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Ich werde mich nie und lass mir alles gefallen

Hallo ihr lieben,

Ich heiße Janine und bin 34 Jahre alt. Ich bin neu hier im Forum.
Ich bin mir nicht sicher ob ich hier richtig bin. Ich möchte nicht das ihr denkt es gibt hier wirklich dringendere Themen.

Und zwar geht es darum wie ich mich seit Wochen fühle. Ich muss dazu sagen das ich schon immer ein ehr pessimistisch denkender Mensch war. Ich gehe grundsätzlich immer erst vom schlechten aus. Werde diese Denkensweise auch nicht mehr raus bekommen. Eigentlich müsste ich ein total glücklicher Mensch sein. Ich habe einen lieben Freund einen lieben Sohn und ich bin gesund. aber trotzdem fehlt irgendwie was und ich weiß nicht was. Ich bin ein sehr unruhiger Mensch denke über viele Sachen unnötig lange nach und mache mir immer sehr viele Gedanken/Stress was andere über mich denken könnten. das geht soweit dass ich mich oftmals nach anderen Menschen richte nur damit ich ihnen "gefalle" ich bin jemand der alles schluckt und sich nicht wehrt. Auf Arbeit ist es so schlimm dass ich zu allem ja und Amen sage obwohl es mir gar nicht gut dabei geht. nur weil ich mich nicht traue was zu sagen wenn mir was nicht passt. Mich kann man schnell mundtot reden.die Leute wissen dass ich halt kein selbstbewusstsein habe und nicht Kontern werde und das nutzen die Leute natürlich aus. Bin auch nicht schlagfertig. Das kommt dann erst später im Moment ist mir einfach alles zuviel. Ich hatte schon einige solcher Phasen aber diesmal ist sie schon einige Wochen. Bin total gereizt und kann auf arbeit zb nichts richtig aufnehmen. Hab das Gefühl als werde ich immer "eingeschüchterter" ausserdem bin ich total lustlos und schnell überfordert. nun weiß ich nicht ob es vielleicht daran liegt dass ich im januar meinen opa verloren habe und vor zwei Wochen meinen Kater. Das mit meinem Kater hat mich schon derbe getroffen.
Ich hab auch schon öfter daran gedacht das es evtl mit meinem Zyklus zu tun hat. Eine Woche vor meiner Periode ist es besonders schlimm. Ich nehme keine Pille und hab meinen Arzt schon mal darauf angesprochen. Der meinte wenn ich regelmäßig meine Periode bekomme wird mit den Hormonen alles okay sein. Ich möchte einfach nicht immer das Gefühl habe das die ganze Welt gegen mich ist. Ich möchte glücklich sein und das Leben genießen können.

Ich hoffe es gibt gleich gesinnte. Vielleicht kann man sich ja austauschen.

20.03.2019 17:44 • #1


CeHaEn
Moin Janine,

natürlich bist du hier richtig. Es gibt immer jemanden mit einer krasseren Geschichte - aber das ändert doch nichts daran, dass dich deine Probleme belasten.

Zitat von janine1984:
Ich bin mir nicht sicher ob ich hier richtig bin. Ich möchte nicht das ihr denkt es gibt hier wirklich dringendere Themen.

Nach der Einleitung war dein weiterer Text keine Überraschung. Das ist so typisch und ich kenne es selbst.

War es schon immer so, dass du allen Leuten gefallen und nur ja keine Umstände bereiten wolltest? Hast du denn eine Ahnung, woher das kommen mag? Das wäre vielleicht nützlich für dein eigenes Verständnis.

Du hast von dem Gefühl geschrieben, die ganze Welt sei gegen dich. Wahrscheinlich weißt du das besser, im Kopf, aber es fühlt sich eben anders an. Und bestimmt weißt du auch, dass du dir Einwände oder auch ein banales Nein nicht ständig verkneifen musst. Diese Dinge haben ja ihre Berechtigung. Warum erlaubst du es dir nicht?

20.03.2019 18:59 • x 2 #2


Ich weiß nicht woher das kommt. Das war schon immer so. Meine Mutter sagte im Kindergarten war ich schon immer ein Einzelgänger und wollte immer allein sein. War in der Kindergarten Zeit und Schulzeit sehr schüchtern. Mittlerweile treffe ich mich gern mit Freunden Usw. Und bin nicht gern allein. Ich denke halt immer wenn ich zu einem Thema was sage oder nein sage das die Leute dann gegen mich sind und lästern. Gestern fragte mich meine Schwiegermutter ob ich sie zu ihrer Mutter fahren würde. mir ging es nicht gut ich war genervt und hatte einfach das Gefühl ich brauche Mal Zeit für mich. Aber ich sagte nur OK. Ich mache es ja sonst gerne. Das war jetzt nur ein Beispiel.
Auf Arbeit haben wir eine Kollegin die nutzt mein Verhalten natürlich aus. Nicht kann ich ihr Recht machen. Mittlerweile habe ich schon Angst überhaupt was zu machen.

20.03.2019 19:28 • x 2 #3


CeHaEn
Zitat von janine1984:
Ich denke halt immer wenn ich zu einem Thema was sage oder nein sage das die Leute dann gegen mich sind und lästern.

Hast du denn schon einmal konkret mitbekommen, dass diese Befürchtung wirklich eingetreten ist? Ich meine, irgendwann hast du doch bestimmt schonmal widersprochen - und die Reaktion darauf war irgendwo zwischen "Katastrophe (für dich)" und "nix passiert".

