Burnout mit Belastungsdepression - Mut machen

Darja

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Hallo zusammen,

ich bin jetzt 57 Jahre, mache seit ca.20 Jahren Jugendberufshilfe und bin seit 6 Monaten mit Burn Out und Belastungsdepression Arbeitsunfähigkeit.
In den letzten beiden Jahren hat mich mein Partner verlassen, meine Mutter und meine beiden Hunde sind verstorben und aktuell ist
mein kleines Enkelchen sehr schwer erkrankt und liegt in einer Kinderklinik. Das zu meiner Situation.

Ich habe hier schon ein bisschen gelesen und mitbekommen, dass diese Form der Erkrankung einfach Zeit braucht.
Momentan kann ich mich zu nichts aufraffen, habe keine Lebensfreude und wenn ich meinen Hund nicht hätte,
würde ich wahrscheinlich gar nicht mehr aufstehen. Mein Reha Antrag liegt seit 3 Monaten bei der Rentenversicherung.

Könnt ihr mir Mut machen, dass ich irgendwann wieder lachen Kann?

24.10.2011 15:58 • #1


Serafina

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Hallo Darja,

Mut machen ist schwer. Was du in der letzten Zeit erlebt hast, ist schwer zu verarbeiten. Ich lese aus deinem Post, dass es dir sehr schlecht geht. Das kann ich nachvollziehen.

Wir können dich hier insoweit auffangen, dass wir deine Beiträge lesen und dir versichern, dass wir alle wissen, wovon du schreibst.

Zurzeit geht es dir schlecht. Das ist nach diesen Ereignissen auch nachvollziehbar.

Trotzdem solltest du nach vorne blicken und dir ein Ziel setzen. Hast du schon eine Idee, wie das weitergehen soll?

Hast du dir schon Hilfe gesucht? Hast du Freunde oder Familienangehörige, die dich auffangen können?

Du kannst hier all deine Gedanken und Fragen posten. Ich bin sicher, dass du auf User treffen wirst, die Ähnliches durchlebt haben und dir Anregungen geben können.

Ich wünsche dir, was du dir wünschst.

Serafina

24.10.2011 17:44 • #2



Hallo Darja,

Burnout mit Belastungsdepression - Mut machen

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Darja

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Danke Serafina für Deine Antwort.
Nein, ich habe momentan kein Ziel und keine Idee, wie es weitergehen soll.
Meine Tochter ist mit der Erkrankung meines Enkelchens sehr stark belastet,
dass ich ihr nicht auch noch Probleme bereiten möchte. Im Gegenteil, ich versuche
sie ein wenig zu entlasten. Freundinnen, mit denen ich gerne zusammen bin habe ich,
auch viele Kontakte über meinen Hund, aber das bringt mich nicht weiter.
Meine Therapie habe ich erst mal auf Eis gelegt, da mir das alles zu viel ist.
Wie kann ich mich motivieren? Wo kann ich Kraft hernehmen, um wieder etwas
zu unternehmen? Wie macht Ihr das?

Darja

24.10.2011 18:01 • #3


Serafina

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Hallo Darja,

dann heißt es wohl abwarten und warten, bis du soweit bist, was zu unternehmen.

Und Zeit spielt eine große Rolle. Laß dir Zeit, setz dir Ziele und vor allem, setz dich nicht unter Druck. Step by Step.

Serafina

24.10.2011 18:18 • #4


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Sarah

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Hallo Darja,

erstmal willkommen hier im Forum

6 Monate sind schon eine lange Zeit. Darf ich fragen, ob du in therapeutischer Behandlung bist oder medikamentös unterstützt wirst?

Niemand hier wird dir versprechen können, dass alles wieder so wird wie früher. Das kann sein, muss aber nicht. ABER: es wird besser. Manchmal in Schritten, die so winzigklein sind, dass man sie selber im ersten Moment vielleicht gar nicht mitbekommt. Und manchmal so quälend langsam, dass man die Wände hochgehen könnte - so war es bei mir zumindest. Und im Laufe der Zeit merkt man, dass vieles wieder besser geht. Morgens aus dem Bett zu kommen, den Haushalt zu regeln, seinen Papierkram zu machen, wieder etwas genießen können.

Ich für mich selber rechne inzwischen nicht mehr damit, dass irgendwann alles wieder "gut" oder "normal" wird. Aber es ist viel, viel besser als noch im Frühjahr 2009, als ich meinen persönlichen Tiefpunkt hatte. SO wie es mir heute geht, kann ich eigentlich ganz gut damit leben. Und am Anfang konnte ich das mit der Geduld auch nicht mehr hören - es sollte schneller gehen, ich wolllte endlich Fortschritte sehen. Aber die Behandlung und Genesung bei einer psychischen Erkrankung ist ein häufig langer und steiniger Weg. Also gib nicht auf

Und wegen des Reha-Antrages: hast du in den 3 Monaten gar nichts von der Rentenversicherung gehört?

LG

Sarah

24.10.2011 18:21 • #5


Darja

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Zitat von Sarah:
6 Monate sind schon eine lange Zeit. Darf ich fragen, ob du in therapeutischer Behandlung bist oder medikamentös unterstützt wirst?

