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Bin ich durch die Antidepressiva emotionslos geworden?

Jan96

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Hallo zusammen, ich leide schon eine Weile an einer Depression und nehme seit knapp 4 Wochen SERTRALIN Aurobindo 100mg am Tag und 15mg Mirtazapin zur Nacht. Zu Anfangs wegen Angst und Panik jetzt habe ich seit knapp 4 Tagen das Problem das ich keine Emotionen mehr habe. ich kann nicht mehr weinen oder mich freuen. morgens ist es am schlimmsten, da will ich einfach nur liegen bleiben aber kann auch nicht weil sich meine Gedanken immer darum kreisen, was wenn es nie mehr wird wie vorher? hat jemand ähnliche Erfahrungen kann das mit den Medikamenten zusammenhängen?!

Bald gehe ich in eine Tagesklinik ich hoffe das es dann irgendwann besser wird ich bin am Überlegen ob ich die Medikamente einfach aufhöre zu nehmen!

Kann mir jemand helfen?

01.12.2018 20:18 • #1


hardymei

hardymei

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Moin.

Das hilft jetzt wahrscheinlich nicht wirklich weiter, aber ich möchte doch sagen, daß ich eine Änderung der Medikation in Eigenregie .... NICHT .... machen würde. Weder höher dosieren noch absetzen. Immer mit dem Arzt besprechen.

Ich wünsch dir jedenfalls möglichst bald Licht am Horizont.

01.12.2018 20:30 • x 2 #2


Jan96


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Kann das mit den Gefühlen an den Medikamenten liegen?

01.12.2018 20:39 • #3


hardymei

hardymei

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Das ist jetzt wirklich nur meine ganz persönliche Meinung: ich halte es absolut für möglich, daß Medikamente, zumal Psychopharmaka, Einfluß haben auf Gefühle. Sie müssen nicht zwingend, aber sie können. Das denke ich jedenfalls.

Als ich vor Jahren im Krankenhaus war (Psychiatrische Akutstation) bekam ich auch ein Antidepressivum. Mir ging es damit ganz gut, ich fühlte mich ganz gut .... aber ich war mir sehr unsicher, ob mein gutes Gefühl aus mir heraus kam, oder ob es "nur" an dem Medikament lag. Also sprach ich den Arzt darauf an, der mir dann den Vorschlag machte, das Medikament langsam auszuschleichen. Ich war damit einverstanden, und nahm den Prozess mit in die Tagesklinik. Dort konnte ich nach drei Wochen das Medikament ganz absetzen.
Ich will dir damit nur das Prinzip aufzeigen, nach dem ich verfahren bin: ich war mir unsicher über die Auswirkungen der Medikation, aber ich gestattete mir, Vertrauen zu den Ärzten zu haben.

Heute arbeite ich in der Altenpflege und kann leider manchmal live erleben, was für Probleme die Menschen bekommen können, wenn sie in Eigenregie an ihren Medikationen bzw Dosierungen herum hantieren. Das gab mitunter schon ziemlich unschöne Folgen.

01.12.2018 20:55 • #4


Jan96


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Also auf eigene Faust würde ich niemals was an den Medikamenten ändern nur mit Absprache mit dem dem Arzt schon alleine weil ich Angst vor Nebenwirkungen bzw Absetzerscheinungen,habe in einer Woche nochmal nen Termin bei meinem Psychiater dann kann ich ihn nochmal darauf ansprechen ob das davon kommen kann ich hoffe man muss das Medikament nicht wechseln weil dann beginnt der Zyklus wieder von vorne und die Nebenwirkungen waren in den ersten 2 Wochen extrem beim Sertralin..ich glaube jetzt fest an die Tagesklinik:)

Für die ganz schweren Situationen wo ich verzweifelt bin und nicht mehr weiter weiß kann ich Lorazepam nehmen aber natürlich nicht regelmäßig .

01.12.2018 21:13 • #5


hardymei

hardymei

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Das liest sich jetzt schon viel besser .....

Sorry, daß ich mich mit den einzelnen Antidepressiva nicht mehr auskenne, aber ich lese aus deinen Zeilen, daß du mit deinen Medikamenten ganz gut zuwege bist und ein waches und wachsames Auge darauf hast. Das finde ich sehr positiv.

