Zitat von Rena:Hallo Caspara,
danke für deine Antwort und dein Interesse an meinem Problem. Unsere Tochter ist in der psychosomatischen Abteilung einer Klinik. Sie hat eine Therapeutin, aber die ist seit gut einer Woche krank. Auch Medikamente (Antidepressiva und Promethazin) bekommt sie.
Bis hierhin finde ich das sehr gut!
Zitat:Mitarbeiten möchte sie und bemüht sich sicher auch darum, aber ich könnte mir vorstellen, dass sie dennoch nicht an den Punkt kommt, sich zu öffnen, weil sie ein Mensch ist, der sich eher in Richtung "unter Druck setzen, um alles richtig zu machen" und Mißtrauen "bestimmt liegt es am Medikament, wenn's mir schlechter geht",.... davon selber abhält "sich fallenzulassen" und zu öffnen.
Vielleicht ist es das sich-nicht-öffnen-können, was das Problem ist. Leider kann man an einem Problem nur dann arbeiten, wenn man emotional und mit den Gedanken genau dort ist. Mir hat mal ein Patient, seines Zeichens Automechaniker als Erwiderung auf genau diese Erklärung gesagt: "Ja, das ist ja wie bei mir. Wenn mir ein Kund sagt, das Auto mache seltsame Geräusche aus dem Motorraum und sich dann weigert, die Haube zu öffnen, dann stehe ich auch dumm da." Das bringt es irgendwie auf den Punkt.
Zitat:Dadurch kommt es natürlich nie wirklich zu einer Entspannung. Sie kontrolliert sehr stark und das könnte auch ein Grund sein, warum es ihr schlechter statt besser geht, den Kontrolle behalten zu wollen ist anstrengend und Kontrolle aufzugeben ist angsteinflößend.
Genau darum geht es - sie kann im Moment die Kontrolle nicht abgeben. Aber das wäre sehr wichtig. Vielleicht hiflt es ihr, wenn ihr klar wird, dass während der Therapie sie immer die Kontrolle behalten wird. Es sollte nie etwas gemacht werden, was sie nicht will. Sie sollte immer STOP sagen können.
Zitat:Es ist wirklich sau schwer zuzugucken und nichts tun zu können, denn selbst, wenn ich wüßte, was richtig ist, geht doch jeder Mensch seinen eigenen Weg und das muss auch so sein! Aber ich habe an mir selber die Symptomatik fast 40 Jahre erlebt und nun das Gleiche an unserer Tochter (was noch schlimmer ist), ich wünschte einfach oft, das Leben würde einmal "Licht am Ende des Tunnels" zeigen.
Lieber Gruß, Rena
Ich drück dich mal! Als Mutter so hilflos daneben stehen zu müssen, ist sicher sehr schlimm. Aber letztendlich siehst du es schon richtig. Deine Tochter muss ihren eigenen Weg finden. Dabei wird der Klinikaufenthalt letztendlich schon helfen - auch wenn es jetzt erstmal alles sichtbarer (für sie und dich damit schlimmer) wird. Aber eigentlich ist das eine gute Chance, genau DA einhaken zu können.
Ich wünsch euch alles Gute,