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Meine Schwester macht mich kränker

F
Ich bin momentan total am Ende. Habe seit vielen Jahren Depression mit viel Höhen und Tiefen. Aber, ich trete mich in den Hintern um nicht ganz abzusacken.
Jetzt mein Problem. Meine Schwester, Neffe wohnen bei meiner Mutter .
Schwester auch auf Antidepressiva eingestellt,hatte vor 2 Jahren Schlaganfall, kann aber wieder laufen, einkaufen, reden, Handy zocken usw. Was sie könnte aber nicht macht ist Haushalt. Meine Mama ist jetzt Pflegefall Grad 4 ich mache die pflegerischen Sachen, Tabletten, Mobilisation, Waschen, Inkontinenz Versorgung. Gehe 3mal am Tag hin.
Problem ist das es mir inzwischen mega schlecht geht und das nicht wegen meiner Mama sondern wegen dem Zustand der Wohnung. Ich habe die Wohnung auf Vorderman gebracht als sie im Krankenhaus war weil sie schon vor ihrem Schlaganfall nicht so sauber war. Früher hat Mama alles gemacht.
Ich habe dann noch 3mal geputzt( komplett) das Level wurde nicht gehalten.
Jetzt kann ich nicht mehr und will auch nicht mehr.
Diese Wohnung ist für mich wie ein schwarzes Loch das meine Energie abzieht.
Ich habe im Guten mit ihr geredet, geschumpfen, hat nix geändert.
Ich kann nicht mal eine reguläre Putzfirma organisieren weil ich da eher Tatortreiniger bräuchte.
Ich schäme mich für die dreckige Wohnung aber an den Wohnverhältnissen kann momentan nichts geändert werden.
Habt ihr mir einen Rat, bin verzweifelt

02.01.2023 07:44 • #1


Nuance
Hallo,
das liest sich übel...
Was muss in Deiner Schwester vor gehen, dass sie Dich mit allem alleine läßt, nichts tut - Dich nicht unterstützt. Deiner Schilderung nach wäre sie körperlich dazu in der Lage.

Es macht ratlos.
Du erwähnst einen Neffen - wie alt ist der denn? Putzen können auch Männer...

Es gibt doch auch Privatleute, die zum Putzen kommen. Wenn jemand regelmäßig käme, wäre es ja nicht mehr so schmutzig.
Es wäre natürlich trotzdem eine unbefriedigende Lösung - da es Geld kostet. Und eine Notlösung, weil man die Schwester samt Neffen wohl nicht motivieren/zwingen kann.

Ich wohnte ja mal in einer WG. Also meine Wohnung als WG. Meine Mitbewohnerin sah das mit Sauberkeit auch eher locker. Die ersten Wochen waren der Horror für mich - immer wieder unangenehme Gespräche. Aber dann wurde es besser. Und ich hatte ein Druckmittel: Rauswurf.
Und ich weiß noch, dass ich oft formulierte, ich könne es schon aus Respekt ihr gegenüber nicht so dreckig werden lassen. Und das war wirklich so. Wir hatten einen Putzplan - 1 x wöchentlich staubsaugen/Bad putzen. Also schon recht locker.

Jetzt bin ich alleine - leider - und lasse es manchmal laufen. Weil es niemand anderen stören kann.

Ich hoffe sehr, dass Du eine Lösung findest. Und auch, dass Du Dich nicht zu sehr ärgerst, weil es krank macht. Weil das Leben zu schade ist für solche negativen Gefühle.

02.01.2023 08:06 • #2


A


Hallo Fanta,

Meine Schwester macht mich kränker

x 3#3


F
Ich weiß nicht wie ich motivieren kann, ich weiß nur ich habe nicht mehr die Kraft dazu. Ich habe 2 Jahre Therapie gemacht und bin froh das ich mich halbwegs im Griff habe.
Mein Neffe ist 15.

02.01.2023 08:19 • #3


Mit180gen0
Wunderbar, mit 15 kann man immerhin 2x die Woche saugen.

Mein Vorschlag: da muss ein Plan her. Wer macht wann was. Wenn die Pflegestufe so hoch ist, sollte doch auch eine Haushaltshilfe drin sein.
Dann wäre 1x die Woche die Hilfe dran, 1x die Woche deine Schwester: Toilette, Waschbecken, Böden.

Und der Neffe saugt halt und bringt den Müll raus.

Ich würde da mal Tacheles reden. Was sagt denn deine Mutter, kann sie noch reden etc.?

