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Gehöre nirgends dazu

Ylvi13
Hallo Juju,
irgendwie empfinde ich das was du schreibst widersprüchlich, das kann aber auch an mir liegen, ich bin sehr müde und dann ist denken schwierig.
Kannst du dir die Fragen beantworten : Was möchte ich? , Was ist mir wichtig ?, Wie möchte ich leben, was gehört für mich dazu?, Kann ich das, was mir nicht gut tut, ändern?
Ich glaube, wenn man das kann und hinbekommt, kann man sich wohlfühlen so wie es ist.
Ich glaube auch, es gibt Menschen, die sind sich selbst genug und es gibt Menschen, da ist es anders, die können nicht nur mit sich selbst sein. Das muss man rausfinden und versuchen dem gerecht zu werden.
Hilft dir das irgendwie ?
Viele Grüsse

10.08.2019 20:21 • x 3 #46


Juju
Zitat von Ylvi13:
Hallo Juju,
irgendwie empfinde ich das was du schreibst widersprüchlich, das kann aber auch an mir liegen, ich bin sehr müde und dann ist denken schwierig.
Kannst du dir die Fragen beantworten : Was möchte ich? , Was ist mir wichtig ?, Wie möchte ich leben, was gehört für mich dazu?, Kann ich das, was mir nicht gut tut, ändern?
Ich glaube, wenn man das kann und hinbekommt, kann man sich wohlfühlen so wie es ist.
Ich glaube auch, es gibt Menschen, die sind sich selbst genug und es gibt Menschen, da ist es anders, die können nicht nur mit sich selbst sein. Das muss man rausfinden und versuchen dem gerecht zu werden.
Hilft dir das irgendwie ?
Viele Grüsse



Was genau empfindest Du denn als Widerspruch?

Danke für Deine Antwort.
Allein für Dein Interesse bin ich schon dankbar.

11.08.2019 18:08 • #47


Alexandra2
Liebe Juju,
Das was Du durchmachst, kenne ich auch, mal mehr mal weniger. Dahinter steckt mein Verlorensein in der Welt, die fehlende Zugehörigkeit. Ich bekam die Aufgabe, 2x wöchentlich Kontakte zu pflegen, anrufen, kurz vorbei gucken etc. Anfangs war das sehr künstlich, aber nach und nach stellte sich ein Rückgang der quälenden Einsamkeit ein und das Alleinsein wurde stellenweise wohltuend. Ich wurde ruhiger. Dieser Prozess dauerte ca 3 Monate, als es spürbar besser wurde.
Ich kann Dich nur ermutigen, das mal auszuprobieren.
Und ich umarme Dich, wenn Du magst, daß ist Quälerei, was Du erlebst. Da tut es vielleicht gut, zu wissen, daß es anderen auch so gehen kann.
Liebe Grüße Alexandra

11.08.2019 19:04 • x 2 #48


Juju
Zitat von Alexandra2:
Liebe Juju,
Das was Du durchmachst, kenne ich auch, mal mehr mal weniger. Dahinter steckt mein Verlorensein in der Welt, die fehlende Zugehörigkeit. Ich bekam die Aufgabe, 2x wöchentlich Kontakte zu pflegen, anrufen, kurz vorbei gucken etc. Anfangs war das sehr künstlich, aber nach und nach stellte sich ein Rückgang der quälenden Einsamkeit ein und das Alleinsein wurde stellenweise wohltuend. Ich wurde ruhiger. Dieser Prozess dauerte ca 3 Monate, als es spürbar besser wurde.
Ich kann Dich nur ermutigen, das mal auszuprobieren.
Und ich umarme Dich, wenn Du magst, daß ist Quälerei, was Du erlebst. Da tut es vielleicht gut, zu wissen, daß es anderen auch so gehen kann.
Liebe Grüße Alexandra


Du wirst lachen. ich habe viele Kontakte, Bekanntschaften und auch Freunde.
Ich kann jeden Tag frei wählen. aber dennoch werde ich ja nicht von denjenigen gebraucht, oder geliebt und ich gehöre auch nicht dazu.
Es mangelt mir nicht an Kontakten oder Möglichkeiten. es mangelt mir an dem Gefühl für etwas oder für jemanden unentbehrlich zu sein.

