Dem Chef von Burn Out erzählen?

Kessi

Kessi

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Hallo,
im April hatte ich eine schwere depressive Phase, die weiterhin anhält, verbunden mit einem Burn Out. Zum Glück habe ich relativ schnell einen Therapeuten gefunden und habe zu dem einen sehr guten Hausarzt. Sie rieten mir zu einer stationären Behandlung. Dagegen habe ich mich sehr lange gewehrt. Nun habe ich mich entschieden eine Therapie zu machen und bekommen wenn alles gut klappt im Juni einen Platz.
Ich habe allerdings extreme Angst davor es meinen höheren Vorgesetzten zu sagen, vorallem was soll ich sagen.
Meinem direkten Vorgesetzten habe ich schon mehr Infos gegeben, da er es auch für die Dienstplanung benötigt und ich ihm vertraue.
Nun weis ich nicht wie und was ich meinen höheren Vorgesetzten sagen soll, machen muss ich es, komme da nicht daran vorbei.
hat mir jemand einen Tip ?
Gruß
Kessi

20.05.2011 21:41 • #1


Sonnenblume20

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Hallo Kessi,

grundsätzlich musst Du Deinem Arbeitgeber gegenüber und auch Deinen Kollegen keine Diagnose mitteilen.
Ich weiß natürtlich, dass immer alle wissen wollen, was man nun genau hat.

Wenn es Dir unangenehm ist, über Deine Depression zu sprechen, Deinem AG aber etwas mitteilen möchtest,dann kannst Du einfach sagen, dass Du im Moment einen Erschöpfungszustand hast und in einer Klinik genauer abgeklärt werden muss, was es genau damit auf sich hat.
Oder Du kannst sagen, dass Du einfach gesundheitliche Probleme hast und deswegen ein Klinikaufenthalt notwendig ist.

Mehr musst Du auf keinen Fall sagen und wenn irgendjemand bohrt, weil er genaueres wissen will, dann sag einfach, dass die Ärzte noch dabei sind, Ursachen zu suchen und Diagnosen zu stellen.

20.05.2011 22:29 • #2



Hallo Kessi,

Dem Chef von Burn Out erzählen?

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Kessi

Kessi

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Hallo Sonnenblume,
vielen Dank für deine Antwort, ja so ähnliches habe ich mir schon überlegt....aber irgendwie ist da etwas Caos in meinem Gehirn. Deine Worte helfen mir. Danke
Übrigens musste ich gerade schmunzeln ( ja das habe ich tatsächlich) habe eben als ich auf eine Antwort gehofft habe, in meinem Profil einen Avatar hochladen wollen und zwar eine Sonnenblume!
Gruß und gute Nacht
Kessi

20.05.2011 22:47 • #3


Sonnenblume20

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Zitat von Kessi:
Übrigens musste ich gerade schmunzeln ( ja das habe ich tatsächlich) habe eben als ich auf eine Antwort gehofft habe, in meinem Profil einen Avatar hochladen wollen und zwar eine Sonnenblume!

Ooch, das ist ja echt ein Ding!

Machmal antwortet die Welt einem schneller, als man denkt.

Dir auch gute Nacht!

20.05.2011 22:50 • #4


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JeanLucca

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Guten Morgen Kessi.

Genau die Frage habe ich mir 2007 auch gestellt. Nachdem ich einen Therapieplatz hatte, musste ich meinen Arbeitgeber informieren. Entweder konnte ich eine Krankmeldung ohne weitere Erklärung für die Zeit abgeben oder eben mit meinem Chef sprechen. Die erste Möglichkeit fiel bei mir sofort raus - also stand der Gang zum Chef an.
Ich bin 14 Tage lang an seinem Büro vorbeigeschlichen, habe mir Mut gemacht, durchgeatmet, die Worte zurechtgelegt und bin dann wieder worbeigeschlichen (....ach, ich machs Morgen).
Irgendwann habe ich dann meinem direkten Vorgesetzten gebeten mit zu einem Gespräch zum Chef zu kommen und bin dann rein. Ich wollte einfach das ich nicht allein bin, jemand da ist. Dann habe ich meinem Chef offen von meiner kommenden Therapie erzählt.
Seine Reaktion war sehr unterstützend aber doch zögerlich. Na ja, ich bin dann raus und hab meinen Job gemacht. Irgendwie war ich verunsichert was das nun bedeutet. Ich hatte ja irgendwie mit z.B. einer Umarmung gerechnet oder sowas. Na ja.
Am nächsten Morgen kam dann mein Chef zu mir und sagte das er es gut findet das ich eine Therapie mache und egal was kommt, die Firma hinter mir steht.

So war es bei mir.