Tatsächlich passiert meistens auch nichts Schlimmes und selbst Reaktionen, die im ersten Moment "schlimm" aussehen mögen, sind oftmals völlig okay.

Was hätte bspw. passieren können, wenn du deiner Schwiegermutter abgesagt hättest? Im aller-aller-ALLER-schlimmsten Fall, den ich mir mit viel Fantasie ausmalen kann, hätte sie sämtliche Sympathie für dich verloren und sofort deinen Partner angerufen: "Junge, komm nach Hause. Die Frau ist nichts für dich!".
Im Idealfall denkst du jetzt, dass ich hier völligen Blödsinn in den Raum stelle - und damit hättest du Recht!
Viel wahrscheinlicher ist, dass SchwieMu gesagt hätte: "Ach, schade." Und dann hätte sie sich um eine andere Möglichkeit für die Fahrt gekümmert. Wahrscheinlich hätte sie sogar Verständnis für dich gehabt und dir das sogar irgendwie gesagt. Immerhin schriebst du selbst, dass du sie bisher schon öfter gefahren hast und ich gehe jetzt davon aus, dass ihr ein ganz gutes Verhältnis zueinander habt.

Und selbst wenn deine Schwiegermutter dann angefressen gewesen wäre: Na und? Soll sie eben schmollen. Wenn sie irgendwo hin will, dann ist das in erster Linie ihr Problem. Sie kann jemanden ums Fahren bitten, aber sie kann nicht erwarten, dass der Andere sofort springen kann oder möchte. Das sollte man ihr, einer erwachsenen und mündigen Frau, zumuten können.

Genauso ist es anderen Menschen zumutbar, dass du mal keine Zeit hast, keine Lust, dass du schon alle Hände voll zu tun hast.

20.03.2019 20:26 • x 1 #4


Ich weiß ja das du recht hast.
Sie hat keinen Führerschein weil sie sich nicht traut. Ich denk dann immer, mache doch einfach dein Führerschein.dann musst du nicht ständig fragen. Ich hab dann gleich schlechte Gewissen weil sie zwischendurch auf unseren Sohn aufpasst. Und ja ich denke dann gleich das ich ihr dann unsympathisch werde. Das Problem wir leben alle in einem Haus. Das macht es nicht einfacher.

Ich hab meiner Kollegin einmal gesagt weil ich schon echt fast geplatzt bin das ich das nicht war womit die bei mir schon wieder ankam. Sie versucht dann mir mit aller macht das Wort im Munde umzudrehen und lässt mich selbst an mir zweifeln. So das ich denke Ist da vielleicht was dran?! Werde schnell unsicher. Und so ist das in vielen Dinge. es begleitet mich ständig. Ich rege mich jeden Tag über mich selbst auf. Ich denke anders, Handel aber immer im Gegenteil

20.03.2019 20:53 • #5


CeHaEn
Das mit dem Führerschein wäre so eine denkbare Lösung, die deine Schwiegermutter in Betracht ziehen könnte - und zwar auch aus genau dem Grund, den du anführst: Sie müsste nicht ständig fragen und wäre ein Stück unabhängiger. Das ist ein absolut nachvollziehbarer Gedanke, den du da hast.

Sie passt zwischendurch auf den Kleinen auf. Du fährst sie ab und zu zu ihren Besorgungen. Kann es sein, dass du deine Hilfe als selbstverständlich betrachtest, während du die Hilfe von Anderen nicht nur schätzt, sondern überhöhst? Wenn ja, dann muss es irgendeinen Grund dafür geben.
Wenn du jemandem hilfst, dann steht diese Person nicht auf alle Ewigkeit in deiner Schuld. Das würdest du nicht erwarten. Du würdest es dieser Person bestimmt auch nicht immer wieder vorhalten. Umgekehrt gilt das jedoch genau so. Du musst niemandem ewig hinten reinkriechen, der dir mal einen Gefallen getan hat.
Wärst du deiner Schwiegermutter böse, wenn sie denn mal keine Zeit oder Lust zum Aufpassen hätte? Aus welchem Grund sollte sie dir dann böse sein? Diese Befürchtung entsteht nur in deinem Kopf und ich frage mich, weshalb. Da fehlt dir irgendwo das Vertrauen in Menschen, die dir wahrscheinlich wohlgesonnen sind.

Ich kenne von mir selbst sehr gut, wie gesagt. Diese Ängste nerven mich auch immer wieder. So ganz langsam wird es besser, aber dazu muss ich mich immer wieder dazu überwinden, der Angst zu begegnen. Da gibt es zwangsläufig auch mal Reibereien, weil mein Gegenüber mein Nein gar nicht toll findet. Das müssen wir dann beide ertragen und oft lohnt es sich. Ich habe immerhin meine Gründe für das Nein.
Je nach Anlass finde ich diese negativen Reaktionen auf meinen Widerspruch mitunter übertrieben und das gibt mir zu denken. Da ist natürlich der innere Kritiker: Hätte ich nachgeben sollen? Durfte ich denn jetzt nein sagen?[i] Damit muss man lernen umzugehen.
Daneben schwingt dann aber auch ein anderer Gedanke mit: [i]Wenn der sich deswegen schon so aufregt, warum sollte ich ihm gefallen wollen? Er scheint ja eher unangenehm zu sein und solche Leute brauche ich nicht.


In den meisten Fällen kommt es aber gar nicht soweit, dass irgendetwas ertragen werden müsste. Da wird mein Nein einfach so akzeptiert. Das ist eine Erfahrung, die man immer wieder machen muss.

20.03.2019 22:45 • x 2 #6




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