02.01.2023 09:26 • #4


F
@Mit180gen0
Ich habe soviel geredet, gemacht und kann nicht mehr in diesem Zustand der Wohnung kann ich gar keine Haushaltshilfe kommen lassen die haut gleich ab.
Haushaltshilfe von Krankenkasse würde zustehen aber die Kassenvertetrgspartner haben keine Kapatzität.
Meine Mama ist Zeitweise dementsprechend und sieht nur 1 Raum und da halte ich sauber, den Rest gsd nicht.
Ich bekomme schon Panikattaken wenn ich zu Mama muss uns das tut mir so leid.Schwester liegt dann noch im Bett, Hund hat in die Wonung gespieselt und die Pfütze ist am nächsten Tag noch am gleichen Platz. Früher hab ich es weggemacht ich kann nicht mehr.
Meine Schwester ist sicher auch nicht psychisch auf der Höhe ,tu ich ihr Unrecht? Aber zocken kann sie auch.
Ich bin total verzweifelt über die ganze Situation. Habe ihr schon gesagt, das sie Therapie machen muss, Psychiater aber es kommt nix

02.01.2023 09:53 • #5


Mit180gen0
@Fanta Rede Klartext. Sie soll putzen bis Datum X. Und sonst nimmst du ihr halt ihr Handy weg. Sorry, klingt nach Kleinkind, aber wer sich so verhält...
Es ist ja auch IHRE Mutter.

02.01.2023 11:16 • #6


Machara
Guten Morgen als selbst Erkrankte sich um eine kranke Angehörige zu kümmern ist schon eine Herausforderung.

Aus Erfahrung kann ich sagen in euerer Situation steckt ganz viel Streitpotential was uU schon aus der Vergangenheit
kommt.

Ich habe einfach ein paar Fragen die brauchst du nicht beantworten sie sind vielleicht ein Denkanstoß für dich.

Besteht vielleicht die Möglichkeit eure Mutter zu dir zu holen ?

Würdest du deine Schwester an der Betreuung eurer Mutter beteiligen wenn sie es möchte ?

Wer bekommt das Pflegegeld und wenn du es bekommst ,
kann es sein das sich deine Schwester denkt dann soll sie auch die gesamte Arbeit machen?

Warum lässt sich an der Wohnsituation nichts ändern ?

Du kannst dich nur gut um eure Mutter kümmern wenn du selber stabil bist . Vereinfacht nur wer sich selber pflegt kann gut pflegen.
Hast du einmal versucht deine Mutter in einer Kurzzeitpflege unterzubringen damit du mal ein paar Tage
nicht in die Wohnung musst ?

Du bist nicht Erziehungsberechtigt gegenüber deiner Schwester wenn sie es in Gesprächen nicht einsieht, brauchst du einen Weg um dich und deine Mutter zu schützen.
Das kann im Extremfall die Unterbringung deiner Mutter in einem Heim bedeutet

Das was ich dir empfehlen würde ist hol dir Hilfe von einer Pflegeberatung/ Sozialdienst die uU mit deiner Schwester
sprechen das die Zustände nicht haltbar sind und wenn sich da nichts ändert die Versorgungssituation nicht gewähr leistet ist und das Folgen für eure Mutter haben kann.



Ich wünsche euch alles Gute und pass auf dich auf.


Das waren jetzt ein paar Gedanken von mir dazu die dazu dienen sollen ein Anstoß zu sein. .

02.01.2023 12:09 • x 1 #7


F
Danke dir. Es ist sehr kompliziert und ein Heim kommt nicht in Frage. Ich weiß nicht wie ich aus dieser Nummer rauskommen. Ich liebe meine Mama und mir ist für sie auch nichts zuviel.

02.01.2023 18:00 • #8


A


Hallo Fanta,

x 4#9


Machara
Zitat von Fanta:
Ich liebe meine Mama und mir ist für sie auch nichts zuviel.


Du das habe ich auch so gelesen. Aber das weiß auch deine Schwester.

Es war nie mein Ansinnen zu sagen gib deine Mutter in ein Heim dann hast du deine Ruhe.

Man kann seinen pflegbedürftigen Angehörigen in einem Heim unterbringen und ihn trotzdem bzw erst recht deshalb lieben. Keiner braucht deshalb ein schlechtes Gewissen haben wenn man ihn im Heim weiterbegleitet. Das aber nur am Rande.


Der Punkt ist doch das dich deine Schwester mit ihrem Verhalten krank macht und du einen Ansatz brauchst
damit sich etwas ändert. Wenn sie also hört das wenn die Pflegekasse sagt das Wohnumfeld ist für eine kranke Frau nicht geeignet und sie kann so nicht in der häuslichen Umgebung bleiben ,muss sie reagieren und etwas machen

Ihr habt eure Geschichte miteinander du mit deiner Schwester sowie ihr mit eurer Mutter.

Du kommst dreimal täglich um dich um eure Mutter zu kümmern das ist Klasse aber das kostet Kraft und Energie
und vielleicht kommt dann mal der Wunsch Mensch Schwester X ist doch da warum übernimmt die nicht einmal
dann brauch ich mich nicht auf den Weg machen.
Je mehr Energie verbraucht wird um so dünner werden die Nerven und dann kommt da der Frust die Wut der Ärger usw.

Täglich dreimal Kontakt zu deiner Schwester macht dich. kränker.
Wenn ihr an der Situation nichts ändern könnt würde ich Grenzen setzten.
Du kümmerst dich um den Lebensraum deiner Mutter und lässt deine Schwester ihren Teil das aber das auch konsequent

Zwei getrennte Haushalte in einer Wohnung. wird aber auch nicht einfach.

Wenn du nicht auf dich aufpasst wirst du am Ende die Leidtragende sein.
LG

02.01.2023 18:35 • x 1 #9

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