Und ja, auch daß du in Kürze deinen Psychiater darauf ansprechen kannst, finde ich ebenso gut.

Das Licht am Horizont ist vielleicht schon in fast sichtbarer Nähe .....

01.12.2018 21:30 • #6


Cleofee

Cleofee

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Das kann durchaus von den Medikamenten kommen. Wenn ich mich recht erinnere, hat das Mirtazapin eine dämpfende Wirkung. Manchmal brauchen Medis auch eine Weile bis sie ihre Wirkung entfalten.
Ich hatte auch mal ein Medikament, dass meine sämtlichen Gefühle unterdrückt hat. Das war echt gruselig. Insofern kann ich gut verstehen, dass dich das beunruihgt.
Die Suche nach dem richtigen Medikament für einen selbst gleich leider manchmal nach der Suche im Heuhaufen.

01.12.2018 21:38 • #7


Jan96


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Ja das ist eben die Sache an so etwas für mich war das schwerste es so zu Akzeptieren wie es ist und dass man nichts dafür kann man sucht sich so etwas ja nicht aus.
Was mir am schwersten fällt ist das allein sein Zuhause und die Gedanken an Suizid auch wenn man nicht daran denken mag so tut man es auch wenn es gar nicht zur Frage steht weil ich viel zu sehr Leben möchte und die Welt entdecken.
Blöd ist es auch wenn man dann mal wieder 2 Tage hat wo es einem fast wieder gut geht aber dann die Depression mit voller Wucht zuschlägt und einem dann völlig egal ist ob es einem vor einem Tag noch gut ging weiß nicht ob das einfach dazu gehört :/

01.12.2018 21:57 • #8


hardymei

hardymei

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Ja, es ist verdammt schwer, seinen Zustand zu akzeptieren, so wie er ist. Da bin ich voll bei dir.
Es ist schwer, es tut weh, vielleicht schockiert es sogar.

Aber wie es halt nun mal so ist im Leben, alles hat seine zwei Seiten. Es ist schwer, sich so zu akzeptieren, aber darin steckt auch ein völlig neuer, bis dato unbekannter Gedanke: ich lerne mich weiter kennen, vielleicht sehe ich sogar plötzlich ganz neue Wege für mich. Vielleicht eröffnet mir dieses schwere Akzeptieren plötzlich ganz neue Chancen für mich .....

Jedenfalls sind die Chancen dann ganz gut, wenn es mir gelingt, aus dem schweren Akzeptieren ein "ich nehme mich so an" zu machen.

01.12.2018 22:09 • x 2 #9


florica

florica

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Zitat von Jan96:
Hallo zusammen ich leide schon eine Weile an einer Depression und nehme seit knapp 4 Wochen SERTRALIN Aurobindo 100mg am Tag und 15mg Mirtazapin zur Nacht zu Anfangs wegen Angst und Panik jetzt habe ich seit knapp 4 Tagen das Problem das ich keine Emotionen mehr habe ich kann nicht mehr weinen oder mich Freuen morgens ist es am Schlimmsten da will ich einfach nur Liegen bleiben aber kann auch nicht weil sich meine Gedanken immer darum kreisen was wenn es nie mehr wird wie vorher hat jemand ähnliche Erfahrungen kann das mit den Medikamenten zusammenhängen?!
Bald gehe ich in eine Tagesklinik ich hoffe das es dann irgendwann besser wird ich bin am Überlegen ob ich die Medikamente einfach aufhöre zu nehmen!

Kann mir jemand helfen?



Das Mirtazapin bekommst Du vermutlich damit du besser/schneller einschläfst - mit dem darf ich lt. "meinem" Arzt etwas herumspielen - das bedeutet das ich auch manchmal nur 7,5mg nehme - wenn ich denke ich bin eh schon sehr müde.
Gering dosiert ist das zum einschlafen/schlafen - höher dosiert gegen Depressionen.
Die anderen beiden kenne ich nicht.
Ich habe Duloxetin und da hatte meine Therapeutin mir 60 morgens und 60 abends gesagt.
Aber irgendwie dachte ich das ist unlogisch die Erhöhung (also die weiteren 60mg) auf abends zu schieben - ich habe es bis zum nächsten Termin aber so genommen und mit ihr drüber gesprochen - und nun nehme ich es nur morgens - allerdings erst mal 90mg.
Und damit geht es mir besser - aber ohne Absprache würde ich nie etwas ändern. Das spielt ja auch später wenn mal Blutuntersuchungen usw sind eine Rolle.
Und ob es daran liegen kann - ja ich denke schon - ich war ohne Medikamente schon nicht so super emotional - und jetzt ist es fast auf 0. Aber nicht ganz auf 0 - bei wirklich schlimmen Sachen kann ich noch weinen.

