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Frau schaut fast nur noch TV und will nicht zu Ärzten

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Meine LG liegt seit ca. 10 Jahren Jahren fast nur noch auf dem 2er-Sofa (!) und will zu keinem Arzt gehen. Ab und zu macht sie Essen. Sie wäscht sich kaum noch und trägt ihre Kleidung / Schuhe bis die sich auflösen. Sie qualmt ca. 50 filterlose Ziggies, trinkt abends ca. 1 Liter Wein - meistens zusammen mit Paracetamol-Tabletten.
Ihre Zähne sind nur noch fragmentarisch erhalten. Aus Scham vermeidet sie wohl auch jeglichen Kontakt, so dass niemand mehr ins Haus kommt. Telefonate nimmt sie nicht entgegen - nicht mal von ihrer einzigen Freundin aus vergangenen Zeiten.
Ihre einzige Liebe gilt unserer Katze. *beep* werden auf dem Balkon mit Haferflocken gefüttert, Mäuse damit auch. Die darf ich aber nicht bekämpfen ohne unendlichen Stress. Die Mäuse sollen lebend in den Garten gebracht werden. Dass die dann wieder ins Haus kommen, wird ausgeblendet.
Ich weiß nicht, wie lange ich das noch ertragen kann.

Mache ich mich möglicherweise schuldig, wenn ich ihr ihren Willen lasse und z.B. keinen Arzt ins Haus hole, der sich das ganze Drama anschaut? Unterlassene Hilfeleistung? Ihre Zig. holt sie sich immerhin noch selbst von der benachbarten Tankstelle. Was. wenn sie z.B. im Suff die Treppe runter fällt? Komme ich dann womöglich in Verdacht, sie hinunter geschubst zu haben?

Das alles belastet mich sehr. Ich komme hier auch nicht raus, weil wir das Haus gemeinsam gekauft hatten und ein gemeinsames Konto haben.

11.11.2019 22:09 • x 4 #1


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mutmacher

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Oh, das hört sich schlimm an- echt!
Gab es vor diesen 10 Jahren ein bestimmtes Ereignis, das Deine LG schwer getroffen hat oder was war ausschlaggebend für ihre Veränderung ? Wie war ihr Leben damals und wie alt ist sie ? Hast Du keinen rechten Zugang mehr zu ihr, wie sieht Eure Kommunikation aus ? Ich versuche mir das Szenario vorzustellen - gelingt mir nicht.
Ich würde an Deiner Stelle einen Sozialpsychiatrischen Dienst aufsuchen und die Situation schildern. Auf jeden Fall braucht ihr beide dringend Hilfe.

12.11.2019 00:50 • x 1 #2


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maya60

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Hallo Sofa, ich schließe mich mutmacher an, der Sozialpsychiatrische Dienst ist eine gute Anlaufstelle. Es gibt gar nicht mal wenige Menschen, die so leben wie deine Frau, traurigerweise, und in ihren eigenen 4 Wänden verwahrlosen. Alk., Zig., TV und sonst nichts. Und sie sind aber noch klar genug, dass ihnen das auch niemand untersagen kann. 1 Liter Wein täglich halten auch viele Leute für völlig normal, aber das ist auch schon Abhängigkeit und viel zuviel.

Es können gut Depressionen dahinter stecken oder daraus entstanden sein, aber Depressionen sind kein Freibrief dafür, sich einfach ganz aufzugeben und das einem Partner zuzumuten.
Ich bin selber depressiv und weiß, wie schwer normalste Alltagsverrichtungen fallen, aber der Arztbesuch und Behandlung der Depression sind Pflicht, ist meine Meinung.

Aber wovon finanziert deine LG das, wenn ich fragen darf? Wovon lebt sie?

Wenn du seit 10 Jahren dagegen nicht ankommst, dann kannst du ja auch in deinem eigenen Interesse nicht weiter zusehen. Du kannst sie zu nichts zwingen, aber warum hast du das solange mitgemacht und ausgehalten? Leidest du selber unter Depressionen? Was ist mit Kontotrennung, Hausverkauf und in eigene Wohnung ziehen?

