Mann hat Stimmungsschwankungen - Hilfe

Celia

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Ich bin gerade heute neu zu euch gestoßen und mich würde jetzt mal eure Einschätzung interessieren.

Seit ich meinem Mann kenne, erlebe ich bei ihm Stimmungsschwankungen.

Mit den Jahren wurde es immer schlimmer.

Unter der Woche geht es ihm meist ganz gut. Er ist liebevoll, ein toller Familienvater.
Meist zum Wochende bricht er ein. Er hat schlechte Laune, will eigentlich nur noch in Ruhe gelassen werden. Er hat keinerlei Interesse mehr an Unternehmungen, klagt aber gleichzeitig, wie langweilig und öde doch alles ist und das ihm die Abwechslung in seinem Leben fehlt. Er ist antriebslos, schläft bis mittags, ist trotzdem total müde, schläft abends sehr schlecht ein, ihm geht es allgemein oft nicht gut, ohne direkte Symptome nennen zu können.

Ich komme nicht mehr an ihn ran an solchen Tagen. Er lehnt es ab, mit mir zu sprechen. Kann nicht genau benennen, warum es ihm schlecht geht "Ist eben so" oder "Jeder hat mal schlechte Laune"....
Er will kaum noch hören, was ich tagsüber mit den Kinder erlebt haben, wenn ich erzähle, hört er kaum hin, zeigt kaum Interesse geschweige denn, dass ich Antworten bekommen.

Er wird ungerecht mir gegenüber, gibt mir zeitweise ganz offen, zeitweise mehr indirekt die Schuld an seiner schlechten Stimmung. Er klagt, dass er nur noch arbeiten gehen darf und nichts mehr auf, auf das er sich freuen kann. Selbst die Kinder können ihn nur für Minuten aufmuntern.
Seiner Meinung nach liegt es an der Langweile, bzw. fehlender Abwechslung, damit gemeint ist meistens, dass wir zuwenig S. haben. Etwas mehr davon und alles wäre okay.....

Ich habe selber an Depressionen gelitten, erkenne mich in vielem was er sagt (vom S. abgesehen) wieder. Aber er lehnt es vehement ab, dass es Depressionen sein könnten....

11.10.2010 17:47 • #1


Serafina

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Hallo Celia,

auch an dieser Stelle ein herzliches Willkommen bei uns.

Ich habe deinen Beitrag in den Angehörigenbereich verschoben.

Serafina

11.10.2010 18:10 • #2



Hallo Celia,

Mann hat Stimmungsschwankungen - Hilfe

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Celia

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Nach einem schlimmen Wochenende ging es meinem Mann gestern wieder etwas besser. Er verhielt sich, als wenn nichts gewesen wäre, alle Schuldzuweisungen vom Wochenende schienen vergessen.

Ich habe versucht, diese "gute Laune" zu nutzen, um mit ihm zu sprechen. Ich wollte ihm erklären, dass ich wohl mit schlechter Laune, auch mit Depressionen seinerseits irgendwie klarkommen, aber nicht mit diesen Schuldzuweisungen. Ich ertrage ich es kaum noch, dass er mir die Schuld an seiner Traurigkeit gibt.

Er konnte oder wollte es nicht hören, nicht verstehen.

"Ich weiß nicht, was du willst", "Ich verstehe das nicht" und "Heute hatte ich gute Laune, du verdirbst sie mir ja wieder"........seine Antworten.....

Ich bin so traurig und hoffnungslos gerade.....

12.10.2010 09:29 • #3


Serafina

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Hallo Celia,

was in deinem Mann vorgeht ist unklar. Er spricht nicht über seine Gefühle, gibt dir aber die Schuld an seinem "Unwohlsein".

Sein Verhalten kann viele Gründe haben. Unzufriedenheit in der Partnerschaft, keine Interessen, die Kinder, du, eben alles.

Ich kenne das Verhalten von meinem Mann. Alles sehr ähnlich.

Du könntest ihn bitten, offen mit dir zu reden. Ansonsten mußt du was unternehmen, in welche Richtung auch immer. Hier über Dritte eine Entscheidung zu treffen ist unmöglich. Es ist auch dein Leben und deine Zeit. Und auch du hast ein recht auf ein nettes Miteinander.

Kannst du ihn nicht etwas unter Druck setzen? Die Lebenssituation ist ja nicht lange auszuhalten........ Es sollte sich schnell was ändern.

Serafina

12.10.2010 18:28 • #4


Celia

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Das ihr hier keine Diagnose stellen könnt, weiß ich. Das erwarte ich auch nicht. Ich habe den Titel mal angepasst.