02.12.2018 00:05 • #10


issabella

issabella

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Natürlich, kennen Antidepr. Gefühle beeinflussen.
Was mich am meisten ärgert: Gewichtszunahme.
Ich mache es so: die Medisname durch Suchmaschinnen zu jagen (Google und. andere)
Die Artikel sind sehr verschieden, deswegen sollte man viele lesen.

Mein Freund war auch verärgert, dass ich lange Zeit keine Lust hatte.
Es gibt wirklich sehr wenige Antidepr., die anders wirken.
Ganz allgemein darf man sagen, dass die Antid. Verlust von Gefühle und Libido verursachen.
(Ich kann mein Freund schon verstehen, wenn er sich beklagt, dass ich ca. 4mal im Jahr was mache)
Anderseits, nach seinem Schlaganfall ist er auch nicht der beste.

Zumindest kann ich meine Medis selber bestimmen (ein Arzt ist immer mein Kollege)
Es war aber eine Arbeit von dem Psychiater und von mir, bis wir die richtige Medis hatten. Es ist immer noch nicht sicher, das es stimmt. Und Libido oder Lust habe ich immer noch nicht viel mehr, als vorher.
Es könnte auch sein, dass ich wegen Vergangenheit, einfach S. verloren hatte.

Im Endeffekt, kann es durchaus stimmen, dass Antidepr. auch Anti-lustig sind.

MfG
i.

02.12.2018 02:19 • #11


Jan96


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Ich hoffe das sich das mit den Emotionen in der nächsten Zeit wieder legt weil so macht es keinen Spaß ich will mich einfach wieder auch auf Dinge freuen können und wieder Spaß am Leben haben es kann doch nicht der Sinn sein das das durch die Medikamente jetzt verloren geht, da wären mir die Panikattacken die ich am Anfang hatte wieder deutlich lieber.

Hat mir jemand nen Tipp was man an so einem Regentag machen kann sonst war ich immer Spatzieren aber heute geht das nicht bin am Überlegen ob ich heute nen Bettag mache wo ich nur Meditationen höre oder so?

02.12.2018 09:35 • #12


hardymei

hardymei

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Spazieren im Regen ist gar nicht so mies, wie man glauben mag .... ;)

florica hat ja ein Stück weiter oben geschrieben, daß sich das mit den Emotionen durchaus wieder bessern kann. Anfangs vielleicht mit Geduld, und möglicherweise halt auch im Zusammenspiel mit dem behandelnden Arzt .... Änderung der Dosierung zB.

02.12.2018 09:55 • x 1 #13


hardymei

hardymei

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Noch ein Nachtrag zu Aktivitäten an einem Regentag .....

Nun weiß ich natürlich nicht, lieber Jan96, wie dein häusliches Umfeld aussieht, ich vermute mal eher auf dich allein gestellt - pure Spekulation. Und ich weiß natürlich auch nichts über Hobbys oder einfach, was du gerne magst und so. Von daher ist meine Idee vielleicht komplett daneben, aber ich schreib's trotzdem: nimm einen Schreibblock, einen Stift, laß deiner Fantasie freien Lauf, und schreib einfach drauflos. Eine Geschichte, ein Gedicht, was auch immer ..... einfach nur so.

02.12.2018 13:20 • #14


Jan96


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Hallo zusammen kennt jemand das Gefühl wenn man in der Nacht ganz komisch träumt und dann früher als sonst aufwacht und sich fühlt als wäre man nicht da, ganz komisch.

Kann das an meinem Mirtazapin 15mg liegen welches ich zur Nacht nehme?
Um besser in den Tag starten zu können weil ich wenn ich wieder ins Bett liege anfange zu grübeln und mein ganzer Körper kribbelt nehme ich nach bedarf eine halbe Lorazepam 0,5mg, hat jemand ähnliche Probleme morgens?:)

03.12.2018 11:53 • #15




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