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Mein Partner hat Hypochondrie

melannniie

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Hallo zusammen,

da ich wirklich langsam nicht mehr weiter weiß, melde ich mich nun hier. Vielleicht haben ja ein paar Leute das selbe erlebt und können sagen, wie sie damit umgegangen sind.

Mein Partner hat nun seit ein paar Monaten richtige Angst, Krankheiten zu bekommen, wir haben mittlerweile schon ca. 15 verschiedene Krebsarten durch - hinzu kommen noch andere tödliche Krankheiten. Alles fing damit an, dass er einen Kreislaufkolaps beim Sport hatte. Seit dem geht es bergab und er hat bei jedem kleinsten Muskelzucken, Husten usw. Angst, dass er bald stirbt.

Unsere Beziehung leidet hier sehr darunter. Abends im Bett liegt er nur an seinem Handy und googlet alle möglichen Krankheiten und Symptome. Er hat wirklich nichts anderes mehr im Kopf. Wir streiten dadurch sehr oft, da ich leider nicht wirklich immer Verständnis dafür zeigen kann, wenn man sich selber jeden Tag mit einer anderen Krebsart diagnostiziert.
Er war schon bei vielen Ärzten ( hier hat keiner etwas feststellen können), er ist aber der Überzeugung, dass die Ärzte nicht richtig gesucht haben…

Er lebt leider mittlerweile in seiner eigenen Welt und hat nur noch dafür Gedanken.
Ich kann langsam nicht mehr, da ich mittlerweile alles alleine Regeln muss ( Haushalt usw.) - auf meine Probleme reagiert er oft garnicht und sagt das ich ja auch kein Verständnis habe, dass er wahrscheinlich eine tödliche Krankheit hat. Mittlerweile ist er öfters bei seiner Mutter, da diese ja scheinbar Verständnis dafür hat. Ich versuche ihm jedes Mal zu helfen, aber irgendwann kann auch ich einfach nicht mehr.

Ging es jemanden hier so ähnlich? Wie seid ihr damit umgegangen?

14.08.2022 10:15 • #1


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Pilsum

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Hallo melannniie,

hier im Forum begrüße ich Dich.

Die Angst vor Krankheiten, die Du hier beschreibst, ist eine nicht immer einfach zu verstehende
gesundheitliche Störung.
Ich versuche mal meine Sichtweise zu beschreiben. Natürlich kann auch eine körperliche Krankheit dahinter
stecken. Das scheint jedoch eher unwahrscheinlich zu sein, weil nach Deiner Aussage schon fast
alles Denkbare untersucht wurde.

Zitat von melannniie:
Alles fing damit an, dass er einen Kreislaufkolaps beim Sport hatte. Seit dem geht es bergab und er hat bei jedem kleinsten Muskelzucken, Husten usw. Angst, dass er bald stirbt.

Es kann gut sein, dass dies ein Auslöser dafür war, der Deinen Partner völlig, wie aus dem Nichts
verunsichert hat.
Plötzlich scheint er verwundbar zu sein.
War er davor eher selbstbewusst oder wie würdest Du sein Selbstwertgefühl beschreiben?

Zitat von melannniie:
Er war schon bei vielen Ärzten ( hier hat keiner etwas feststellen können), er ist aber der Überzeugung, dass die Ärzte nicht richtig gesucht haben…

Zitat von melannniie:
Er lebt leider mittlerweile in seiner eigenen Welt und hat nur noch dafür Gedanken.


Was Du hier beschreibst, erzählen sehr viele Menschen. Im Grunde ist es immer dasselbe.
Man kommt mit seinen Ängsten (Gefühlen) teilweise nicht mehr zurecht. Da gab es eine sehr,
sehr große Verunsicherung, auf die man nicht vorbereitet war.
Das zurückziehen in sich hinein macht es für Partner und andere natürlich sehr schwierig.

Zitat von melannniie:
und sagt das ich ja auch kein Verständnis habe, dass er wahrscheinlich eine tödliche Krankheit hat.


Offensichtlich kann er nicht erkennen, in welche Denk-Sackgasse er sich selbst reingelenkt hat.
Ob Du ihm natürlich helfen kannst, wenn Du versuchst ihm zu erklären, dass er mal über seine
übersteigerten Ängste nachdenken sollte. Da befürchte ich. Er wird es nicht wahrhaben wollen.
Über den Hausarzt und/oder eine psychologische Beratung bestehen meiner Ansicht nach sehr
gute Chancen, aus dieser Denk-Sackgasse wieder herauszukommen.

Aber wie gesagt - er muss es selbst wollen. Und er muss es verstehen und zulassen, dass sein
gesundheitliches Problem vermutlich anders liegt, als er sich das selbst ausgedacht hat.

14.08.2022 10:53 • x 1 #2

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