11.08.2019 19:48 • x 2 #49


Alexandra2
Also ist Zugehörigkeit kein Problem?
Wie wäre es mit einem Ehrenamt? In Schulen, Pflegeheimen, Tierheimen wärest Du willkommen und bald unentbehrlich.
Eine Partnerschaft kann sich überall einstellen. Ich hoffe auch, dass Dir die Liebe in den Schoß fällt.
Liebe Grüße Alexandra

11.08.2019 20:04 • x 3 #50


Ylvi13
Hallo Juju,
ich hoffe, ich quatsche mich jetzt nicht um Kopf und Kragen, wenn ich versuche die Widersprüchlichkeiten zu erklären, die ich empfinde.
Auf der einen Seite möchtest du das Gefühl haben, dir selbst genug zu sein. Auf der anderen setzt du dich unter Druck, hättest du mal besser, wärst du nur. Für mein Verständnis muss man sich annehmen, so wie man ist, wenn man sich selbst genug sein will, ohne wenn und aber. Und sich selbst genug sein, das stellt sich nicht von allein ein, das muss man sich erarbeiten, so blöd das klingt. Bei mir war das zumindest so.

Du hast keinen mit dem du in Urlaub fahren kannst, keine Kinder, keine Eltern mehr, keinen Partner. Deine Geschwister haben Partner und Kinder ,du hast nichts davon und eigentlich willst du auch gar nichts davon. Dann ist es doch ok so wie es ist, aber du schreibst du hättest es einfach nur gerne, dass du dich wohlfühlst, so wie es ist. Vielleicht ist es doch so, dass dich ein Lebensmodell ohne Kinder und Partner nicht glücklich macht. Ichglaube nicht, dass man sich mit etwas wohlfühlen kann, wenn es nicht zu einem passt.
Du schreibst auch , dass du Kontakte hast, Bekanntschaften und auch Freunde. Und da habe ich eine ganz andere Sicht auf die Dinge. Wenn es sich um echte Freunde handelt gehört man dazu, zum Freundeskreis und manchmal.geht das ja auch in die Familien rein, auch da gehört man als Freundin der Tochter oder Sohnes dazu. Und ich denke, man kan sich von Freunden durchaus geliebt fühlen und man braucht sich auch gegenseitig, das sind doch Punkte, die u.a. eine echte Freundschaft ausmachen.
Oder liege ich mit meinen Ansichten völlig daneben?

11.08.2019 21:40 • x 3 #51


Juju
Guten Morgen, Ihr Lieben.

Ich weiß nicht woher diese tiefe Sehnsucht in mir kommt.
Ein Ehrenamt oder sonstiges anzunehmen, würde mich evtl. wieder in eine Verpflichtung bringen. Schande über mein Haupt, das möchte ich auch nicht mehr.
Habe mein Leben bis 41 in ständiger Verpflichtung verbracht. Ich habe Angst davor wieder überfordert zu sein.

Vielleicht werde ich geliebt und spüre es nur nicht.
Vielleicht gehöre ich wo dazu und merke es einfach nicht.

Aber warum quälen mich diese Gedanken.
Danke für Eure Antworten.

Im Grunde möchte ich mich tatsächlich mit dem aktuellen "ist"- Zustand wohlfühlen. keine Familie, keine Kinder, keinen Partner.
Davon geht ja Die Welt nicht unter.
Ich kann mich wohl nicht so annehmen. aber wie kann man sich annehmen?

12.08.2019 05:41 • x 2 #52


Alexandra2
Liebe Juju,
Ich glaube, man kann sich nur annehmen, wenn man sich wirklich kennt. Und ein Großteil dessen, scheint die Achtsamkeit zu bringen. Dein Inneres sagt Dir, was Dir gut tut und was nicht. Wenn Du dem konsequent folgen kannst, müsste es Dir besser gehen?
In einer schweren Phase der Depression ist das sicher nicht möglich.
Mein Freundeskreis sortiert sich immer wieder um. Ich habe die Erfahrung gemacht, wie wichtig und auch unwichtig ich den Freunden bin. Und da gerate ich in Panik, typisch Alex, etwas falsch gemacht zu haben und muss mich beruhigen, wodurch ich lerne, meine Ängste vor Zurückweisung zu dämpfen und mich damit anzunehmen. Es fällt mir unglaublich schwer, muss aber sein; diese Angst ausgeschlossen zu sein entspricht ja auch der Realität.
Freunde, denen ich unwichtig bin, die sich von alleine nicht melden, versuche ich in Ruhe zu lassen, wenn ich nicht an sie rankomme.
Dadurch mache ich die Erfahrung, es tut nicht gut, mit dem Gefühl der dauernden Kränkung zu leben, nehme mich ernst und nehme mich an. Ich akzeptiere, eine große Wunde zu haben, die durch das bestreuen mit Salz nicht heilen kann. Dafür können die Freunde nichts, ich aber auch nicht.
Folge Deinem Herzen, probiere aus, was Dich glücklich macht und lausche in Dich.
Liebe Grüße Alexandra

12.08.2019 06:42 • x 4 #53


Ylvi13
Hallo Juju,
ich glaube, sich anzunehmen passiert nicht in einem Ruck und ganz individuell. Dem, was Alexandra geschrieben hat , möchte ich mich anschliessen.
Vielleicht quälen dich deine Gedanken, weil du eine " Suchende " bist. Ich habe lange Zeit das Gefühl gehabt, ich bin nicht vollständig, bin nicht angekommen, es war ein ganz komischen Gefühl irgendwie unruhig, da ist doch noch was, lauernd auch, na so irgenwie halt. Es hört sich so bekloppt an, die Depression hat mich irgendwie geerdet, ich bin mehr bei mir angekommen, ich höre was ylvi mir zu sagen hat. Ich kann auch sagen, ich folge meinem Bauchgefühl. Achtsamkeit, Selbstliebe darüber lese ich hier im Forum, ich glaube nicht, dass das in meinem Bewusstsein war.
Und irgendwie suche ich immer noch ein bisschen, aber mein Leben ist ja auch nicht vorbei.
Wenn dein Ist-Zustand das ist , was du möchtest, dann gibt es nichts was dich davon abhalten sollte dich wohlzufühlen. Richte dir dein Leben nach deinen Vorstellungen ein, mach so wie du möchtest, hauptsache es geht dir gut damit . Freu dich, dass es dich gibt, du meisterst dein Leben, sei stolz auf dich. Was andere haben oder sagen ist ihr Ding und nicht deins. So abgedroschen wie das klingt, aber - leben und leben lassen.
Und noch ein letzter Gedanke ( für den Moment ): ' sich dazu gehörig fühlen' ' sich gebraucht fühlen' und ' sich geliebt fühlen' das hat soviele Facetten, hör mal in dich rein. Auch ohne Verplichtungen wird man gebraucht geliebt, gehört dazu. Meinst du nicht, wenn du von einer Freundin gefragt wirst, ob du Zeit hast sie muss mal reden, dass das dazu gehören und gebraucht werden bedeutet?
Kopf hoch !
Liebe Grüsse

12.08.2019 08:39 • x 3 #54


Juju
Eine Suchende trifft es ganz gut.
Zumindest habe ich mich sofort angesprochen gefühlt.
Vielleicht distanziert man sich auch wegen meiner Angstzustände von mir. Vielleicht kann oder will auch der ein oder andere damit nicht konfrontiert werden.
Ich will nicht alles haben, was andere haben. ich will nur einfach nicht mehr diese Gefühle haben, als sei etwas mit mir nicht in Ordnung weil ich es nicht habe.
Versteht Ihr das ?
Wie ich es meine?

