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Schwester mit Depressionen und Burnout

Guten Abend!

Ich weiß gar nicht so recht wie und wo ich anfange soll.
Meine Familie und ich wissen einfach nicht mehr weiter.

Meine Schwester hat den Kontakt zu uns allen im August 2019 abgebrochen.
Vorweg muss ich sagen, dass das nicht zum ersten Mal passiert ist. Sie war schon immer so wenn ihr was nicht passte, legte sie am Telefon auf, meldete sich nicht mehr oder brach alles ab.

Die letzten Treffen waren auch sehr "anstrengend" (bitte nicht falsch verstehen). Egal was wir sagten oder nicht sagten, es war nichts recht; sie belehrte uns, teilte aus und fuhr uns über den Mund. Sie liest auch unheimlich viel psychologische Bücher und lebt regelrecht danach. Grundsätzlich nicht schlimm; aber ich will es nicht.
Es traute sich keiner mehr von uns was zu sagen und wenn dann überlegten wir ganz genau wie wir jetzt was sagen. Es war alles nur noch angespannt.

Nun kam ich persönlich auch an dem Punkt, dass ich nicht mehr wollte. Ich wollte nicht mehr reden und zerreden. sie wollte immer Probleme wälzen (das geht schon jahrelang so). Ich ertrug es einfach nicht mehr. Ich war "voll" bis oben hin. Jahrelang bei jedem Treffen (wir wohnen 200km auseinander) Probleme analysieren und wälzen. Generell okay aber dann muss auch mal wieder gut sein.

Das sagte ich ihr dann im August. Ich meinte, sie ist immer herzlich willkommen aber im Moment möchte ich keine Probleme mehr wälzen.
Das wars dann. Daraufhin beschwerte sie sich, dass sie das ganze Jahr schon Hilfe gebraucht hätte, aber keiner von uns da war. Sie Depressionen hat und und und. Bis dahin wußte ich nicht mal dass sie vom Arzt bescheinigt bekam, dass sie Depressionen hat. Seither bekommen wir bei jeder Annäherung diese Nachrichten. Wir sind nie für sie da. Sie ist von uns allen enttäuscht. Wir interessieren uns nicht für sie. Sie hat schließlich Depressionen. In der letzten Nachricht wohl auch Burnout.

Das stimmt so alles nicht. Meine Mama fuhr monatlich ein bis zwei mal (300km) zu ihr um ihr bei der kleinen zu helfen. Mein Dad half bei den handwerklichen Sachen. Wir sind alle in Vollzeit arbeiten. Es ist mit zwei Kindern nicht leicht, schnell mal hinzufahren. Ich wünschte, es wäre so aber das funktioniert nicht so einfach. Jedoch ist sie nicht arbeiten und kommt uns nicht besuchen.
Sie ist auch in ihrem Ton sehr forsch und greift einen ständig an. Auch wenn wir Besuch haben, muss man aufpassen dass es nicht eskaliert. Das "machte" sie auch mit ihrem Vermieter und Schwiegermama und Freunden so. Jetzt nach Silvester meinte sie wieder, sie sperrt mich jetzt. Vorher wieder die ganzen Anschuldigungen. Ich muss noch dazu sagen, dass sie seit Jahren bereits regelmäßig zum Psychologen geht. Das rührt von einem Autounfall von vor 15 Jahren.

Wirklich, wir als Familie haben viel Verständnis und sind immer für sie da. Wir wissen aber nicht mehr, wie wir uns verhalten sollen. Wir dürfen ihrer Tochter auch nicht zum Geburtstag gratulieren. Meiner Mutter schlägt sie die Tür vor der Nase zu. Gerade meiner Mutter. Wenn meine Schwester "rief" war meine Mutter immer sofort zur Stelle; egal welche Uhrzeit und wie weit weg sie war.

Mittlerweile sprach mich eine Cousine an. Sie wurde von meiner Schwester kontaktiert und wollte sich selbst ein Bild davon machen und ob wir wirklich so schlimm sind wie meine Schwester berichtete. Ich war erst mal baff. Sie macht uns vor anderen schlecht.

Wie verhalten wir uns nun richtig?

20.01.2020 21:07 • #1


buddl1
kann man sich den richtig verhalten
und wenn ja, aus wessen Sicht?

ist es nicht so, dass egal was ihr macht, sagt oder eben auch macht,
es für falsch gehalten wird?
von ihr oder im schlimmsten Fall von denen die darüber wissen?

ihr entscheidet darüber,
was ihr als Familie für euch zulassen könnt,
was an Hilfe gegeben werden kann und auch wo eure Grenzen definitiv sind.

aus dem was du geschrieben hast,
ich zumindest nichts falsches feststellen kann,
eure Sorge, euer Verständnis und auch eure bisherige Rücksicht
wohl eben die ist die man nur geben und zeigen kann.
sie kann aber auch zu viel sein, weil sie dadurch nie eure Grenzen anerkennen musste.
es ist doch so, dass wenn ich nicht weiß wo diese ist, überschreite ich sie immer wieder ohne Rücksicht darauf
die vielleicht auch von ihr einzuhalten wäre.

vielleicht kannst du mit der Cousine ein ehrliches Gespräch führen,
sie muss beide Seiten kennen, dann selbst darüber befinden und
letztlich bleibt es ihr frei wem sie ihren Glauben schenkt.
die Wahrheit liegt oft nicht so, wie sie selbst verstanden wird,
sie muss erarbeitet werden,
in jedem Strohballen,
liegen die Körner ganz unten.
buddl1,

21.01.2020 06:58 • x 1 #2


Resi
Liebe Puppenauge,

ich hab auch so eine Schwester.
Auch sie hat den Kontakt zu uns Geschwistern abgebrochen.
Ich kann dich also sehr gut verstehen.

Meine Schwester ist ähnlich, sie hat seit über 40 Jahren so unendlich viele Hilfsangebote von uns, von Ärzten, von Kliniken, von Freunden, von Kollegen erhalten- aber dat war alles nix, weil sie es immer besser wußte und immer die anderen schuld an ihrer Misere hatten und alle böse zu ihr waren und keiner Verständnis hatte.
Vor allem sind es immer nur die anderen

Zitat:
Mittlerweile sprach mich eine Cousine an. Sie wurde von meiner Schwester kontaktiert und wollte sich selbst ein Bild davon machen und ob wir wirklich so schlimm sind wie meine Schwester berichtete. Ich war erst mal baff. Sie macht uns vor anderen schlecht.

Genau wie bei uns.
Wir hätten sie ohne Weiteres wegen übler Nachrede anzeigen können, so schlimm war das.


Du kannst nichts tun.
Es gibt Menschen, die sich einfach nicht helfen lassen wollen, die in einer anderen, eigenen Welt leben.

Laß sie.

21.01.2020 07:37 • #3





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