11

Deine größten Ängste nach Burnout Diagnose

Zuversicht70

1
1
1
Liebes Forum,

bin gerade mitten in der Therapie und interessiere mich dafür, welches Eure größten Ängste und andere Emotionen waren, als bei Euch klar war, dass Ihr im Burnout seid.

Existenzangst?
Angst, dem Umfeld zu sagen, was los ist?
Das Gefühl, versagt zu haben?
Scham, das Team / die Kollegen im Stich gelassen zu haben?
Angst, sich einzugestehen, dass man nie mit dem Herz bei seinem Job dabei war?


Wie ist es Euch ergangen?

Liebe und zuversichtliche Grüße,

Zuversicht70

20.08.2019 16:34 • x 1 #1


Avatar

Machara

1814
1
3201
Hallo Zuversicht
herzlich willkommen im Forum.
Du hast dir einen schönen Nick ausgesucht. Behalte deine Zuversicht.


Auch wenn ich weiß das das es in einigen Fällen notwendig ist und es eigentlich auch ein Zeichen von Stärke ist
Hilfe anzunehmen war meine grösste Angst einen gesetzlichen Betreuer zu bekommen und dadurch meine Selbstbestimmung aufzugeben.

Ich habe die Notbremse gezogen da ich nicht in die Situation kommen wollte.

Mir war bewusst alles andere ist zu packen und zu stemmen.
Mit meiner Krankmeldung war mein größter Angstfaktor weg. Als ich mich krankmeldete war mir klar
zu diesem Arbeitgeber gehe ich nicht zurück.
Schwierig war es nicht in der Familie sondern bei Begegnungen in der Stadt da ich recht bekannt war
und dann Erklärungsbedarf hatte. Das habe ich in den ersten Monaten gemieden und bin in die nächste Stadt gefahren wo ich vor Begegnungen geschützt war.

Ich schämte mich nicht für meine Erkrankung ich konnte mich hinstellen und sagen aus den und den Gründen.
Ich hatte auch keine Existenzangst da ich immer schon mit wenig ausgekommen bin und wenn es dann Hartz4 geworden wäre ja dafür hatte ich Jahrzehnte Sozialbeiträge gezahlt.

Ich hatte meinen BO nachdem ich mich von meinem Mann getrennt hatte und mir bewusst eine Wohnung gesucht
die " amtstauglich " war und ich kein Auto brauchte.

Das ist jetzt schon viele Jahre her.

Heute geht es mir in der Regel gut wenn nicht das Leben mir mal wieder irgendwelchen Mist
vor die Füße wirft und ich meine Mitte nicht halten kann.
Wobei ich auch immer wieder merke es ist ein dauerhafter Prozess
daher beschäftige ich mich im Augenblick intensiv mit den Themen Achtsamkeit und Selbstliebe.

Ich hoffe ich habe dir jetzt etwas Zuversicht geben können man kommt wieder raus aus dem Sumpf und braucht sich für seine Erkrankung nicht schämen.

Liebe Grüße
Machara

20.08.2019 17:27 • x 4 #2


Frederick1

hallo lieber Umfeld,

sei ganz herzlich hier willkommen hier im Forum. Du und da wir in einer Leistungsgesellschaft leben, hatte ich im nachhinein große Probleme, meinem Umfeld, Bekannten zu sagen, was mit mir los ist. Ja auch das Gefühl, versagt zu haben.
nicht mehr die notwendige Leistung gebracht zu haben.

Wir Menschen wenden viel Energie auf, um über andere Menschen schnell ein Urteil zu fällen. Seit ich depressiv wurde, wird mir das immer mehr bewusst. Kein Tag vergeht, ohne das nicht jemand etwas tut oder sagt, bei dem ich mich verpflichtet fühle, meine Meinung über einen anderen Menschen zu äußern. Und dann kommt die Zeit der langen Finger, wo einer dem anderen den ruf zerreißt, denn selbst ist man ja besser wie der Mensch, der in so einer psychiatrischen Klinik ist und war.

Das hat mich persönlich sehr tief getroffen, das immer mehr Menschen auf Abstand zu mir gingen.

Wir hören durch die neuen Medien, und sehen auch durch die neuen Medien, sehr viel, und scheinen auch viel zu wissen über die psychischen Krankheiten. Nichts gegen die neuen Medien, denn ohne die neuen Medien hätten wir hier unser tolles Forum nicht.

Doch die Gefahr ist, das wir Menschen meinen, wir könnten dadurch alles richtig einordnen und beurteilen. Als psychisch kranker Mensch kann dich so etwas schon ganz sehr hart treffen. Verstanden wirst du oft nur von den Menschen, die selbst das Ausmaß einer psychischen Krankheit kennen, oder die Ärzte, Pfleger usw.

Wenn andere Menschen über uns richten, urteilen und verurteilen, das ist ganz schön hart.

Wir werten, klassifizieren über die Menschen. Aber oft fehlt die Nachsicht und die Barmherzigkeit, weil Menschen sich einfach nicht in uns hinein versetzen können.

.von fauler Kerl bis Betrüger usw.gibt es da viele Wörter und Gedanken. Selbst fiel mir es oft schwer das zu akzeptieren, manchmal schwerer, als die Annahme meiner psychischen Krankheit.

Aber mit der Zeit wirst du gelassenere, ruhiger.auch wenn es manchmal doch noch schmerzt.

Und diese Gelassenheit, diese Liebe zu dir selbst, das wünsche ich dir für jeden neuen Tag.


in guten Gedanken für dich,

liebe Grüße,

Frederick

20.08.2019 17:47 • x 2 #3


Avatar

Eis

1550
9
3170
Hallo Zuversicht

Meine größte Sorge war

nie mehr gesund zu werden,
nie mehr ein lebenswertes Leben führen zu können,
nie mehr der Mensch zu werden, der ich einmal war,
nie mehr soziale Kontakte wahrnehmen zu können,
nie mehr arbeiten zu können,
nie mehr richtig denken zu können,
die Angst dement zu werden.

LG Eis

20.08.2019 19:43 • x 4 #4

Pfeil rechts




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag