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Karriere trotz psychischer Krankheit ?

Ell
Was mir noch kam, ich glaube Karriere trotz psychischer Erkrankung funktioniert schon , aber unter erschwerten Bedingungen. Ich habe den Bogen leider überspannt, kenne aber einige die trotz der Erkrankung Karriere gemacht haben und damit ein gutes Leben führen.

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ZeroOne
Zitat von Ell:
Was mir noch kam, ich glaube Karriere trotz psychischer Erkrankung funktioniert schon , aber unter erschwerten Bedingungen.


Ich denke, dass es maßgeblich davon abhängt, wie man Karriere für sich definiert und ob man etwas für sich finden kann, das trotz Erkrankung gut läuft, oder sich im Idealfall sogar ergänzt.

Hätte mir zu meinen gesunden Zeiten als Arbeitnehmer jemand erzählt, was ich später mal machen werde, hätte ich ihn ausgelacht, weil ich mir das damals - obwohl strotzend vor Selbstbewusstsein und Gesundheit - niemals zugetraut hätte. Vielleicht greift auch hier der Spruch: "Not macht erfinderisch."

Zwischenzeitlich scheint es noch einfacher zu sein, etwas für sich - trotz Einschränkungen - zu entwickeln. Wenn ich mir z.B. nur die unzähligen YouTuber anschaue, die teilweise irgendwelche Nischen bespielen, dabei aber so viele Follower und Clicks generieren können, dass monatliche Monetarisierungen im 4- bis 5-stelligen Bereich keine Ausnahme sind.

x 2 #17


A


Hallo Sifu,

Karriere trotz psychischer Krankheit ?

x 3#3


Dys
Zitat von Ell:
Was mir noch kam, ich glaube Karriere trotz psychischer Erkrankung funktioniert schon , aber unter erschwerten Bedingungen.

Natürlich funktioniert das. Je nach dem, welche Erkrankungen es sind, sogar besser als ohne. Nehmen wir mal zwei Männer denen durchaus eine narzisstische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert werden kann und die zu den reichsten und mächtigsten der Welt gehören. Oder nehmen wir Menschen die eine Diagnose im Autismus Spektrum haben und einen Beruf spitzenmäßig ausüben, wie es jemand ohne gar nicht könnte. Und dann ja noch diejenigen mit der Erkrankung, für die dieses Forum gedacht ist, die überaus kreativ sind, weil sie ihren Blick auf die Welt in Werke packen, die jemandem ohne Depression gar nicht in den Sinn gekommen wären.

Allerdings ist die landläufig so genannte Karriere unter Umständen gar nicht das Ziel ihrer Bemühungen gewesen, sondern hat sich dadurch eingestellt, dass andere dies durch ihre Bewertungen ermöglicht haben, weil sie gut fanden, was da geschaffen wurde, ohne zu diesem Zeitpunkt zu wissen, dass derjenige eine psychische Erkrankung hat.

Es gibt aber auch sicher die genauen Gegenteile, zum Beispiel Menschen die nicht erkennen können, dass ihre Fähigkeiten nicht für ihre Ambitionen ausreichen und sogenannte Luftschlösser bauen und daran zerbrechen können wenn diese Blase platzt. Daraus kann auch eine Depression entstehen, wenn nicht realisiert werden kann, dass es zu einigen Dingen einfach nicht reicht und dass das ja nicht außergewöhnlich ist. Es kann nicht jeder in irgendwas der Beste sein, denn sonst wären es ja Alle. Aber es können Viele in vielem gut sein und wenn Gut gut genug ist, kann das tatsächlich genügen um auch gut damit zu leben.

Ob Karriere oder nicht, wenn ich keine Ambitionen habe, mit dem zurechtkommen zu wollen, was ist, werde ich wohl oder übel trotzdem damit leben müssen, wenn ich leben will. Ob das dann zusätzlich auch ein Leben in Unzufriedenheit wäre, liegt ja auch letztendlich am mir. Und ebenso, was aus der Unzufriedenheit so alles an Gefühlen und Gedanken resultiert, ist dann eben meine Sichtweise, die ich nur durch eigenes zutun verändern könnte, wenn ich das will. Die Entwicklung vom an Depression Erkrankten zum gesunden Menschen, könnte durchaus auch als Karriere bezeichnet werden, wenn Karriere tatsächlich generell als eine Verbesserung des eigenen Status gesehen würde. Allerdings würde es meines Erachtens dazu dann wirklich die entsprechenden eigenen Ambitionen brauchen, gesund werden zu wollen. Ungeachtet dessen, wie ambitioniert Außenstehende einen dann dabei unterstützen können, falls sie es wollen. Selbst der ambitionierteste Behandler dürfte kaum erfolgreich in seinen Bemühungen sein, wenn meine vorhandenen oder fehlenden Ambitionen es unterbinden.

x 2 #18


Sifu
Zitat von Momo58:
Ich habe wegen Depressionen und Alk. ein Studium abgebrochen. Eine Zeitlang habe ich freiberuflich gearbeitet (Deutschkurse), dann habe ich nochmal eine kaufmännische Umschulung gemacht. Durch meine Minderwertigkeitskomplexe und soziale Phobie bin ich wahrscheinlich ein "underachiever", d. h. ich bin hinter ...

Danke Momo für den offenen und ehrlichen Text, in dem ich mich oft wieder gefunden habe. Ich war auch ein Underachiever und bin jetzt in Altersrente.

x 2 #19


Sifu
Es freut mich hier soviele mit dem gleichen Schicksal zu finden. Ich bin mittlerweile froh das ich jetzt mit 62 kein Interesse mehr an Karriere habe. Dahinten steckten sowieso nur meine Minderwertigkeitskomplexe und ich war auch noch im vollkommen falschen Beruf.

#20


Dys
Minderleister (englisch underachiever, aus englisch to achieve „etwas zustande bringen“, „ein Ziel erreichen“ oder englisch low performer, niederl. Onderpresteren) sind Personen, die dauerhaft unterhalb ihrer körperlichen oder psychischen Leistungsfähigkeit bleiben.

Quelle Wikipedia

Wovon wird hier gesprochen? Wart Ihr unterfordert in Euren Aufgaben, was dann in Richtung Boreout gehen kann? Oder im klassischen Sinne Low Performer, also eher nicht Leistungswillig, weshalb auch immer?

#21


Momo58
Meiner Meinung nach kann ein "Underachiever" beruflich ggf. ein "High performer" sein, aber seine beruflichen Aufgaben insgesamt bleiben hinter seinen geistigen Möglichkeiten zurück.

Es geht eher nicht um "Leistungsverweigerung", sondern die Blockaden können sein: schlechtes Selbstwertgefühl, Angst
vor Versagen ("wenn ich keine Herausforderungen annehme, kann ich auch nicht versagen"), Perfektionismus und anderes.

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Dys
Zitat von Momo58:
Meiner Meinung nach kann ein "Underachiever" beruflich ggf. ein "High performer" sein, aber seine beruflichen Aufgaben insgesamt bleiben hinter seinen geistigen Möglichkeiten zurück. Es geht eher nicht um "Leistungsverweigerung", sondern die Blockaden können sein: schlechtes ...

Dann würde ich diesen Begriff nicht unbedingt verwenden. Sondern das Kind beim Namen nennen, nämlich dass man eben aufgrund von Ängsten oder what ever, das Gefühl hat, das man ohne Diese mehr leisten könnte. Im beruflichen Kontext kann ein Underachiever kein High Performer sein weil er ja nichts zustande bringt und würde auch dementsprechend nicht als High Performer gesehen, von jemandem der dies zu beurteilen hätte.

Ich verstehe aber was Du meinst, weil mich selbst Ängste dazu bewogen haben, etwas nicht zu tun, wozu ich aber ohne die Angst imstande gewesen wäre, es zumindest zu versuchen. Ob ich’s letztlich auch zustande gebracht hätte, lässt sich aber ja eh nur mutmaßen, da ich es nicht tat.

Wenn ich aber beklage, nach dem Motto, ach hätt ich doch damals, weil eigentlich hätte ich das Zeug dazu gehabt, dann schüre ich zusätzlich ein Versagensgefühl, oder werte mich ab indem ich eine fiktive Annahme, es hätte dadurch alles besser sein können, dazu zum Anlass nehme. Es ist zwar nicht verboten so zu denken, aber es dürfte wenig konstruktiv dazu beitragen, Selbstwert aufzubauen, wenn man doch erkannt hat, das es einem daran mangelt, denke ich.

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