Selbsttherapie bei wiederkehrenden Depressionen?

Hallo an alle,
Ich bin neu in diesem Forum und hoffe, dass ich hier eventuell Tipps bekommen kann oder von euren Erfahrungen lernen kann.
Kurz zum Hintergrund. Ich hatte meine erste (und bis jetzt letzte) depressive Phase vor knapp 5 Jahren und hatte bis vor ein paar Monaten gedacht damit "abgeschlossen" zu haben. Man muss dazu sagen, dass diese Phase sehr schwer war (beinhaltete ritzen und suizidgedanken, bis hin zum wirklich auf der Fensterbank zu sitzen und der Überlegung sich einfach fallen zu lassen). Habe mich nach einem halben Jahr in dieser Phase einer freundin anvertraut und mit ihrer Hilfe und dadurch, dass ich zu der Zeit einen Welpen bekommen habe, aus der Depression "befreit". Der Hund hat mir eine Aufgabe gegeben, brauchte mich und war scheinbar in diesem Moment das beste "Heilmittel".

Habe gedacht nachdem ich mit einigen harten Schicksalsschläge über die letzten Jahre umgehen konnte ohne erneut in eine Phase zu rutschen, dass ich es geschafft habe. Ich nicht noch einmal depressiv werde. Seit dem letzten Monat bin ich mir nicht mehr so sicher. Ich habe (wieder) extreme schlafstörungen, kann nicht einschlafen und wenn ich mal schlafe oder döse will ich nicht mehr aufstehen. Ich habe Konzentrationsschwierigkeiten. Im Moment bin ich mitten in der Prüfungsphase in der Uni und es interessiert mich nicht (bin eigentlich ein eher ehrgeziger Mensch). Auch hatte ich vor einer Woche das erste mal seit langem wieder einen Herzrasen-Attacke ohne ersichtbarem Grund. Ein weiterer "Indikator" ist in meinem Fall die depressive/traurige Stimmung wenn ich getrunken habe (Alk.). Da ich es geschafft habe meine Depression solange zu verstecken und mich zu kontrollieren, kommt mein tatsächliches Befinden erst ans Tageslicht wenn ich mich (aufgrund des Alk.) nicht mehr kontrollieren kann. Doch das was mich wirklich aufgerüttelt (und zugleich erschrocken) hat war, dass ich vor ein paar Tagen überlegt habe mich zu ritzen um wieder was zu fühlen bzw nicht nur Gleichgültigkeit zu fühlen. (Ja ich weiß dumm. Hat früher auch nicht funktioniert und bringt nichts. Das weiß ich auch) Ich habe es nicht gemacht aber ich kann mich nicht einschätzen ob ich mich da immer im Griff haben werde. Hat jemand ähnliche Erfahrung gemacht? Gibt es etwas was ich stattdessen machen/denken könnte?
Damit komme ich auch zur nächsten Frage zum Thema Selbsthilfegruppen. Hat da jemand schon Erfahrungen gemacht? Ich wohne sehr ländlich und scheue mich momentan noch dort hinzugehen, weil ich Angst habe, dass mich dort jemand erkennt.

Das war trotz langem Text nur ein kleiner Einblick in meine momentane Gefühlswelt. Ich danke euch fürs Lesen und wenn ihr irgendwas dazu schreiben könnt oder eigene Erfahrungen gemacht habt, die ihr mit mir teilen möchtet, würde ich mich sehr freuen.

Liebe Grüße

PS. Ich hab kein Alk.. Trinke sehr selten (vorallem wegen dem Kontrollverlust). Kann es nur dadurch am besten verdeutlichen.

28.01.2020 03:29 • #1


buddl1
. was ist aus deinen Hund geworden,
der Halt, die Hoffnung?
es macht sicher immer Sinn, in Selbsthilfegruppen gleichgesinnte zu treffen und sich auszutauschen
und es kann anderen völlig egal sein, was sie darüber denken oder meinen, wenn du Hilfe suchst.
die Uni, ist es nicht das, was du wolltest? etwas zu lerne, was dir die Lebensgrundlage bereiten sollte?
du siehst ich habe mehr Fragen als Antworten für dich,
doch sind es nicht gerade die Fragen die du dir manchmal selbst stellst?
sicher, viele haben Gedanken an das Ritzen, an das Aufgeben, weil alles nicht wirklich so sinnvoll erscheint,
aber seinen Sinn fürs Leben, kann dir keiner auferlegen den, wie bei dem Welpen muss selbst gefunden werden.
soweit bist du da nicht weg,
er muss halt nur erneuert werden,
deinen Sinn.
buddl1,

28.01.2020 10:25 • #2





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