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Depression und Vergesslichkeit / schlechtes Kurzzeitgedächtnis

Mayke1
Liebe Lisa, deine Einschätzung stimmt! Ich danke dir, dass du dein gutes Wissen an mich weitergeben magst! Da fühle ich mich gut beraten von dir!
Die Empfehlung mit dem Viertelliter alle Stunde kam vom Kardiologen und zwar deshalb, weil ich in einem Anfall sehr sehr viel ausschwemme. Nach dem Anfall bin ich wie ausgetrocknet und muss wirklich zusehen, dass ich wieder "innerlich nass" werde. Ich merke dann, wie wenig ich zur Toilette muss und habe mir in solchen Fällen schon oft eine Blasenentzündung zugezogen.
Nachdem ich ja auch noch Suppe, Obst und saftiges Gemüse und Wassereis esse, halte ich mich nicht so oft an diesen stündlichen Viertelliter und komme meistens mit dieser Regelung gut zurecht.

22.06.2019 13:14 • x 2 #16


Oh super, Mayke, Du bist ja gut beraten durch Deine Ärzte! Da bin ich froh! Es hängt immer alles mit allem zusammen, darum bin ich immer so vorsichtig bei allen Veränderungen.
Liebe Grüsse Lisa

22.06.2019 13:39 • x 1 #17


Resi
Zitat von Alexandra2:
Liebe Resi, liebe Ylvi, Ich brauchte viel Zeit, um den Mut aufzubringen, von diesem Problem zu berichten. Ich schäme mich manchmal sehr, vor allem wenn ich eine schlechte Phase habe. .

Liebe Alexandra, so ging es mir auch.

Das schlimme war, daß meine Freundinnen oft dachten, es wäre Desinteresse, wenn ich mich an manches nicht erinnern konnte.
Ich fing dann an, mir während der Telefon-Gespräche stichwortartig Notizen zu machen- aber ehrlich, ich habs wieder dran gegeben.

Eines der irritierenden Dinge war auch der Verlust des Zeitgefühls, es war, als würden mir Tage fehlen, als wären Erinnerungen daran ausgelöscht.

22.06.2019 13:40 • x 4 #18


maya60
Liebe Alexandra, als ich dein Thema hier gelesen habe, habe ich mich natürlich als ADHSlerin seit Geburt, als traumatisiert seit Kindheitszeiten und als chronisch depressiv in vielem wiedergefunden.

Nur in 2 Dingen nicht: Ich habe nie befürchtet, mein Gedächtnis zu verlieren und ich habe mich nie geschämt wegen meiner Vergesslichkeit.

Da ich mich jahrzehntelang so ziemlich dauerhaft geängstigt und geschämt habe, ist das schon erstaunlich und mir nie zuvor aufgefallen.

Und darin liegt vielleicht auch eine unerwartete Beruhigung zu diesem Thema? Wäre jedenfalls typisch ADHS!

Die meisten Jahrzehnte sind mir auch meine Gedächtnisstörungen nicht mal als Gedächtnisstörungen aufgefallen.
Blackout in Prüfungen und bei Vorträgen oder wenn ich angestarrt wurde oder mich jemand verbal angriff, manche Jahre erinnere ich kaum noch und fast alle Urlaube, bevor ich Medikamente nahm, sind völlig ausgewischt.
Dass ich jemals die Namen meiner ChorkollegInnen wüsste, kam nicht vor und dass mir Worte im Gespräch nicht einfallen oder ich Namen verwechsle, das war nie anders.
Schusseligkeit und Vergesslichkeit hatten immer hohen Anteil an meinem körperlichen Trainingszustand, ohne Scherz, denn ich holte den ganzen Tag vergessene Gegenstände treppauf und treppab.

Das war normal für mich. Mein Vater war so, sein Vater, darum war das halt so. An der Uni waren so viele GeistesarbeiterInnen wie ich, dass das schon irgendwie dazu gehörte. Die verschusselten ForscherInnen halt! Das schien irgendwie zusammen zu gehören.

Wie viele große Geister und Künstler international waren depressiv, traumatisiert oder nach heutigem Wissen ADHSler und dass denen von einem Stab von Leuten dauernd ihr schusseliger Hintern hinterher getragen werden musste, das wusste jeder.
Dass sie im Alltag oft total bei den einfachsten Dingen aufgeschmissen waren, auch.

Sie alle hatten Zusammenbrüche, in denen gar nichts mehr ging, in denen sie so tief im Dunkel versanken, dass das noch heute ihrer hinterlassenen Literatur, Musik, ihren Gemälden und ihren Theorien abzulesen ist.

Über viele Ausnahmemenschen sagt man: Sie waren erst diese Ausnahmebegabungen durch ihre Schwächen und Desaster.

Genauso beschreibt sich die Autistin Greta Thunberg, die meint, dass nur ihre autistische Fixierung sie durchhalten lässt.

Also, wir haben keinen Gedächtnisverlust wie wirklich Demente, sondern wir haben Gedächtnislücken oder Gedächtnisblockaden.

Ein ADHS-Gehirn speichert lückenhaft ab wegen der Aufmerksamkeitsstörung. Aber gerät ein ADHSler in einen Hyperfokus, dann kommt kein Normalo mehr mit, oft genug erlebt!
Und in der Schusseligkeit Dinge miteinander zu verknüpfen, die noch nie verknüpft wurden, auch Kreativität genannt, auch da sind ADHSler Spitze! Das ist auch Hirnleistung und zwar gesellschaftlich hoch geschätzte, sonst hätte uns die Evolution längst ausselektiert.

Ein Trauma vergisst als Überlebensstrategie.

Eine Depression in ständigen Emotionen von Alarm und Bedrohung und Anspannung und Getriebenheit oder Paralysiertsein produziert soviel Stresshormone, dass die Hirnleistung ebenfalls in den Sparmodus der Ausnahmesituation hineinblockiert wird, wie bei ADHS im übrigen auch oft.

Medikamente und Stille und Entspannung und Psychotherapie wirken da.

Und fühlen wir uns wohl und entspannt wie hier im Forum, schreiben wir lange hoch reflektierte Beiträge und die Gedächtnisstörungen sind solange oft ganz vergessen.

Liebe Grüße! maya


Und das ist eben auch der Unterschied.

22.06.2019 19:11 • x 5 #19


Jedi
Hallo Zusammen !

Ich lese gerade von euren Trinkmengen.
Ich möchte dabei zu bedenken geben, dass wenn jemand mit dem Herzen ein klinisches Problem hat, dazu gehören sicherlich Menschen mit einer Herzinsuffizienz, wenn dies bekannt sein sollte, dann bitte absolute vorsicht bei zu hohen Trinkmengen u.
fragt dann beim Arzt nach !
Auch Menschen die ein Medikament zur Blutverdünnung einnehmen, bitte beim HA, hinsichtlich der Trinkmengen nachfragen !

LG Jedi

22.06.2019 19:36 • x 5 #20


Eis
Die Wortfindungsstörungen hat mir meine Psychotherapeutin so verdeutlicht:
ich soll mir vorstellen, dass alle Wörter in verschiedenen Schubladen im Gehirn stecken, sortiert nach einem ganz bestimmten Muster. In der Depression fallen jetzt alle Schubladen raus und die Wörter sind jetzt in irgendwelchen neuen Schubladen, weil beim sortieren alles durcheinandergeraten ist. Normal würde mein Gehirn bei einem bestimmten Wort auf die bekannte Schublade zugreifen, aber da ist es nicht mehr. Jetzt muss das Gehirn mühsam alle Schubladen durchsuchen bis es das Wort wieder gefunden hat.
Ab da war ich auch beruhigter, dass mein Gehirn irgendwann weiß, auf welche Schubladen es zugreifen muss.

LG Eis

22.06.2019 21:42 • x 5 #21


djamila
Liebe @Alexandra2 Du hast hier einen tolles Thema aufgemacht . Hab jetzt mal alle Beiträge gelesen und schreib sicher noch was aber nicht gleich .
Wichtig war mir aber zu fragen ob du grade immer noch in der Traurigkeit steckst . Wenn ja es ist auch ein Gefühl was gelebt werden möchte . Weil es einfach schön wäre grade in der Traurigkeit mal in den Arm genommen zu werden . Ich hoffe du Kommst gut durch die Traurigkeit . Ich denk an dich und fühl dich gedrückt wenn du magst .
Viele Liebe Grüße Djamila

10.08.2019 17:18 • x 1 #22


Alexandra2
Seufz, Danke. Ich kann nicht weinen, dadurch wabert die Traurigkeit um mich herun

10.08.2019 18:02 • x 2 #23


djamila
Liebe@Alexandra2 wabert ist ja ein super Wort . Und die Traurigkeit ist ein Schritt in die Richtung zum Weinen . Vielleicht dauert .
es noch ein bissel . Hab Geduld mit dir .

10.08.2019 19:44 • x 1 #24


Lyane
Also ich bin gerade echt froh. Dachte, ich bin einfach nur alt geworden. Aber dass es an der Depression liegen könnte, auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen. Kenne diese Vergesslichkeit auch - sehr. Schob es immer auf den wenigen und schlechten Schlaf. Oder eben auf das Alter. Vielleicht, lässt sich dann ja doch etwas dagegen tun. Mal schauen.

12.08.2019 21:19 • x 2 #25


Eis
Hallo Lyane

Wir sind etwa gleich alt, es ist ganz sicher NICHT das Alter. Das nennt sich Pseudodemenz in der Depression und war für mich echt schlimm. Ich fürchtete immer dass ich dement werde. Jetzt bin ich aus dem gröbsten raus und der Kopf funktioniert immer besser. Also ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, es wird wieder besser.

LG Eis

12.08.2019 21:54 • x 3 #26


Ylvi13
Zu sehr vorgerückter Stunde mache ich es mir einfach - ich finde mich, in dem was Eis geschrieben hat, absolut wieder.

12.08.2019 22:42 • x 3 #27


Alexandra2
Ihr Lieben, es tröstet sehr, mit dem Mist nicht allein zu sein.
Ein Teil der Probleme liegt am Chaos im Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom und deshalb habe ich jetzt 3 Notizarten: ein Buch für anstehende Aufgaben wie Steuererklärung machen, den Kalender für Termine und die klassischen Einkaufszettel. Ich schreibe sonst überall etwas auf und finde es nicht wieder.
Es entspannt schon etwas, die längerfristigen Aufgaben nicht mehr suchen zu müssen.
Liebe Grüße Alexandra

13.08.2019 07:09 • x 4 #28


Ylvi13
Guten Morgen,
ich mache das ähnlich, ein Taschenkalender und ein Einkaufszettel. Der Kalender ist immer an der gleichen Stelle und alle zwei, drei Tage gibt es den " Kalenderblick " . Komme ich gut mit zurecht.
Viele Grüsse

13.08.2019 07:39 • x 2 #29





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