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Existenzangst und Corona

traurigg

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Hallo,

ich arbeite in einer kleinen Firma, ich weiss nicht ob ich meinen Arbeitsplatz verliere. ab nä. monat haben wir kug.
chef sagt schon es ist kein arbeitsplatz gefährdet. aber ich glaub es nicht. die Krise wird sich lange hinziehen. es wird danach nicht gleich wieder der Umsatz wie vorher sein.

ich lebe allein kann mir miete oder notw. anshaffungen mit niemand teilen!
wenn sowieso soviele Arbeitslose zukommen jetzt, dann finde ich auch keinen Platz mehr. ich sehe mich mit Hartz4! bis ans Lebensende ohne Wohnung, unter der Brücke

ich habe solche Existenzangst! ich kann seit Tagen nichts essen.fühle mich wie gelähmt, sitze am Tisch oder auf Coach und starre in die Leere.

meine mutter ins krankenhaus kam ins KH sie ist über 80 und dement. sie wurde sofort operiert. anscheinend geht es ihr einigermassen.
besuchen dürfen wir sie bestimmt nicht. das ist schlimm.
wenn jetzt auch noch mit ihr was ist, halt ich das nicht mehr aus!

es fehlt der Kontakt zu anderen. , ausser dem Chef un dKollegen . und der ist sicher nicht der richtige Ansprechpartner.
habe keine Kontakte. d.h. eigentlich schon 2-3, aber die sind nicht allein, die denken nicht an die die allein leben . und das sie mal nachfragen könnten.

würde auch Leute suchen die völlig allein sind aber wie? (um sich gegenseitig zu "helfen",aufbauen wenn ich es wieder kann) wenn man nach Singles schaut das heisst ja nicht dass sie alllein/ einsam sind. und das wort singles ist auch nicht das richtige. die suchen ja normalerweise nach einem Partner
.

Seid ihr in ähnlicher Lage ? wie kommt ihr in diesen unsicheren Zeiten klar. wie kann ich mich aufbauen?
Ich halt es nicht mehr aus.

also klingt blöd aber bitte wenn in einem Familienverbund seid und großen Freundeskreis hast,(ich werde es an der Antwort merken) werde ich die
Antwort nicht ernst nehmen weil diese Personen diese Lage nicht nachvollziehen können, meine ich nicht böse.


LG
Kathi

21.03.2020 18:37 • x 2 #1


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Irgendeine

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Zitat von traurigg:
Krise wird sich lange hinziehen.

Zitat von traurigg:
wenn sowieso soviele Arbeitslose zukommen jetzt, dann finde ich auch keinen Platz mehr. ich sehe mich mit Hartz4! bis ans Lebensende ohne Wohnung, unter der Brücke

Ja, die Krise könnte sich länger hinziehen, aber sie wird vorbeigehen. Und ich kann echt verstehen, dass man da Existenzängste hat.
Ich bin dankbar, dass ich in einem krisensicheren Beruf arbeite.
Auch wenn Hartz4 sicher nicht toll ist, sorgt es doch immerhin fürs Überleben.
Zitat von traurigg:
besuchen dürfen wir sie bestimmt nicht. das ist schlimm.
wenn jetzt auch noch mit ihr was ist, halt ich das nicht mehr aus!

Das kann ich gut nachvollziehen. Aber glaub mir, eine komplette Besuchersperre ist wirklich notwendig. Damit hilfst du den Pat. (also auch deiner Mutter) und uns (dem medizinischen Personal) am meisten!
Zitat von traurigg:
es fehlt der Kontakt zu anderen.

Viele werden unter Einsamkeit leiden, gerade wenn sie alleine leben.
Aber der Kontakt fehlt auch denen, die einen größeren Freundes-/Familienkreis haben.
Auch diese Leute sehen ihre Freunde/Familienmitglieder aktuell nur noch sehr eingeschrenkt und bald vielleicht für eine längere Zeut gar nicht mehr.
Meine Eltern und meine gesamte Familie, leben in einem anderen Land. Ich rechne damit, sie mehrere Wochen oder sogar Monate, nicht zu sehen.
Aber zum Glück haben wir in der heutigen Zeit ja sehr viele Kommunikationsmöglichkeiten.
Vielleicht kannst du ja mit deinen Kontakten immerhin mal telefonieren?

21.03.2020 21:12 • x 1 #2


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Dani82a

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Hallo Kathi,

ich kann dir sagen, dass nicht nur kleine Betriebe arg in Mitleidenschaft gezogen werden, derzeit.
Bin in einem Konzern tätig und auch da wird sehr auf die Zufriedenheit von zb Aktionären geachtet.

Niemand kann vorhersagen, wann diese Krise überstanden sein wird.
Es ist für Mensch und Wirtschaft eine schwere Zeit.

Ich denke jedoch nicht, dass uns der Staat hier im Stich lassen wird.
Deutschland ist ein vermögendes Land und in der Presse werden bereits ganz viele Maßnahmen diskutiert, die vor allem den kleinen Unternehmen helfen sollen.
Letzten Endes entscheidet dein Chef, was zu tun ist.
Ich denke, dass er ein Interesse daran haben wird seien Betrieb vor einem Konkurs zu bewahren.

Sich Sorgen zu machen ist normal.
Wer sich jetzt keine Sorgen macht in dieser Situation, mit dem stimmt was nicht.
Aber: sich übermäßig Sorgen über die derzeit unkalkulierbare Zukunft zu machen, hilft nicht.
Versuche Abstand zu gewinnen davon.

Bis zu einer Kündigung muss erstmal ordentlich was passieren.
Und selbst wenn Du in ALG I rutschen solltest: du wirst dann Zeit haben (und Geld!) dich zusammen mit dem Amt um weitere Schritte zu kümmern.
Deutschland ist so vielen Staaten auf der Welt weit überlegen, was die sozialen Strukturen anbelangt.
Hab etwas mehr Vertrauen in unser System.

Zitat:
wenn man nach Singles schaut das heisst ja nicht dass sie alllein/ einsam sind. und das wort singles ist auch nicht das richtige. die suchen ja normalerweise nach einem Partner


Ich bin Single, depressiv und lebe mit meinen beiden Katzen allein in einer kleinen Wohnung, mit Balkon. Und ich suche nicht. Single ist aber schon der richtige Ausdruck für jemand alleinstehendes.

Bin derzeit auch sehr viel allein und es fällt manchmal schwer. An sich bin ich aber ein Mensch, der generell allein auskommt ( bzw das gelernt hat).

Ich rufe zb täglich meine Familie an - Schwester, Mutter und Vater. Das hilft mir schon sehr.
Ansonsten gehe ich spazieren auf den Feldern, mache etwas Yoga, lese ein Buch, schaue Serien/Filme online, etc.
Es gibt einige Tätigkeiten, die man als alleinstehende Person machen kann in diesen Zeiten.

Wichtig ist es nur, dass man sich versucht vor diesen Existenzängsten zu lösen.
Es kommt wie es kommt.
Das Wichtigste ist doch, dass man gesund bleibt.
Ja, davon kann man keine Rechnungen bezahlen, aber nochmal: wir haben ein gutes soziales Netz in Deutschland. Im schlimmsten Fall hilft einem das Sozialamt - und dafür sollte man sich auch nicht schämen müssen.

In diesem Sinne: Kopf hoch.
Es ist für niemanden einfach momentan.

Lass deine Angst nicht überhand nehmen.
Dann schaffst du es auch durch die ungewisse Zeit .


PS: ich finde es schwierig anhand einer Antwort "zu merken", ob jemand mitsamt seiner Angst ernst genommen werden kann oder nicht. das fand ich etwas unglücklich formuliert von dir.

Viele Grüße!

24.03.2020 09:54 • x 2 #3


stamilung

@Dani82a

ich soll also vertrauen in "dieses system" haben, welches seit jahren einen neoliberalen sparkurs im gesundheitssystem fährt, krankenhäuser privatisiert hat, stellen der gesundheitsvorsorge abbaut, offensichtlich kein vorrat für verbrauchsmaterial für pandemien führt, sich damit abfindet das bis zu 70 % seiner bevölkerung (aber bitte doch zeitversetzt) erkranken wird, anstatt das virus wie in anderen ländern, auf die man auch noch herabschaut, aktiv zu bekämpfen?

nö, hab ich nicht!

24.03.2020 10:38 • x 2 #4


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Dani82a

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Deine Meinung. Kann ich mit leben.

24.03.2020 11:28 • x 1 #5


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Monesie

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Hallo traurigg,

allein mit der Tatsache, dass du hier die Möglichkeit hast, mit vielen in Kontakt zu treten und einen Meinungsaustausch zu haben sollte dir zeigen, dass du Kontakte hast.

Vielleicht versucht du mit einer Person in deiner Nachbarschaft einen persönlichen Kontakt zu bekommen, dass kann man auch mit 2 m Abstand zueinander.

Mir haben immer die alten Poesie-Sprüche über die Runden geholfen:

Immer wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.

Kopf hoch, zur Zeit werden viele Hilfen gestellt, damit man nicht alles verliert und auf der Straße landen muss. Auch für die vielen Tafelbesucher werden neue Konzepte erarbeitet.

Versuche dich zu beschäftigen, ein einfacher Block und ein paar Stifte helfen beim Brainstorming.
Mir hilft das ganz gut, wenn ich gedanklich feststecke und wieder dabei bin, am Rad zu drehen.

04.04.2020 07:09 • x 2 #6


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Dani82a

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@Monesie ,

das ist ein guter Tipp:

Zitat von Monesie:
Versuche dich zu beschäftigen, ein einfacher Block und ein paar Stifte helfen beim Brainstorming.
Mir hilft das ganz gut, wenn ich gedanklich feststecke und wieder dabei bin, am Rad zu drehen.


04.04.2020 08:17 • x 1 #7

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