Eigentlich denke ich schon, dass er mich liebt. Seine Kinder sowieso. Aber an solchen Wochenden weiß ich eben manchmal nicht mehr weiter.

Vielleicht hätte ich auch mehr zur Vorgeschichte schreiben sollen.
Wir haben gemeinsam schon einiges durch.
Mein Mann hat unter anderem große Probleme mit dem Autofahren, längere Strecken, besonders Schnellstraßen oder Autobahnen kann er selber nicht fahren. Er wird Unruhig, bekommt Schweißausbrüche, ihm wird schwindelig. Auch sonst kämpft er oft gegen Unruhezustände, Schwindel.

Aufgrund eines sehr unruhigen EEG´s hat mein Mann längere Zeit Rivotril genommen. Damit ging es ihm eine zeitlang etwas besser. Da die Symptome wieder schlimmer wurden, musste er das Rivotril absetzen, was erhebliche Entzugserscheinungen auslöste. Jetzt ist er extrem vorsichtig was Medis angeht.

Von einem anderen Neurologen hat er letztes Jahr Antidepressiva verschrieben bekommen. Zunächste einen MAO-Hemmer, den hat mein Mann aber nicht vertragen, dann einen anderes Präperat (ähnlich dem Citalopram). Auch damit ging es ihm nicht besser. Mein Mann brach die weitere Behandlung ab....

Ich habe meinem Mann einen Brief geschrieben. So kann er in Ruhe darüber nachdenken, ohne das es gleich zum Streit kommt. Ich wünsche mir im Moment nur von ihm, dass er versteht, dass ich mir Sorgen machen und das ich diese Schuldzuweisungen nicht ertrage. Ich würde ihm nicht wegen depressiven Probleme verlassen, aber diese Schuldzuweisungen machen mich kaputt.

12.10.2010 18:45 • #5


Serafina

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Hllo Celia,

Zitat:
Ich habe meinem Mann einen Brief geschrieben. So kann er in Ruhe darüber nachdenken, ohne das es gleich zum Streit kommt. Ich wünsche mir im Moment nur von ihm, dass er versteht, dass ich mir Sorgen machen und das ich diese Schuldzuweisungen nicht ertrage. Ich würde ihm nicht wegen depressiven Probleme verlassen, aber diese Schuldzuweisungen machen mich kaputt


Genauso würde ich es auch machen. Danke übrigens für deine Ausführungen. Es ist schwer hier zu reagieren, weil wir die genaue Geschichte nicht kennen. Jetzt verstehe ich auch vieles anders.

Dein Mann ist in Behandlung, das ist schon Mal gut. Und der Brief wird zeigen, wie er sich dazu stellt. Er hat es auch nicht einfach und hat auch schon einige Mißerfolge ertragen müssen. Ich würde vllt auch wie er reagieren. Das ist alles nicht zufriedenstellend. Ich kann ihn jetzt besser verstehen und hoffe, dass ihr euch verständigen könnt.

Weiß er denn, dass du so leidest? Aber ich weiß auch, dass es in seiner momentanen Situation schwer ist, sich auf andere einzulassen, geschweige sich zusammen zu nehmen.

Ich wünsche euch, dass ihr eine Lösung findet und ihm geholfen werden kann.

Viel Kraft für euch beide.

Serafina

12.10.2010 18:59 • #6


Celia

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Vielen Dank!

Zur Zeit ist mein Mann nicht in Behandlung, leider. Er brach ab, nachdem auch das 2. Medikament ihm nicht geholfen hat. Der Arzt bat ihm zu überlegen, ob er wegen des Autofahrens nicht einen Verhaltenstherapie machen wolle.

Eine solche Therapie lehnt mein Mann vehement ab. Er braucht keinen "Seelenklempner".

Ich denke, er weiß, wie auch ich leide, kann es aber irgendwie nicht zugeben. Vielleicht tut es ihm zu sehr weh, darüber nachzudenken?
Es kommt öfter vor, das er sich nach einen solchen Wochenende entschuldigt, mir erklärt, wie sehr er mich doch liebt und auch sagt, dass er Angst hat mich zu verlieren und das er das nicht will.

Ich habe manchmal das Gefühl, mit zwei verschiedenen Männern verheiratet zu sein.....

Aber was soll ich tun? Ihm nachgeben (z. B. in Sachen S.)....das kann ich nicht, daran würde ich zerbrechen.

