6

Krank - WE abgebrochen - was jetzt?

blossom79

blossom79

188
20
139
Hallo Ihr,

ich brauche euer Schwarmwissen!

Die Wiedereingliederung habe ich abgebrochen. Ich habe erkannt, dass ich an meinem bisherigen Arbeitsplatz nicht mehr arbeiten kann wegen fehlender Stresstoleranz.
Diese Einsicht hat lange gedauert, aber jetzt ist sie ja da.
Ich bin ja schon seit Sommer 2020 krank geschrieben.
Die Krankenkasse weiß über den Abbruch Bescheid.

Was passiert jetzt, bzw. was muss ich jetzt tun?
Kündigen soll ich nicht. Muss ich jetzt die Begutachtung vom MDK abwarten.
Oder muss ich einen Antrag auf "Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben" stellen?
Oder einen Antrag auf EU-Rente?

01.09.2021 19:52 • #1


Avatar

Greta

661
14
1010
Liebe Blossom79,

habe ich das richtig in Erinnerung, dass du kürzlich in der Tagesklinik warst?
Mit welchem "Ergebnis" wurdest du entlassen?

Ich denke, die Krankenkasse wird sich bei dir melden.
Entweder schicken sie dich zum MDK oder sie fordern dich auf, einen Reha-Antrag zu stellen.

Ich war gestern beim Gutachter wegen meiner EU-Rente, und der meinte, wenn noch keine Reha erfolgt ist, sind die Behandlungsmöglichkeiten noch nicht ausgeschöpft und die DRV wird den Rentenantrag ablehnen.

Liebe Grüße
Greta

01.09.2021 20:12 • x 1 #2



Hallo blossom79,

Krank - WE abgebrochen - was jetzt?

x 3#3


blossom79

blossom79

188
20
139
Liebe @Greta,

Deine Erinnerung ist richtig.
Ich wurde aus der Tagesklinik entlassen, um direkt daran anschließend die Wiedereingliederung zu versuchen.

Ich möchte ungern jetzt noch eine Reha machen, gibt es denn keine andere Möglichkeit, meine Arbeitsfähigkeit zu begutachten?
Ich bin ehrlich: ich kann ja noch arbeiten, nur kann ich nicht mehr einschätzen, in welchem Maße ich noch belastbar bin bzw. wie viele Stunden ich täglich noch schaffe

01.09.2021 23:03 • #3


Avatar

Greta

661
14
1010
Liebe @blossom79

vielleicht hilft dir das hier weiter:

https://www.integrationsaemter.de/Fachl...index.html

Du könntest bei der Rentenversicherung oder beim Arbeitsamt nachfragen.

Gab es in der Tagesklinik eine Art "Sozialberater"? Evtl. kann du dort auch noch mal anrufen.

Wie schätzen denn deine Ärzte deine Leistungsfähigkeit ein? Was hat man dir in der Tagesklinik dazu gesagt?

Liebe Grüße
Greta

03.09.2021 06:12 • x 1 #4


blossom79

blossom79

188
20
139
Liebe @Greta,

meine Arbeitsfähigkeit haben sie in der Tagesklinik für gut eingeschätzt.
Ich denke, es hängt einfach mit dieser Firma und dem amerikanischen Arbeitstum zusammen - als ich dort angefangen hatte waren die Arbeitsbedingungen ja nicht annähernd so extrem wie jetzt.

Ich muss aber dazu sagen, dass ich ja im Überspielen meiner wahren Befindlichkeit ein Weltmeister bin und ich das in der Tagesklinik bis zuletzt nicht komplett abgelegt habe.

Jetzt daheim ist es so, dass ich nur einen Termin pro Tag wahrnehme, mehr schaffe ich nicht. Und das gestehe ich mir auch zu, auch wenn manch einer um mich rum deswegen gerade ziemlich angepisst reagiert, weil ich nicht mehr sofort abrufbar bin.

03.09.2021 10:58 • #5


Avatar

Greta

661
14
1010
Zitat von blossom79:
Ich denke, es hängt einfach mit dieser Firma und dem amerikanischen Arbeitstum zusammen

Das ist wirklich schwierig. Es wäre tatsächlich unklug, jetzt den Job zu kündigen, so lange du nicht weißt, wie belastbar du wirklich bist. Denn wohlmöglich geht es dir in einer anderen Firma nicht besser.

In einer Maßnahme zur Teilhabe am Arbeitsleben könntest du herausfinden, wie gut du das mit dem Arbeiten tatsächlich noch schaffst.
Aber:
Zitat von blossom79:
dass ich nur einen Termin pro Tag wahrnehme, mehr schaffe ich nicht.

Das ist wirklich nicht viel. Bist du sicher, dass du in dieser Situation arbeiten kannst?

03.09.2021 11:16 • x 1 #6


blossom79

blossom79

188
20
139
Liebe @Greta,

ich muss einfach wieder anfangen zu arbeiten.
Ich werde jetzt den Antrag auf LTA stellen in der Hoffnung, es wird mir eine Überprüfung meiner Leistungsfähigkeit bewilligt.
Wenn nicht, muss ich mir einen Teilzeitjob suchen. Ich denke mal eine 50% Stelle ohne viel Stress und Druck.

03.09.2021 11:41 • #7


Avatar

sundancere20j

63
1
112
Zitat von blossom79:
Was passiert jetzt, bzw. was muss ich jetzt tun?
Kündigen soll ich nicht. Muss ich jetzt die Begutachtung vom MDK abwarten.
Oder muss ich einen Antrag auf "Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben" stellen?
Oder einen Antrag auf EU-Rente?

Guten Morgen,

eine Eigenkündigung wäre/ist, ich meine das nicht persönlich gegen Dich gerichtet, einfach das Dümmste was einem einfallen könnte. Deswegen würde Dir jede/r bestätigen, dass Du das nicht machen solltest.

Warum soll man seinem Arbeitgeber den Kündigungsschutz einfach so vor die Füße schmeißen? Diesbezüglich solltest Du Dich von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht beraten lassen, wie man sich zumindest das vergolden lassen kann, Stichwort "Abfindung".

Das kannst Du ja im Zweifel jetzt schon mal anstoßen und Dich beraten lassen, dass Du vorbereitet bist. Den Schritt musst/solltest Du dann jedoch noch nicht gehen, aber Dir zeigt schon mal jemand die Möglichkeiten auf.

Es hat aus meiner Sicht aber auch etwas mit der Definition der "Arbeitsunfähigkeit" zu tun.

---- Auszug aus der Begutachtungsanleitung "Arbeitsunfähigkeit" ----

Arbeitsunfähigkeit bei bestehendem Arbeitsverhältnis
Bei der AU-Begutachtung geht es bei Versicherten mit einem bestehenden Arbeitsverhältnis um die Beurteilung von Beeinträchtigungen der Aktivitäten und der Teilhabe in Bezug auf den konkreten Arbeitsplatz. Im Fokus der Begutachtung steht somit der Abgleich des individuellen Leistungsvermögens des Versicherten mit dem aktuellen beruflichen Anforderungsprofil, auch unter Berücksichtigung arbeitsplatzrelevanter Gefährdungen und Belastungen.

Arbeitsunfähigkeit bei beendetem Beschäftigungsverhältnis / nicht mehr bestehendem Arbeitsverhältnis
Versicherte, bei denen nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit das Beschäftigungsverhältnis endet und die aktuell keinen von ihnen erlernten Ausbildungsberuf ausgeübt haben (ungelernter/angelernter Arbeitnehmer), sind nur dann arbeitsunfähig, wenn sie krankheitsbedingt weder die Anforderungen der zuletzt ausgeübten Tätigkeit noch einer ähnlich gearteten Tätigkeit erfüllen können. Die Krankenkasse gibt an, dass es sich um einen ungelernten/angelernten Arbeitnehmer handelt und teilt die zuletzt ausgeübte sowie ähnlich geartete Tätigkeiten mit.

Handelt es sich bei der zuletzt ausgeübten Tätigkeit um einen anerkannten Ausbildungsberuf, so scheidet eine Verweisung auf eine außerhalb dieses Berufs liegende Beschäftigung aus. Auch eine Verweisungstätigkeit innerhalb des Ausbildungsberufs muss, was die Art der Verrichtung, die körperlichen und geistigen Anforderungen, die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten sowie die Höhe der Entlohnung angeht, mit der bisher verrichteten Arbeit im Wesentlichen übereinstimmen, so dass der Versicherte sie ohne größere Umstellung und Einarbeitung ausführen kann (BSG-Urteil vom 08.02.2000, AZ: B1 KR 11/99 R). Die besondere individuelle Ausgestaltung des letzten Arbeitsplatzes ist nicht mehr AU-relevant.


----

Mit einer Rechtsberatung wäre ein erster Schritt getan, weil abwarten eine wirklich, auch dass meine ich nicht persönlich, sehr große Dummheit darstellt.

Du solltest, wenn Du der Überzeugung bist, nicht mehr im alten Beruf arbeiten zu können, einen Antrag auf Rente stellen. Die DRV prüft ohnehin erst einmal alle weiteren Mittel, wie ggf. eine (weitere) Reha, oder eben auch LTA. Zumal Du im Selbstauskunftsbogen (R0215) auch ankreuzen kannst, dass und ob eine Reha für Dich in Frage kommt. Dies hast Du ja schon bejaht.

Zitat von blossom79:
Wenn nicht, muss ich mir einen Teilzeitjob suchen. Ich denke mal eine 50% Stelle ohne viel Stress und Druck.


Vor einem solchen Schritt steht, wie schon beschrieben, parallel die Prüfung bestmöglich aus dem alten Beschäftigungsverhältnis herauszukommen, wie weiter vorn beschrieben.

Dann geh mal davon aus, dass eine Teilzeitstelle mit 50 % nicht gleichzusetzen ist mit weniger "Stress" und "Druck". "Stress" und "Druck" sind meines Erachtens nach auch oftmals Faktoren, die man in sich selbst erzeugt. Stichwort: Zu hohe Erwartungshaltung.

Ich arbeite nur noch zu 50 % und kann Dir sagen, dass sich meine Anspruchshaltung nicht verändert hat und der "Stress" und "Druck" nicht weniger wird. Trotz Anpassung wegen Schwerbehinderung und "fester Arbeitszeiten". Bin übrigens weiter beim alten Arbeitgeber, weil ich hier zumindest die entsprechenden Anpassungen durchsetzen konnte.

Noch länger zu warten, bis erst einmal die Aussteuerung ansteht, macht meiner Meinung nach keinen Sinn. Wenn die Wiedereingliederung schon Stress für Dich war, solltest Du darüber nachdenken, ob die Auseinandersetzung mit einer weiteren Behörde (Arbeitsagentur) sinnvoll ist.

Ich wünsche Dir viel Erfolg.

Liebe Grüße und schönes Wochenende.

04.09.2021 08:20 • x 1 #8


blossom79

blossom79

188
20
139
Ich habe mich dazu entschlossen, Teil-EM-Rente zu beantragen

11.09.2021 15:19 • #9


blossom79

blossom79

188
20
139
So.
Ich habe heute Vormittag den EM-Rentenantrag bei der Post abgegeben.
War ganz schön viel Arbeit!

Jetzt heißt es warten.

Ich will nicht länger der Spielball von jemandem sein. Jetzt schaue ich auf MICH!

Vor 3 Stunden • x 1 #10



Hallo blossom79,

x 4#11


Avatar

sundancere20j

63
1
112
Ich drücke die Daumen.

Jetzt heißt es Geduld haben.

Vor 1 Stunde • x 1 #11

Pfeil rechts




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag