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Partnerin erkennt Ausmaß ihrer Depression nicht

nanino2004

nanino2004

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Hallo,

heute suche ich Hilfe und Zuspruch in diesem Forum, weil sich irgendetwas verändern muss. Meine Frau ist 37, ich bin 42 und gemeinsam haben wir zwei kleine Kinder. Schon seit Jahren war meine Frau oft antriebslos, sah nur das Negative, war ganz leicht überfordert und von ständiger Müdigkeit geplagt. Dies hatten wir immer auf die extremen Anstrengungen mit Job und Kinder geschoben. Vor 8 Monaten erhielt meine Frau dann die Diagnose Multiple Sklerose. Ein Schock für sie und die ganze Familie.
Auch wenn sich körperliche Einschränkungen zum großen Glück nur wenig zeigen, so hat diese Diagnose psychisch die Situation langsam zur absoluten Krise geführt. Seitdem ist meine Frau immer wieder schwankend zwischen extremer Aggression und Depression.
Es ist eine Zerreißprobe für die ganze Familie. Oftmals muss ich dazwischen gehen, um unsere Kinder zu schützen (auch vor Gewalt oder Hassbotschaften), aber es wird eher immer schlimmer. Im Anschluss zieht sie sich zurück und liegend weinend im Bett und fühlt sich wertlos. Ihre Eltern (die ihr sicherlich nicht gerade eine Kindheit mit Zuversicht und Selbststärkung verschafft haben) haben davor kapituliert.
Sie ist zwar aufgrund von MS in neurologischer und medikamentöser Behandlung (erhält u.a. auch Antidepressiva), auch einen Psychotherapeuten besuchte sie drei Mal in vier Monaten aber viel zu oft erklärt sie sich selbst dann als stabil (tritt so wohl auch bei dem Neurologen und dem Psychotherapeuten auf) und weigert sich, zusätzliche Hilfe (Psychiater? Medikamente?) in Anspruch zu nehmen.
Mit viel Kraft und Streit habe ich es geschafft, dass sie wenigstens einen Kurantrag gestellt hat und hoffentlich einen anderen Psychotherapeutentermin in Angriff nimmt, aber diesen Energieaufwand kann ich nicht jedes Mal bringen.
Meine Frage: ich habe gelesen, wie man mit depressiven Angehörigen sprechen / umgehen sollte, aber WIE kann man denn dann wirklich eine depressive Person davon überzeugen, Hilfe anzunehmen / ihre Situation realistisch einzuschätzen, wenn sie das selbst nicht tun und man nicht monatelang darauf warten kann? Habt ihr hier Erfahrungen?
Ich weiß nicht, ob es etwas bringt, wenn ich zusätzlich den Neurologen kontaktiere? Auch beim ersten Termin beim Psychotherapeuten war ich dabei, um die drastische Situation zu schildern.

Vielen Dank für alle Ratschläge und Erfahrungen!

26.12.2019 18:08 • x 1 #1


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111Sternchen222

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Oh man, das ist wirklich nicht so einfach! Denn in ihren Augen scheint es ja nicht" so schlimm" zu sein.ich denke dann ist es nicht so leicht, sie davon zu überzeugen! Kannst du beim nächsten neurologentermin mit gehen und dort die Situation schildern? Ihn zu kontaktieren ohne dass deinecFrau davon weiß könnte schwierig werden,wegen der Schweigepflicht.
Lg Sternchen

26.12.2019 20:28 • x 2 #2


Sandra-k

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Hi, also mein Ex Mann hat seit 2005 die Diagnose MS. Aber das schlimmste Symptom ist Fatigue, ständig müde und antriebslos. Er hat auch Jahre ohne Antidepressiva gelebt und gesagt es ist nur die Fatigue. Ja das ist das Hauptsymtom, aber durch die Antidepressiva ist er motivierte geworden, wobei der Weg zum Richtigen echt steinig war. Aber gegen das Hauptsymtom hilft es leider nicht.
Sie braucht unbedingt eine gut Reha Einrichtung um auch selbst die Krankheit anzunehmen und ihre Krankheit nicht als Endstation zu sehen und Frühzeit in alle Richtungen fit zu bleiben.