Gute Grüsse und ein schönes Wochenende

21.05.2011 06:37 • #5


Kessi

Kessi

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Hallo JeanLucca,
vielen Dank für deinen Bericht. Du hast also deinem Chef offen gesagt, das Du eine Depression hast und deshalb eine Therapie machst? Wow. Darf ich fragen wie gut du deinen CHef kennst?
Meinem direkten Vorgesetzten habe ich das auch gesagt, aber die oberen...möchte nicht zu viel sagen, da ich Angst habe, dass es doch irgendwie weitergesagt wird. Unser Laden ist ein Traschhaufen.
Gruß
Kessi.
P.S heute war ein guter Tag, seit langem.

21.05.2011 22:09 • #6


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JeanLucca

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Hallo Kessi,

Zitat von Kessi:
Darf ich fragen wie gut du deinen CHef kennst?


Hm, na ja, er ist mein Chef, mehr nicht. Ich mag ihn aus vielen Gründen.....sicher hat er auch Ecken und Kanten aber er ist halt offen, sagt was ihm nicht passt und auch was er gut findet. Ich fühle mich ganz wohl in der Firma, habe nicht allzuviel Kontakt mit meinen Kollegen da ich viel im Aussendienst bin.
Ich wollte damals halt mit offenen Karten spielen da ich mich so besser fühle. Also ich habe abgewägt, wie es in mir aussieht wenn ich es nicht sage warum ich mal eben für 6 Wochen weg bin.....oder was passiert wenn ich offen bin. Für mich war es damals wichtiger das ich mich oute. Wenn der Schuss nach hinten losgegangen wäre hätte ich mir nichts vorzuwerfen brauchen.

Irgendwie hast Du aber schon Recht, denn ich habe all die Jahre im Stillen gegrübelt ob die Kollegen wissen was mit mir los ist, ob mein Chef dichtgehalten hat. Kopfkino. Aber im Grunde glaube ich das ich mit meinem Kurs richtig gefahren bin. Ich weiß aber auch das alle_Welt nach Offenheit schreit und Verständnis heuchelt solange etwas weit weg ist. Sobald es aber alle_Welt direkt betrifft entstehen halt Probleme weil viele damit nicht umzugehen wissen. Deshalb outen sich ja auch keine gleichgeschlechtlich im Profifussball, z.B.

Ist nicht einfach das Thema. Ich denke das es keine Pauschallösung gibt da es sehr individuell ist. Hauptsache ist, dass jeder einzelne sich mit seiner Entscheidung wohlfühlt und dazu steht.

Lg

P.S.: Ich hatte ein gutes Wochenende und wünsche Dir eine ganze Phase guter Tage

22.05.2011 20:30 • #7


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Anthea

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Hallo!
Ich selber stand im letzten Oktober vor der schwierigen Aufgabe.
Ich musste in die Klinik zur Behandlung und wusste nun nicht wann es losgeht.
Ich arbeite in der Altenpflege und da darf man eben keine Depressionen haben.
Auch ich hatte wahnsinnigen bammel davor zu meiner Chefin zu gehen.
Wir haben nun nicht grad das beste Verhältnis zueinander, aber ich musste ja sagen das ich eine Zeit lang ausfalle.
Ich hab bei ihr um einen Termin gebeten und ging dann zu ihr. Dazu muss man wissen, ich bin selber eher ein Angsthase.
Als ich bei ihr war, hab ich dann einfach alles erzählt und ihr auch gesagt, dass es für mich schwer ist darüber zu reden und ich angst habe das es jemand amderes erfährt.
Ich war mehr wie nur positiv von ihr überrascht.
Sie zeigte sich sehr verständnisvoll und sprach mir sogar Mut zu.
Es gibt also auch noch Chef´s die in Herz haben.
Ich möchte dir einfach nur damit sagen, dass man es einfach versuchen sollte.
Und du kannst mir glauben, ich bin was sowas angeht ein Riesenfeigling.
Liebe Grüße und alles Gute LilyRose

29.05.2011 17:15 • #8


Kessi

Kessi

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Hallo LilyRose ,
auch dir herzlichen Dank für deine Rückmeldung.
Inzwischen habe ich es fast allen beteiligten Personen bei der Arbeit gesagt, wobei bei mmir das Burn Out im Vordergrund steht. Ob das nun wirklich so ist, bzw. was meine Deppresion ausgelöst hat weis ich noch ncht so genau.
Aber ja ich bin nun wirklich viel gelöster und zuversichtlicher, da ich bisher nur positive Rückmeldungen erhalten habe. Nun muss ich es noch meiner Pflegechefin sagen, aber ich weis nun, dass ich das schaffe. Hätte ich vor einem Monat nicht gedacht.
Gruß
Kessi

31.05.2011 16:12 • #9


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Anthea

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Hallo Kessi!

