Nebenwirkung von Atosil

FrolleinMau

Seit ein paar Tagen, ich nahm es zunächst nicht wahr, fällt mir auf, dass ich, wenn ich morgens wach werde, meine Zähne mit irgendwas belegt sind, dunkel, verhärtet, und habe einen ganz dicken Speichelfluß, dunkel. Alles dick und verkrustet *schüttel

Ebenso fiel mir auf, dass ich seit einiger Zeit das Gefühl habe, ich kriege die Zähne nicht mehr auseinander, und es fühlte sich so an, als hätte ich eine Verspannung im Kieferbereich. Mal war es, mal nicht. Ich konnte nicht wirklich ausmachen, wann und warum diese beiden Erscheinungen auftraten.

Und mal abgesehen davon, morgens wach zu werden und der Partner starrt einen an und sagt: Was hast du denn da? ... Nicht wirklich zu wissen, was passiert da?

Nun habe ich mir heute eine neue Flasche Atosil geholt, weil mir die "alte" ja aus den Händen geglitten war. Ich nehme diese Tropfen mittlerweile ca. drei bis vier mal in der Woche, einmal täglich, immer abends, zum Schlafen, weil die Unruhe sich bei mir in diesem fürchterlichen Juckreiz zeigt. Tagsüber schaffe ich oft, mich abzulenken. D. h., ich nehme so wenig wie möglich von dem Zeugs, und auch höchstens, allerhöchstens 15°, meist nur 10°, weil ich sofort reagiere. Mit absoluter Müdigkeit.

Und las den Beipackzettel (was ich nicht tun wollte, aber irgend etwas in mir war, tu es):

"Sehr häufig kann es zu Müdigkeit, zu Mundtrockenheit und Eindickung von Schleim mit Störungen der Speichelsekretion kommen." und weiter: "Grundsätzlich kann es zu Frühdyskinesien (krampfartiges Herausstrecken der Zunge, Verkrampfung der Schlundmuskulatur, Kiefermuskulatur etc, kommen ... ähnliche Erscheinungen können, insbesondere bei ... und Frauen, auch nach längerfristiger Anwendung auftreten, über das Ende der Behandlung hinaus anhalten und u. U. unumkehrbar sein (Spätdyskinesien). Es ist möglich, dass diese Spätdingensbumens erst nach Beendigung der Behandlung auffällig werden"

Hätte ich mal nicht gelesen ... jedoch letzt endlich fällt es mir immer wieder auf.

Wer kann auch darüber berichten. Mal abgesehen davon, dass ich mit meinem Arzt darüber sprechen werde, würde ich gerne wissen, ob jemand auch diese Erfahrungen mit Atosil hat?

Jetzt sitze ich hier und frage mich, was ich tun soll, wenn die Unruhe kommt und ich ihrer nicht Herr werden kann?

11.08.2010 11:50 • #1


Pyxidis

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Hallo Angelika,

ich übe mich zur Zeit ständig in Selbstberuhigungstechniken mit Erfolg, denn ansonsten bin ich, wenn die Angst und Unruhe kommt, immer auf Hilfe von außen oder Medikamente angewiesen und das ist auf Dauer kein guter Zustand. Zumal ich gerne EMDR machen möchte und ich mich vorher auf jeden Fall selbst beruhigen können muß.

Zitat:
...was ich tun soll, wenn die Unruhe kommt ...


Kennst Du Imaginationsübungen oder/und Übungen mit dem inneren Kind?

Ich kann Dir diese nur sehr sehr ans Herz legen.

Alles Gute
Scorpio

11.08.2010 11:58 • #2


FrolleinMau

Liebe scorpio, diese Art der Therapien werde ich erst in der Traumaklinik bzw. in der Traumatherapie erlernen, darüber informierte mich meine Therapeutin bereits.

Gestern schaffte ich es nicht, in die Ambulanz der Traumaklinik zu fahren, erst nächsten Dienstag, da erlernt man diese Methode wohl auch ...

Danke.

11.08.2010 12:03 • #3


FrolleinMau

Hallo, Serafina, danke für den Link.

Gestern abend hatte ich wieder diese "Erscheinung", vllt. ist es ja auch ein Zusammenspiel von Cipramil und Atosil? ... Ich werde das Thema auf jeden Fall angehen. Erfahrungsberichte darüber gibt es auch, das Problem scheine ich nicht nur alleine zu haben.

