Den richtigen Therapeuten finden - Tipps

telana

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Hallo,

heute treiben mich viele Gedanken um.
Ich lese oft wenn andere von Ihren Therapeuten schreiben oder auch Freunde erzählen. Ich denke mir immer wow haben die tolle Menschen an ihrer Seite.
Wie sind eure Therapeuten, oder wie findet ihr sie?
Wisst ihr etwas von Ihnen Privat? ist es eine familiäre Atmosphäre, habt ihr wirklich absolutes vertrauen und könnt alles sagen?

Ich lese sooft , dass jemand sagt er hat einen super Therapeuten, aber was ist super? Sagt derjenige das richtige, gibt Tipps?

Also meine Thera gibt keine Tipps (kann aber auch an der Therapieform liegen ich mache eine Analyse)
und privat weiß iche hrlich gesagt auch ncihts von ihr. Sie fragt halt nacht, fasst zusammen oder gibt ab und zu ihre eigenen Gedanken dazu und das wars.

Irgendwie hab ich das Gefühl alle anderen haben immer etwas besonderes was ich nie haben werde?
Oder hab ichs und merks nur nicht, weil meien Thera auch gut ist und ich eifnach nur nicht so euphorisch sein kann?

Liebe Grüße
Telana

10.03.2009 23:13 • #1


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Bunte

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Hallo Telena,
also ich hatte bis vor kurzem eine Therapeutin die mir nicht weitergeholfen hat. Vielleicht war es auch die Therapieform, auf jeden Fall gab sie mir keine Tipps, kaum Hilfestellung, sie hörte nur zu und schrieb alles auf, keine Übungen für zu Hause....es war wohl eine Verhaltenstherapie.....ich fragte sie mal was über meine Persönlichkeitsstörung, was eine abhängige und ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung ist, was ich denn nun habe. Darauf gab sie mir ein Fachbuch und ich sollte es mir durchlesen, was denn auf mich zutrifft!!!!!! Sie hat es mir nicht erklären können sondern gab mir ein Fachbuch!!!!!! Es war mir SEHR eigenartig..... Auf jeden Fall hat sie ihre Praxis aufgegeben, wegen Krankheit, und ich bin jetzt bei der Nachfolgerin. Die ist so gut das ich es kaum glauben kann, ich habe sogar schon bei einer Übung gemerkt das ich weniger Angst habe, nur durch hilfreiche Gedanken, die sie mit mir ausgearbeitet hat. Das hatte ich vorher nie! Sie erklärt mir alles, auch meine Krankheiten, gibt jede Menge Hilfestellung und ich kriege Hausaufgaben auf. Ich mußte auch sehr viele Fragebögen ausfüllen usw. Sie wird mir weiterhelfen, glaube ich, ich kanns kaum glauben, ich hab wieder Hoffnung. Vielleicht liegt es bei dir an der Therapieform oder an der Therapeutin. Vielleicht solltest du sie mal darüber fagen, welche Therapie sie mit dir macht und das du das Gefühl hast es hilft dir nicht. Frag sie einfach mal genau darüber aus. So würde ich es machen.
Viele liebe Grüße von Bunte!

11.03.2009 10:48 • #2


Seesternchen

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Ich habe eine ganz liebe Verhaltenstherapeutin, wo ich wirklich das Gefühl habe, dass sie sich wirklich für mich interessiert.
Sie sieht mir an, wenn was ist und ich hab sogar ihre Privatnummer und ihre Handynummer, falls irgendwas akutes ist. Sollte sie auch schon mal WE anrufen, damit sie weiß, ob alles in Ordnung ist und mir bei Bedarf helfen kann.
In der Therapie machen wir auch schon mal Übungen und ich bekomm auch schon mal "Hausaufgaben" auf, die sie allerdings nicht kontrolliert.
Privat weiß ich auch einiges über sie.
Inzwischen hab ich auch absolutes Vertrauen zu ihr und ich erzähle eigentlich alles.
Sie gibt bei allem was ich habe ihre Meinung oder eine andere Sichtweise und hat mich schon sehr oft zum nachdenken oder umdenken gebracht.
Ich hab das Gefühl, dass Therapeutin wirklich ihre Berufung ist, denn das ist sie scheinbar mit Laib und Seele.

12.03.2009 10:10 • #3


telana

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Hallo ihr zwei,

danke für eure Antworten.

Hma lso schelcht ist meine Thera nicht und es hat sich bei mir ja acuh schon was verändert. Ich mache eine Analyse,
nur wissen tue ich von ihr überhaupt nichts, aber ich frage auch nicht direkt nach, was wahrscheinlich an mir liegt, genauso wie ich nicht sagen kann wenn mir was nicht passt. Ich hab auch noch nie nach Diagnosen gefragt, Depression hat sie von sich aus angesprochen, aber hm.

Ich glaube es liegt an mir, ich hab immer das Gefühl die anderen haben was besonderes tolles,ich glaube meine Thera ist auch gut...

ich bin einfach nicht normal und da kann sie ja auch nichts dafür.
ich bin froh dass sie mich ernst nimmt, wenigstens hab ich meistens das Gefühl.

telana

12.03.2009 11:49 • #4


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achtsamkeit

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Hallo!
Ich bin fast ein Jahr bei einer Therapeutin wegen Depressionen. Sie ist sehr einfühlsam, verständnisvoll, gibt Hilfen. Privat weiß ich überhaupt nichts von ihr. Ich denke auch, dass mich das nichts angeht, dass sie das bei allem Verständnis für mich, trennt (berufl. und priv.) Ich glaube sonst könnte sie nicht so klar sein . Schließlich haben die Therapeuten ja sehr viele Patienten/innen. Das muss man sich einfach klar machen. Ich habe absolutes Vertrauen zu ihr und sie weiß alles von mir .
Ich muss täglich an sie denken und auf eine Art liebe ich sie. Das ist aber die übliche Projektion, weil dort ein Mensch zuhört und nur für einen in der Therapiestunde da ist.
Allerdings habe ich schon jetzt Angst vor der letzten Therapiestunde und wie ich dann ohne sie auskommen soll.
Also sei froh, dass du deinem Gefühl nach eine gute Therapeutin hast und akzeptiere, dass sie ihr Privatleben für sich behalten will.
Pelle

13.03.2009 13:35 • #5


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nordicat

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Hallo!

Diese Frage spricht mir aus dem Herzen. Meine Therapie habe ich erst Mitte Januar begonnen und bin mir auch noch unsicher, was ich von der Therapie und der Therapeutin halten soll. Sie arbeitet tiefenpsychologisch nach Jung. Nach der allerersten Begegnung war ich begeistert von der Frau. Es hat mir gefallen, dass sie sehr unkonventionell ist, die Dinge beim Namen nennt, auch mal mit Kraftausdrücken, eben einfach direkt, natürlich, auch witzig. Und ich bekam auch gleich eine Aufgabe für's nächste Mal: meinen Lebenslauf aufzuschreiben, alles, was für mich wichtig war, sowie meine Familie kurz zu skizzieren.

Ab der nächsten Sitzungen hab ich aber so meine Zweifel bekommen. Während der Sitzungen hat meistens sie geredet, ich kam kaum zu Wort. Sie hatte wenig Geduld, meine Antworten abzuwarten. Während ich noch überlegte, hat sie schon wieder angefangen, etwas dazu zu erklären. Sie hat viel interpretiert und ich habe mich darin nicht wirklich wiedergefunden. Und ihre Gedanken scheinen mir oft sehr durcheinander und auch "obstrus", ich verstehe sie oft einfach nicht. Dazu kam dann noch, dass es einige organisatorische Dinge zu klären gab, wie Krankschreibung, ReHa-Antrag, die einfach zu viel Platz eingenommen haben. Zwar hatte ich auch immer das Gefühl, dass sie die Abgründe meiner Seele schnell durchschaut, aber ich bin fast verzweifelt.

Letzte Sitzung habe ich mich dann getraut zu sagen, dass ich das Gefühl habe, nicht genug zu Wort zu kommen. Das hat sie gleich aufgegriffen. Und hat mir ein therapeutisches Mittel gezeigt - das Sandspiel - das mir die Möglichkeit gibt, mich auszudrücken, ohne dass sie dazwischenredet. Das war genial. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass es um mich ging. Dann hatte ich noch ein Gedicht dabei, dass in das Thema der Sitzung passte und sie war davon beeindruckt. Die Sitzung hat mir jetzt Hoffnung gemacht.

