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Sinnlos oder doch weiter kämpfen?

Hoffnungslos-94

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Hallo,
Ich leide unter einer chronischen Depression und habe schon mehrere Therapien, einen stationären und Tagesklinik Aufenthalt, sowie eine Reha hinter mir.

Eigentlich dachte ich, das ich die depression soweit im Griff habe. Anzeichen, das dem nicht so ist, habe ich gekonnt ignoriert. Schließlich ist es die Jahreszeit, das Wetter, usw. Erst als ich dann einen Nervenzusammenbruch mit stundenlangen heulkrämpfen hatte, konnte ich es nicht mehr ignorieren.

Also bin ich erst mal zu meiner Hausärztin, die mir antidepressiva verschrieben hat und habe einen Termin beim Psychiater gemacht. Nach ca 2 Wochen ging es bergauf. Plötzlich hatte ich wieder Energie und es schien mir nicht mehr alles so ausweglos.
Sollte vielleicht erwähnen das ich mich sehr unwohl und auch gemobbt auf Arbeit fühle, allerdings finanziell auf diese Arbeit angewiesen bin und deshalb nicht einfach so kündigen kann.

Nun seit einigen Tagen, merke ich das es wieder schlechter wird. Die Selbstmordgedanken sind wieder da. Das ganze hatte gestern seinen traurigen Höhepunkt. Konnte den ganzen Tag einfach nicht aufhören zu heulen (vom aufstehen bis abends beim einschlafen). Das schlimmste ist für mich, das die Selbstmordgedanken keine vagen Gedanken mehr sind, sondern jetzt konkret sind. Ich hab alles bis ins kleinste Detail geplant. Zum Glück gibt es noch einen kleinen Teil in mir, der leben will, sonst hätte ich den Plan wohl bereits umgesetzt. Bin völlig am Ende und weiß schlicht nicht, was ich tun soll. Der Termin beim Psychiater ist erst in 2 Wochen und stationär möchte ich nicht.

27.11.2019 09:26 • x 2 #1


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111Sternchen222

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Ich würde sagen, du fährst akut zu deinem Psychiater und setzt dich dort ins Wartezimmer!

27.11.2019 09:38 • x 1 #2



Hallo Hoffnungslos-94,

Sinnlos oder doch weiter kämpfen?

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ohneFunktion

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Entweder sofort zum Psychiater oder gleich ins Krankenhaus!

Diese Krankheit hat Dich gerade voll im Griff. Du kannst Dir nichts Positives mehr vorstellen. ABER DAS VERGEHT!
Lass Dir helfen und sorge gut für Dich!
Du bist nicht alleine!

27.11.2019 09:51 • x 1 #3


bones

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Kann ich mich nur anschliessen. Fahr zum Psychiater und erklär dort dein Notfall.
Kann dir aus Erfahrung sagen, mit dem konkreten selbstmordgrdanken, dass es besser ist wenn man direkt handelt und ich war selber vor 1 Jahr in solch einer Lage. Auch ich hatte schon konkrete Pläne gemacht.hab sie nur nicht ausführen können,weil ich in keinster Weise allein war. Das gefühl von hoffnungslosigkeit.das man denkt,dass es auswegslos ist und nie wieder besser wird. Es war mein Glück,dass es nicht dazu kommen ist. Hast du jemand, den du anvertrauen kannst?
Man kann diese Gedanken gut therapieren und es vergeht auch wieder. Das kann ich dir sagen. Du bist nicht allein.

27.11.2019 09:53 • x 1 #4


Hoffnungslos-94

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Danke, auf die Idee direkt zum Psychiater zu gehen bin ich gar nicht gekommen. Meine Familie versucht für mich da zu sein, aber sie verstehen das nicht wirklich und kommen dann immer mit nicht so hilfreichen Kommentaren. und ehrlich gesagt hab ich auch das Gefühl denen auf die Nerven zu gehen! Ich kann mich ja selbst gerade nicht leiden, schäme mich dafür aber will trotzdem einfach nur das es vorbei ist.

27.11.2019 10:14 • x 1 #5


ohneFunktion

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Du befindest Dich gerade im Ausnahmezustand. Dh, es ist wichtig Dir sofort Hilfe zu holen.
Du willst, dass die Krankheit vorbei ist, nicht Dein Leben.

Es wird besser, vergiss das nicht!

Schämen musst Du Dich nicht dafür. Schämt sich ja auch keiner, wenn er die Grippe hat.
Du schaffst das!

27.11.2019 10:56 • x 2 #6


fxb123

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Allgemein: In der heutigen Zeit werden leider zu viele Menschen von der ANGST beherrscht, Angst, die Lebensanforderungen nicht zu meistern, Angst keinen Job zu bekommen, Angst den Job zu verlieren, Angst die Rechnungen nicht bezahlen zu können, Angst gesellschaftlich abzurutschen usw. Zusammengefasst: Angst vor dem Leben, Angst vor dem neuen Tag.

Zitat von Hoffnungslos-94:
Sollte vielleicht erwähnen das ich mich sehr unwohl und auch gemobbt auf Arbeit fühle, allerdings finanziell auf diese Arbeit angewiesen bin und deshalb nicht einfach so kündigen kann.


Zu Dir: Du gehst täglich zur Arbeit und hast schon vor Arbeitsantritt Angst gemobbt zu werden, ein seelischer Schmerz, der oft unterschätzt wird. So gehst Du also täglich widerwillig zur Arbeit, weil Du das Geld benötigst. Kurzum: Lebensfreude - Fehlanzeige. Wie lange hält man diesen hoffnungslosen Zustand durch? Es reift in Dir der Gedanke aus dieser Situation auszubrechen, also salopp ausgedrückt, aufgeben und alles hinschmeißen, Dein Leben wegwerfen. Du entwickelst einen Plan, um diesen Gedanken umzusetzen.

Du könntest auch einen anderen Plan entwickeln, um Deine scheinbar ausweglose Situation zu ändern. Das Mobbing kannst Du nicht so einfach auflösen, aber Du könntest beispielsweise die Firma wechseln, um hierüber einen Neu-Anfang zu wagen.

Damit entsteht eine neue Hoffnung. Hierzu empfehle ich folgendes Ritual gleich morgens anzuwenden: Schaue in den Spiegel bei Deiner Morgentoilette und bedanke Dich für den neuen Tag, bedanke Dich, dass Du gesund und körperlich fit bist, bedanke Dich, dass Du Deinen gemütlichen Morgenkaffee trinken kannst, für das Frühstück, für den warmen Wohnort, für die Eltern, die für Dich da sind, für die Arbeitsstelle und vieles mehr, was Dir positives enfällt. Erfühle dabei - es geht mir gut, und füge gedanklich an, viel besser als so vielen Menschen, die in Not und Elend ihr irdisches Dasein fristen müssen.

Zum Abschluss schaust Du Dich im Spiegel direkt an und gibst Deinem Spiegelbild ein Küsschen mit dem Gedanken, ein erfolgreicher, liebenswerter Mensch zu sein. All diese positiven Gedanken sollen aufbauend wirken, um dann den Kanossa-Gang in die Firma antreten zu können. Bist Du dort, so denke, es ist nur noch für kurze Zeit, bald habe ich eine andere Stelle. Verrichte Deine Arbeit mit all Deiner Kraft und mit Liebe, die Du durch das mrgentliche Ritual in Dir aufgebaut hast. So ist es keine Arbeitslast, sondern es entwickelt sich Freude bei der Arbeit und das Mobbing lässt sich leichter ertragen. Mache also Pläne nicht zur Aufgabe deines Lebens, sondern zur Änderung Deines Lebens und bewerbe Dich bei anderen Firmen.

Was wird passieren?
Durch die tägliche Danksagung kommst Du in Harmonie mit Dir selbst. Deine Gedanken ändern Dein Leben. Bald ist es kein Kanossa-Gang zur Arbeit mehr, denn du freust Dich auf die Arbeit, auch das Mobbing der Kollegen wird zurückgehen

Ich schlage vor, dass Du es vielleicht doch einmal wagen solltest, die Verantwortung für Dein Leben in die eigene Hände nehmen zu wollen. Bedanke Dich täglich morgens und abends für den EINEN Tag. (Ich persönlich bedanke mich beim Lieben Gott, aber das kann jeder machen, wie er will. Mir hilft es ungemein)

01.12.2019 09:02 • x 2 #7


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Hoffnung21

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Hallo Hoffnungslos,

Dass du dich hier angemeldet hast zeigt schon, dass du noch Hoffnung in dir hast, auch wenn dein Nickname ein anderes Gefühl in dir anzeigt.
Es sind schon so viele gute Ideen genannt. Da kann ich gar nicht mehr viel hinzu setzen.

Zitat von ohneFunktion:
Du willst, dass die Krankheit vorbei ist, nicht Dein Leben.


Diesen Satz solltest du dir immer vor Augen halten, denn oft sagt man so einfach in Gedanken, ich will, dass es endlich vorbei ist, aber "es" ist eben nicht das Leben sondern die Krankheit. Und eine Depression ist eine KRANKHEIT, dafür braucht man sich nicht zu schämen.

Zitat von fxb123:
Du könntest auch einen anderen Plan entwickeln, um Deine scheinbar ausweglose Situation zu ändern. Das Mobbing kannst Du nicht so einfach auflösen, aber Du könntest beispielsweise die Firma wechseln, um hierüber einen Neu-Anfang zu wagen.


Natürlich nicht jetzt in deiner momentanen Situation, aber behalte das in deinem Hinterkopf für die Zeit, wenn es dir besser geht. Lass dich jetzt erst mal länger krankschreiben, damit du wieder auf die Beine kommst und geh morgen zum Psychiater. Sie werden keinen Patienten wegschicken, der so schlecht beieinander ist.

Zitat von fxb123:
bedanke Dich


Es gibt hier im Forum einen eigenen Thread dafür. Schau doch mal da rein. Ich habe das weniger mit bedanken, sondern mit "was war heute schön" gemacht. Es steckt die gleiche Idee dahinter. Jeden Abend vor dem Schlafen drei Dinge aufschreiben, die an diesem Tag schön waren. Das ist am Anfang vielleicht schwer gewesen, mir ist dazu nichts einfefallen, es war ja alles schlecht. Da kommen anfangs Sätze wie "heute hat die Sonne gescheint" oder "ich musste in einer bestimmten Situation nicht gleich losheulen" usw. Mit der Zeit lernt man dann, auf Positives zu achten. Es geht einfach darum, den permanent negativen Gedankengang zu durchbrechen.

Du kannst hier im Forum mal ein bisschen in den verschiedenen Threads reinlesen. Du bist nicht allein. Du kannst auch hier ein Tagebuch für dich schreiben. Das hat oft etwas Befreiendes.

VG Eis

01.12.2019 10:29 • x 2 #8

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