12.10.2010 19:08 • #7


Serafina

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Hallo Celia,

mein Analytiker stellte mal die Frage, was die erogenste Zone der Frau ist?

Die meisten Männer haben darauf eine eindeutige Antwort: Ich umschreibe es mal mit "Unterleib".

Doch es ist in WIrklichkeit unser Kopf, unser Empfinden, unser Denken, unsere Gefühle.

Und genau das ist es, was uns unterscheidet.

Du bist sicherlich nicht alleine mit deinen Gefühlen. Und die Mehrzahl der Frauen können dein letzes Posting unterschreiben. Versuch doch mal, deinem Mann das klarzumachen. Es handelt sich eben nicht nur um eine biologische Handlung, sondern hängt von soooo vielen Sachen ab.

Doch ich denke, dass ihr das packt. Ich wünsche es euch so sehr.

Serafina

12.10.2010 22:12 • #8


GastAccount

Zitat von Celia:
Aber was soll ich tun? Ihm nachgeben (z. B. in Sachen S.)....das kann ich nicht, daran würde ich zerbrechen.

Davon kann ich auch nur abraten. Ich habe das jahrelang in meine Ex-Beziehungen gemacht und z.T. auch in meiner jetzigen. Irgendwann ging gar nichts mehr. Ich sag es mal so, mehr als ein mal die Woche brauch ich S. nicht. Dann ist es schön und angenehm und ohne Stress verbunden. Mehr würde bei mir Stress auslösen. Nach vielen Streits habe ich das meinem Partner so gesagt und ihm auch gesagt, dass er damit leben muss. Wenn er das nicht kann, sind wir nicht die richtigen. Er hat es akzeptiert. Man könnte sagen wir haben die Häufigkeit verhandelt

Den fehlenden S. aber als Entschuldigung für Depressionen zu missbrauchen ist wirklich kindisch. Wenn dein Mann es so dringend braucht, dann kann er doch Hand anlegen (machen Millionen andere auch). Dann ist der Druck weg und es kann normal weiter gehen. S. sollte doch etwas schönes sein, etwas was beide Partner miteinander verbindet. Oder wie mein Partner mal sagte (und ich fand das unglaublich süss): Wenn ich mit dir S. habe, bin ich sozusagen mit dir verschmolzen. Näher kann ich keinen anderen Menschen kommen, etwas schöneres kann ich mit keinem anderen Menschen haben."

Ich habe bei deinem Mann den Eindruck, dass es ihm mehr um den mechanischen Akt und das Ergebnis geht, als um die Zweisamkeit. (Korrigiere mich wenn ich da falsch liege).

13.10.2010 10:08 • #9


Celia

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Zitat:
Ich habe bei deinem Mann den Eindruck, dass es ihm mehr um den mechanischen Akt und das Ergebnis geht, als um die Zweisamkeit. (Korrigiere mich wenn ich da falsch liege).

Das Gefühl habe ich eher weniger, mir kommt es eher so vor, als wenn er nur dann das Gefühl hat, richtig geliebt zu werden von mir.
Es ist, als ob ihm nur das "beweisen" könnte, dass ich ihn voll und ganz liebe.

Ich habe das Gefühl, dass mein Mann eigentlich ein recht unsicherer Mensch ist, der sich nur nach außen sehr hart gibt.

Keine Ahnung....

Wir haben gestern noch einmal gesprochen - und gestritten - und wieder gesprochen......ich habe ihm gebeten, aufzuhören, so zu tun, als ob seine Traurigkeit in dem Maße völlig in Ordnung sei. Ich erwarte gerade deine Therapie von ihm, werde nicht auf ihn einreden, weder zum Arzt zu gehen. Das habe ich versucht ihm klarzumachen. Auch, dass ich auf jedem Fall zu ihm halten werden.
Aber auch, dass diese Schuldzuweisungen mich kaputtmachen und er mich irgendwann verlieren wird, wenn sich das nicht ändert.
Meinen Brief werde ich ihm trotzdem noch mal geben. Aber ersteinmal soll er jetzt darüber nachdenken können.

Danke für eure lieben Worte. Es tut sehr gut, sich hier mal ausprechen zu können.

13.10.2010 15:04 • #10



Hallo Celia,

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Celia

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Es nimmt irgendwie kein Ende....

Dieses Woche war er wieder total niedergeschlagen. Aber zumindest hat er nicht mir die Schuld gegeben.

Hinzu kommt noch, dass mir gesundheitlich nicht soooo toll geht. Alles irgendwie doof.

24.10.2010 19:08 • #11

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