6

Seit mehreren Jahren depressiv - was hilft mir?

Dusk

2
1
3
Moin,

Seit 2018 gehts bei mir nurnoch bergab, kurz nachdem ich meine Ausbildung abgeschlossen habe und meinen ersten Job annahm.
Diesen hab ich knapp 4 Wochen, wahrgenommen, danach hatte ich mich Krankschreiben lassen, nach rücksprache mit einer Psychologin die mir eine Depression bescheinigt hat, bis Heute.

Das ganze hat noch einer Vorgeschichte, das is aber viel zu lang hierführ.
Zwischenzeitlich bin ich aus der ehmaligen Wohnung geflogen, war kurze zeit Obdachlos, im Wohnungslosenheim, auch in Reha von der DRV, ALG1 und jetzt Hartz 4.

Ich habe es nicht hinbekommen, mich da wieder raus zu holen, meistens bin ich Depressiv, hab negative gedanken und somit keinerlei motivation, dazu kommt noch das ich stress mit den Nachbarn habe, er meine Schlaf aktiv stört.

Aktuell bin ich noch bei einer Psychologin, alle paar Monate, wenn ich mich da mal hinschleifen kann, eigentlich war die Stationäre aufnahme geplant, allerdings wg. Corona wurde das abgelehnt, danach war ich ein paar Monate wieder abwesend, sodass das dann wieder ins Wasser gefallen ist.

Mittlerweile ist das knapp 10 Monate her, fast 5 Jahre.
Ich habe das interesse, mich hier raus zu holen, allerdings bekomme ich das so nicht hin, die Umgebung is sch. auf gut deutsch, mein Schlaf is gestört, ich bin demotiviert bis zum geht nicht mehr, es klappt so nicht.

Jemand ein vorschlag?
Am liebsten würde ich einfach hier weg und das hinter mir lassen, das kann ich aber nicht, bzw hab dafür keine mittel.

Grüße

23.09.2022 06:37 • x 3 #1


Avatar

Greta

906
20
1309
Hallo @Dusk
herzlich Willkommen hier im Forum.
Dich hier anzumelden und deine Situation zu schildern, ist doch schon mal ein Schritt in eine gute Richtung
Nur den wenigsten gelingt es, sich selbst wieder aus dem Depressions-Sumpf zu ziehen.
Es ist also gut und richtig, dass du dir Unterstützung suchst.

Du schreibst, dass du zwar bei einer Psychologin bist, es aber nicht schaffst, regelmäßige Termine wahrzunehmen.
Deshalb glaube ich, dass tatsächlich erstmal ein stationärer Aufenthalt für dich hilfreich wäre.
Es gibt sogenannte Akut-Kliniken, die ohne Wartezeiten direkt aufnehmen. Auch in Corona-Zeiten. Dafür reicht eine Einweisung deines Arztes aus.
Eine Akut-Klinik ist im Prinizip ein Krankenhaus für psychische Erkrankungen.
Dort wirst du erstmal gründlich untersucht und evtl. medikamentös eingestellt.
Dann wird ein Therapieplan erstellt.
Es gibt Einzel- und Gruppengespräche mit einem Psychologen, Sport- und Ergotherapie, aber auch diverse Freizeitangebote.
Klingt erstmal viel, wenn man gerade so gar nicht kann und gerade zu Anfang wird es sicher manchmal schwierig sein.
Aber es ist immer jemand da, der dich unterstützt und du wirst zu nichts gezwungen.
Ziel ist es, dich wieder so weit zu stabilisieren, dass du anschließend mit einer ambulanten Behandlung weitermachen kannst.

Also...
... erster Schritt war, dich hier im Forum anzumelden
... zweiter Schritt: deine Situation zu schildern
.... dritter Schritt: Termin beim Hausarzt holen. Das schaffst du! Es ist nur ein Anruf!
Und dann Step-by-Step.

Liebe Grüße
Greta

23.09.2022 09:59 • x 2 #2



Hallo Dusk,

Seit mehreren Jahren depressiv - was hilft mir?

x 3#3


anir

43
1
28
@Dusk
Guten Morgen Dusk.
Wenn du bereit bist dir Hilfe zu holen ist das der Angang von vielem was folgen wird. Super.
Zur Erst-Hilfe und Orientierung ,ist der Klinikaufendhalt eine gute Möglichkeit.
Alles weitere wird folgen.
Die Menschen, die du da triffst, haben ähnliches zu bearbeiten.
Schon allein die Tatsache, daß du nicht alleine damit bist, gibt ein wenig Erleichterung, Oder?
Seit 5 Jahren, das ist eine Lange Zeit, die du da hinter dir hast.
Ich wünsche dir alles Gute und das du das Ganze wirklich bald hinter dir lassen und daran arbeiten
kannst, wie und womit es dir leichter geht.

25.09.2022 06:18 • #3


Bassmann72

56
51
Hallo Dusk,

ich kann mich den Vorschreiberinnen nur anschließen, du hast schon einen guten und wichtigen Schritt geschafft. In einer Klinik wird dir geholfen und du bist wirklich nicht allein. Die Dinge, die du da tun sollst - nicht musst -, helfen dir in aller Regel. Es wird auch hier und da anstrengend werden, aber das bringt unsere Krankheit - ja, es ist eine Krankheit! - nun mal mit sich. Problemen auf den Grund zu gehen, ist Arbeit. Aber dort wirst du gestützt, behutsam geleitet und aufgefangen, wenn nötig.

Noch eine Kleinigkeit: Möglicherweise bist du bei einer Psychiaterin, also Ärztin, die eben nur alle paar Wochen oder gar Monate einen Termin hat. Da bin ich auch bei jemandem. Du solltest dich unbedingt nach einer Psychotherapie umsehen, also einer Psychologin/Psychotherapeutin, die du wöchentlich siehst. Da können dir die Leute in einer Klinik auch weiterhelfen, zumindest mit Anlaufstellen/Kontakten, wo du nachfragen bzw. dich informieren kannst. Das schaffst du dann auch, wenn du eine Zeit in der Klinik verbracht hast.

In diesem Sinne, du bist dabei, den richtigen Weg einzuschlagen.

25.09.2022 11:34 • x 1 #4


Dusk

2
1
3
Danke für eure Antworten.

Ende 2021 hatte ich ein Tiefpunkt, wo die Psychologin mir angeboten hatte, direkt mich einweisen zu lassen am selben Tag. Allerdings hatte ich das zu diesen Zeitpunkt abgewiesen, darauf hatten wir uns auf eine Ambulante einweisung geinigt, die ist aber wie folgt ins Wasser gefallen wg. Corona.

Das is sicherlich eine gute idee, ich sehe daber grade nicht den sinn, langfristig.
Bei der Reha hat es was kurzfristig gebracht, danach ging es halt wieder runter.

Es is jedesmal die Wohnsituation, sprich Ambulant würde das aktuell auch garnicht helfen, macht keinen sinn da 4-7 Std zu sein und kaum schlafen zu können, das wird nicht laufen.

2018 gabs stress mit den Nachbar, aufgrund der Klo spühlung, sodass ich kaum geschlafen habe.
Das hat die Depression unterstützt, 2019 habe ich die Wohnung verloren, war ich kurz wohnungslos.

2019 bin ich dann im Übergangshaus gelandet, zum glück, da war die Wohnsituation besser, aber teilweise auch schei..

2020 die erste eigene Wohnung, denkst so, ja jetzt wirds gut, nein.
Direkt 1 Nacht, ohne den Nachbarn zu kennen, getrampel, 2 std wach um 4 uhr morgens.

Das geht jetzt mit den selben Vogel 2 Jahre, eskalierte inwzischen so richtig, Hausverwaltung hat nich so wirklich bock, ausser drohnung zu schicken, weil ich eben mir gesagt habe, naja wenn ihr da nichts macht dann kürzen wir halt die Miete. Gemacht getan, auf 200Euro Verklagt worden, bin ich aber nicht hingegangen, war depressiv, hatte es nichmal hinbekommen mir da ein Anwalt zu holen, hab dann halt verloren und jetzt droht man mir halt mit der Fristlosen Kündigung.

Währendessen, macht der Nachbar weiter, hab ehrlich kein Bock mehr.
Da kannst du x dinge machen, die Leute in der Klinik können da nicht helfen.

Anwalt habe ich halt auch angefragt, is halt mau, beste idee wäre umziehen aber da ich ja auf die Idee gekommen bin mir ein Dispo einzurichten zu lassen, geht das auch nicht, Schufa is halt schwarz.

Leider kann mir aus der Familie keiner helfen, da scheidung usw.

29.09.2022 13:58 • #5


Bassmann72

56
51
Hallo @Dusk ,

ich denke schon, dass dir eine Psychotherapie und evt. eine Klinik langfristig helfen kann. Du wirst sicherlich nicht nach ein paar Wochen nach Hause kommen und geheilt sein (wenn doch, umso besser!). Das mit der Wohnung kann man in der Klinik sicherlich nicht lösen, aber es gibt oft auch Sozialberater*innen dort, die dich da gut beraten können.

Apropos Wohnung, das ist natürlich großer Mist. Ich habe das, in abgeschwächter Form, auch. Die Wände in meiner Wohnung sind sehr dünn und man hört von oben, unten jeden verdammten Schritt. Wenn man dann noch Spacken da wohnen hat, kann das echt schlimm werden, das glaube ich dir aufs Wort.
Du solltest unbedingt zum örtlichen Mieterverein gehen. Sie haben normalerweise auch reduzierte Tarife. Sie können dir genau sagen, was du unternehmen kannst und solltest. Das mit der Lärmbelästigung ist schwierig, ein schmaler Grat. Aber mitten in der Nacht hast du auch ein Recht auf Ruhe. Was natürlich nicht geht, das kann ich als Laie dir schon sagen, ist, die Miete - unangekündigt - zu kürzen. Das muss man auf jeden Fall vorher schriftlich ankündigen (was das Heizen angeht, gibt es da wohl auch neue Regelungen, das spielt aber hier keine Rolle). Ansonsten kann es halt schiefgehen und der Vermieter reagiert dann entsprechend.
Bitte kontaktier schnell einen Mieterverein, die können dir sagen, wie du in dieser speziellen Situation vorgehen kannst, sodass du nicht deine Wohnung verlierst. Das sind alles Jurist*innen dort.
Ich würde im Vorfeld schon mal mit dem Vermieter sprechen - und das schriftlich festhalten! -, dass du wegen der einbehaltenen 200 EUR (richtig?) sozusagen verhandlungsbereit bist. (Dennoch kannst du weiterhin gegen diese nächtliche Lärmbelästigung angehen, nach Rat des Mietervereins.)
Übrigens, ich laufe oft mit geräuschunterdrückenden Kopfhörern (und Musik oder Wasserrauschen) durch die Wohnung, im Moment gerade auch, nachts trage ich seit Jahren Ohrstöpsel. Sonst könnte ich gar nicht schlafen. Das ist echt ätzend und kann einen wahnsinnig machen!

Jedenfalls, wenn das dann in die richtigen Bahnen geleitet ist, kannst du dich weiter um deine Gesundheit kümmern.

Ich wünsche dir viel Glück dabei!

29.09.2022 15:57 • #6


ElifAycan

2
Hallo ihr Lieben, ich schreibe momentan ein Buch darüber, wie man aus der Depression herauskommt. Ich habe gesehen wie viele von euch hier fleißig schreiben und meine Frage wäre ob jemand interessiert ist das Buch mitzuschreiben. Das heißt einfach Erfahrungen teilen und mögliche Ansätze geben, die anderen Menschen in ähnlicher Situation helfen können. Ich würde mich echt freuen, wenn wir was gemeinsam auf die Beine stellen!
Liebe Grüße, Aycan

Vor 18 Minuten • #7

Pfeil rechts