Danke für eure Antworten!
Zitat von Leuchtturm765:Nach dem Studium dachte ich, es wird alles besser und ich kann die Zeit hinter mir lassen, aber jetzt ist alles viel viel schlimmer. Ich bin nervlich vollkommen am Ende, habe Depressionen und Panikattacken.
Aus eigener Erfahrung kann ich dir nur sagen, dass ich dich sehr sehr gut verstehe. Nur kommst du da auch wieder raus, vielleicht brauchst du andere Aufgaben oder andere Ziele, vielleicht war das Studium das falsche bei dir. Ist schwer einzuschätzen, nur wirst du da wieder rauskommen. Was hast du denn studiert?
Mir hat am besten Sport geholfen, gesunde Ernährung, Freunde um mich herum holen und möglichst einfach unbeschwert reden. Wenn du kannst, schnapp dir ein Fahrrad und ein Zelt und mache eine längere Fahrradtour, einmal durch Deutschland? An der Elbe vielleicht? Du wirst sehen, nach ein paar Tagen siehst du alles anders.
Zitat:Was die Schilddrüse betrifft. wie sieht es mit einer Beziehung aus? Die Schilddrüse ist ja gern so ein "Fluchtmelder"
Okay, heftig. Damit triffst du sehr ins Schwarze bei mir. Ich hatte mehrere längere Beziehung. Die letzte vor etwa 5 Jahren (fünf Jahre, das schockt mich immer wieder.schon so lange her.

), die ich jedoch auch beendet habe. Dann war ich für etwa zwei Jahr ein sehr glücklicher Single, bis ich mir wieder sehr Nähe und eine Beziehung gewünscht habe, aber hat das nie gepasst. Frauen, die ich attraktiv fand, fanden mich nicht attraktiv und umgekehrt. Mittlerweile fällt es mir schwer, Gefühle für eine Frau zu entwickeln, aber es geht schon besser, als vor einem Jahr

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Zitat:könnte es sein, dass du dir selbst, deine leistungslatte, immer sehr hoch auflegst ?
Eigentlich nein. Ich tue eigentlich eher die Dinge, die mir Spaß machen. Möchte aber auch den Anforderungen von anderen an mich gerecht werden. Und da ich oft der einzige "Experte" bin, laufen bei mir viele Aufgaben zusammen.
Zitat:könnte es sein, dass es dir wichtig ist, von außen dir anerkennung u. lob einzuholen ?
Nein. Beleidigungen, "dumme Sprüche" oder ähnliches (z.B. auch ungerechtfertigte missbilligende Bemerkungen) stören mich. Und klar, Anerkennung tut jedem gut.in meinen Augen ist Anerkennung die Triebfeder für all unser Handeln.
Zitat:wie war deine prägung, war gut, villt. nie gut genug ?
Was meinst du mit Prägung? In der Schule und im Studium haben mich Noten nie sonderlich interessiert, meine Eltern haben aber schon Wert auf gute Noten bei mir gelegt, hat mich aber nie sehr interessiert. Ich hatte gute Noten in den Fächern, die mich ineressiert haben und schlechte in denen, die mich wenig gereizt haben.
Irgendwann fing es im Job an, dass ich tatsächlich hungrig nach Anerkennung wurde. Es ist einfach so, dass ich im ersten Job schnell sehr erfolgreich wurde. Das war teilweise schon ein bisschen wie im Rausch, wenn man von vielen gesagt bekommen hat, dass man einen sehr guten Vortrag gehalten hat und auf Messen nach einem verlangt wird. Kann ja auch sein, dass ich Angst hatte, das zu verlieren und damit abgestürzt bin? Wer weiß.
Zitat:kannst du sagen, meine arbeitsleistung finde ich gut oder kamen dir schnell eher zweifel ?
Gut bis sehr gut. Ich mache halt keinen 0815 Job, sondern entwickle Dinge, die es so noch nicht gibt oder löse Probleme, die vor mir keiner lösen konnte - ok es klingt vielleicht etwas arrogant, vielleicht liegt hier auch des Pudels Kern, vielleicht nehme ich den ganzen Quatsch zu wichtig.
Da fällt mir eine Anekdote aus dem Studium ein. Ich hatte echt Prüfungsangst. Bis ich im vierten oder fünften Semester durch eine Prüfung geflogen bin. Ich weiß noch genau, wie ich es kaum glauben konnte. In der Prüfung eine 5.0? Nach ein paar Tagen habe ich nochmal gelernt, die Prüfung nochmal geschrieben und bestanden und mir wurde klar, dass es nicht schlimm ist, durch eine Prüfung zu fliegen. Von da an hatte ich keine Prüfungsangst mehr.
Zitat:schau einmal genau hin, woher diese Wut ihren ursprung haben könnte ?
Es ist eigentlich keine Wut. Ist eher so eine negative Gedankenspirale. Eher sowas wie.ok, wenn du schlechte Arbeit ablieferst, verlierst du deinen Job. Ohne Job landest du auf der Straße (was rational gesehen quatsch ist). Wenn du auf der Straße lebst, erfrierst du und stirbst und verlierst alles. Klar, dass diese Gedanken Unbehagen bereiten. Ich komme einfach in "Disstress".mit Kopfweh, Anspannung, Müdigkeit, Gelähmtheit.
Zitat:du nennst diese menschen, Flachzangen , ich eher unsere knöpfedrücker, die etwas in uns etwas berühren, wo wir noch dran arbeiten können, unseren frieden damit zu machen.
Finde ich eine sehr gute Sichtweise, Danke. Ja, es geht wohl wirklich darum, diese "Knöpfedrücker" richtig zu verstehen bzw. verarbeiten. Vielleicht interpretiere ich auch zu viel in solche Situationen rein, nehme zu viel persönlich und verliere zu schnell die Gelassenheit.Nur genau darin möchte ich mich weiterentwickeln. Ich war im Studium ein sehr gelassener Mensch. Ab und zu erinnere ich mich noch, dass wir in der Kneipe oder beim Feiern von Leuten arg provoziert wurden und ich bin immer ruhig und besonnen geblieben.
Zitat:Nein ! aber mehr bewusstsein darüber, warum früher vorgesetzte u. kollegen über mein denken u. gefühle, so viel macht hatten.
Kannst du das etwas ausführen? Ich meine, Chefs haben schon viel Macht über uns. Sie entscheiden über Gehalt, über Weiterentwicklung deiner Karriere und im Zweifel auch darüber, ob du entlassen wirst. In meiner letzten Firma sind alle den Chefs so dermaßen tief in den Hintern gekrochen - mir wurde echt schlecht. Wir hatten einen Kollegen, der hat es echt auf die Spitze getrieben: Wenn der Chef im Meeting pinkeln musste, ist er immer mitgekommen und der Chef hat dieses Umgarnen so genossen. Beide habe ich nur verachtet - den einen dafür, dass er so viel geschleimt hat und den anderen dafür, dass er die Täuschung nicht erkannt und es genossen hat. Es ging ja der einen Person nur um die Beförderung.
Anders betrachtet: Ohne Mitarbeiter steht der ganze Laden still. Angenommen ich würde meinen Job morgen kündigen, würden 5-6 Leute unmittelbar erstmal ihr Projekt pausieren müssen, weil mein Input fehlt. Auch ein gewisser Hebel

Und dann heißt eine Neueinstellung auch immer ein Risiko - ist die neue Person fähig? vielleicht unfreundlich? Klar, Arbeitnehmer haben auch viel Macht.
Zitat:Anerkennung ist wie Balsam, nicht wahr? Das kenne ich nur zu gut, jedoch bin ich da nicht so abhängig .
Ich kann auch ohne Anerkennung - nur möchte ich nicht blöd angemacht werden

Zitat:Leider gibt es heute allzu oft WLAN am Arbeitsplatz, ich kann da nicht arbeiten, verliere Konzentration, Musik und Lautstärke lenken mich auch total ab und bin im Homeoffice.
Wie meinst du das mit dem WLAN?