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Zitat von bones: Es werden immer wieder Tage geben oder Wochen, Monate, wo es einem nicht gut geht. Wir haben die Erkrankung und müssen damit leben . Aber ich bin der Auffassung dass eine Rente nicht immer einen ein Vorteil Gesundheitlich verschafft. Oft auch das Gegenteil
An der Aussage ist etwas dran, weil es auch eine Frage der Perspektive ist und die ist je nach den persönlichen Begebenheiten tatsächlich oft unterschiedlich.
Was natürlich stimmt ist, dass eine Rente allein als solche keinen gesundheitlichen Vorteil bringen kann. Das soll sie ja auch per se nicht, denn sie soll jemanden wirtschaftlich auffangen, der eben nicht mehr arbeiten kann. Mitt Mitte 40 hatte ich überhaupt keinen Gedanken an Rente, trotz Herzinfarkt, Dpression und vielen kleinen Zipperlein. Finanziell wäre das auch eher nicht besonders angenehm geworden, nur von einer bis dahin erworbenen Rentenleistung leben zu müssen (ungeachtet dessen, ob dann das Sozialamt was zusteuern würde)
Daher ist der Standpunkt, auch mit einem Ungemach leben zu müssen/können/sollen/wollen natürlich einer, den man durchaus vertreten darf und auch kann. Und sogar unabhängig vom eigenen Alter. Dennoch kommen vielleicht mal die Zeit und auch Umstände zusammen, die eine Rente als mögliche Option, wenn nicht sogar als Unabdingbar ins Rampenlicht rücken kann und daher eben auch als annehmbar angesehen werden kann.
Da die DRV da aber ohnehin ein Wörtchen mitzureden hat, darf man schon annehmen, dass sie gerechtfertigt sein wird, wenn man sie dann auch bewilligt bekommt. Und hat man 40 oder mehr Jahre gearbeitet, vielleicht sogar körperlich schwer, dann braucht man sich zumindest nicht zu schämen, wenn man sie bekommt. Will man nach so einer langen Zeit trotzdem weiter arbeiten, dann darf man es ja auch. Es hängt natürlich auch an so Kleinigkeiten wie, einem Arbeitgeber, der einen beschäftigen will, oder tatsächlich am gesundheitlichen Zustand, den man hat, ob der eigene Wille einen dazu befähigt.
So könnte ich als dementer Mensch selbstverständlich wollen, komplexe Kalkulationen durchzuführen. Ob ich es kann, ist etwas Anderes.
Tatsächlich spielt aber auch die eigene Lust eine Rolle und wenn jemand nur keine Lust hat, kann man darüber streiten, ob eine Rente gerechtfertigt wäre, was aber egal ist, wenn derjenige eine bekommt, weil sie ihm nunmal zusteht. Ungeachtet ob das moralische Fragen aufwerfen könnte, oder nicht. Fakt ist, eine Rente ist immer gegenüber einem angemessen Gehalt bei voller Erwerbsleistung unterlegen. Sie ist aber auch kein Almosen, weil man sie selbst mit Beiträgen erwirtschaften musste. So ist das System nunmal. Zweifelsfrei gibt es andere, vielleicht auch bessere Rentensysteme und auch darüber kann man diskutieren und das geschieht ja auch.
Letztlich ist die Entscheidung ob man eine Rente will immer eine persönliche, selbst dann, wenn Umstände einen zwingen würden, eine Rente zu brauchen, kann man sich entscheiden darauf zu verzichten. Ob das dann gut für einen selbst wäre, würde man wohl merken.
Ob sich gesundheitlich durch die Freizeit als Rentner etwas verbessert ist ohnehin subjektiv. Es soll Menschen geben, die werden in der Rente krank, weil sie mit der Freizeit nicht zurecht kommen und nicht in Lage sind, sie mit etwas zu füllen, dass dem entgegen wirken könnte. Das ist insofern auch bedauerlich, weil es durchaus Menschen gibt, die sich ausschließlich über ihre Arbeit definieren konnten, was ich persönlich eigentlich schade finde.
Allerdings gilt dies für mich nicht, bei Menschen die durch ihre Arbeit lediglich in der Lage waren, ihre Macht gegenüber Untergeben kompromisslos auszunutzen konnten und sie tatsächlich überwiegend schlecht behandelt haben, denn die sollen gerne unter ihrem Machtverlust ein bisschen leiden dürften, nach dem Prinzip der ausgleichenden Gerechtigkeit, denn wer austeilt darf auch mal einstecken bezüglich leidvoller Erfahrungen, wenn man vorher nicht mal ansatzweise bereit war, zu reflektieren was man Anderen antut.