46

Ich kann nicht ewig so weiter leben

Subversiv

18
1
8
Hallo!

Ich bin Dominik, 31J. und kann nicht mehr lange so weiter machen.
Ich lebe seit 3 Jahren im Betreuten Wohnen habe 3 Betreuer und 1 gev.
Jeden Morgen kommt der Pflegedienst und schmeißt mir die Tablette ein.
Ich fühle mich immer eingesperrt in meine Wohnung.
Mein Gesetzlicher Betreuer verbietet mir , eine Bankkarte zu haben.
Ich darf nichts mit Geld zusätzlich machen.
Ich habe 65 Euro pro Woche als Einkaufsgeld und Freizeitgeld.
Meistens geht alles für den Einkauf drauf.
Ich bin enttäuscht, dass ich nicht leben darf wie ein normaler Mensch.
Für mich gehört es dazu, das ich auch eine Bankkarte und Krankenkassenkarte selbst verwalten darf. .
Meine Krankenkassenkarte liegt beim Betreuten Wohnen.
Ich fühle mich wie ausgelagert hier. Und abgestellt in der Wohnung für die Stiftung.
Ich arbeite für eine Stiftung, die meine Beschäftigung direkt neben dran gebaut hat.
Ich sitze die Meiste freie Zeit in der Wohnung. Weil ich mir nichts leisten kann.
Ständig rufen mich die Betreuer an, weil sie irgendwelche Unterschriften brauchen fürs Rechtliche.
Mich stört das alles sehr. Auch beim Pflegedienst muss ich Monatsende immer unterschreiben.
Ist mein Leben illegal geworden, dass ich jetzt Dinge unterscheriben muss?
Mein Hauptproblem sei das Aufräumen. Aber das ist nur oberflächlich so. Mich stört, dass niemand kommt ausser meine Betreuer und die Arbeit nehmen dran. Ich kriege nie normalen Besuch, weil ich irgendwie unbekannt bin im Dorf.
Ich gehe 4 x 4 Stunden Arbeiten die Woche neben an für 5 Euro den Tag, samstags 10 Euro.
Das ist auch dumm. So wenig zusätzlich verdienen, weil das sonst abgezogen würde.
Da meine Wohnung vom Amt getragen wird.
Langfristig will ich selber was richtiges arbeiten, und meine Rechnungen selbst bezahlen.
Aber ich darf ja kein Bankkonto haben, weil ich nicht mit Geld umgehen könne. Das ist wirklich behindert.
So kann ich nie beweisen, das ich doch dazu lernen kann.
Meine Betreuer trauen mir wenig zu. Immer gehts nur ums Putzen und Aufräumen bei mir.
Dafür hat mein gev auch eine Putzfrau engagiert, die mehr verdient als ich auf der Arbeit. Sehr frustrierend ist alles.
Ich würde gerne irgendwas anders machen, aber ohne Geld geht das nicht.
Ich bin es Leid, ständig nur Besuch von der Pflege zu kriegen.

Mfg
Subversiv

28.07.2022 20:26 • x 1 #1


Tealight

925
3
417
Entweder einen Anwalt einschalten....

Setze selbst einen Brief auf und sende ihn an das zuständige Gericht...
Erkläre denen mit eigenen Worten, die ganzen Einschränkungen in deinem Leben.

28.07.2022 22:02 • x 2 #2



Hallo Subversiv,

Ich kann nicht ewig so weiter leben

x 3#3


Avatar

Grothszes

195
3
168
Zitat von Subversiv:
Mfg
Subversiv


Ich find deinen Namen gut
Würd ich mir selbst nicht trauen.
Bist du so ein Subversiver?
Das wollt ich nur kurz sagen.
Muss jetzt leider los.

29.07.2022 09:14 • x 1 #3


Tealight

925
3
417
Zitat von Grothszes:
Ich find deinen Namen gut Würd ich mir selbst nicht trauen. Bist du so ein Subversiver? Das wollt ich nur kurz sagen. Muss jetzt ...

Was denkst du, bedeutet der Nickname subversiv ...