Liebe Grüße! maya

12.11.2019 09:03 • x 2 #3


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@ Maya60 und mutmacher: Ganz herzlichen Dank für Eure Beiträge. Sie zeigen mir, dass das Problem schon mal hier und da vorkommt. Ich denke aber auch, dass es sich hier um ein Extrem handelt. Ich war bereits vor Jahren in psychiatrischer Behandlung aber das war nicht wirklich hilfreich - außer dass ich mir bewusst geworden war, dass ich "zu lieb" bin und Streit scheue. In meiner Kindheit wurde mir das gesunde Selbstbewusstsein durch meine Eltern heraus geprügelt.
Wir hatten unser Haus vor ca. 20 Jahren gemeinsam gekauft - inzwischen bezahlt. Beim Einzug erlitt meine LG eine schwere Gehirnblutung mit Notarzt und Hubschrauberflug in die nächste Uni-Klinik. Dann erfolgreich operiert, dann Reha, dann fast wieder normal. Dann - schleichend - immer mehr Zurückziehung aus dem Alltag.
Ach ja, beide aus dem Schuldienst ausgeschieden. Ich wegen Burnout.
Ich bin auch eher häuslich, was die Problematik unterstützt: Es kommt niemand mehr zu Besuch. Jedes Jahr der Schornsteinfeger.
Hab meiner Tochter schon gesagt, dass sie ab und zu mal anrufen soll, falls wir von Einbrechern gefesselt werden und nicht mehr an die Tür oder ans Telefon kommen können.
Ich bin kurz vor 70 und hatte schon einen leichten Schlaganfall (3 Finger nicht zu bewegen), der aber keine Spuren hinterlassen hat. ABER, verbunden mit stressbedingter Gürtelrose, habe ich Angst vor einem Auszug / Umzug. Der Stress könnte sich negativ auf meine Gesundheit auswirken. Ich sitze also irgendwie in einer selbst gebastelten Falle. Heul

12.11.2019 21:01 • x 2 #4


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Versuche den Sozialpsychiatrischen Dienst zu kontaktieren, ich glaub das ist der beste und schnellste Weg.
Lg Sternchen und Knispel

12.11.2019 21:07 • x 2 #5


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Sternchen, das werde ich wohl machen müssen. Das hatte mir schon meine Tochter angeraten.
Mir graust es aber schon, wenn ich daran denke, dass hier ein/e Mitarbeiter/in des soz. Dienstes an der Haustür klingelt und rein will. Von mir aus gern, aber was wird meine LG sagen? Totaler Stress angesagt? Immerhin ist es ja auch zu 50% ihr Haus.

12.11.2019 21:21 • #6


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111Sternchen222

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Naja dann wenn sie tobt ist dann jedenfalls jemand da vom Dienst, der auch dir beistehen kann. Ich denke es ist besser du warnst die Leute vor, dann sind sie nicht so überrascht wenn deine LG sich nicht im Zaum halten kann.
Lg Sternchen und Knispel

12.11.2019 21:50 • x 1 #7


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Bussi. Schaun wir mal. Ich telefoniere den hiesigen Dienst morgen an, um einen Gesprächstermin zu erhalten.
Bis denn.

12.11.2019 22:04 • #8


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Zitat von 111Sternchen222:
Naja dann wenn sie tobt ist dann jedenfalls jemand da vom Dienst, der auch dir beistehen kann. Ich denke es ist besser du warnst die Leute vor, dann sind sie nicht so überrascht wenn deine LG sich nicht im Zaum halten kann.
Lg Sternchen und Knispel


Sternchen, wer ist Knispel?

12.11.2019 22:06 • #9


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111Sternchen222

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@Sofa Knispel ist meine Angst ich hab ihr einen Namen gegeben um besser mit ihr umgehen zu können

12.11.2019 22:12 • #10


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mutmacher

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aha-- und ich dachte immer, es ist Dein kleiner Sohn/Tochter

12.11.2019 22:33 • #11


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111Sternchen222

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@mutmacher nein , nein! Ich hab zwar einen Sohn aber der heißt nich Knispel Ich kann besser damit umgehen wenn das Grauen einen Namen hat!

12.11.2019 22:49 • #12


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maya60

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Hallo Sofa, an deiner Stelle würde ich für mich selbst psychologische Begleitung in Anspruch nehmen, das bietet der Sozialpsychiatrische Dienst übrigens auch manchmal an. Da geht es um psychologische Begleitung in Alltagssituationen. Denn diese "Falle", die du beschreibst, ist ja keine. Es muss ebenso stressig für die Psyche und damit die stressbedingte Gürtelrose sein, in solchen Verhältnissen zu leben wie du sie beschreibst wie ändernde Lebensentscheidungen zu treffen in langsamen Schritten.
An deiner Stelle, aber auch für deine LG würde ich mal zur Aufarbeitung von allem in eine gerontologische Klinik gehen. Was bei deiner LG das Blutgerinnsel vielleicht sichtbar oder unsichtbar (Trauma) angerichtet hat im Hirn und zu ihrer Veränderung führte, und mit zunehmendem Alter sind Stoffwechselprozesse verändert, was nicht nur wegen der Medikamente wichtig ist, müsste neurologisch abgeklärt werden und psychologisch. Vielleicht bringt dieses Argument deine LG auch dazu, zum Arzt zu gehen, denn eine psychische oder evtl. neurologische Veränderung ist sie ja nicht "schuld", da ist Scham nicht nötig.

Und deine psychische Zwickmühle ist auch zu schwer für dich.

Liebe Grüße! maya

13.11.2019 10:01 • x 1 #13


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Danke, Maya60. Ich hab heute einen Gesprächstermin mit dem Psychosozialen Dienst im Landkreis vereinbart. Nächste Woche.
Schaun wir mal.
Ich fühle mich eigentlich robust im Umgang mit der Depression meiner LG. Natürlich beeinflusst ihr Verhalten meine Gefühlslage - täglich.
Blöd, dass ich so erzogen wurde, dass ich immer lieb sein soll und kein Rückgrat habe. So wurde ich schon immer "über den Tisch gezogen". Demnach haben Reaktionen meiner "Partnerin" stets Erfolg bzw. Auswirkung auf mein Seelenleben: Gegenstände in der Wut herum werfen, Schreierei, miese Laune, Beleidigungen ("Ar..) usw.

14.11.2019 22:20 • #14


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mutmacher

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"immer lieb sein"- "kein Rückgrat"- "Gegenstände in der Wut herum werfen", "Schreierei, miese Laune, Beleidigungen (Ar.usw)"

Grundlage einer Lebensgemeinschaft sieht anders aus, meinst Du nicht auch ? Und das alles wegen einem Haus- wie wär`s denn mit Verkaufen und dann fifty/fifty ?

15.11.2019 11:55 • x 1 #15


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Kann man denn eine Haushälfte verkaufen obwohl der / die andere es nicht will?

15.11.2019 22:03 • #16


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mutmacher

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Bei einer Trennung geht es ja nur auf diesem Weg - dem Verkauf der Immobilie und der hälftigen Teilung.

16.11.2019 02:38 • x 1 #17


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War heute beim Dienst des Landkreises. Dort vermittelt man mehr oder weniger eine weitere Anlaufstelle wie z.B. einen Arzt, einen Psychologen oder so. Voraussetzung ist ein Einverständnis der zu versorgenden Person - es sei denn, die Person ist nicht mehr "Herr ihrer selbst".
Hab dann das Gesprächsangebot der Beratungsstelle meiner LG mitgeteilt. Ergebnis: Sie will keinen Kontakt.
Und nun? Sie ist "Herr ihrer selbst".

21.11.2019 22:09 • #18


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Zitat von mutmacher:
Bei einer Trennung geht es ja nur auf diesem Weg - dem Verkauf der Immobilie und der hälftigen Teilung.


OK, aber was, wenn sie ihre Hälfte nicht verkaufen will?

21.11.2019 22:10 • #19


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mutmacher

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Wer steht im Grundbuch ? Ihr Beide ?

21.11.2019 22:29 • #20


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mutmacher

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@Sofa

Zur Not TEILUNGSVERSTEIGERUNG-- aber dadurch verringert sich in der Regel der Gewinn.

24.11.2019 18:20 • #21


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maya60

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Ich würde mal zur Rechtsauskunft gehen. Warum soll es jetzt anders sein als bei Scheidung oder Erbe, wo, wenn einer das Geld für seinen Hausteil will, der andere ihn entweder auszahlen muss oder das Haus verkauft wird (es sei denn, es sind noch minderjährige Kinder da) ? Man ist doch nicht an Haus und Miteigentümer gekettet.

24.11.2019 18:57 • #22


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Beide hälftig im Grundbuch. Gemeinsames Bankkonto und Versicherungen - eben wie man es partnerschaftlich mal angedacht hatte.
Ich denke inzwischen, dass es für mich besser wäre, wenn ich mich in einen Teil des Hauses zurück ziehe und mich so quasi trenne.
Kleine Kids gibts nicht mehr im Haus. Wir sind so zwischen 60 und 70.

25.11.2019 02:23 • #23


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mutmacher

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Ja, wenn das möglich ist, dass Du Dich zurück ziehen kannst, wäre das doch sehr gut.

25.11.2019 22:55 • #24

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