Auch hat sie mir erklärt, dass sie es als ihre Aufgabe sieht, mich zu verwirren, damit etwas in mir in Bewegung kommt. Außerdem sieht sie das gesamte therapeutische Umfeld (alle beteiligten Ärzte, sie selbst, mich) als Spiegel meiner Situation. So wie ich mit ihr umgehe, was ich ihr gegenüber empfinde, zeigt gleichzeitig, wo meine Probleme liegen. Z.B. dass ich mich nicht getraut habe, ihr meine Meinung zu sagen, ist ein altes Verhaltensmuster, das ich gelernt habe. Diesen Ansatz finde ich wiederum faszinierend und rückblickend verstehe ich jetzt mein Unbehagen der anderen Sitzungen besser.
Auch das gibt mir Anlass zu der Hoffnung, dass sie ihr "Handwerk" doch gut versteht. Und, okay, dass sie die eine oder andere "merkwürdige" Vorstellung von etwas hat, sei ihr unbelassen. Ich muss ja nicht alles kritiklos annehmen. Vielleicht gleichzeitig eine gute Übung in Kritik und Meinungsbildung.

Was meint ihr? Bin weiter mit gespannt auf andere Erfahrungen.

Grüßchen,
nordicat

13.03.2009 16:17 • #6


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achtsamkeit

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Hallo, fand deinen Beitrag sehr interessant. Kannst du erklären was genau mit dem Sandspiel gemeint ist, wie das funktioniert?
Pelle

13.03.2009 16:29 • #7


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nordicat

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Ja, das kann ich gerne machen. Ich erzähl einfach mal los:

Ich kam in einen extra Raum, an der Wand standen mehrere Regale, bei dessen Ansicht dem Kind in mir sofort das Herz aufging. Es war gefüllt mit lauter Figuren: Tiere aller Arten und Rassen, Urtiere, auch mysthische Wesen wie Drachen, Elfen; dann menschliche Figuren verschiedenster Art: Kinder, Erwachsene, bestimmte Berufe; Pflanzenfiguren wie Bäume u.a.; Häuser, Gebäude; natürliche Materialien wie Steine, Muscheln, Früchte, Zapfen; auch Dekosteine und vieles mehr. Dazu "Geräte", mit denen man den Sand bearbeiten kann, zum Muster machen, glatt streichen, graben, sieben usw.
Dann stehen dort zwei rollbare Tische, auf denen jeweils eine Kiste (oder großes Tablett) mit Sand befestigt ist. In der einen Kiste ist trockener Sand, in der anderen nasser.

Erste Aufgabe ist es, dich für einen Sand zu entscheiden: der trockene ist weicher, wärmer, wirkt feiner (ist aber beides derselbe Sand), rieselt, ist heller usw.; der nasse Sand ist kälter, fester, etwas dunkler, bappt gut zusammen.

Wenn du dich entschieden hast, was für dich in diesem Moment der richtige Sand ist, schiebst du den Tisch in die Zimmermitte und gehst einmal drumherum und entscheidest dich dann, wo du stehen willst. Dazu muss man sagen, die Therapeutin sitzt währenddessen die ganze Zeit auf einem Stuhl an der Seite und beobachtet dich und macht Notizen. Du kannst dich so hinstellen, dass sie alles sehen kann, aber auch so, dass sie nix sehehn kann. Und natürlich kannst du jederzeit deine Position verändern.

Und nun geht's richtig los: Erstmal nimmst du ein bisschen Tuchfühlung mit dem Material auf. Und kannst dir nach Herzenslust - so ganz nach Intuition oder mit bestimmten Gedanken dahinter - nun alles aus den Regalen holen und damit im Sand ein Bild entstehen lassen. Das kann einfach alles sein, was dir einfällt. Du kannst Figuren nutzen, oder Muster machen, oder aus dem Sand selbst was bauen oder alles kombinieren. Und es wird am Ende immer mit dir zu tun haben.

