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Depression in der Familie - kein Verständnis?

schnucki

schnucki

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Mich würde interessieren wie es bei Euch ist. Meine Eltern und mein Mann wissen von meinen Depressionen und das ich Antidepressiva nehmen. Allerdings habe ich das Gefühl es interessiert niemanden, ich muss weiter funktionieren wie immer.

Keiner fragt mich wie es mir geht oder wie ich mich fühle. Ich will ja kein Mitleid oder Sonderbehandlung, allerdings wäre es schön wenn mich jemand ernst nehmen würde.

Ich habe zwar meinen Mann schon darauf angesprochen, allerdings konnte er mir keine Antwort geben. Ich habe nur gefragt, was er jetzt über mich denkt? Wie ergeht es Euch.

Gruß Schnucki

30.11.2009 20:18 • #1


little-tiger

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hallo du

also meine Familie fragt öfters nach wie es mir geht... auch versuchen sie soweit möglich Rücksicht auf mich zu nehmen... auch habe ich ihnen von meiner "Glasglocke" erzählt da sie sich gewundert hatten das ich immer ruhiger wurde und NIX mehr gesagt hatte auf Treffen.. habe ihnen erklärt das ich unter meiner Glasglocke einfach NIX mehr mitbekomme und ich nicht immer ruhiger werde weil ich mich langweile... seit dem reden sie dann langsamer mit mir... was auch nicht wirklich hilft aber sie versuchen es immerhin...

mein Mann versucht jeden Streß von mir fern zu halten... heißt er erledigt eigentlich alles was anfällt... zum EInkaufen bin ich nun auch schon mal wieder gewesen... allerdings langsamer als er... aber egal... ich habe es geschafft !!
Wir reden auch öfter über meine Erkrankung... und er ist geduldiger mit mir als ich es selbst bin !! Auch achtet er darauf das wir täglich Mittagessen... ich würde es sonst glatt vergeßen !! Den mir ist der Appetit verloren gegangen... Würde er da nicht aufpassen hätte ich bestimmt schon böse abgenommen...

liebe Grüßies little-tiger

30.11.2009 20:45 • #2


schnucki

schnucki

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Danke für deine Nachricht!

Wie ich sie gelesen habe, habe ich mir überlegt, was machst du falsch?

Dein Mann versteht dich nicht? Er liebt mich, das weiß ich, ich weiß auch, dass ich Ihn nicht einengen darf. Aber warum versteht er mich nicht?

Gestern abend habe ich ihn wieder gefragt: "Schatz was denkst du über mich, in Bezug auf meine Krankheit?" Er konnte mir wieder keine Antwort geben.

Er hat mich nur in den Arm genommen und gesagt: "Ich liebe dich!"

Was soll ich tun? Langsam glaube ich, wenn ich Ihn weiter damit nerve, zieht er sich von mir zurück! Ich bin zur Zeit nur noch müde, gestern war ich mit meiner Schwiegermutter bummeln. Sie hat Brustkrebs. Es war ein toller Tag. Aber abends war ich hundemüde, er hat es aber nicht wirklich verstanden warum. Ich bin um 20.30 Uhr ins Bett. Wäre es vielleicht besser ich hätte Krebs? Ich weiß das ist totaler Blödsinn was ich denke, aber ich fühle mich unverstanden.

Kann mir vielleicht einer von Euch helfen?

DANKE

01.12.2009 09:52 • #3


FrolleinMau

Hallo, Schnucki, ich habe immer das Gefühl, dass mit der Krankheit Depression recht schwer umgegangen wird. Man sieht halt nix. Bei Arm oder Bein ab hätte man sicherlich mehr Mitgefühl der anderen.

Ich weiß nur, dass es für meine Familie stellenweise schon recht schwer ist, sich tagtäglich mit meiner Erkrankung auseinanderzusetzen. Auch heute ist z. B. so ein Tag. Ich bin völlig erschöpft, fühle meine Sprachlosigkeit, verbunden mit Hilflosigkeit den anderen gegenüber. Eine kurze Erklärung, und gut wäre es. Nur wollen mir die Worte der Erklärung nicht über die Lippen, weil es halt anstrengt.

Meine Familie, sprich Eltern und Geschwister, konnten auch nicht wirklich mit meiner Erkrankung umgehen. Sie haben viele Jahre gebraucht, um das zu akzeptieren. Wenn ich heute sage, mir geht es nicht gut, lassen sie mich und ich höre endlich die Worte, die ich vor Jahren schon gebraucht hätte.

Ich denke, deine Familie muss in die Krankheit hineinwachsen. Sie wissen ja nicht, was es bedeutet. Vielleicht hilft ein Buch oder ein begleitendes Gespräch bei Arzt oder Therapeuten, bitte sie doch, mit dir den Arzt/Therapeuten aufzusuchen. Diese bieten auch oft beratende Gespräche an mit den Familienmitgliedern. Das kann ich dir nur empfehlen. So hat deine Familie die Chance, auch dazuzulernen.

Wenn du einen amputierten Arm hättest, wüssten sie sicherlich, wie die Hilfestellung wäre. Nämlich dir bei diversen Alltagssituationen zu helfen, bis du wieder in der Lage bist, viele Dinge für dich alleine zu tun.



Solange du signalisierst, dass du "nur" Tabletten nimmt, gehen sie wahrscheinlich davon aus, dass alles gut ist. Denn so kennen es die Menschen, man nimmt Tabletten, und meist ist dann alles gut. Sieh es ihnen nach. Es gehört ein Gespräch in die Familie, und wenn du weinen musst, weil du es gerade nicht schaffst, es in Worte zu fassen, weine. Oder schreibe deinem Mann, wie es dir geht. Vielleicht versteht er die geschriebenen Worte besser als die gesprochenen. Das soll es auch geben.

Ich weiß nur, dass es bei mir recht lange gedauert hat, bis "man" auf mich reagierte und mich mit meiner Erkrankung Ernst nahm. Mein Mann geht zwar recht gut damit um, kann aber an manchen Tagen auch nicht so aus seiner Haut. Er hätte auch lieber eine gesunde Frau (obwohl er mich mit der Erkrankung kennengelernt und sich das auch zugetraut hat).

Ich wünsche dir ein gutes Gespräch mit deinen Angehörigen.

LG
A.

02.12.2009 18:34 • #4


schnucki

schnucki

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Danke für deine Antwort.

Ich glaube ich muß das wirklich mal machen, Familiengespräch. Gestern wie ich von der Arbeit heimkam war ich total kaputt. Ich hatte wieder leichtes Herzrasen uns schnaufte somit etwas schwerer.

Mein Mann fragte mich was los ist und ich erklärte es ihm. Er hat es auch verstanden.

Ich denke du hast recht, er muß sich erst reinfinden und mich langsam verstehen lernen.

lg Schnucki

03.12.2009 09:59 • #5


Josephine

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Hallo liebe Schnucki,

mein Mann "sitzt" die Krankheit aus. Er versucht sein Leben weiterzuleben und überlässt "mir" meine Heilung. Meinen Heilungsweg. Aber dieses Verhalten entspricht auch seiner gesamten Persönlichkeit.

Mit meinen Eltern würde ich gerne mal über die Depression und die Phasen sprechen. Bei mir begann das alles ja in der Kindheit und die erste manifeste Depression hatte ich mit 14 Jahren. Meine Eltern verweigerten eine Behandlung in der Jugendpsychiatrie. Seitdem kämpfe ich.

Ich sehe hier den Schlüssel zu meiner Gesundung. Da meine Mutter (damit auch mein Vater) jedoch jedes Gespräch als Angriff auf ihre eigene Persönlichkeit (= Du bist schuld!) sehen, ist leider kein echtes Gespräch möglich. War es noch nie. Noch nie haben meine Eltern mit mir über ihre oder meine Emotionen, mein "echtes" Leben gesprochen.

Ich lese gerade dieses Buch (darf man das hier verlinken??)
http://www.amazon.de/Sie-haben-doch-gut ... 826&sr=8-1

Es hilft mir, mich und meine Situation selbst zu erkennen. Gerne hätte ich einen vertrauten Begleiter auf meinem Weg gehabt. Habe ich nicht. Das muss ich jetzt akzeptieren. Und wenn ich es akzeptiert habe, kann ich meinen eigenen Weg weitergehen.

Ich bin alleine. Ab und zu finde ich Menschen, die mit mir ein Stück gehen wollen. Es sind aber weder Mann noch Eltern. Traurig - aber wahr. Aber für diese Menschen bin ich so sehr dankbar! Diese Menschen machen mich glücklich.

Liebe Grüße
Josephine

29.01.2010 14:43 • x 1 #6


FrolleinMau

Hallo, Josephine.