So kam gestern bei mir der Gedanke, dass ich zumindest bis zum Ende des Jahres mit dem Ausschleichen von Cipramil beginne. Sollte mir das nicht gut bekommen, und alles wieder anstrengend werden, werde ich weiter schauen. Und das Atosil werde ich noch weniger als vorher einsetzen. Ist ja ätzend, irgendwie reicht es doch langsam ...

12.08.2010 09:14 • #4


Pyxidis

1045
17
Hallo Angelika,

Zitat:
So kam gestern bei mir der Gedanke, dass ich zumindest bis zum Ende des Jahres mit dem Ausschleichen von Citalopram beginnen. Sollte mir das nicht gut bekommen, und alles wieder anstrengend werden, werde ich weiter schauen


mach doch bitte nicht solche Selbstversuche. Warum besprichst Du Deine Nebenwirkungen nicht erst mal mit einem Arzt und außerdem möchtest Du doch in die Traumaklinik, da würde ich vorher erst recht keine Selbstversuche unternehmen. Am Wichtigsten ist nämlich Stabilität, Stabilität und nochmals Stabilität und wenn das erstmal nur mit einem Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) (diese sollen laut Literatur besonders gut bei PTBS helfen) erreicht werden kann, ist das doch auch nicht so schlimm, oder?

Also ab zum Arzt oder in die Traumaambulanz - das ist mein Vorschlag!

Alles Gute,
Scorpio

12.08.2010 12:25 • #5


FrolleinMau

Tu ich, scorpio. DANKE. Nächste Woche habe ich einen Termin. (Manchmal bin ich einfach auch nur unvernünftig )

12.08.2010 12:32 • #6


Sandra

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Hallo Angelika!

Angesichts dessen, dass Promethazin auch als Antihistaminikum eingesetzt wird, sind die geschilderten Nebenwirkungen gar nicht mal so abwägig.

Ich habe Promethazin übrigens damals auch zusammen mit Citalopram eingenommen. Die Wirkstoffe tun sich nichts - vor allem nicht in solch einer niedrigen Dosierung.

Aber, was mir gerade in den Sinn kam; hast dus alternativ mal mit was pflanzlichem probiert? Wenn du nämlich auf 10 Tropfen PN schon so gut reagierst (wenn man bedenkt, dass manche Leute das 5-fache, oder mehr brauchen), wäre das vielleicht eine gute Alternative.

12.08.2010 18:29 • #7


FrolleinMau

Liebe Sandra, ich hatte damals ein Mittel gegen Allergien verschrieben bekommen, das hat nur kurzweilig geholfen.

Eine Alternative? ... Ich wäre für jede dankbar, schon alleine, wenn sie pflanzlich wäre. Nur geht es ja wirklich um den Juckreiz, wenn meine Unruhe kommt. Die meisten tragen sie nach außen, laufen herum, ich bin dann wie angenagelt, und es juckt. Ich kann nichts machen, außer Kratzen. Und wenn es dann ganz schlimm wird, naja, dann tu ich Dinge, die weniger schön sind.

Gerade jetzt merke ich, wie es an den Händen wieder anfängt, ich werde sie später unter kaltes Wasser hängen und hoffe, dass es reicht. Ich finde nichts, womit ich mich ablenken könnte, selbst schöne Filme etc. helfen nicht. Atosil hilft ...

... und da fällt mir ein, dass ich vor zig Jahren, als mein Neffe starb, auch so fertig war und nichts mehr konnte. Ich bekam höher dosiertes Baldrian, davon war ich so "high", dass ich kaum noch etwas mitkriegte ... Danke, dass du mich erinnert hast.

Ich arbeitete ja im KH, Neurologie, da gab es Patienten, die viermal 20° erhielten und nicht ruhiger wurden. Meine Chefin erzählte von Patienten, die eine ganze Pipette aufgezogen bekamen und kaum reagierten. Und bei mir fängt der Wahnsinn ab 10° an, ich bin fast den ganzen Tag "out of order" ...

12.08.2010 21:23 • #8


Sandra

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Zitat:
Ich bekam höher dosiertes Baldrian, davon war ich so "high", dass ich kaum noch etwas mitkriegte ... Danke, dass du mich erinnert hast.

Ich grüble grad, ob das "Danke" ironisch, oder wirklich so gemeint war. Bin gerade etwas unsicher.

Von höher dosiertem Baldrian habe ich auch schon gehört. Nur spricht ja nicht jeder auf sowas an. Da du aber schriebst, dass dir bei Promethazin schon 10 Tropfen reichen um dich quasi "auszuschalten", erinnerte mich das an meine erste Begegnung mit dem Mittel.
Ich bekam Promethazin damals in einer Aus - und Einschleichphase, weil es mir da recht bescheiden ging, gelinde ausgedrückt.

Mein Hausarzt empfahl mir, es erstmal mit 12 Tropfen zu probieren. Die haben mich schon so dermaßen weggehauen, dass ich völlig futsch war.
Mittlerweile benutze ich PN als Bedarfmedik und achte penibelst darauf, dass es höchstens 7 Tropfen sind, alles darüber nockt mich aus
Ich weiß nicht wieso ich da so empfindlich bin, aber besser so, als das andere Extrem.

Jedenfalls, hab ich selbst schon darüber nachgedacht auf ein pflanzliches Präparat umzusteigen.
Vielleicht wäre das auch für dich eine Möglichkeit, wenn du selbst schon sagst, dass du auf Baldrian ebenfalls so gut reagierst. Die Dosis kann man dann ja anpassen, sodass du nicht völlig aus dem Leben trittst.
Natürlich in ärztlicher Absprache.

12.08.2010 22:05 • #9


FrolleinMau

Liebe Sandra, mein Dank ist nicht ironisch. Ich glaube, ich bin hier ganz ganz selten ironisch? Mein Dank kam aus vollster Überzeugung.

Durch deine Antwort hier in dem Thread ist es mir eingefallen, dass es auch noch etwas anderes gibt, als die Chemie. Ich ärgere mich eher darüber, dass ich nicht mal von selbst darauf gekommen bin.

7° werde ich auch mal versuchen, vllt. ist das für mich auch die Dosis, mit der ich dann klar komme. Ich dachte eher an 5°. Also heißt es jetzt ein wenig zu experimentieren.

DANKE, Sandra

12.08.2010 22:16 • #10


Sandra

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Ich hab lieber nochmal nachgefragt, bevor ich eventuell noch mehr in ein Fettnäpfchen trete. Sicher ist sicher


Ich würde mich über eine Berichterstattung nach dem Arzttermin nächste Woche freuen.

Alles Liebe! Ich wünsche dir, dass ihr eine gute Alternative für dich findet

12.08.2010 22:35 • #11


Annatomie

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Hej Angelika,

wir hatten zum einen im letzten Semester Pharmakologie an der Uni; zum anderen nehme ich es selbst ab und an zur Beruhigung.
Ich halte bei den Dosierungen, die du nimmst, die Entwicklung einer Frühdyskinesie für sehr unwahrscheinlich. Da aber jeder Mensch anders reagiert, kann es natürlich sein, dass bei dir so etwas passiert. Ist es denn inzwischen nochmal aufgetreten? Man kann ja auch aus anderen Gründen Muskelkrämpfe bekommen. Magnesiummangel, Stress,...In den Waden kennt man es und weiß, wie heftig es sein kann. Wenn es mal einen anderen Muskel erwischt, kommt es einem natürlich komisch vor. Aber bei mir zum Beispiel sind die Kiefernmuskeln definitiv im Dauereinsatz- nicht (nur) beim Essen, sondern beim permanenten Zähnezusammenbeißen.

Ich bin gespannt, was dein Arzt sagt. Meine Ärztin hat mir Promethazin ausdrücklich "erlaubt". Meld dich doch bitte mit den Ergebnissen wieder :-)

Liebe Grüße
Anna

13.08.2010 08:26 • #12


FrolleinMau

Liebe Anna,

ja, ich ertappe mich in letzter Zeit auch beim Zähnezusammenbeißen (wie lange ich das schon mache, weiß ich nicht). Jetzt fange ich an, alles zu beobachten. Das ist sehr anstrengend. Außerdem weiß ich, dass ich seit kurzem arg schnarche und desöfteren bei geöffnetem Mund . Schnarchen tat ich vorher auch, aber wohl nie so, lt. Aussage meines Mannes. Als sei ich immer tiefen erschöpft. Das merke ich ja morgens auch.

Danke für deinen Hinweis.

Ich werde auf jeden Fall berichten.

13.08.2010 08:31 • #13

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