Währenddessen musst du nichts erklären, nicht reden. Und die Therapeutin ebenso. Erst, wenn du selbst dein Bild für beendet erklärst, sprecht ihr darüber. Sie meldet dir zurück, wie sie dich dabei erlebt hat (bei mir z.B. meinte sie, mir war die Begeisterung anzumerken und ich war in dem Moment wie ein Kind im Grundschulalter). Und du erzählst, wie es dir beim Aufbau des Bildes ergangen ist, was du gefühlt hast, ob du dir schon was dabei gedacht hast. Je mehr du einfach deiner Intuition folgen konntest, desto mehr wirst du vielleicht selbst überrascht sein über mögliche Bedeutungen. Die Therapeutin versucht, nicht zu interpretieren, gibt aber durch Fragen und Hinweise Denkanstöße.

Für mich war das der Hammer! Es hat Spaß gemacht. Ich konnte ganz viel ausdrücken. Das Gespräch danach hat gute Denkanstöße und Erkenntnisse geliefert. Und hier kam wirklich ICH zur Geltung. Bei diesem ersten Mal hab ich sehr gezielt gebaut, vielleicht schaffe ich es auch irgendwann, einfach intuitiv nach etwas zu greifen und mich noch mehr von mir selbst überraschen zu lassen.

Ich glaube, es ist ein Mittel, das besonders in der Therapie nach Jung angewendet wird, in der ohnehin viel mit Bildern, z.B. auch Träumen gearbeitet wird.

Liebe Grüße,
nordicat

13.03.2009 17:26 • #8


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achtsamkeit

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Hallo Nordicat!
Danke für diese Info. Das hört sich wirklich sehr interessant an. Würde mir auch gefallen.
Mehrere haben auch geschrieben, dass sie von ihrer Therapeutin Hausaufgaben bekommen. Wie sehen diese denn aus. Ich habe bisher erst zwei bekommen. Ganu am Anfang einen Fragebogen und später musste ich zuhause das ABC-Spiel machen und dann haben wir in der folgenden Therapiestunde darüber gesprochen. Das war auch effektiv .

Liebe Grüße Pelle

14.03.2009 11:23 • #9


Karlchen

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Hallo,

mein Therapeut ist einfach Mensch, mal einfühlsam, lieb, nett, mal genervt, abweisend, provokativ. Aber immer mit ganz viel Geduld. Es ist in der Therapie nicht immer einfach , gab und gibt viele Konflikt ( teils bis zum Therapieabbruch ). Ich mache eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie, mit Anteilen von Gesprächs-, Gestalttherapie und Traumatherapie nach Reddemann , EMDR.

Manchmal bekomme ich auch Hausaufgaben auf, Fragebögen ( aber nur selten ) oder Bilder malen.

Ich bin davon überzeugt, das er für mich ein sehr guter Therapeut ist, auch wenn er nicht immer dieser Meinung ist, wenn er z. B. sagt: Ich weiß nicht mehr weiter oder ich bin hilflos. Dies zeigt meiner Meinung nach auch seine Ehrlichkeit. Er ist sehr offen zu mir, hat mir alle Gutachen oder Arztbriefe, bevor er sie weg geschickt hat zum Lesen gegeben, und die Diagnosen mit mir besprochen.

Privat hat er ein bißchen erzählt, und wenn ich etwas wissen möchte, frage ich halt. Bisher habe ich auch immer eine Antwort bekommen. Aber ich bin meist der Meinung , es geht mich nichts an.

Liebe Grüße
Karlchen

15.03.2009 00:28 • #10


telana

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Hallo Ihr Lieben,

vielen Dank dass ihr mich an Euren Erfahrungen teilhaben lasst.

Könnt ihr denn auch bei Euren Therapeuten ansprechen wenn euch was nicht passt, ihr etwas anders seht oder ein Verhalten des Therapeuten nicht gut findet?