Meine Eltern wollten auch nie Gespräche führen, als ich krank wurde. Viele Ursachen für meine Problematik liegen auch in meiner Kindheit bzw. Jugend. Sie wiesen auch immer alles von sich. Sie haben alles richtig gemacht. Jegliche Kritik wurde im Keim erstickt. Ich habe mehrere Male versucht, durchzudringen. Ich hatte in Kauf genommen, keinen Kontakt mehr zu ihnen zu haben. Da ging es mir damals wesentlich besser mit.

Mittlerweile habe ich irgendwie Frieden mit ihnen bzw. meiner Mutter geschlossen (mein Vater ist verstorben), denn ich habe Wege gefunden, mich so klar zu präsentieren, dass sie nie wieder versucht hat, irgend etwas von mir in Frage zu stellen. Sie lässt mich völlig in Ruhe. Das ist mein Weg, zur Ruhe zu kommen. Ich habe geschafft, dass sie nie wieder wagt, mir zu nahe zu treten. Bei meinen Geschwistern lässt sie ihren Frust noch oft genug, die wissen sich nicht so abzugrenzen wie ich. Also meine ich zumindest, dass ich da viel für mich geschafft habe.

Und ich bin damals sehr tief in die Familiengeschichte getaucht, dass ich manches Mal dachte, ich müßte im Sumpf ersticken ...

Das von dir empfohlene Buch habeich direkt auf meine Wunschliste bei Amazon gepackt, irgendwann ist es meines ...

Meine vertrauten Begleiter in der Zeit meiner Erkrankung waren meine Freundinnen. Sie haben mich immer wieder bestärkt. So war ich nicht ganz so alleine, jedoch hätten andere diesen Platz einnehmen sollen. Das wurde mir ja verwehrt.

Oft schaffe ich es, dass ich wieder Frieden mit mir habe, jedoch reißen die Wunden auch wieder auf und ich weiß nicht warum. Ich wüßte auch nichts mehr zu klären, es wurde alles ausgesprochen. Meine Narben werden wohl immer wieder gereizt werden.

Mein jetziger Mann, der mich krank kennen gelernt hat, bemüht sich zumindest, mich zu unterstützen, aber ich merke an vielen Tagen, dass er mit mir und meinen GEdankengängen auch überfordert ist und zieht sich dann auch lieber zurück. Ich lasse ihn. Ich weiß, dass ich mich trotzdem verlassen kann. Wenn es mal ganz hart auf hart kommt.

Die Erwartung an Ehemann oder Eltern werden doch so oft enttäuscht, haben sie doch alle oft Angst, Verantwortung für ihr Tun und Handeln zu übernehmen. Es sind ja immer die anderen ... (so hörte ich es immer).

Ich weiß nur, dass ich es immer genossen habe, Menschen um mich zu haben, die zuhörten, mich wahrnahmen und sehr gut verstanden habenb,was ich sagte. Es waren nie Menschen aus meiner Familie ....

LG
Angelika

31.01.2010 22:56 • #7


Josephine

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Hallo liebe Angelika,

ist es nicht erschreckend, wie sich manche Lebenswege ähnlich sind?

Ich habe lange gebraucht, bis ich mir diese Fragen überhaupt stellen durfte. Zuviel "Solidarität" den Eltern gegenüber? Es wurde besser, als ich begann diese Fragen zu stellen und dann erkannte, dass es keinerlei "ehrliche" Reaktion gab. Kein echtes Auseinandersetzen mit mir. Immer nur dieses "Ich habe alles für Dich getan." ..."alles" hätte es gar nicht sein sollen. Das "alles" ist ja gerade das Falsche. Es wäre eine Entlastung für mich gewesen, wenn ich nicht so in die Schuld gestellt worden wäre, dass "alles für mich getan wurde".

Dabei würde ich ihnen nur so gerne nahe sein. Einfach nur "Ich". Für die man nicht "alles" tun musste - nur etwas und das dann in reiner und ehrlicher Zuwendung.

Nun gut - ein Weg den man selber gehen muss. Leider wieder alleine.

Aber: ich habe heute schon über den Schneefall gelächelt. Ich erkenne so viele kleine glückbringende Dinge wieder. Das habe ich jahrelang nicht gekonnt. Das macht mich jetzt so froh.

Dir alles Liebe und Gute - und ganz viel Kraft für den anstehenden Weg.

Josephine

01.02.2010 11:37 • #8


FrolleinMau

Liebe Josephine, sich im Klaren darüber zu sein, dass man die Wege alleine beschreiten muss, das ist im Anfang sehr schmerzlich.

Und ich mußte gerade über deine Worte am Ende lächeln, über das Frohsein, die Freude. Mir geht es da ganz genauso. Ich spüre so gerne die Sensibilität mancher Menschen. Das stelle ich hier ganz oft fest. Manchmal frage ich mich, warum ich immer öfter hier bin(das war zu Anfang anders), ich lese hier viele Dinge, die mich so berühren.

Auch ich kann mich heute über die kleinen Dinge mehr freuen, als damals, ich habe ein ganz anderes Verständnis für Situationen. Meine Wahrnehmung bezieht sich immer wieder auf die Zwischentöne.

Dein weiterer Weg wird sicherlich spannend bleiben.

LG
Angelika

01.02.2010 15:08 • #9


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Mella

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Hallo ihr Lieben,

ich würde gern meine Erfahrungen und Gedanken zum Thema mitteilen, vielleicht kommt eine Rückmeldung, die auch mir weiterhilft...

In meiner Familie weiß niemand etwas über meine Depressionen außer meiner Schwester (und mein Freund). Seit ca. einem Jahr mache ich eine ambulante Therapie, ich habe mich damals bewusst dagegen entschlossen, es meiner Mutter/Großeltern/Vater zu sagen, um unangenehmen Fragen aus dem Weg zu gehen ("Wie war es heute bei der Therapie?", "Was hat er denn gesagt?" usw.)
Solche Fragen habe ich vor allem von meiner Mutter erwartet. Sie ist ein herzensguter Mensch, hat selbst Erfahrungen mit Depressionen. Ich habe Angst, dass sie sich die Schuld gibt, denn sie hat uns einfach Knall auf Fall verlassen, als ich 16 war. ich blieb bei meinem Vater wohnen, er ist Alk., es gab viel Streit, Ärger, vor allem nachts. Über diese Zeit hinweg, bis ich 20 war, übernahm ich die Verantwortung für meinen Vater, trage sie bis heute als schwere Last in mir. Ihm könnte ich nie sagen, wie sehr mich diese Zeit belastet, dass ich mir professionelle Hilfe suchen musste, um alles zu verarbeiten. Ich habe Angst, dass er es nicht tragen kann.
Meinen Großeltern möchte ich dieses Wissen nicht mehr zumuten, würden sie doch nicht verstehen, was los ist und war. Sie sollen ihre Jahre noch ruhig verbringen... schließlich funktioniere ich dort ja auch.
Es ist schwer, in depressiven Phasen keine Ausrede dafür zu finden, warum ich mich nicht melde, was mit mir los ist. Ich habe dann "immer furchtbar viel zu tun mit Arbeit und Uni usw."... jaja...
Im Moment fühle ich mich da in einer sehr ausweglosen Situation... niemand würde das vermuten, denn ich funktioniere ja immer vor ihnen, bin dann ganz "normal". Als es einmal eine schlimmer Krisensituation gab, habe ich meiner Mutter am Telefon unter Tränen erzählt, dass ich eine Therapie mache. Sie ist auf mich eingegangen. Aber seitdem kam keine Nachfrage mehr... was mir ganz recht ist.

Unklar, wie es weitergeht...

LG, Mella

16.02.2010 23:35 • #10


FrolleinMau

Hallo, Mella, kann ich dir jetzt reinen Gewissens raten, erst einmal so weiter zu machen, das "Ding" für dich alleine durchziehen? Aber: Solltest du vielleicht nicht doch die Familie konfrontieren, den Alk. Vater, die Mutter, die dich verlassen hat, die Großeltern, die für die Erziehung von Vater oder Mutter (?) Verantwortung tragen. Menschen, die sich sorgen? ... Sollte nicht vielleicht doch manches angesprochen werden? Aber auch hier: Hab Geduld mit dir, irgendwann wirst du evtl. von selbst für dich klar haben, dass du sie alle ins Gespräch einbeziehen solltest/mußt? ... es wird sich zeigen.

Ich kann da nur für mich reden. Ich habe meine Therapie mit Hilfe meiner Freundinnen (s. o.) durchgezogen. Das hat mich stärker gemacht, ins Gespräch mit Familie zu kommen. Themen wurden angesprochen, jedoch wurde nie in die Tiefe gegangen. Die Abwehrhaltung habe ich immer gespürt. Nach vielen, vielen Therapiestunden hat sich dann meine Unruhe in eine Art Gelassenheit zu manchen Themen verwandelt. Ich habe irgendwie alles, was mich betrübt oder belastete, irgendwann, irgendwo bearbeitet. Zumindest habe ich mir einen Stand erarbeitet, wo niemand sich mehr wagt, mich in Frage zu stellen.

Deine Erkrankung kommt ja nicht von ungefähr, wenn ich zwischen den Zeilen lese. Und dass deine Mutter nicht weiter fragt, hat evtl. mit ihren eigenen Schuldgefühlen zu tun. Einer von euch wird sich irgendwann trauen ... vielleicht auch durch eine gemeinsame Therapiestunde? Das kann sich irgendwann ergeben.

Deine Ausreden in depr. Phasen kommen mir sehr bekannt vor. Und sie sind legitim. Im Moment brauchst du es noch, dich zu schützen. Du schreibst ja auch, dass es dir grad im Moment alles so Recht ist.

Sei geduldig mit dir. Ich wünsche dir ganz viel Kraft für das Kommende

Angelika

16.02.2010 23:59 • #11


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Mella

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Hallo FrolleinMau,

danke für die hilfreichen Worte, es ist schön zu hören, dass man entgegen dem eigenen Gefühl nicht alles falsch macht. Ich weiß selbst nicht, wie lange ich das ganze noch so tragen kann, für mich allein. Meine Oma leidet unter schweren Altersdepressionen, sie muss ICH regelmäßig aufmuntern, nicht aufzugeben. Sie würde das nicht verstehen, wenn auch auf einmal ich Probleme hätte (die Mutter meiner Mama)
Vor einem viertel Jahr ist meine andere Großmutter gestorben (die Mutter meines Vaters), nachdem es viel Zank und Ärger und Traurigkeit seitens meiner Oma gab. Jetzt lebt mein Opa allein, hat mit sich zu tun... soll ich ihn belasten? Geben dann nicht allen meinem Vater die Schuld? Da ich wie gesagt, die Verantwortung für meinen Vater tief übernommen habe, könnte ich mir nicht verzeihen, wenn alle ihn beschuldigen... er würde mir leid tun (typisch co-abhängig... ich hasse es, komme da aber nicht raus)... bei sich sucht doch kaum jemand die Schuld, außer vielleicht man selbst... was würde passieren, wenn ich meiner Mutti auf einmal sagen würde, dass es mich so traurig macht, mich mit guten Gewissens mit meine Vater allein zu lassen, obwohl sie das alles wusste? Ich kann das noch nicht... hätte viel zu große Angst, dass sich jemand etwas antut.
Deswegen danke ich dir für die Worte
Zitat von FrolleinMau:
Hab Geduld mit dir, irgendwann wirst du evtl. von selbst für dich klar haben, dass du sie alle ins Gespräch einbeziehen solltest/mußt? ... es wird sich zeigen

Am nervigsten sind die Ausreden, mir fällt keine mehr ein, ich habe Angst, dass alle irgendwann einfach nur noch enttäuscht sind...

Die Kraft für das Kommende brauch ich... vielen Dank

LG, Mella

17.02.2010 12:40 • #12


Einsamewoelfin1

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das alles kommt mir so bekannt vor...gerade die Ausreden. Ich versuche es auch immer mit Ausreden allen gegenüber. Die meisten wissen von meiner Krankheit und dennoch versteh es keiner warum ich solchen Schwankungen unterliege, warum es manchmal von einer Minute auf die andere Umschlagen kann.

Ich habe nach der Trennung von meinem Mann nun einen neuen Kennengelernt, der erste der sich wirklich dafür Interessiert was Borderline ist. Er kann viele Rektionen von mir nicht verstehen und nachvollziehen aber er gibt sich mühe.
Meine Mutter die selbst eine Psychose hatte in meiner Kindheit kann mich so gut wie gar nicht verstehen. Wir hatten schon einige Gespräche darüber, aber wenn ich sage dass die Situation damals wahrscheinlich der Auslöser war für meine Krankheit sagt sie immer nur, sie war nicht schuld, es waren die Umstände damals.
Aber sie hat Verständnis für meine Angstzustände und ist dann auch immer für mich da.

Depression ist halt immer noch eine Krankheit die von der Umwelt als solche nicht anerkannt wird.

10.03.2010 19:00 • #13

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