fiel mir auf, dass ich plötzlich viele Pickel bekam, wo ich noch nie ein Problem mit hatte. Das hätte ich nie damit in Verbindung gebracht, denke jetzt aber es war das erste Stressanzeichen. Dann hatte ich zwei Tage hintereinander Schwächeanfälle auf der Arbeit, konnte aber noch ohne Probleme nach ner Zeit weiter machen. Nach ein paar Tagen Überstundenabbau hab ich nichts mehr gemerkt. Dann fiel mir auf, dass ich immer wieder wenn ich an die Arbeit dachte aus dem nichts heulen musste. Ich verstand das nicht, weil eigentlich mag ich meine Arbeit sehr gerne und sie macht mir Spaß, aber jetzt weiß ich, dass es die extreme Angst vor der Dauererschöpfung ist, da ich gerade die letzte Zeit viel einspringen musste und auch extreme Schlafstörungen durch die Schichtarbeit entwickelt hab. Dann bekam ich plötzlich starke Kopf und Kieferschmerzen. Als ich dann endlich wieder ein Wochenende frei hatte, merkte ich, dass ich nichts mehr machen konnte. Nicht mal einfache Sachen. Ich war nur noch fertig. Dann hab ich mich zwei Tage krank gemeldet, aber es wurde alles noch schlimmer.
Jetzt nach 9 Tagen sind die Kiefer und Kopfschmerzen weg und ich schlafe auch wieder halbwegs normal, aber die Erschöpfung ist nur schlimmer geworden, statt besser. Ich kann mich kaum zu zwingen irgendwas zu machen. Es fällt mir alles schwer und mein ganzer Körper fühlt sich schwer an.

Ich habe nicht mal unbedingt Angst davor krank zu sein. Ich habe mehr Angst davor, krank zu sein und keinen Arzt zu finden, der mir hilft oder mich krankschreibt, wenn das wirklich erstmal nicht besser wird.

Ich bin auch psychisch ein bisschen vorbelastet, aber ich möchte nicht, dass es darum geht, da ich denke, dass einen das vielleicht ein bisschen anfälliger macht, aber die ganzen Probleme resultieren vor allem aus der Arbeit. Ich bin so dankbar für meine Arbeit, die wirklich schön ist, aber sie ist wie ein Anker, der einen immer wieder krank macht. Wie ein toxischer Mensch, der einen im ersten Moment noch umarmt und im nächsten Moment zuschlägt (ob nun bewusst oder unbewusst weiß ich nicht).
Meine Chefin ist immer sauer, wenn man sich krank meldet. Sie hat mir jetzt sogar immer noch eingetragen ich wäre jetzt schon krank ohne Krankschreibung, obwohl ich sie bereits am Dienstag abgegeben habe.

Danke für eure Antworten.

#1


Dys
Wenn Du einen Hausarzt hast, dann wäre das der erste Ansprechpartner und Du müsstest eigentlich nur dort das schildern, was Du hier geschildert hast, um eine Einschätzung zu bekommen, ob da ein Burnout vorliegen kann.
Zitat von Nele222:
Sie hat mir jetzt sogar immer noch eingetragen ich wäre jetzt schon krank ohne Krankschreibung, obwohl ich sie bereits am Dienstag abgegeben habe.

Die Krankmeldung holt sich doch der AG bei der Krankenkasse selbst elektronisch ab. Du musst halt nur wissen, von wann bis wann der Arzt Dich krankgeschrieben hat und dies dem AG sagen. Es sollte dann halt nur tatsächlich auch übereinstimmen. Einen gelben Zettel muss man nicht mehr abgeben.

#2


A


Hallo Nele222,

Eure Erfahrungen bei Burnout?

x 3#3


Lost111
@Dys

Zitat von Dys:
Die Krankmeldung holt sich doch der AG bei der Krankenkasse selbst elektronisch ab. Du musst halt nur wissen, von wann bis wann der Arzt Dich krankgeschrieben hat und dies dem AG sagen. Es sollte dann halt nur tatsächlich auch übereinstimmen. Einen gelben Zettel muss man nicht mehr abgeben.