Ich lese ja zb bei Karlchen von Konflikten.... das ist für mich zb gänzlich unmöglich, ich hab mich auch erst einmal getraut nach zufragen wies weiter geht (als die Kurzzeitthera zu Ende war und es um die Verlängerung ging) und hab gedacht ich sterb dabei. Meine Therapeutin war ganz nett und hat geantwortet, ich hab auch gefragt ob sie denkt das wird genehmigt ( ich meine die Genehmigung hängt ja auch stark davon ab, was der Therpeut schreibt). Sie hat mich gefragt ob ich mir sorgen deshalb mache, was ich auch mit einem nicken (mehr war nicht möglich) beantwortet hab. Sie meinte ich muss mir keine Sorgen machen und hatte auch recht damit. Ich weiß nicht, sie nimmt mich immer ernst,aber irgendwie hab ich immer Angst das es morgen vorbei ist weil ich nichts hab (oder sie vllt das Gefühl hat ich will mich nicht ändern oder sowas....)
Nur wenn ich was schreibe (das war am Anfang der Fall und jetzt beim zwischenbericht für die Beantragung der Langzeitthera) kann ich alles schreiben, wie ich mich fühle, oder wo ich Probleme hab ect. Allerdings spricht sies nicht an, ich denke sie wartet drauf dass ich es mal anspreche...

Das mit Aufgaben kenne ich nicht,aber ich denke, es liegt an der Therapieform (wie gesagt Analyse) oder vllt weil ich einfach nicht so weit bin mit einlassen??

keine ahnung aber meine Thera arbeitet nicht nach VT denke mal deshalb.

Und noch eine Frage, wie geht Eure Thera damit um, wenn ihr weinen müsst?
Das ist bei mir auch nur einmal Passiert am Anfang ich konnte wirklich nimmer. (und weinen vor anderen geht mir voll gegen den Strich und mache ich normalerweise nicht) irgendwie hatte ich das Gefühl sie geht da gar nicht mit um, hat mich angeschaut, nicht mal ein Taschentuch angeboten (da hab ich nach gefragt) und am schluss nur gemeint, eine Sache sollte ich lassen das wäre zu viel für mich. Ende aus. Und die Antwort wusste ich selbst auch.
Ich weiß nicht was ich mir gewünscht hätte aber irgendwie war das echt blöd...wie ist das bei Euch???

Liebe Grüße
Telana

15.03.2009 10:49 • #11


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achtsamkeit

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Hallo, zu deiner Frage bezgl. weinen in der Therapiestunde. Je nach Situation lässt meine Therapeutin mir still Zeit zu weinen .Ich muss also nichts erklären. Manchmal sage ich dann selbst etwas wenn ich wieder sprechen kann. Oft sagt sie aber auch, dass mich dies (das gerade Besprochene) berührt, oder sie fragt ,wenn ich plötzlich weine was mich in dem Moment so tief berührt. Dabei spricht sie sehr einfühlsam ohne Druck nach Erklärungen zu verlangen oder sonst wie zu kommentieren. Taschentücher liegen immer bereit und sie reicht auch eines wenn man selbst keines hat. Ich finde ihr Verhalten in diesen Situationen sehr gut.
Pelle

15.03.2009 13:44 • #12


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nordicat

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Hallo,

zum Weinen während der Therapie: ist überhaupt kein Problem, da steht so eine Box mit Taschentüchern, die schiebt sie mir einfach rüber. Ich denke auch, sie kann gut einschätzen, ob ich weiter aufnahmefähig bin oder nicht. Je nachdem wartet sie ein bisschen ab, lässt mich weiterreden oder sagt selbst etwas.
Mir ist es zwar auch nicht angenehm, aber unterdrücken kann ich es eh nicht und ich denke auch, jeder Therapeut sollte wissen, wie erlösend weinen sein kann.

Pelle, dich wollte ich nochmal fragen, was das ABC-Spiel ist.

Noch eine Frage: kennt sich jemand von euch mit HYPNOSE in der Therapie aus?

Gruß,
nordicat

15.03.2009 18:28 • #13


Karlchen

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Hallo,

weinen kann ich trotz der langen Therapiezeit leider immer noch nicht, kämpfe jede Stunde gegen an, obwohl ichmir nichts anderes wünsche. Vielleicht auch weil ich Angst davor habe, mich mit meinen Tränen und der Trauer allein gelassen zu fühlen.

Wenn mir was nicht passt, oder ich etwas anders sehe, spreche oder oft schreibe ich es, meistens dauert es auch ein paar Wochen bis ich es rausbekomme. Die Reaktion seinerseits ist verständnisvoll und er erklärt mir seine Sichtweise, oft sind es Dinge die unterschiedlich bei uns beiden angekommen sind.

Auch ich habe habe Angst, dass er mich nicht ernst nimmt, das alles auf einmal vorbei ist. Es war auch schon öfter der Fall , das die Therapie auf der Kippe stand. Ich habe dann ganz automatisch angefangen zu kämpfen, wobei ich bis heute nicht verstehe warum man um eine Therapie kämpfen muss, obwohl man sie dringend braucht.

Gruß Karlchen

15.03.2009 21:05 • #14


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achtsamkeit

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Hallo, also das ABC spiel ist eigentlich eine Methode um bei einem Thema einen interessanten Einstieg zu machen. Habe das als Methode immer meinen Schülern beigebracht.
Wenn diese zum Beispiel das Thema Teamarbeit hatten, dann schreibt man die Buchstaben untereinander und jeder schreibt für sich spontan auf was er mit dem Begriff Teamarbeit assoziiert. Bei dem Buchstaben M könnte einer schreiben "Miteinander" weil er das positiv sieht und ein anderer denkt dabei eher an "Mobbing" weil er sich ausgeschlossen fühlt bei Temaarbeit. Die Ergebnisse regen an über das Thema zu sprechen.
Ich hatte damals den Namen meiner Therapeutin genommen und mir Gedanken gemacht. Dabei fielen mir zu einzelnen Buchstaben auch mehrere Begriffe ein. Bei einem E könnte dann stehen: einfühlsam, empathisch, ehrlich...Habe auch nur postive Eigentschaften genannt.(negatives ist mir gar nicht in den Sinn gekommen. Wüsste auch nichts)
Als ich meiner Therapeutin dies gegeben habe hat sie mir als Hausaufgabe gestellt dies mit meinem Namen zu machen. Dabei sollte ich eigentlich auch nur positive Wörter schreiben, aber ich habe fast nur "negative" Dinge mit meinem Namen verbunden. Bei a steht dann z.B. ängstlich, autistisch.
Wir sind dann die Buchstaben und meine Assoziationen durchgegangen in der Therapie. Das war sehr hilfreich aber auch schmerzhaft.
Hoffe, dass ich die Methode einigermaßen verständlich vermitteln konnte.
Lieben Gruß Pelle

16.03.2009 13:36 • #15


Zimtschnecke

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Ich hab schon in früheren Jahren öfter Therapie gemacht, bei verschiedenen Therapeuten (meist anderer Wohnort). Ich denke, das Wichtigste ist, dass die Wellenlänge stimmt. Ansonsten fällt mir zu verschiedenen Stichworten ein:

1.) Privates: Der Therapeut macht das als Job, deswegen muss ich nicht sein Privatleben kennen, um mit ihm gut klar zu kommen. Wenn das Verhältnis so gut ist, dass man danach fragen und darüber plaudern kann, ist es auch gut. Umgekehrt MUSS er ja so viel wie möglich von mir wissen, um meine Probleme zu verstehen.

2.) Vertrauen/ Sich öffnen können: Auch hier hilft mir das Wissen darum, dass es sein Job ist. Zum einen besteht absolute Verschwiegenheitspflicht, es bleibt also unter uns, was ich erzähle. Zum anderen sollte er so viel menschliches Leid und Abgründe kennen, dass er mich nicht verurteilt, für abartig erklärt oder sonstwas. Also wem gegenüber könnte ich so vertrauensvoll und offen alles erzählen, ohne Angst zu haben?

3.) Tipps: Ein guter Therapeut sollte meiner Meinung nach nicht sagen, was ich tun oder lassen soll. Er soll mich anregen, selber Fragen zu stellen, Dinge anders zu sehen, zu hinterfragen, etc. Er soll mir eine stützende Hand reichen, aber nicht sagen, welcher Weg der richtige ist. Er kann mir nur dabei helfen, die Entscheidung, wo ich langgehen will, selber zu treffen, indem ich meine Bedürfnisse im Auge behalte.

