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Burn-Out und Job - krankschreiben lassen / Therapie?

Leuchtturm765

Leuchtturm765

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Hallo physikus, deine Geschichte erinnert mich an meine. Ich habe auch während des Studiums Phasen gehabt, in denen der Druck und Stress für mich kaum auszuhalten war. Es gab aber auch immer wieder Zeiten, in denen es wieder besser war. Nach dem Studium dachte ich, es wird alles besser und ich kann die Zeit hinter mir lassen, aber jetzt ist alles viel viel schlimmer. Ich bin nervlich vollkommen am Ende, habe Depressionen und Panikattacken. Ich bereue es unglaublich, die früheren Anzeichen ignoriert und verharmlost habe. Es wird von allein nicht besser, sondern von mal zu mal schlimmer. Ich kann dir raten, dir jetzt Hilfe zu suchen. Lieber jetzt ein paar Wochen krank geschrieben, als für immer damit zu tun zu haben!
Grüße, Leuchtturm

23.03.2019 17:57 • x 1 #16


Jedi

Jedi

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Hallo Physikus !

bin gerade auf deinen beitrag gestoßen u. möchte dir gerne mal meine gedanken, die mir dazu kamen, dazu etwas schreiben.
Zitat von Physikus:
bleibt mir der Eindruck hängen: "Du bist zu langsam, du bist zu schlecht."

da wurde bei dir ein knopf gedrückt, mit dem du für mich, offenbar noch nicht im frieden bist.
könnte es sein, dass du dir selbst, deine leistungslatte, immer sehr hoch auflegst ?
könnte es sein, dass es dir wichtig ist, von außen dir anerkennung u. lob einzuholen ?
wie war deine prägung, war gut, villt. nie gut genug ?
Zitat von Physikus:
weil ich die letzten Wochen viel gearbeitet habe und anstatt dafür Anerkennung zu bekommen, ist es halt nicht genug.

wie schätzt du deine arbeit, die du geleistet hast, denn selbst ein ?
kannst du sagen, meine arbeitsleistung finde ich gut oder kamen dir schnell eher zweifel ?
Zitat von Physikus:
aufgewacht und war wütend und hatte wieder dieses Gefühl des "Ausgebrannt seins"

schau einmal genau hin, woher diese Wut ihren ursprung haben könnte ?
villt. findest du etwas u. würde dir so eine mögliche erklärung liefern können, warum für dich ein gefühl des ausgebrannt seins, spürbar wurde.
Zitat von Physikus:
Ich muss irgendwie lernen, hier eine härtere Schale zu entwickeln,

davon würde ich dir als BO-betroffener dringend abraten.
meine erfahrung dazu wäre, dass diese schale auch unseren zugang, zu unseren gefühlen verschließt .
ich habe gelernt, eher darauf zu schauen, was sich hinter meinen knöpfen verbirgt u. warum ich so oder so reagiere, wenn diese knöpfe von bestimmten menschen bei mir gedrückt wurden.
darüber mehr bewusstheit zu erlangen, umgang damit zu erlernen, umso nicht länger zum opfer solcher knöpfedrücker zu werden.
Zitat von Physikus:
denn Flachzangen gibt es überall.

du nennst diese menschen, Flachzangen , ich eher unsere knöpfedrücker, die etwas in uns etwas berühren, wo wir noch dran arbeiten können, unseren frieden damit zu machen.

bin da ganz bei dir,
Zitat von Physikus:
auf Dauer zerstört das einfach die Psyche.

anerkennung u. lob ist schön, tut gut, wenn wir sie erhalten.
aber wir sollten uns selbst gegenüber zuallerst anerkennung u. lob geben.
dann kann das gefühl abschmelzen, anerkennung u. lob von außen höher zu bewerten.
Zitat von Physikus:
habt ihr eine härtere Schale entwickelt?

Nein ! aber mehr bewusstsein darüber, warum früher vorgesetzte u. kollegen über mein denken u. gefühle, so viel macht hatten.