26.12.2019 20:40 • x 2 #3


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ZeroOne

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Abend!

Ich habe auch einen MS-Fall in der Familie. Nach der Diagnose und den anfangs zunehmenden Beschwerden sah es auch nach Weltuntergang aus.

Geholfen hat letztlich der Wechsel in die spezielle, regelmäßige MS-Sprechstunde einer neurologischen Klinikambulanz. Dort erfolgte medikamentös eine optimale Einstellung und zudem konnten viele, sehr hilfreiche Kontakte vermittelt werden.

Unter anderem tat sich über diesen Weg auch eine tolle SHG auf, über die klar wurde, dass MS kein Todesurteil ist und man auch damit sehr gut leben kann. Von der SHG, bzw. den Leidensgefährten, wurden Ratschläge auch lieber angenommen, als von Ärzten, oder der Familie.

Aber es ist echt schwierig, einen Rat zu geben, denn jeder braucht was anderes.

LG
ZeroOne

26.12.2019 21:20 • x 2 #4


nanino2004

nanino2004

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Vielen Dank für eure ersten Antworten!
@sternchen: Ja, ich wollte mit zum nächsten Neurologentermin. Nur leider passiert in dieser Situation genau das, was ich ja auch so vorhin geschrieben habe: wie ist denn dann noch eine Beziehung auf Augenhöhe möglich? Wie kann man denn genau da dann den Partner wieder zum selbständigen Entscheidungsträger verhelfen?
Genau deshalb hat meine Frau ja auch so reagiert: auf der einen Seite erkennt sie mein Unterstützungsangebot an, aber auf der anderen - der emotionalen - Seite fühlt sie sich zum "Kind" erniedrigt, wenn ich ihr vorschlage, sie zu begleiten. Und flippt erneut aus.
Und insgesamt merke ich immer mehr: wir haben eine mehrköpfige Familie, die weiter lebt. Wir können die Zeit nicht anhalten und um das hinzukriegen Monate abwarten, und zudem gerate ich immer mehr in die Entscheider-Rolle, ohne das zu wollen.
@ Sandra: Dieses fatigue lässt sie schon am frühen Nachmittag die Nerven verlieren. Da ist es sehr verständlich, dass sie im Umgang mit Kindern die Nerven verliert. Ich befürchte nur eines: Bis diese Reha genehmigt ist, geht unsere Familie kaputt.
@ ZeroOne: Danke, das mit der Kliniksprechstunde werde ich recherchieren! Die SHG war in unserer Gegend leider eher voll mit niederschmetternden Schicksalen für meine Frau.

26.12.2019 21:33 • x 1 #5


Sandra-k

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Oh ich kenne diese Situation nur zu gut, auch im Bezug auf unseren Sohn. Der Neurologe kann die Reha ziemlich zügig herbeiführen. Hatten wir bei der ersten Reha auch hier. Weil es einfach nicht mehr anders ging. Tatsächlich. Wenn er von der Arbeit gekommen ist ging nichts mehr. Am Wochenende ihn mit dem kleinen alleine lassen, war teilweise nicht möglich. Auch DU kannst mit ihrem Neurologen sprachen, habe ich in den vergangenen Jahren schon sehr oft getan um mal die "Realität" da zustellen.

26.12.2019 21:40 • x 2 #6


ohneFunktion

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Kann Deine Frau vielleicht eine Familienhilfe bekommen? Jemanden der sich mit um die Kinder kümmert, damit sie da entlastet wird? Oder Babysitter, die einfach mal mit den Kids was unternehmen?

26.12.2019 22:02 • x 2 #7


nanino2004

nanino2004

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@ohne Funktion: Wir sind leider erst am Anfang,uns über Hilfsmöglichkeiten zu informieren. Auf eigene Rechnung haben wir jetzt einen Babysitter für einen Tag pro Woche und eine Putzhilfe engagiert.
Die Überlastung ist das eine. Das werden wir sicher noch weiter ausbauen und irgendwie in den Griff kriegen. Ich arbeite oftmals zu Hause und verschiebe meine Aufgaben in die Nacht, um auch noch dabei zu sein.
Aber schlimmer und zersetzender ist die die Psyche. Denn wenn der Babysitter mit den Kindern unterwegs ist oder ich mit ihnen etwas spiele, ordnet meine Frau den Keller neu oder organisiert das Gartenhaus um oder. Das zeigt mir nur umso mehr: sie geht der Konfrontation mit ihrer Depression aus dem Weg. Oder sehe ich das falsch?

26.12.2019 22:36 • x 1 #8


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maya60

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Zitat von nanino2004:
Hallo, heute suche ich Hilfe und Zuspruch in diesem Forum, weil sich irgendetwas verändern muss. Meine Frau ist 37, ich bin 42 und gemeinsam haben wir zwei kleine Kinder.

Vor 8 Monaten erhielt meine Frau dann die Diagnose Multiple Sklerose. Ein Schock für sie und die ganze Familie. Auch wenn sich körperliche Einschränkungen zum großen Glück nur wenig zeigen, so

Es ist eine Zerreißprobe für die ganze Familie. Oftmals muss ich dazwischen gehen, um unsere Kinder zu schützen (auch vor Gewalt oder Hassbotschaften), aber es wird eher immer schlimmer.


Hallo nanino,

das ist eine Hammersituation für euch alle, aber die Schwächsten und sofort und unverzüglich Schutzbedürftigsten in eurer Familiensituation sind eure beiden kleinen Kinder! Sie müssen als allererstes vor Gewalt und Hass sofort ab jetzt geschützt werden! Deine Frau muss sich da ihrer Verantwortung als Mutter bewusst werden und etwas gegen ihre Aggressionen tun. Und das kann nicht rund um die Uhr deine Aufgabe sein! Du darfst auf keinen Fall tagsüber und nachts in Beruf und Familie arbeiten, denn sonst kippst du selber sehr bald um.
Bitte rufe bei der Krankenkasse an wegen sofortiger Unterstützung. Es muss sichergestellt werden, dass Haushaltshilfen da sind und deine Frau nie alleine mit den Kindern ist! Oder auch Familienhilfe vom Jugendamt.
Und du musst in erster Linie stark genug bleiben, um deinen Kindern jetzt die Hauptbezugsperson zu sein! Aber nicht rund um die Uhr!

Depressionen sind kein Freischein für unkontrollierte Aggressionen! Deine Frau verliert nicht ihre Selbstverantwortlichkeit als Mutter.

Wie alt sind eure Kinder? Gibt es da noch Großeltern oder Onkel und Tanten, die euren Kindern Sicherheit und Geborgenheit und Nähe geben können?

Es kann und darf nicht alles auf deinen Schultern liegen!

Wie Zero und andere schon schrieben hier, finde ich auch für deine Frau Selbsthilfe im Multiplen-Sklerose-Bereich sehr wichtig, denn wenn, wie hier schon geschrieben wurde, Fatigue ein Hauptsymptom von MS ist, dann darf das auch nicht mit Depression verwechselt werden. Was da alles neurologisch jetzt von was kommt, das müssen neurologische Fachleute erklären oder eben auch Selbstbetroffene in der Selbsthilfe teilweise aus ihren Erfahrungen.

Außerdem kann deine Frau in der MS-Selbsthilfe von allen Erfahrungen sehr profitieren und ihr müsst euch nicht alles selber ausdenken.

Hier bist du aber auch richtig im Forum, denn dieses Forum ist sehr gut!

Alles ist jetzt eine schwere neue Situation, bitte schütze die Kinder und dich selbst und überfordere dich nicht damit, zu meinen, dass du deine Frau auch schützen musst, das schafft keiner! Und Depression heißt nicht, unkontrolliert aggressiv zu sein, das ist ein NoGo!