Natürlich ist ein Therapeut auch nur ein Mensch und die Therapie fällt immer individuell aus. Auch der hat mal einen schlechten Tag. Auch der kann so gar nicht zu mir passen.

Und was andere Leute von ihren Therapeuten halten oder nicht, muss für mich nicht maßgebend sein. Ich kannte mal eine "Leidensgenossin", deren Therapie sich darin erschöpfte, dass sie einfach nur erzählt hat, was ihr in der letzten Zeit so passiert ist. Ich hatte das Gefühl, dass ihr Therapeut ihr bester Zuhörer ist, aber sie in keinster Weise anregt, irgendetwas an ihrem Leben zu ändern. Sie fand das toll. Ich fand es dürftig und hab mich gefragt, wozu sie das macht.

Lass dich also nicht beirren Telana, sondern hör auf dein Gefühl. Hast du das Gefühl, dass dir die Therapie etwas bringt? Oder hast du das Gefühl, nicht verstanden zu werden?

Gruß, Zimtschnecke

16.06.2009 07:47 • #16


byron

Hallo zusammen!

Ich finde den Thread und eure Schilderungen und Erfahrungen sehr spannend! Einiges davon hat mir regelrecht Mut gemacht, weil ich auch öfters über den Therapeuten und die Therapie grüble.

Ich versuche auch mal eine knappe Schilderung:

Privates über sich gibt er selbst zu belanglosen Themen nicht preis: ich weiß nach 1,5 Jahren nur, dass er vermutlich Kinder hat und etwas Sport treibt. Ich finde seine Trennung Beruf/Privat aber völlig ok, und sie ist vermutlich sogar förderlich, weil ich mich ja nicht mit *ihm* beschäftigen soll ...

Verhaltensempfehlungen oder Tipps kommen von ihm nicht - so sehr ich sie auch manchmal vermisse. Schlimmer noch: in der Regel gibt er nicht mal eine Bewertung ab. Kein "jetzt verrennen Sie sich aber" oder "sehen Sie das doch mal so und so" ... Gut, in ganz schwacher Form lenkt er das Gespräch durchaus, und ich versuche halt auch manchmal zwischen den Zeilen zu lesen. Wenn ich ihm z.B. schildere, wie ich heute völlig unsicher mit einem akuten Konflikt umgegangen bin und er dann erst mal nicht viel dazu sagt, deute ich das nach den 1,5 Jahren als "hey, gut gemacht - ist völlig in Ordnung so" ;-))

Das ist aber auch so ein Knackpunkt, mit dem ich nicht wirklich umgehen kann: es ist alles nicht "greifbar"! Ich weiß z.B. weder, welche "offizielle Diagnose" mich bei ihm sitzen lässt, noch welche Therapieform oder welche Verfahren er anwendet oder wie die eigentlich funktionieren sollen - nix. Es ist irgendwas in Richtung "tiefenpsychologisch fundierte oder analytische Psychotherapie" mit einem stark erhöhten Anteil an Dialog (wegen einiger handfester Probleme von außen, die erst mal mit geregelt werden mussten).

Insofern ist mir zumindest diese Erfahrung mit dem unangenehmen Schweigen ziemlich fremd, sondern ich kämpfe eher mit dem Gegenteil, weil er manchmal ausführlich über balanglose Punkte sinniert (eine Musikgruppe oder ein Verkehrsmittel oder so etwas) und ich dann denke "ist doch jetzt gut - es ist egal, und außerdem waren wir doch schon vor fünf Minuten so weit ...!" Ich weiß nicht, was das soll. Manchmal denke ich, er will mir damit Gelegenheit geben, mich bezüglich des wichtigeren Themas zu sammeln - oder er will mich damit irgendwie provozieren ...? Oder es ist seine Eigenart ;-)

Kurz: ich kann meinen Therapeuten ganz und gar nicht einschätzen, aber vielleicht ist das auch nicht meine Aufgabe Aber ich hab den Verdacht, dass sehr langsam einiges ins Rollen kommt. So ulkig mir manches vorkommt, weil ich es nicht verstehe und einordnen kann ...

Liebe Grüße,
byron

13.12.2009 23:43 • #17

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