Es freut mich zu lesen das du mit deinen Kollegen/-innen reden konntest.
Ich habe nach meinen Gespräch mit meiner Chefin dann auch am nächsten Tag mit meiner PDL gesprochen.
Sie hat es zwar mit weniger Verständnis aufegnommen, aber dennoch sehr positiv.
Im grunde ist es egal welche Krankheit einen dazu zwingt in eine längere Behandlung zu gehen, es ist immer gut wenn Chef/in und wie bei uns die PDL bescheit wissen.
Meine Kollegen wissen es bis auf 2 nicht.
Ich hab leider Kollegen/-innen die es auch gern gegen einen verwenden.
Aber wichtigste ist das es dir nun besser geht und du dementsprechend dem ganzen gelassener entgegen gehen kannst.
Ich wünsche dir alles Gute und ganz viel Kraft.

Liebe grüße LilyRose

31.05.2011 17:48 • #10


Kessi

Kessi

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Hallo LillyRose,
nach 10 - wöchigem stationären Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik bin ich nun zurück, UND es geht mir viel besser. Das war das Beste was ich machen konnte.
Ab nächster Woche beginne ich mit Wiedereingliederumg am Arbeitsplatz, vieles ist offen und ich ab natürlich auch etwas Schiss, aber ich weis, das wird nicht so schlimm wie ich es mir vorstelle.
Ich freu mich über mein " neues" Leben und hoffe nicht noch einmal in so eine Situation zu kommen.
Herzl. Gruß
Kessi

01.09.2011 20:34 • #11


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Pyxidis

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Hallo Kessi,

das sind ja mal gute Nachrichten.

Berichte nächste Woche doch mal wie es mit der Wiedereingliederung klappt.

Viele Grüße
Scorpio

02.09.2011 10:03 • #12


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Anthea

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Hallo Kessi,

es freut mich total sowas gutes zu lesen. Ich werde mir auch einen Termin geben lassen bei meinem Hausarzt und einen Antrag auf Kur stellen. Denn ich merke wie ich immer weniger zurecht komme. Aber ich kann dir sagen, du wirst ganz anders mit allem umgehen können. Ich wünsche dir das allerbeste und ganz viel Kraft für deinen weiteren Weg.

02.09.2011 23:02 • #13


Kessi

Kessi

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Zitat von Scorpio:
Hallo Kessi,

das sind ja mal gute Nachrichten.

Berichte nächste Woche doch mal wie es mit der Wiedereingliederung klappt.

Viele Grüße
Scorpio


Hallo Scorpio,
inzwischen bin ich in der zweiten Woche der WE, leider läuft noch nichts, d.h. momentan ist die Situation wie vorher, meine damit die Arbeitsbedingungen, allerdings laufen die Gespräche jetzt erst an, waren ja alle im Urlaub. Zuvor waren ja "nur" drei Monate Zeit hier eine Entscheidung ( Stellenerweiterung) zu besprechen.....
Nun morgen habe ich ein Gespräch mit meiner PDL.
Meine Kollegen sind aller sehr nett und freundlich, freuen sich teilweise auch wirklich mich zu sehen. Viele sagen ich sehe gut aus und würde so strahlen ?!
Ich glaube ich MUSS einfach GEDULD haben, das fällt mir zgm. doch manchmal schwer.
Meine ambulante Psychotherapie läuft auch seit dieser Woche, worüber ich sehr froh bin.
Es gibt noch viel zu tun.
Gruß
Kessi

13.09.2011 20:46 • #14


Kessi

Kessi

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Zitat von LilyRose:
Hallo Kessi,

es freut mich total sowas gutes zu lesen. Ich werde mir auch einen Termin geben lassen bei meinem Hausarzt und einen Antrag auf Kur stellen. Denn ich merke wie ich immer weniger zurecht komme. Aber ich kann dir sagen, du wirst ganz anders mit allem umgehen können. Ich wünsche dir das allerbeste und ganz viel Kraft für deinen weiteren Weg.



HAllo LilyRose,
du hattest mal geschrieben, dass du auch stationär warst, geht es dir erst jetzt wieder schlechter? Was verstehst du unter einer Kur? meinst du Reha?
Ich wünsche Dir viel Erfolg, berichte doch mal.
Herzl. Gruß
Kessi

13.09.2011 20:57 • #15



Hallo Kessi,

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Anthea

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Nun ich muss sagen erst hatte ich meine Probleme wieder in den Beruf zu kommen. Es ist immer mal wieder schwerer und dann aber auch wieder besser. Ich habe gerade wieder eine nicht so gute Phase. Vorher hatte ich aber echt tolle und angenehme Wochen. Wie du siehst ein stetiges hin und her. Ja damit meine ich eine Reha bzw. Psychosomatische Kur. Muss einfach mal versuchen hier raus zu kommen. LG LilyRose

16.09.2011 21:58 • #16

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