Menschen, ob chefs, vorgesetzte oder Flachzangen können wir nicht ändern, aber wir können lernen , uns besser vor selbstverurteilenden gedanken zu schützen, mit uns mehr liebevoller u. gut umzugehen u. deren verhalten, keine solche macht über uns zu geben.
hat etwas mit Selbstfürsorge zu tun u. dann braucht es keine "harte Schale" !

waren jetzt so meine ganz persönlichen gedanken, zu deinem beitrag.

LG Jedi

23.03.2019 18:42 • x 1 #17


Pati

Pati

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Hallo Physikus,

Anerkennung ist wie Balsam, nicht wahr? Das kenne ich nur zu gut, jedoch bin ich da nicht so abhängig .
Schau einfach bei wem dir die Anerkennung viel bedeutet und bei wem nicht und warum Gespräche sind immer hilfreich. Schenke dir selbst auch mal Anerkennung und mein Tipp wäre, wohltuende Routinen entwickeln und Flachzangen freundlich aber bestimmt meiden Neider sind in gewisser Weise ja auch Anerkennung ! Ich finde es gut, dass du eine Pause wahrgenommen hast!
Leider gibt es heute allzu oft WLAN am Arbeitsplatz, ich kann da nicht arbeiten, verliere Konzentration, Musik und Lautstärke lenken mich auch total ab und bin im Homeoffice.

Was die Schilddrüse betrifft. wie sieht es mit einer Beziehung aus? Die Schilddrüse ist ja gern so ein "Fluchtmelder"

Schönen sonnigen Sonntag, Pati

24.03.2019 10:42 • x 1 #18


Physikus


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Danke für eure Antworten!

Zitat von Leuchtturm765:
Nach dem Studium dachte ich, es wird alles besser und ich kann die Zeit hinter mir lassen, aber jetzt ist alles viel viel schlimmer. Ich bin nervlich vollkommen am Ende, habe Depressionen und Panikattacken.

Aus eigener Erfahrung kann ich dir nur sagen, dass ich dich sehr sehr gut verstehe. Nur kommst du da auch wieder raus, vielleicht brauchst du andere Aufgaben oder andere Ziele, vielleicht war das Studium das falsche bei dir. Ist schwer einzuschätzen, nur wirst du da wieder rauskommen. Was hast du denn studiert?
Mir hat am besten Sport geholfen, gesunde Ernährung, Freunde um mich herum holen und möglichst einfach unbeschwert reden. Wenn du kannst, schnapp dir ein Fahrrad und ein Zelt und mache eine längere Fahrradtour, einmal durch Deutschland? An der Elbe vielleicht? Du wirst sehen, nach ein paar Tagen siehst du alles anders.

Zitat:
Was die Schilddrüse betrifft. wie sieht es mit einer Beziehung aus? Die Schilddrüse ist ja gern so ein "Fluchtmelder"

Okay, heftig. Damit triffst du sehr ins Schwarze bei mir. Ich hatte mehrere längere Beziehung. Die letzte vor etwa 5 Jahren (fünf Jahre, das schockt mich immer wieder.schon so lange her. ), die ich jedoch auch beendet habe. Dann war ich für etwa zwei Jahr ein sehr glücklicher Single, bis ich mir wieder sehr Nähe und eine Beziehung gewünscht habe, aber hat das nie gepasst. Frauen, die ich attraktiv fand, fanden mich nicht attraktiv und umgekehrt. Mittlerweile fällt es mir schwer, Gefühle für eine Frau zu entwickeln, aber es geht schon besser, als vor einem Jahr .
Zitat:
könnte es sein, dass du dir selbst, deine leistungslatte, immer sehr hoch auflegst ?

Eigentlich nein. Ich tue eigentlich eher die Dinge, die mir Spaß machen. Möchte aber auch den Anforderungen von anderen an mich gerecht werden. Und da ich oft der einzige "Experte" bin, laufen bei mir viele Aufgaben zusammen.
Zitat:
könnte es sein, dass es dir wichtig ist, von außen dir anerkennung u. lob einzuholen ?