12.08.2019 16:19 • x 3 #55


Jedi
Hallo Juju !

Zitat von Juju:
ich will nur einfach nicht mehr diese Gefühle haben, als sei etwas mit mir nicht in Ordnung weil ich es nicht habe.


Zitat von Juju:
Versteht Ihr das ?

Kann ich durchaus gut verstehen !
Du weiß bestimmt, dass unsere Gedanken unsere Gefühle u. Emotion maßgeblich beeiflussen !
So komme ich zu der Frage, "Was erzählen Dir deine Gedanken darüber, dass Du nicht Inordnung bist ?

Du kannst gerne, hier mal die Gedanken aufschreiben (Wenn Du magst) oder beantworte u. schreibe sie dir zu Hause einmal auf.
Oft kommt man so seinen Gefühlen, seinem Denken, man sei ncht Inordnung u. dem, wonach man sucht
(Du hattest geschrieben,"Eine Suchende trifft es ganz gut") auf die Schliche.

Probier es einmal !

LG Jedi

12.08.2019 17:19 • x 3 #56


Alexandra2
Ich verstehe es so, daß ich die Leichtigkeit, die Unbekümmertheit nicht habe. Ich fühle mich beäugt im positiven Sinne. Auch wenn es gut gemeint ist, es zeigt mir wieder und wieder anders zu sein und das grenzt mich aus. Und ich will nicht überall über meine Krankheiten stolpern. Meinst Du das?

12.08.2019 17:20 • x 2 #57


Ylvi13
Ich verstehe, was und wie du es meinst. Wir kennen uns nicht, aber so, wie und was du hier schreibst, ist mit dir alles in Ordnung. Wenn ich von der anderen Seite schaue, dann kann ich mich auch fragen, was mit den anderen nicht stimmt, die haben Familie , Kinder und einen Partner. Nimm mal mich, ich habe einen Mann, ein Kind, vier Kater und mit mir ist alles in Ordnung. Ich habe mich entschieden, dass ich so leben möchte. Vor ca. 20 Jahren habe ich als Single gelebt, einen Partner wollte ich nicht und ein Kind schon gar nicht. Da habe ich mich auch ganz bewusst zu entschieden Ja klar kam hier und da mal ne blöde Bemerkung, vorzugsweise zur tickenden biologischen Uhr. Innerlich habe ich in riesigen Kreisen mit den Augen gerollt, gesagt habe ich sowas wie ' Das ist kein Thema für mich ' und damit war ich durch. Für mich trifft der Satz zu : Alles hat seine Zeit.
Versuch erstmal, mit dir zu klären, das mit dir alles in Ordnung ist, ohne Mann, Kinder. Und dann schau weiter.
Vielleicht verabschiedest du dich von einigen oder allen bisherigen Gedanken in dieser Richtung. Du bist, wie du bist und nur du entscheidest, was für dich richtig ist , das ist dein Massstab.
Vielleicht würde es dir gut tun, wenn du das Thema Angstzustände direkt mal ansprichst, also bei den Leuten, die für diese Unsicherheit bei dir sorgen. Alexandra hatte dazu ja auch was geschrieben. Ich glaube, jeder, auch ein Suchender, braucht etwas stabiles im Leben, sowas wie ein Gerüst, das Halt gibt. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass man sich das aufbauen muss. In der Beziehung empfinde ich mich als Komplettversager.

12.08.2019 17:48 • x 3 #58


Juju
Ich bin so froh.
@Jedi
@Ylvi13
@Alexandra2
für Eure Hilfestellung.
Muss mir das Morgen alles nochmal durchlesen.
Ihr seid lieb und ich fühle mich gut mit Euren Kommentaren.

Ich glaube ein großes Thema bei mir ist die Selbstfindung. Annahme meiner selbst.

12.08.2019 20:08 • x 3 #59


Juju
Ich glaube, ich sollte einfach anders denken, oder gar nicht denken .

13.08.2019 16:50 • x 1 #60