Und wegen des Reha-Antrages: hast du in den 3 Monaten gar nichts von der Rentenversicherung gehört?

Sarah


Ich bin in therapeutischer Behandlung, Medikamente haben bisher keine Wirkung gezeigt.

Von der Rentenversicherung ist nur eine Eingangsbestätigung gekommen.

24.10.2011 19:57 • #6


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Schneckchen

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Hallo Darja (ebenfalls aus Hannover),

ich kann nur von mir sagen, dass ich mich ziemlich gesträubt habe Hilfe anzunehmen. Ich kannte es nicht, dass ich etwas nicht alleine hinbekommen habe. Ich war fast 1 1/2 Jahre krankgeschrieben und habe es mit hohem Kraftaufwand wieder ins Berufsleben geschafft. Aber auf dem Weg war ich in einer Tagesklinik, einer psychosomatischen Klinik und habe endlich die Psychotherapie angefangen, die ich als Teenager abgebrochen habe.

Jetzt ist alles anders. Ich kann Aufgaben abgeben, reiße mich nicht mehr um jeden Job im Haushalt oder jedes Objekt, was erledigt werden muss. Ich bin nicht mehr die, die man anruft und die dann springt (zumindest meistens nicht). Ich weiß, dass ich noch einen gewissen Zeitraum mit meiner Therapeutin zusammengehen muss, um komplett allein klarzukommen, ohne ständig wieder in ein Loch zu fallen.

Auch mit den Medikamenten ist es nicht einfach die zu finden, die auch wirken. Es waren bei mir Monate notwendig, um eine "gute" Einstellung zu finden.

Was ich damit sagen möchte: Es dauert einfach solange, wie es dauert. Beim Einen geht es schneller, beim Anderen dauert es länger. Mit Zwang oder Willen geht es nicht besser voran! Das ist eine Erkenntnis, die auch ich lernen musste.

Nimm Dir Zeit, setz Dich nicht unter Druck und freue Dich über jeden Schritt in die Richtung, die Dich weiterbringt.

Ganz liebe Grüße und Kopf hoch (vielleicht bei einem schönen Spaziergang?)

Schneckchen

26.10.2011 09:58 • #7


Canis

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Hallo Darja,

die anderen haben schon viel gesagt..Zeit-Zeit braucht es tatsächlich.
Was ich für keinen guten Ansatz halte es dahin lenken zu wollen das es wie früher wird.Es hatte ja auch Ursachen das du zu diesen Punkt gekommen bist.Von daher darf es eigentlich nicht wieder werden wie früher.Was ja auch nicht heißen muss das es schlechter sein muss-nur eben anders-Achtsamer mit dir-diese neue Zeit.
Aber das ist meine persöhnliche Meinung.

Mit den Medis das ist wirklich nicht einfach,auch nicht für den Arzt.Der schaut dir ja auch nur vor den Kopf.

Ich kann dir nur aus meinen und den Erfahrungen viele meiner Wegbegleiter berichten das es auch einen Weg nach oben gibt.Er ist schwer-er ist nicht immer leicht zu finden-er kann auch ein Stück weit steinig sein..aber es gibt ihn.

Am ehesten lässt er sich finden ab den Moment wo man nichts mehr erzwingen will,nicht einfach ich weiß,ich habe 3 Jahre dafür gebraucht.

Ich wünsch dir alles gute-und wie Serafina sagt-schreib ruhig alles auf.Soweit du willst,schreib evt. auch Sachen auf die dir banal erscheinen.Schreiben kann befreien und die Rückmeldung anderer die dich evt. auch nicht so gut kennen deinen Blickwinkel erweitern.Schließlich hat jeder seinen eigenen Weg den er finden muss.Je größer der Blickwinkel desto größer die wahrscheinlichkeit ihn zu finden.

Dir alles Gute!!

Gruß Canis

27.10.2011 19:18 • #8



Hallo Darja,

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ernamaria

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Hallo Darja,
ich kann deine Situation gut nachvollziehen, auch ich hatte vor meinem BO zus. zur beruflichen Belastung noch
private Probleme. Mein Mann wäre mir im letzten Jahr nach einer doppelten Lungenentzündung fast gestorben,
die Tage auf der Intensivstation waren furchtbar. Er geht zwar wieder arbeiten, hat aber dadurch einige Folge-
erkrankungen erlitten. Dann kamen die Wechseljahre (die mann auch nicht unterschätzen sollte) und anschl. B0.

Man denkt es geht nicht mehr weiter,es geht einem sehr schlecht, fühlt sich sehr müde kann aber nicht schlafen,
dann dieses ewige Denken........ Aber ich muss dir sagen, wenn du dieser Krankheit Zeit gibst , wird es besser,
zwar sehr langsam, mit Höhen und Tiefen aber es kommt.
Lebe von einem Tag in den anderen, denke nicht an gestern und schon gar nicht an Morgen.
Auch ich bin noch nicht über den Berg, aber ich bin guter Dinge und das solltest du auch sein.

Ich wünsche dir alles alles Gute und denke immer daran... Wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt irgendwo
ein Lichtlein her.
Lg Ernamaria

27.10.2011 21:12 • #9

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