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Medikamente ausschleichen / absetzen Erscheinungen - Erfahrungen

Hallo in die Runde!

Nach Rücksprache mit meiner Therapeutin und meinem Neurologen habe ich Opipramol jetzt nach über einem Jahr endgültig abgesetzt.
Schon in der Ausschleichphase machte sich ein ziemlich starkes Körperzittern breit (meist abends), so dass ich zum Teil kaum noch Kraft hatte.
Der Neurologe schloss das Medikament als Ursache aus, da es ja nicht abhängig macht (nun vielleicht nicht jeden...). MRT war ohne Befund, auch
Blutwerte alles prima. Magnesium und B-Vitamine haben nichts gebracht.

Bin jetzt seit knapp 14 Tagen komplett ohne die Opis unterwegs, was an sich auch ganz gut klappt. In den ersten beiden Tagen war das Zittern auch fast weg. Allerdings kam es wieder und ist immer noch da, mittlerweile ganztägig. Wenn ich meine Muskeln anstrenge, wird es auch meist schlimmer. Fühle mich auch total kraftlos. Kann natürlich nicht ausschließen, dass es psychosomatisch ist, jedoch hab ich grad keinen Stress und bin nicht nervös o.ä.

Würde gern mal von euch hören, ob ihr das auch kennt und wie lange sich das hingezogen hat. Irgendwelche Tipps, was man dagegen unternehmen kann? Fühl mich dadurch grad wieder ziemlich eingeschränkt.

LG, Janny

29.12.2010 13:51 • #1


Sancho
Hallo Janny!

Letztlich können wir nur mutmaßen! Eine Pauschalaussage, dass es nicht am Medikament liegt wäre
genauso falsch, wie die Aussage, es muss am Medikament liegen!

Fakt ist, Zittern in Form eines Tremors ist durchaus bei einigen Antidepressiva während des
Einschleichensund Ausschleichens zu beobachten. Wie stark das auftritt ist natürlich sehr individuell,
auch die Dauer kann stark variieren.

Ich selbst hatte das auch bei einem anderen Medikament - allesdings während der Einschleichphase
und habe das Ganze mit Progressiva Muskelentspannung ganz gut im Griff gehabt! Also, Körperpartie
die gerade zittert für 20 sec. fest anspannen und dann lösen! Einfach und nicht selten recht effektiv!

Versuch dich weiterhin nicht zu sehr darauf zu konzentrieren Das macht es nämlich meist schlimmer!
Wie lange das ganze noch andauern kann ist fraglich. Wenn das Zittern allerdings nach dem Zeitpunkt
des kompletten Absetzens noch mehr als 3 Monate andauert, würde ich meinen Arzt nerven!! ;)

Gruß Sancho

30.12.2010 20:06 • #2


Huhu Sancho!
Ürghs, drei Monate? Na dass muss ja nun nicht unbedingt sein. Bin jetzt wie gesagt 14 Tage ohne Medi unterwegs.
Aber ist ja erst mal beruhigend zu wissen, dass es mir nicht allein so geht.

PMR oder Autogenes Training hilft da leider nicht, weil fast mein ganzer Körper betroffen ist, größtenteils der Oberkörper. Wenn ich die Muskeln
benutze, wird das Zittern ja eben auch schlimmer. Fühle mich total kraftlos. Gestern hab ich den Einkauf getragen und konnte danach kaum
meinen Löffel beim essen festhalten. Schön ist anders.

Na dann einen guten Rutsch und auf ein besseres 2011,

Janny

31.12.2010 15:00 • #3


Alexandra2

Wann Medikamente ausschleichen?

Mich interessiert, wann Ihr Eure Medikamente ausschleichen konntet. Wie lange musstet Ihr symptomfrei sein, um damit anzufangen? Oder welche Restsymptome waren akzeptabel?
Ich nehme Lithium 600mg+ Elontril 300mg (plus Notfallmedis Quetiapin, Bupropion, Tavor- je nachdem). Das abzusetzen wird kein Spaziergang. Vielleicht wird es auch gar nicht möglich sein.
Alexandra2

08.02.2019 08:26 • x 1 #4


Axel61
Die SSRI's (z.B. Remergil), die ich vom 10 Jahren genommen habe, habe ich nach eine 3 Jährigen Analyse dann abgesetzt, wegen der Nebenwirkungen, die mich beim Sport zu sehr behindert haben. Stangyl habe ich Abends bis vor 1 1/2 Jahren noch genommen um Schlafen zu können. Das war aber am Ende eher eine Placebo-Dosis. Hoch dosiert war ich aber nie. So richtig Top ging es mir dabei aber auch nie. Innere Unruhe und Selbstzweifel ware immer da. Aber ich funktioniere halt in der Öffentlichkeit auch ganz gut und auf der Kautsch oder nachts im Bett sieht mich halt keiner.

08.02.2019 09:06 • #5


Alexandra2
Hallo Axel,
Danke. Dann ist wohl die Frage, wieviel Nutzen generell erwartbar ist und ob und wieviele andere Methoden helfen können. Und mit welchen Einschränkungen man leben kann.
Ohne Medikamente bin ich wie der
leergelaufene 'Duracellhase' und zu nichts fähig. Mit den jetzigen Medikamenten sind 'nur' Sehstörungen und Zittern lästig.
Aber ich habe auch überhaupt keine Vorstellung, wie lange ich Lithium und Elontril noch nehmen muss (bis es mir deutlich besser geht?) oder kann. Vielleicht gibt es hier jemanden mit Langzeiterfahrung über Lithium.
Liebe Grüße

08.02.2019 15:43 • #6




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