Nein. Beleidigungen, "dumme Sprüche" oder ähnliches (z.B. auch ungerechtfertigte missbilligende Bemerkungen) stören mich. Und klar, Anerkennung tut jedem gut.in meinen Augen ist Anerkennung die Triebfeder für all unser Handeln.
Zitat:
wie war deine prägung, war gut, villt. nie gut genug ?

Was meinst du mit Prägung? In der Schule und im Studium haben mich Noten nie sonderlich interessiert, meine Eltern haben aber schon Wert auf gute Noten bei mir gelegt, hat mich aber nie sehr interessiert. Ich hatte gute Noten in den Fächern, die mich ineressiert haben und schlechte in denen, die mich wenig gereizt haben.
Irgendwann fing es im Job an, dass ich tatsächlich hungrig nach Anerkennung wurde. Es ist einfach so, dass ich im ersten Job schnell sehr erfolgreich wurde. Das war teilweise schon ein bisschen wie im Rausch, wenn man von vielen gesagt bekommen hat, dass man einen sehr guten Vortrag gehalten hat und auf Messen nach einem verlangt wird. Kann ja auch sein, dass ich Angst hatte, das zu verlieren und damit abgestürzt bin? Wer weiß.
Zitat:
kannst du sagen, meine arbeitsleistung finde ich gut oder kamen dir schnell eher zweifel ?

Gut bis sehr gut. Ich mache halt keinen 0815 Job, sondern entwickle Dinge, die es so noch nicht gibt oder löse Probleme, die vor mir keiner lösen konnte - ok es klingt vielleicht etwas arrogant, vielleicht liegt hier auch des Pudels Kern, vielleicht nehme ich den ganzen Quatsch zu wichtig.
Da fällt mir eine Anekdote aus dem Studium ein. Ich hatte echt Prüfungsangst. Bis ich im vierten oder fünften Semester durch eine Prüfung geflogen bin. Ich weiß noch genau, wie ich es kaum glauben konnte. In der Prüfung eine 5.0? Nach ein paar Tagen habe ich nochmal gelernt, die Prüfung nochmal geschrieben und bestanden und mir wurde klar, dass es nicht schlimm ist, durch eine Prüfung zu fliegen. Von da an hatte ich keine Prüfungsangst mehr.

Zitat:
schau einmal genau hin, woher diese Wut ihren ursprung haben könnte ?

Es ist eigentlich keine Wut. Ist eher so eine negative Gedankenspirale. Eher sowas wie.ok, wenn du schlechte Arbeit ablieferst, verlierst du deinen Job. Ohne Job landest du auf der Straße (was rational gesehen quatsch ist). Wenn du auf der Straße lebst, erfrierst du und stirbst und verlierst alles. Klar, dass diese Gedanken Unbehagen bereiten. Ich komme einfach in "Disstress".mit Kopfweh, Anspannung, Müdigkeit, Gelähmtheit.
Zitat:
du nennst diese menschen, Flachzangen , ich eher unsere knöpfedrücker, die etwas in uns etwas berühren, wo wir noch dran arbeiten können, unseren frieden damit zu machen.

Finde ich eine sehr gute Sichtweise, Danke. Ja, es geht wohl wirklich darum, diese "Knöpfedrücker" richtig zu verstehen bzw. verarbeiten. Vielleicht interpretiere ich auch zu viel in solche Situationen rein, nehme zu viel persönlich und verliere zu schnell die Gelassenheit.Nur genau darin möchte ich mich weiterentwickeln. Ich war im Studium ein sehr gelassener Mensch. Ab und zu erinnere ich mich noch, dass wir in der Kneipe oder beim Feiern von Leuten arg provoziert wurden und ich bin immer ruhig und besonnen geblieben.
Zitat:
Nein ! aber mehr bewusstsein darüber, warum früher vorgesetzte u. kollegen über mein denken u. gefühle, so viel macht hatten.