Ich wünsche euch allen viel Kraft und gute Fachleute und Selbsthilfekontakte online und vor Ort!

Liebe Grüße! maya

27.12.2019 14:32 • x 3 #9


nanino2004

nanino2004

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Hallo!

Danke nochmals für eure zahlreichen Hinweise!
@ maya: die Kinder sind 4 und 6, gehen beide in den Kindergarten.
Ja, ich will meine Frau unterstützen und meine Kinder schützen. Das Problem ist ja nur - so auch der von mir gewählte Titel - , dass meine Frau das Problem so nicht erkennt oder auch verdrängen will.
Es wäre auch für mich erniedrigend, wenn ich (wie gestern geschehen) gezwungen wäre, meinen Neurologen anrufen müsste, um einen Termin zu vereinbaren. Das musste ich mit ihr gestern machen. Und erst als ich sie während des Gesprächs drängend angeschaut habe, sprach sie dem Neurologen gegenüber von einer "Depression". Jetzt haben wir wenigstens in einer Woche einen Termin, bei dem ich wahrscheinlich unbedingt mit muss, denn meine Frau spricht das Problem nicht so gern an.
Sehr unschön ist einfach, dass sie (seitdem dieses Gespräch gelaufen ist) mit mir noch mehr gestritten hat und jetzt in einem anderen Raum schläft. Je mehr ich versuche zu helfen, umso mehr entfernt sie sich. Und gleichzeitig beklagt sie sich, dass ich ihr gegenüber keine Liebe mehr zeige.
@ maya: Ja, vielleicht ist es ja auch fatigue, das so ja auch schon (fast ein Jahr lang) vor der MS-Diagnose da war. Ob das dann ein Neurologe oder ein Psychiater feststellen kann, weiß ich nicht. In anderen online-Adressen konnte ich zumindest nachlesen, dass man evtl. dann auch mit Antidepressiva o.ä. gegensteuern kann. Da sehe ich dann schon das nächste Problem, denn was sie niemals machen würde, wäre das medikamentös behandeln lassen. Da sehe ich schon den nächsten Konflikt voraus.
Das mit der Krankenkasse ist nicht so einfach, denn die wollen erst einmal einen gestellten Antrag. Datenschutzrechtlich ist es schon problematisch, wenn ich bei ihrer Krankenkasse anrufe und nicht sie selbst. Sie steht dann neben mir, will aber selbst nicht sprechen. Die Mitarbeiter der Krankenkasse wollen verständlicherweise aber mit ihr sprechen. Aber auch das werden wir in Angriff nehmen.
Eine Selbsthilfegruppe haben wir ja schon hier vor Ort. Die ist hilfreich aber wie ich schon gesagt habe auch leider etwas abschreckend (einer ersten Teilnahme meiner Frau ging ein Suizid eines langjährigen Mitglieds voraus).
Wenn bloß diese Aggressionen nicht wären und wenn man das bloß gemeinsam im Team lösen könnte. Das ist für mich das Schlimmste. Es fällt schwer, Licht am Ende des Tunnels zu sehen.
Vielleicht ist dieses Licht ja der Neurologentermin und ganz gewiss eure helfenden Hinweise! Danke!
Hat jemand hier in diesem Forum - auch wenn es sich um Depression dreht - evtl. Erfahrungen mit medikamentöser Behandlung bei fatigue?

28.12.2019 12:19 • #10


Sandra-k

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Hi, mein ex hat sämtliche Medikamente zum Thema Fatigue durch. Fampyra zu Beginn war lange gut. Danach amatadin und modafinil. Aber das alles war nicht so gut wie Fampyra. Leider zeigt es nicht mehr die gewünschte Wirkung. Wir haben es auch mit sämtlichen Freiverkäuflichen Medis versucht.
Erkenne mich in deiner Situation total wieder, da war ich vor ein paar Jahren auch komplett drin.

28.12.2019 13:05 • x 1 #11


Sandra-k

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Es kommt aber auch immer auf die Basistherapie an. Welches Medikament nimmt sie da ? Haben gemerkt das tecfidera und fampyra nicht harmonieren, zumindest bei meinem Ex

28.12.2019 13:08 • x 1 #12


nanino2004

nanino2004

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@ Sandra: Sie nimmt Tecfidera. Ich dachte erst, ihre Aggressionen kämen durch das Medikament. Aber höchtswahrscheinlich ist es Fatigue, das hat sich ja auch langsam so aufgebaut.
Halfen die Medikamente, die du aufgezählt hast, speziell um die Erschöpfung zu regulieren (Gleichgewicht wieder erlangen - Kräfte einteilen) oder speziell dessen Auswirkungen (Gereiztheit, Verzweiflung).
Wenn du davon sprichst, dass Fampyra "zu Beginn" gut geholfen hat, von welchen Zeiträumen sprichst du dann? Welche Nebenwirkungen habt ihr beobachtet?

28.12.2019 13:16 • #13


Sandra-k

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Also fampyra hat mehrere Jahre, genau weiß ich es nicht mehr - aber mehr als 2 Jahre- geholfen gegen Gleichgewichtsstörung und Antriebslosigkeit und das gereizt sein. Er sagte das er meist so gereizt war weil er schnell erschöpft war. Die anderen Medikamente waren nicht sehr von Erfolg gekrönt. Aktuell ist er in Reha und wird umgestellt. Tecfidera ist geblieben. Ein neues Antidepressivum und Fampyra nochmal komplett raus. Sie wollen schauen das er jetzt erstmal ein halbes Jahr mit Fampyra pausiert.

28.12.2019 17:25 • #14


nanino2004

nanino2004

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Hallo!
Leider hat sich die Situation kein bisschen verbessert, eher verschlechtert.
Die Krankenkasse schickte heute nach fast drei Monaten seit Antragsbeginn die Ablehnung einer Mutter-Kind-Kur. Okay, so wie sich der Zustand meiner Frau zuletzt entwickelt hat, glaube ich auch, dass dies bei ihrer nervlichen Verfassung jetzt nicht mehr angebracht schien. Aber auf der anderen Seite erschüttert es mich doch, dass eine Ablehnung erfolgt ist. Jetzt haben wir noch einen Kurantrag speziell für sie laufen. Sollte der abgelehnt werden, werden wir alles Mögliche in Bewegung setzen, um das irgendwie durchzusetzen.
Oftmals steht meine Frau regelrecht neben sich. Sie erinnert sich dann falsch oder gar nicht an Sachen des Vortages. Durch diese "Ausfälle" steigt natürlich auch ihre Gereiztheit immer mehr . Ich weiß, seitdem ich hier auf Fatigue hingewiesen wurde, bin ich mir auch nicht mehr sicher, was genau mit ihr passiert. Sind solche Erinnerungsstörungen Anzeichen für Depressionen (als Folge der Diagnose und der Erschöpfung)? Oder wirkt MS hier dermaßen auf die Gedächtnisfunktion? Und sie scheint es nicht einmal zu bemerken, was mit ihr passiert.
Es tut wenigstens gut, sich das hier von der Seele zu schreiben.

30.12.2019 22:14 • #15


Sandra-k

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Was ich dir sagen kann ist das mein Ex auch mit der Zeit immer mal vergesslich war und dann teilweise richtig böse wurde, wenn ich ihm versucht habe zu erklären das es nicht so war wie er es im Sinn hat.
Wieso eigentlich Kur und nicht Reha ? Nicht böse gemeint nur eine Frage und welcher Arzt ist mit im "Boot"?

30.12.2019 23:57 • x 1 #16


nanino2004

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Ja, genau so läuft das auch bei ihrer Reizbarkeit. Oftmals kann man das ja berücksichtigen und denkt sich seinen Teil, aber in wichtigen Fällen nicht immer. Oftmals muss sie zudem nachfragen, was man gerade gesagt hat. Viel schlimmer ist es dann noch mit den Kindern. Wenn da eines am Essenstisch Theater macht, nimmt sie es halt leider tausend Mal schlimmer auf und verallgemeinert zudem. Es scheint, die Sensibilität und Wahrnehmung sind im Moment sehr anders.

Das mit der Kur (zunächst dachten wir ja an eine Mutter-Kind-Kur) war eine Anregung aus dem Freundeskreis, welche aber auch der Neurologe dann super fand. Eine Frau der AWO half Beantragen. Der Neurologe und der Hausarzt "waren mit im Boot". Das mit Reha statt Kur hatten wir, aber leider auch die Ärzte so noch nie aufgebracht. Reha kannte ich bisher nur nach OPs / extremen Fällen. Der meiner Frau steigerte sich ja wochenweise.
Ein weiterer Umstand den ich unglaublich finde: alle möglichen und nötigen Maßnahmen erfährt man nur im Freundes-/Bekanntenkreis oder in Foren. Von Ärzten oder von der Krankenkasse hierzu nichts. Erst wenn man dann die Möglichkeit beim Namen nennt, übernehmen auch diese die Möglichkeiten als Möglichkeiten.

01.01.2020 23:45 • #17


Sandra-k

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Auch die Situationen mit Kind kenne ich zu gut. Unser kleiner hat wenn Papa was vergessen hat dann oft angefangen mit ihm zu diskutieren. Oh oh das war ganz schlimm.
Okay, das mit der mutter- Kind kur wollte ich für mich auf Grund der extremen Belastung schon mal angehen da sagte mein Hausarzt, ich kenne ihn schon ewig - wir sind per du- ganz ehrlich wenn der kleine nichts hat musst du erst zum Psychologen und dann kann man das beantragen, also langwierig. Er würde mich unterstützen, aber von ihm so direkt würde es wenig bringen und eher abgelehnt werden .
Der Neurologe meines Ex war am Anfang auch nicht auf uns zu gekommen bzgl. Reha, aber als wir ihn beide darauf angesprochen haben, das mein ex lernen muss mit allen Facetten seiner Krankheit umzugehen, ging alles ganz flott. Reha ist nicht nur als anschlussheilbehandlung zu sehen.
Ja die meiste Hilfe bekommt man tatsächlich nicht von der Kasse etc.
Und das wird nicht besser, leider. Mein ex und ich leben noch zusammen - Hause aufegteilt, er könnte auch gar nicht alleine leben, da die Krankheit ihn immer wieder lahm legt. Er bekommt trotz rente und Rollstuhl und und und nur Pflegestufe 1, habe seit Jahren den VDK dazu mit ihm Boot. Nach seinem akuten Schub wird wieder ein verschlechterungsantrag gestellt. Ach ich könnte Bücher über die Krankenkassen und ihre Verweigerung schreiben.

02.01.2020 00:19 • x 1 #18


Sandra-k

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Sprich mit dem Neurologen wegen Reha und auch mit deiner Frau. Das entschleunigt auch zu Hause alles, auch wenn dann alles mögliche anders organisiert werden muss und man Hilfe von aussen brauch. Aber es wird dich, deine Frau und die Kinder weiterbringen und durchatmen lassen. Mein ex wollte damals erst gar nicht zur Reha, aber ehrlich gesagt habe ich mich da auf keinen Kompromiss mehr eingelassen, weil es für mich und uns als Familie damals nicht mehr auszuhalten war.

02.01.2020 00:23 • x 1 #19


Sandra-k

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Grade noch im Netz dazu gefunden
Eine MS-Rehabilitation soll den Patienten helfen, mit der Erkrankung umzugehen. Sie kann zum Beispiel nach einem Krankheitsschub, bei dem sich die Symptome nicht vollständig zurückentwickeln, erfolgen. Auch zur therapeutischen Behandlung bestimmter Symptome (z. B. Spastik, Lähmungen oder kognitive Störungen) oder nach einem Aufenthalt im Krankenhaus als eine Form der Anschlussheilbehandlung sind Rehabilitation oder Kur ein Thema; nicht zuletzt auch, um den Patienten wieder auf eine Eingliederung in sein soziales Umfeld vorzubereiten. Anhand verschiedener Therapieformen (Physiotherapie, Ergotherapie etc.) ist es möglich, alternative Verhaltens- und Bewegungsmuster zu erlernen, die neurologische oder motorische Beeinträchtigungen durch die MS ausgleichen und so zu mehr Selbstständigkeit im privaten oder auch beruflichen Alltag verhelfen.

02.01.2020 00:30 • x 1 #20


nanino2004

nanino2004

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Liebe Sandra!
Vielen herzlichen Dank auch für so viele gute Ratschläge.
Wir hatten tatsächlich auch bei einem Behördentermin wahnsinnig viel Glück (wo man es wahrscheinlich am wenigsten erwartet hätte): beim Arbeitsamt. Dort erfuhren wir ganz viel wertvolle Tipps: vom Schwerbehindertenausweis bis zum VDK. Somit haben wir auch dies auf den Weg gebracht. Die beim VDK haben im ersten Beratungsgespräch sofort die Rente ins Spiel gebracht. Das war ganz schön schockierend. Das hat schon etwas Endgültiges, auch wenn das bei ihr sicherlich nur ein Taschengeld sein dürfte.
Bisher geht es ihr (im Vergleich zu anderen MS-Patienten) physisch gut (nur leichte Lähmungserscheinungen in einem Fuß / Oberschenkel / Hand). Seit kurzem merkt sie das aber auch auf der anderen Seite. Das Hauptproblem ist die Psyche und ihre Reaktion auf diese Ängste. Morgen hat sie eine Sitzung bei einem Psychotherapeuten in der Nähe.
Wie das alles weiter gehen soll? Daran darf man eigentlich nicht denken. Denn noch kann sie Auto fahren, wir leben in einem zweistöckigem Reihenhaus mit ganz vielen Treppen, keine Verwandtschaft in der Nähe und die Kinder sind noch klein.
Das mit der Idee der Reha und der abgelehnten Mutter-Kind-Kur werden wir auf jeden Fall mit dem Neurologen besprechen.

02.01.2020 13:21 • #21


Sandra-k

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Hey, an das wie es weitergehen soll und wird, kannst du viel nachdenken und es wird trotzdem anders kommen. Wir haben uns viel 2 Jahren ein Auto mit Automatik gekauft, realistisch ist mein Mann selbst nur 2 mal gefahren, aber er ist aktuell in Reha und hat grade 2 Wochen verlängert bekommen und hofft uns wünscht sich das er wenn er dann zurückkommt nochmal selbst fahren kann. Es geht ihm körperlich und psychisch besser seit er dort ist.
Und auch wir, mein Sohn und ich konnten jetzt mal komplett durchatmen. Das hat/tut auch gut man merkt dann erst wie viel man tatsächlich an "Mehr" leisten muss.
Bzgl. Wohnen, wir haben auch mehrere Etagen im Haus und auch einen Lift für den Rolli, damit er immer auch an schlechten Tagen fast komplett und selbstständig durchs Haus kommt.
Drück euch die Daumen das es mit einer Reha schnell und unkompliziert klappt.
Bzgl. Verwandtschaft und Freunde kann ich seit den letzten Jahren nur sagen, es trennt sich echt die Spreu vom Weizen auch in der Familie. Heisst nichts wenn die alle vor Ort sind.
Bevor ich die Sache mit der Rente angehen würde, würde ich mich rückblickend erst um Pflegestufe und z.b. Parkausweis und evtl. Hilfsmittel kümmern. Aber das kommt alles immer auf die Individuelle Situation an.
Wenn du Fragen hast immer raus damit, ich war auch froh, naja wenn man es so nennen kann, das wir im Ort noch mehrere Leute haben die MS haben und auch schon länger und die uns immer wieder Tips gegeben haben.
Bzgl. Der Lähmungen hatten wir damals Ergortherapie und Krankengymnastik vom Neurologen verschrieben lassen.

05.01.2020 21:22 • x 2 #22

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