29.07.2022 19:51 • #4


Avatar

Grothszes

195
3
168
Zitat von Tealight:
Was denkst du, bedeutet der Nickname subversiv ...

Für den User Subversiv (btw willkommen im Forum) vielleicht etwas ganz eigenes ansonsten gibt es halt mehrere Versionen von politischer Subversion.

https://de.wikipedia.org/wiki/Subversion

Ich bin in erster Linie natürlich für die friedliche (falls sie denn notwendig ist)!
Also für subversiven Diskurs, subversive Kunst, subversive Theorie, etc.

29.07.2022 20:04 • x 1 #5


Tealight

925
3
417
Zitat von Subversiv:
Hallo! Ich bin Dominik, 31J. und kann nicht mehr lange so weiter machen. Ich lebe seit 3 Jahren im Betreuten Wohnen habe 3 Betreuer und 1 gev. Jeden ...

Nach nochmaligen durchlesen....

Dein Lebensalltag - aus meiner Sicht heraus liest sich das schrecklich.
Diese Betreuung = diese fulltime Betreuung, muß schlimm für Dich sein...
Keine Bankkarte keine Krankenkarte zur Hand...
Das Gefühl zu haben, nicht vorwärts zu kommen - sondern auf der Stelle zu trampeln. Wegen dieser aufgezwungener Begrenzungen ...

Mag sein, das Menschen damit klar kommen. Aber von mir hast du volles Verständnis dafür, von dieser Fulltime Betreuung weg zu kommen und ein normales selbständiges Leben zu führen.

29.07.2022 22:06 • x 1 #6


Subversiv

18
1
8
Gerade war die Pflege wieder da.
Müsste erneut die Tablette einnehmem obwohl ich mich kaum krank fühle. Das ist wie Sabotage am Gefühlsleben.

30.07.2022 07:52 • x 1 #7


Avatar

aurora333

3029
4
1171
@Subversiv auch ich finde, dass Dein Leben nicht so eingeschränkt weiter gehen darf ! Doch mir ist nicht klar, an wen Du Dich um Hilfe wenden könntest, zumal du mögliche Helfer gar nicht bezahlen könntest ( da Du nicht über Dein Geld frei verfügen darfst). Auch habe ich nicht verstanden, weshalb Du überhaupt in betreutem Wohnen lebst, und wie sehr Du ev. durch körperliche Handicaps ( Du schreibst Du benötigst Pflege..?) auf solche halb-institutionelle Betreuung angewiesen bist. Oder könntest Du ( ev. mit Hilfe der Spiex) auf in einer eigenen Wohnung leben ?

30.07.2022 08:14 • x 1 #8


Subversiv

18
1
8
Ich lebe ja in einer Wohnung. Aber jede Woche Kriege ich Putzhilfe. Das nervt auch .würde mir Beigestellt vom gesetzl. Betreuer .

30.07.2022 10:17 • #9


Avatar

Grothszes

195
3
168
Zitat von Subversiv:
Müsste erneut die Tablette einnehmem obwohl ich mich kaum krank fühle.

Weißt du denn, was du da kriegst und wie das wirkt? (oder wirken soll)

Zitat von Subversiv:
Das ist wie Sabotage am Gefühlsleben.

Es fühlt sich bestimmt ganz aufgezwungen an.

30.07.2022 10:23 • x 1 #10


Avatar

Kate

11346
15
19675
Zitat von Subversiv:
Ich lebe ja in einer Wohnung. Aber jede Woche Kriege ich Putzhilfe. Das nervt auch .würde mir Beigestellt vom gesetzl. Betreuer .

Eine aufgeräumte Wohnung ist doch aber auch was schönes?
Hattest Du das vorher immer alleine gemacht und geschafft?

30.07.2022 10:27 • x 2 #11


Tealight

925
3
417
Zitat von Subversiv:
Ich lebe ja in einer Wohnung. Aber jede Woche Kriege ich Putzhilfe. Das nervt auch .würde mir Beigestellt vom gesetzl. Betreuer .

Ich kann mir vorstellen, das es ein Eingriff in die Privatsphäre ist...

Eine Möglichkeit wäre, die Wohnung so aufzuräumen, damit die Reinigungskraft nichts zu tun hat. Damit sie zum Ende überflüssig wird

30.07.2022 10:43 • x 2 #12


Avatar

Kate

11346
15
19675
Zitat von Subversiv:
Gerade war die Pflege wieder da. Müsste erneut die Tablette einnehmem obwohl ich mich kaum krank fühle. Das ist wie Sabotage am Gefühlsleben. ...

Lieber Subversiv,
mein erster Gedanke war, man ist ja mit den Tabletten entsprechend eingestellt. Wenn Du sie jetzt nicht mehr regelmäßig nehmen würdest, könnte es leicht passieren, dass Du wieder in einen schlechteren Zustand rutschen würdest.
Genau wie mit der Betreuung, dafür gab es sicherlich mal einen Grund und Anlass?

Wenn man diese Hilfen dann plötzlich nicht mehr will, heißt es nicht, dass man ohne sie auch weiterhin "so geordnet" leben kann. Es wäre auch möglich, dass schlagartig alles einbricht und dann den Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen kostet in der Regel viel Kraft, Nerven und Geld.

Wie würdest Du Deine Situation denn derzeit einschätzen? Könntest Du solide auf eigenen Beinen stehen, wenn sämtliche Hilfsangebote wegfallen würden?

30.07.2022 10:43 • x 3 #13


Subversiv

18
1
8
Zitat von Kate:
Lieber Subversiv, mein erster Gedanke war, man ist ja mit den Tabletten entsprechend eingestellt. Wenn Du sie jetzt nicht mehr regelmäßig nehmen ...


Dann wäre ich endlich frei . Dann wäre ich nicht eingeschüchtert und verängstigt in der Wohnung sitzend aus Angst vor Schikane . Dann könnte ich eigene Entscheidungen verantworten. Und endlich für mich selbst Verantwortung übernehmen.

30.07.2022 10:47 • x 1 #14


Avatar

Kate

11346
15
19675
Wie und wann ist das alles entstanden, dass Du diese Hilfen bekommst?

30.07.2022 10:49 • x 1 #15


Subversiv

18
1
8
Zitat von Kate:
Wie und wann ist das alles entstanden, dass Du diese Hilfen bekommst?

Die Wohnung zählt das Amt. Der Untermieter ist eine Stiftung . Für die ich auch arbeite. Aber nicht viel davon verdiene wegen der Wohnung .

30.07.2022 10:51 • #16


Avatar

Kate

11346
15
19675
…aber wie bist Du dorthin gekommen? Aufgrund von körperlichen oder geistigen Einschränkungen?
Was hast Du nach der Schule gemacht, Du bist ja jetzt schon 31. Einen Anlass werden die ja gehabt haben.
Ich glaube wenn Du den Anlass dafür weißt, könntest Du viel an Deiner Situation ändern. Du könntest ihnen zeigen, dass Du es mittlerweile alleine schaffen würdest.

30.07.2022 10:54 • x 3 #17


Subversiv

18
1
8
Ich war von 2012 bis 2018 im Heim. Dort wurde mir der gesetzl. Betreuer Beigestellt.. 2014. Ich wollte den nicht. Ich wollte auch die Putzhilfe nicht. Aber die muss kommen. Der herrscht wie ein Baron über mein eigenes Leben der Betreuer und verwaltet es.

30.07.2022 10:56 • #18


Subversiv

18
1
8
Die behaupten ich sei geistig und körperlich eingeschränkt. Die Tablette schränkt mich mehr ein als die Krankheit.

30.07.2022 10:59 • #19


Avatar

Kate

11346
15
19675
Das klingt tatsächlich schwierig. Ich glaube fast, aus der Nummer kommst Du so schnell nicht wieder raus. Du könntest aber jeden Tag versuchen denen zu beweisen dass du sozusagen Fortschritte in Richtung Selbstständigkeit machst.

Hast Du schon mal das Gespräch mit dem Betreuer gesucht, wie er sich Dein zukünftiges Leben vorstellt? Wo Du vielleicht was anders oder besser machen könntest? Was Du tun müsstest, um immer mehr selbstständig leben zu "dürfen"?

30.07.2022 11:00 • x 2 #20


Avatar

Kate

11346
15
19675
Zitat von Subversiv:
Die behaupten ich sei geistig und körperlich eingeschränkt. Die Tablette schränkt mich mehr ein als die Krankheit.

Welche Krankheit attestieren sie Dir denn?

30.07.2022 11:00 • x 1 #21


Subversiv

18
1
8
Shprintzen Syndrom eine erblich genetische Krankheit von der ich nichts merke

30.07.2022 11:06 • #22


Avatar

Kate

11346
15
19675
Hast Du Dich mal informiert, wie andere mit dieser Krankheit leben? Vielleicht bist Du ja sogar noch die positive Ausnahme und Dir gehts im Vergleich noch relativ gut.

30.07.2022 11:20 • x 1 #23


Tealight

925
3
417
Zitat von Subversiv:
Shprintzen Syndrom eine erblich genetische Krankheit von der ich nichts merke

Da du selbst nichts davon merkst, ...
Überlege Dir Schritte,wie du dagegen angehen kannst....

Dafür wirst du einen Arzt brauchen ...
Such dir einen, der ein Gegengutachten erstellt

30.07.2022 11:20 • #24


Avatar

Kate

11346
15
19675
Zitat von Tealight:
Da du selbst nichts davon merkst, ...
Überlege Dir Schritte,wie du dagegen angehen kannst....

oh man Teelicht! Vielleicht wäre Dein erster Schritt mal zu googeln was das überhaupt ist!
Kleiner Tipp am Rande, gegen eine genetische Behinderung kann man nicht vorgehen, da kannst Du zu 100 Ärzten rennen!

30.07.2022 11:23 • #25


Subversiv

18
1
8
Ich fühl mich aber nicht behindert. Ich fühle mich wie ein normaler Mann Anfang 30.

30.07.2022 11:30 • x 1 #26


Avatar

Kate

11346
15
19675
Zitat von Subversiv:
Ich fühl mich aber nicht behindert. Ich fühle mich wie ein normaler Mann Anfang 30.

Du kennst es wahrscheinlich auch nicht anders.
Ein Mensch im Rollstuhl kennt sich auch nur so und fühlt sich normal. Mein Sohn ist Autist, auch er fühlt sich "normal".
Dieses Syndrom ist unglaublich selten, das wird sicherlich kein Versehen gewesen sein als man Dir das diagnostizierte?

Hattest Du darüber mal mit Deinem Betreuer gesprochen?

30.07.2022 11:33 • x 1 #27


Subversiv

18
1
8
Zitat von Kate:
Du kennst es wahrscheinlich auch nicht anders. Ein Mensch im Rollstuhl kennt sich auch nur so und fühlt sich normal. Mein Sohn ist Autist, auch er ...

Der sagt ich könne nicht mehr als 3 Stunden arbeiten am Tag. Ich würde aber gerne was richtiges arbeiten und nicht in der Behinderten Werkstatt.

30.07.2022 11:34 • #28


Avatar

Kate

11346
15
19675
Zitat von Tealight:
Was du alles weißt ooh mannnn Kate

Ja oder. Das nennt sich gesunden Menschenverstand

30.07.2022 11:34 • x 1 #29



Hallo Subversiv,

x 4#30


Avatar

Kate

11346
15
19675
Zitat von Subversiv:
Der sagt ich könne nicht mehr als 3 Stunden arbeiten am Tag. Ich würde aber gerne was richtiges arbeiten und nicht in der Behinderten Werkstatt. ...

Die Inklusion auf unserem Arbeitsmarkt ist leider sehr schwach. Das ist eine Tatsache die ganz viele Menschen mit Einschränkungen betrifft. Da muss in der Gesellschaft ein Umdenken stattfinden was aber noch Jahrzehnte dauern wird.

Vielleicht erstmal ein Minijob? Oder was ehrenamtliches? Da könntest Du Dich ausprobieren.

30.07.2022 11:36 • x 2 #30

Weiterlesen »




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag