Hallo ihr Lieben,
ich würde gern meine Erfahrungen und Gedanken zum Thema mitteilen, vielleicht kommt eine Rückmeldung, die auch mir weiterhilft...
In meiner Familie weiß niemand etwas über meine Depressionen außer meiner Schwester (und mein Freund). Seit ca. einem Jahr mache ich eine ambulante Therapie, ich habe mich damals bewusst dagegen entschlossen, es meiner Mutter/Großeltern/Vater zu sagen, um unangenehmen Fragen aus dem Weg zu gehen ("Wie war es heute bei der Therapie?", "Was hat er denn gesagt?" usw.)
Solche Fragen habe ich vor allem von meiner Mutter erwartet. Sie ist ein herzensguter Mensch, hat selbst Erfahrungen mit Depressionen. Ich habe Angst, dass sie sich die Schuld gibt, denn sie hat uns einfach Knall auf Fall verlassen, als ich 16 war. ich blieb bei meinem Vater wohnen, er ist Alk., es gab viel Streit, Ärger, vor allem nachts. Über diese Zeit hinweg, bis ich 20 war, übernahm ich die Verantwortung für meinen Vater, trage sie bis heute als schwere Last in mir. Ihm könnte ich nie sagen, wie sehr mich diese Zeit belastet, dass ich mir professionelle Hilfe suchen musste, um alles zu verarbeiten. Ich habe Angst, dass er es nicht tragen kann.
Meinen Großeltern möchte ich dieses Wissen nicht mehr zumuten, würden sie doch nicht verstehen, was los ist und war. Sie sollen ihre Jahre noch ruhig verbringen... schließlich funktioniere ich dort ja auch.
Es ist schwer, in depressiven Phasen keine Ausrede dafür zu finden, warum ich mich nicht melde, was mit mir los ist. Ich habe dann "immer furchtbar viel zu tun mit Arbeit und Uni usw."... jaja...
Im Moment fühle ich mich da in einer sehr ausweglosen Situation... niemand würde das vermuten, denn ich funktioniere ja immer vor ihnen, bin dann ganz "normal". Als es einmal eine schlimmer Krisensituation gab, habe ich meiner Mutter am Telefon unter Tränen erzählt, dass ich eine Therapie mache. Sie ist auf mich eingegangen. Aber seitdem kam keine Nachfrage mehr... was mir ganz recht ist.
Unklar, wie es weitergeht...
LG, Mella