Er zieht sich zurück - wie reagieren?

Hoffnung65

3
2
Hallo Zusammen,

ich bin neu hier und möchte mich erstmal kurz vorstellen.

Bin 47 Jahre alt und seid über 2,5 Jahren mit meinem Partner zusammen. Wir beide haben eine gescheiterte Ehe hinter uns und waren bis zum März diesen Jahres sehr glücklich miteinander. Dann wurde mein Freund erneut arbeitslos ( zuvor in 2011)....von einem Tag auf den anderen war es ein völlig anderer Mensch.

Seine Zuneigung, seine Zärtlichkeiten, sein Liebesbedürfniss, seine Partnerschaft...alles weg....ihm plagen schon seit längerem große Altlasten ( Scheidung, Streit um die Kinder, Geldsorgen durch eine gescheiterte Selbstständigkeit und die Arbeitslosigkeit) hatte ihm schon in guten Zeiten geraten mal eine Therapie zu machen um den Rucksack der Vergangenheit besser tragen zu können....

Aber solange er Arbeit hatte, war immer alles in Ordnung...er hat viel verdrängt, wollte mit mir oft pure Harmonie und tat sich schwer über Probleme zu sprechen. Auch Streit/Meinungsverschiedenheiten konnte er nur sehr schlecht aushalten.

Seit März ist er wie eine leer Hülle....er zog sich mehr und mehr zurück.....ich war und bin völlig überfordert mit der Situation...es wurde im Sommer so schlimm, dass ich mir Hilfe suchen musste weil es mir sehr schlecht ging und ich Kindheitsbedingt zu großen Verlustängsten neige.

Mein Partner meinte bis zum Spätsommer dass er die Situation schon irgendwie schafft, wenn nur endlich wieder Arbeit da sein würde.......er lebte von ALG2 - wer sich auskennt weiß was das bedeutet :cry:

Wir leben nicht zusammen, das habe ich oben vergeßen zu erwähnen - uns trennen 50km, da ist es bei Geldsorgen eh schwer mit dem Treffen und sich sehen....

Ich bin für 6 Wochen in eine psychosomatische Klinik gegangen, weil ich keine Kraft mehr hatte ( es kamen bei mir noch einige andere Sachen hinzu / Sorgen mit pupertierenden Sohn/ Geldsorgen etc) Bevor ich in die Klinik ging, machte ich ihm noch einen Termin beim Neurologen ab -in der Hoffnung dass er auch hingeht....

Um es etwas abzukürzen, die 6 Wochen Reha waren für mich zu kurz - habe es währendessen auch nicht geschafft mich nur auf MICH zu konzentrieren, sondern war gedanklich ständig bei ihm und uns...ein Fehler, ich weiß....

Mein Freund ist dann tatsächlich z. Neurolgen gegangen weil der Sumpf immer tiefer wurde- er hatte kein ALG2 mehr erhalten, weil er einigen Auflagen nicht mehr nachkommen konnte durch seine Lethargie....

Er bekam CITALOPRAN verordnet und endlich eine Diagnose : schwere Depression plus Einweisung in eine psychiatrische Klinik- ich war / bin sehr froh dass er sich hlefen lässt.

Durch das Antidepressiva veränderte sich seine Libido, womit er große Probs hatte, weil er sich nicht mehr als MANN gefühlt hat - ehrlich gesagt war das mein kleinstes Problem, auch wenn es auch mir schwer gefallen ist dass auch die letzte Möglichkeit von Nähe verschwand.....

Also setzte er die Medis nach Rat des Doc wieder ab- Libido wieder vorhanden, aber er wird immer leerer, kälter und zieht sich mehr und mehr zurück.....

Ich lebe jetzt seit 8 Monaten irgendwie an seiner Seite - kein Kompliment seitdem mehr gehört...liebt er mich noch? Ich weiß es nicht und er sicherlich auch nicht ( traue mich nicht mehr dannach zu fragen)

Dabei habe ich 1000 Fragen.......was fühlt man, wenn man NICHTS mehr fühlt. Was bedeuten einem Menschen die man mal geliebt hat......

Leider redet er kaum über sich...ich muss mir alles selbst erklären...

Wir sehen uns zur Zeit nur noch 1x pro Woche. Er hat 2 Jobs bekommen und versucht nun so viel Geld wie möglich nebenbei zu verdienen. Er sagt dass ihm das die restliche Krfat kostet die er noch hat.....er zieht sich viel zurck, sagt Treffen ab...es verletzt mich sehr....er wollte und brauchte immer soviel Nähe zu mir...

Ich selbst bin depressiv unter diesem ganzen Kummer geworden........bin in Behandlung, auch wenn mein Kopf vieles weiß, ich vermisse UNS und unsere Beziehung sehr.

Wielange halte ich das alles noch aus? Ich liebe ihn sehr und noch immer....aber ich bin immer öfter an meinen Grenzen....was kann ich überhaupt noch "fordern" ? Auch ich habe doch ein "Recht" auf ein Stück Verbindlichkeit....

Oft habe ich auch Angst das es nie mehr anders wird.......dann muss ich gehen - trotz LIEBE........

Mir würde hier ein Austausch mit anderen Angehörigen sehr gut tun.

Lieben Dank für's Lesen.

24.11.2012 12:16 • #1


Avatar

achtsamkeit

900
14
11
Hallo Hoffnung45,

gut, dass du in der Lage bist über deine Sorgen zu schreiben, denn das ist schon ein großer Schritt.
Bei allem Verständnis für deinen Partner, der selbst in sich völlig unstrukturiert ist - du musst deine
ganze Kraft auf deine Gesundung richten. Es hat keinerlei Sinn sich den Kopf über deinen Freund zu zerbrechen und daran kaputt zu gehen. Damit ist keinem von euch geholfen.
Ich nehme mal an, dass du in einer Therapie bist. Hast du mit deinem Therapeuten darüber gesprochen.
Die 6 Wochen Klinik sind natürlich sehr kurz . Welche Möglichkeit hast du evtl. in eine Tagesklinik zu gehen?
Ehrlich gesagt finde ich es für dich sogar gut, dass euch 5o km trennen und ihr keine gemeinsame Wohnung habt.
Nochmal: Du musst für dich sorgen. Nur dann wirst du stark genug sein für andere.


LG Achtsamkeit

24.11.2012 12:56 • #2


Avatar

Knoten

1015
19
12
hallo,

deine situation ist wahrlich nicht einfach. neben dir und deinem freund lebt noch dein kind und seine kinder - wenn auch nicht bei ihm - ich frage mich, wie es deinem sohn mit all dem geht.
wie ist das verhältnis zu ihm und zwischen ihm und deinem freund?

dein freund hat auf jeden fall in allem hinten anzustehen, was deine kleine familie angeht. nur wenn du dich kräftig genug fühlst, bist du der krankheit deines freundes gewachsen. ansonsten zieht ihr euch gegenseitig in die tiefe. vielleicht ist es auch dieser gedanke, der deinen freund in die distanz führt. es wäre möglich, dass es seine angst ist, dich zu sehr zu belasten.
natürlich hilft es da nicht im geringsten keine gespräche zu führen.

da er bereit war/ist sich helfen zu lassen, wie wäre es mit dem gedanken gemeinsam einen therapeuten aufzusuchen?

mein lebensgefährte und ich waren auch eine zeitlang beide in depressionen gefangen. ich habe schon lange einen guten psychiater und habe meinen lebensgefährten mit zu ihm genommen. diese "doppeltherapie" hat uns sehr geholfen.

wenn diese möglichkeit bei euch besteht, versucht es und vergiss bei alle dem nicht deinen sohn mit ins boot zu holen.

grüssle, knoten

24.11.2012 13:45 • #3


Hoffnung65

3
2
Es ist aus, mein Partner hat es gestern beendet......ich falle nur noch.......

26.11.2012 11:55 • #4


Avatar

achtsamkeit

900
14
11
Liebe Hoffnung65,

dein Schmerz ist sicher jetzt erst einmal sehr groß.
Doch nun wirst du deinen Kopf wieder freier bekommen und für dich und dein Kind da sein können.
Hier wirst du Kraft und auch Freude finden.
Verliere dich nicht in der Vergangenheit!
Das Leben hält noch so viele Möglichkeiten für dich bereit!

LG Achtsamkeit

26.11.2012 12:47 • #5

Pfeil rechts




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag