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Mein Sohn leidet unter Depressionen

Hallo zusammen,
mein Sohn wird nächsten Monat 18 und leidet seid ca. 4 Jahren an Depressionen. Die genauen Gründe dafür kennen wir nicht. Ein Hauptgrund scheint aber zu sein, dass er anders ist wie andere Jugendliche. Er schreibt Gedichte, geht nicht auf Partys usw. Dies war auch der Grund warum er nie Anschluss in der Schule fand und immer ein Aussenseiter war und auch noch ist. Mit ca. 14 Jahren fing er auch an sich selbst zu verletzen. Er schnitt sich Arme und Beine auf und ich hatte täglich Angst dass er sich was antut. Es wurde dann immer schlimmer. Er ging nicht mehr zur Schule, lag nur noch im Bett und hat nichts mehr gegessen. Ich hab ihn dann einweisen lassen, weil ich mir nicht mehr zu Helfen wusste. Leider hat alle Therapie nichts gebracht. Er lebte dann ein Jahr bei seinem Papa um dort auf eine Privatschule zu gehen (Wir sind seit 11 Jahren getrennt), aber auch das brachte nicht. Jetzt lebt er wieder bei mir. Hat die Schule mi der mittleren Reife verlassen und macht gerade eine Fernschule um sein Schreiben weiter zu intensivieren. Einen Plan für die Zukunft hat er nicht. Er traut sich nichts zu und hat Angst mit Menschen in Kontakt zu treten. Ich muss dazu sagen dass wir auf dem Land leben und sein Äußeres (blaue Haare/schwarze Klamotten) immer wieder auf Ablehnung stösst. Jetzt hatte er endlich eine Freundin in der Großstadt gefunden zu der er trotz grosser Angst immer wieder mit dem Zug hingefahren ist. Dies gab ihm Auftrieb und Motivation. Jetzt hat die Freundin Schluß gemacht und er ist in ein noch tieferss Loch gefallen. Ich weiss nicht wie ich ihm heraushelfen kann. Ich bin total verzweifelt und hab so grosse Angst um ihn. Die Suche nach einem geeignet Therapeuten haben wir schon lange aufgegeben. Das ist hier auf dem Land fast aussichtslos.
Was soll ich nur tun?
Habt ihr Ratschläge für mich?

Ich danke Euch schon mal im voraus.
Bin dankbar für jede Hilfe

03.12.2018 14:19 • #1


War dein Sohn in eine geschlossenen eingewiesen?
Wenn ja wäre vielleicht ein Klinikaufenthalt eine weitere Alternative.

Zwischen einer geschlossenen und einem Klinikaufenthalt in einer Psychosomatischen Klinik ist ein großer Unterschied.
Ich war dieses Jahr in einer Klinik und dort waren auch sehr viele junge Menschen und mit einigen hatte ich auch Kontakt.

Sie fanden es alle ganz okay dort und ich denke "ganz Okay" ist schon mit sehr positiv zu bewerten
Man hat dort Gesprächstherapien (Einzel- und Gruppe), diverse Sportarten wie z.B. walking , Fitnesshalle usw.
Man "musste" nicht alles mitmachen und konnte sich die Sachen zum Teil aussuchen.
Es gab auch noch Billard und Tischtennis.

Für mich war es nicht "ey ganz okay" sondern wirklich schön dort und ich konnte einiges mitnehmen nach Hause und ich würde da auch wieder hinfahren. Es war für mich das erste mal und ich hatte echt Angst vorher

Wenn du noch Fragen dazu hast kannst Du mir auch sonst gerne eine PM schicken.

Und habt ihr alle Therapeuten in der Nähe schon durch? Ich wohne auch auf dem Dorf - aber hab da wirklich glück mit der Therapeutin.
Aber ok für uns Dorfbewohner ist es schwieriger die/den richtigen zu finden, weil die Auswahl deutlich kleiner ist.

03.12.2018 14:42 • x 1 #2


Ja er war ca. 2 Wochen in der geschlossenen. Dann 4 Wochen auf einer normalen Station und anschließend noch in einer Tagesklinik....gebracht hat dass alles leider nicht wirklich viel. Wir hatten imner das Gefühl kein Therapeut dringt wirklich zu ihm durch. Sein Problem war nicht die Schule oder seine Tagesstruktur, sondern sein nicht klar kommen mit der Welt. Das hat aber nie einer seiner Therapeuten hinterfragt. ...es wurde alles immer nur auf die schulischen Probleme heruntergebrochen. Ich muss dazu sagen, dass mein Sohn hochintelligent ist und sich schon imner mit Dingen beschäftigt die andere in seinem Alter überhaupt nicht interessieren. Alies was mein Sohn macht muss für Ihn Sinn ergeben. Einfach nur mal Spass haben und auch mal albern sein dass kann er nicht...einen erneuten Klinikaufenthalt lehnt er komplett ab.

03.12.2018 14:55 • #3


Das ist schade.
Denn ein Klinikaufenthalt ist anders als eine Tagesklinik.

Mir fällt allerdings ein - in der Klinik in der ich war gab es auch Mehrbettzimmer. Da waren fast immer junge Leute untergebracht.
Das wäre vermutlich auch hilfreich für ihn, allerdings würde er das vermutlich gar nicht wollen.

Interesse sich in Foren auszutauschen die sich mit dem Thema beschäftigen hat er auch nicht?
Das wäre das einzige was mir sonst noch so einfallen würde.
Es nimmt schon einmal viel Druck weg, wenn man sich mit Menschen unterhalten kann denen es ähnlich geht.
Und es gibt sehr viele junge Leute die ähnliche Probleme haben.

03.12.2018 15:03 • #4


Im Moment lehnt er einfach alles ab. Und ich weiss nicht ob ich nochmal die Kraft aufbringe ihn da alleine wieder rauszuholen. Ich bin die einzige mit der er offen redet und sich anvertraut. Worüber ich natürlich froh bin....aber es kostet so viel Kraft. Die Traurigkeit und Hilflosigkeit zu spüren ohne wirklich was tun zu können. Gestern haben wir die ganze Nacht auf dem Sofa verbracht. Er hat nur geweint und ich konnte nichts anderes tun als da zu sein.

Hat jemand ähnliche Situationen erlebt?
Wie geht ihr damit um?
Woher nehmt Ihr die Kraft um nicht selbst daran kaputt zu gehen...?

03.12.2018 15:28 • #5


Hast du mal überlegt ob "Du" dir Hilfe holst?
Es gibt ja auch Geprächstherapien für Angehörige.
Und vielleicht haben die noch Ideen was man am besten machen kann.

Es war auf jeden Fall schon mal gut das Du hier nach Hilfe fragst - denn so hast du auch ein wenig Input von "draußen"

Ich hoffe es kommen noch hilfreiche Antworten.

03.12.2018 15:40 • x 1 #6


Ja das hab ich auch schon überlegt. Allerdings Wartezeit bis zu einem halben Jahr.

Ich danke Dir schon mal fürs Lesen und Deine Antworten.
Sollte er sich doch auf einen Klininaufenthalt einlassen, darf ich mich dann nochmal bei Dir melden?

03.12.2018 17:18 • #7


Hallo

selbstverständlich darfst Du dich bei mir melden.

Und wegen der Wartezeiten - die Zeit geht manchmal verflixt schnell vorbei. Ich würde mir trotzdem schon einen Termin holen, Wenn Du ihn dann nicht mehr brauchst, ist das doch gut und du sagst ihn einfach ab.

lieben Gruß und ich wünsche Dir viel Kraft.
Was mir noch einfällt - du hast gesagt seine Klamotten und Haarfarbe sind nicht so passend für das Dorf.
Sieh es positiv - es ist ihm nicht alles egal sonst würde er da nicht so drauf bestehen.

03.12.2018 17:42 • #8




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