Leider ist das von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Mein AG verlangt das zusätzlich leider immer noch in Schriftform.
Angeblich funktioniert das System noch nicht einwandfrei. ^^

#3


Dys
Zitat von Lost111:
Angeblich funktioniert das System noch nicht einwandfrei. ^^

Ab dem 1. Januar 2023 gilt ein neues elektronisches Verfahren für die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU). Arbeitgeber müssen sich an die technischen Voraussetzungen anpassen und die Arbeitsunfähigkeitsdaten von der Krankenkasse abrufen. (Quelle IHK)
Das gilt bundesweit und anfangs gabs natürlich auch technische (Software) Probleme. Aber zwei Jahre sollten auch dem letzten AG genug Zeit gegeben haben, um eine eAU abrufen zu können. Letztlich ist es nur eine Software die man dazu benötigt und einen entsprechenden Zugang zum System. Der AG ist da in der Pflicht und die Ärzte auch und auch da brauchts ja lediglich Software um die Meldung an die Krankenkasse zu übermitteln. Wenn im Einzelfall mal wirklich die Software oder Verbindung versagt, dann gibts natürlich alternativ den gelben Zettel, aber dass ist eine Ausnahme und entbindet ja nicht von der Pflicht es so zu handhaben, wie es die Regel seit 2023 nunmal sein muss.

#4


Lost111
Zitat von Dys:
Aber zwei Jahre sollten auch dem letzten AG genug Zeit gegeben haben, um eine eAU abrufen zu können. Letztlich ist es nur eine Software die man dazu benötigt und einen entsprechenden Zugang zum System. Der AG ist da in der Pflicht und die Ärzte auch und auch da brauchts ja lediglich Software um die Meldung an die Krankenkasse zu übermitteln.

Ja, ich weiß. Letztens gerade habe ich das auch noch vorsorglich in Papierform abgegeben.
Aber demnächst werde ich mir das zwar noch geben lassen, aber nicht mehr zwangsweise einreichen. Ist mir auch zu blöd.

x 1 #5


mecca
Zitat von Nele222:
Ich weiß nicht, ob ich wirklich ein Burnout habe. Eigentlich arbeite ich nur 25h die Woche.


Der Burnout kommt auch nicht vom vielen Arbeiten. Man kann viel arbeiten auch 50-60 Stunden die Woche und keinen Burnout bekommen.

Entscheidend ist, wie konflikthaft Deine Arbeitssituation ist. Manchmal ist es der Chef, manchmal die Arbeitsbedingungen, manchmal die eigenen Neurosen die stark auf etwas oder jemanden dort reagieren.
- Das verbleiben in ungelösten konflikthaften Situationen ist das was krank macht.
Erst merkt man gar nichts. Vielleicht redet man sich Dinge die man als schwierig erlebt schön. Weil es gibt ja auch noch die neten Kollegen, oder Anteile beim anderen...Die Verleugnungsreaktion ist nicht zu unterschätzen und das darüber hinweg gehen.

Ich selbst habe auch lange an etwas festgehalten, OBWOHL ich rückblickend schon sehr schnell spürte dass es nicht für mich stimmt. Dachte es würde sich schon verändern, gib dem ganzen ne Chance etc. etc....Auch andere im Forum berichten, wie sie über ihre Grenzen gegangen sind und dies beispielsweise schon vor Jahren spürten, sich aber zwangen weiter zu machen.

Durch dieses - sich zwingen weiterzumachen - sich also zwingen in einer Situation zu verharren, die einem eindeutig nicht gut tut, in der man sehr viele schlechte Gefühle erlebt ist der Anfang vom Selbstverlust. Desto mehr man sich verlässt, um das weiter auszuhalten desto schwerer wird alles...

Am Ende sind es nicht die anderen die Dich fertig machen,
sondern Du bist es selbst.
Weil Du es nicht wahrhaben willst, verleugnest, Deine Grenzen übergehst etc. etc...

Ich lese bei Dir, dass Du Dich unbehaglich in Deiner Arbeitssituation fühlst, vielleicht ist es die Arbeit - vielleicht verlässt Du Dich aber auch in anderen Lebensbereichen, in der Beziehung, Konflikte in der Familie auch hier ist es so, dass man ins Burnout rutschen kann, wenn man in konflikthaften Verhältnissen steckt die nicht aufgelöst werden.

Vielleicht schaust Du einfach nochmal und versuchst ganz ehrlich mit Dir zu sein.
Stell den Kopf aus, der abwägt sondern schaue, wie fühle ich mich in dieser Situation. Mit dem oder mit ihr. Wie fühle ich mich, wenn ich zur Arbeit fahre?

Dein Gefühl, so es noch kann wird in der Regel deutlich signale senden.
Der Kopf relativiert das gern, schiebt es weg und redet sich irgendeien Unsinn ein.

#6

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