Kannst du das etwas ausführen? Ich meine, Chefs haben schon viel Macht über uns. Sie entscheiden über Gehalt, über Weiterentwicklung deiner Karriere und im Zweifel auch darüber, ob du entlassen wirst. In meiner letzten Firma sind alle den Chefs so dermaßen tief in den Hintern gekrochen - mir wurde echt schlecht. Wir hatten einen Kollegen, der hat es echt auf die Spitze getrieben: Wenn der Chef im Meeting pinkeln musste, ist er immer mitgekommen und der Chef hat dieses Umgarnen so genossen. Beide habe ich nur verachtet - den einen dafür, dass er so viel geschleimt hat und den anderen dafür, dass er die Täuschung nicht erkannt und es genossen hat. Es ging ja der einen Person nur um die Beförderung.
Anders betrachtet: Ohne Mitarbeiter steht der ganze Laden still. Angenommen ich würde meinen Job morgen kündigen, würden 5-6 Leute unmittelbar erstmal ihr Projekt pausieren müssen, weil mein Input fehlt. Auch ein gewisser Hebel Und dann heißt eine Neueinstellung auch immer ein Risiko - ist die neue Person fähig? vielleicht unfreundlich? Klar, Arbeitnehmer haben auch viel Macht.

Zitat:
Anerkennung ist wie Balsam, nicht wahr? Das kenne ich nur zu gut, jedoch bin ich da nicht so abhängig .

Ich kann auch ohne Anerkennung - nur möchte ich nicht blöd angemacht werden
Zitat:
Leider gibt es heute allzu oft WLAN am Arbeitsplatz, ich kann da nicht arbeiten, verliere Konzentration, Musik und Lautstärke lenken mich auch total ab und bin im Homeoffice.

Wie meinst du das mit dem WLAN?

24.03.2019 21:27 • x 2 #19


Pati

Pati

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Hallo Physikus, danke für deine Rueckmeldung ,
was Nähe betrifft ist es in unserer Gesellschaft ja leider so, entweder man ist in einer Beziehung und hat Nähe oder nicht. Ich selbst bin schon lange Single und kann mich da gut hineinfühlen. Der Mensch ist ein Sinnenwesen und die Gesellschaft leider Berührungsfeindlich . Mittlerweile gibt es aber auch professionelle Kuschler, für bewusst absichtsloses Kuscheln, zb von Elisa Meyer, so genial und ich will mich da auch weiterbilden, sobald ich wieder fit bin (hatte einen Unfall). Einfach mal in den Arm genommen werden, gehalten werden, auftanken. Ich denke das können wir Alle gut gebrauchen.
Schönen Abend, Pati

Das mit dem Wlan, . ich bin elektrosensibel, einen Router in der Nähe der aktiviert ist, da bekomme ich Kopfschmerzen und Entzündungen an den Gelenken .

24.03.2019 21:54 • #20


Physikus


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Zitat:
was Nähe betrifft ist es in unserer Gesellschaft ja leider so, entweder man ist in einer Beziehung und hat Nähe oder nicht. Ich selbst bin schon lange Single und kann mich da gut hineinfühlen. Der Mensch ist ein Sinnenwesen und die Gesellschaft leider Berührungsfeindlich . Mittlerweile gibt es aber auch professionelle Kuschler, für bewusst absichtsloses Kuscheln, so genial und ich will mich da auch weiterbilden, sobald ich wieder fit bin (hatte einen Unfall). Einfach mal in den Arm genommen werden, gehalten werden, auftanken. Ich denke das können wir Alle gut gebrauchen.

Stimme dir voll und ganz zu, dass der Mensch natürlich auch Nähe braucht. Nur mangelt es bei mir eigentlich nicht unbedingt an Nähe, also ich hatte einige Affären, insbesondere seit Januar 2018, als ich gemerkt habe, dass es mir nicht so gut geht. Da fing ich ziemlich heftig an, mit vielen Frauen intim zu werden - ohne, dass ich auch nur irgendetwas gefühlt hätte.
Ich glaube, das ist genau der falsche Weg. Es braucht die gemeinsame Wellenlänge, über die gleichen Dinge lachen können und all das, was uns dann glücklich macht und sich dann lieber auf eine Person konzentrieren und dort in die Tiefe tauchen.

Also, vielleicht tut es dir ja schon gut, wenn du in den Arm genommen wirst, aber bei mir hat das nichts gebracht .

24.03.2019 22:03 • #21


Physikus


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Zitat von Pati:
Das mit dem Wlan, . ich bin elektrosensibel, einen Router in der Nähe der aktiviert ist, da bekomme ich Kopfschmerzen und Entzündungen an den Gelenken .

Als Physiker kann ich dir sagen, dass pausenlos elektromagnetische Wellen der Wellenlänge (8 Meter, wenn ich mich nicht verrechnet habe.) eines Routers auf dich einprasseln
Keine Sorge, dieses Problem entsteht nur in deiner Psyche. Vielleicht hilft dir das, um damit umzugehen.
Wenn du so stark bist, dass du durch "Selbstsuggestion" Entzündungen bei dir entstehen können, nutze deine Kraft der Selbstsuggestion für etwas positives. Red dir doch ein, dass Router dir Kraft und Energie geben - im Prinzip tun sie das auch, in gaaaaanz ganz kleiner Form.

24.03.2019 22:10 • #22


Pati

Pati

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Ach weißt du 8 Jahre Marktforschung.es wird mehr geglaubt als einem Lieb ist

kuckst du hier
ob Mehlwürmer denken? oder die Halterin suggestiv diese beeinflussen kann?

25.03.2019 08:05 • #23


Jedi

Jedi

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Hallo Physikus !

Zitat von Physikus:
in meinen Augen ist Anerkennung die Triebfeder für all unser Handeln.

nur meiner meinung nach, sollte sie nicht zum alleinigen merkmal unseres handel werden.
Zitat von Physikus:
Was meinst du mit Prägung?

prägung ist das, was wir von unseren eltern, unserem umfeld, dem kindergarten, der schule u. später auch aus dem studium oder gar berufsausbildung, in unseren lebensrucksack mitbekommen.
dazu gehört, was wir in unserem unterbewusstsein abgespeichert haben, was wir für die wahrheit gehalten haben, was wir unreflektiert übernommen haben, unsere glaubenssätze u. verhaltensmuster, die wir mit zunehmenden alter, weiter entwickelt haben.
vieles davon wollen wir, wenn wir psychisch erkranken, dann durch den psychologen/psychotherapeuten ablegen u. verändern.
Zitat von Physikus:
Kannst du das etwas ausführen?

meine prägung hieß, "gut ist nicht gut genug, es muss mindestens sehr gut sein" !
mit einem solchen leistungsanspruch, bin ich durch mein leben gegangen.
wenn man an sich selbst, solche hohe ansprüche stellt, ist man weit weg von jeglicher realität u. eigener wirklichkeit.
ganz zu schweigen davon, dass man nicht mehr sich selbst ist !

man lebt in einer blase, die immer nur höher u. weiter geht.
weil man dann einen perfektionismus entwickelt, dann von sich glaubt, unbesiegbar zu sein, haben dies schon meine chef, vorgesetzten u. auch kollegen erkannt, dass es bei mir kein "Nein", "kein geht nicht" gibt.

wenn man soweit ist, seine eigenen grenzen nicht kennt, sie gar zu verleugnen, keine realitische einschätzung u. bewertung der arbeitsleistung u. privatem leben mehr ansteltt, dann bist u. wirst du fremdbestimmt.
es ist, du sitzt im auto, sitzt auf der fahrerseite u. hälst das lenkrad in deinen händen.
dann folgst du der inneren stimme, des antreibers u. inneren kritiker. mach schneller, gib endlich vollgas, das wird von dir erwartet, jetzt nur nicht schwächeln, gar nachlassen, das kannst du anderen nicht antun, es wartet ein neues projekt, eine noch bessere aufgabe, die willst du doch nicht vermasseln und so weiter u. so weiter.
du rast auf eine mauer zu, siehst sie auch u. gibst noch mehr gas, weil , das wird von dir erwartet, du darfst niemanden enttäuschen, dafür erhälts du auch ordentlich lohn .
was passiert, du rast voll karacho gegen die wand , wachst plötzlich schweißgebadet auf u. von einem moment zum anderen ist nichts mehr, wie es einmal war.
liegst dann auf der couch, bei einem psychologen u. fängst an, dein ganzes leben von vorne nach hinten aufzurollen.
und der psychologe hat kaum mehr so viel taschentücher parat, um die seen , die man ausheult abzuwischen

aber es gibt auch ein leben nach dem BO, ein Selbstbestimmtes leben !

LG Jedi

25.03.2019 20:27 • x 1 #24


Physikus


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Zitat von Jedi:
wenn man soweit ist, seine eigenen grenzen nicht kennt, sie gar zu verleugnen, keine realitische einschätzung u. bewertung der arbeitsleistung u. privatem leben mehr ansteltt, dann bist u. wirst du fremdbestimmt.
es ist, du sitzt im auto, sitzt auf der fahrerseite u. hälst das lenkrad in deinen händen.
dann folgst du der inneren stimme, des antreibers u. inneren kritiker. mach schneller, gib endlich vollgas, das wird von dir erwartet, jetzt nur nicht schwächeln, gar nachlassen, das kannst du anderen nicht antun, es wartet ein neues projekt, eine noch bessere aufgabe, die willst du doch nicht vermasseln und so weiter u. so weiter.
du rast auf eine mauer zu, siehst sie auch u. gibst noch mehr gas, weil , das wird von dir erwartet, du darfst niemanden enttäuschen, dafür erhälts du auch ordentlich lohn .
was passiert, du rast voll karacho gegen die wand , wachst plötzlich schweißgebadet auf u. von einem moment zum anderen ist nichts mehr, wie es einmal war.
liegst dann auf der couch, bei einem psychologen u. fängst an, dein ganzes leben von vorne nach hinten aufzurollen.
und der psychologe hat kaum mehr so viel taschentücher parat, um die seen , die man ausheult abzuwischen

aber es gibt auch ein leben nach dem BO, ein Selbstbestimmtes leben !


Also ich glaube, dass dies bei mir nicht der Fall war, oder wenn, dann nur sehr kurz.
Ich kann dir sehr empfehlen, dass du dir bewusst wirst, wie eigentlich alle bahnbrechenden Erfindungen auf der Welt quasi als "Versehen" entdeckt wurden. Denk zum Beispiel an Antibiotika oder die Entdeckung von Sprengstoff, von der Glühbirne.
Nichts davon wurde erzwungen, sondern ist einfach passiert. Und so ist es eben im Leben. In der IT sagen wir ganz gerne: Das ist kein Bug, es ist ein Feature. Also es ist kein Fehler im Programm, sondern einfach eine zusätzliche Funktion.
Dann gibt es noch die Geschichte vom Herrn Goodyear - die Reifen kennst du sicher auch? Kannst ja gerne mal auf wikipedia lesen, warum die Firma heute so heißt. Solche Schicksale gibt es eben auch, aber davon erzählt keiner, weil es wohl der "Normalzustand" des Lebens ist.

Darum ist der Titel von meinem Eintrag hier auch glaube ich falsch. Ich hatte kein Burn Out, sondern viel mehr Depressionen oder wie mein Psychotherapeut es nach wenigen Sitzungen genannt hat: Eine Kränkung. vielleicht auch durch etwas Mobbing/Bossing bei meinem letzten Arbeitgeber, wer weiß.

Ich sehe auch jetzt schon den Mehrwert darin, dass ich dieses Tief hatte. Dadurch lernen wir alle, wie wir da wieder rauskommen und das Wissen können wir mit anderen Betroffenen teilen und so anderen wieder helfen. Und ich glaube noch nie gab es so viele Menschen mit Depression oder Burn Out wie in der heutigen Zeit.

Ehemaliger Kommilitone zum Beispiel hatte im Studium nie Stress, alle Prüfungen locker gemeistert. Wollte Lehrer werden. Ref ganz locker gemacht. Als Lehrer an eine neue Schule gekommen, sch. Schüler gehabt, nach zwei Monaten kaputt. Jetzt seit einem halben Jahr krank geschrieben und auf Medikamenten.

25.03.2019 22:18 • x 1 #25




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