Bin ich depressiv?

Jonas3234

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01.02.2017 22:41 • #1


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wahnfritz

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Hallo!

Eine sichere Diagnose kann nur ein Psychiater oder Psychologe stellen. Das geht es sicherlich nicht auf der Grundlage eines Postings in einem Forum.

Aber eine Diagnose und eine sich daraus eventuell ergebende Therapie ist das eine. Das andere ist deine Situation, dein Leidensdruck. Hier solltest du das Gespräch suchen, denke ich. Das muss nicht unbedingt mit einem Arzt sein. So gibt es beispielsweise sozialtherapeutische und sozialpädagogische Beratungsstellen, beispielsweise bei der Caritas oder der Diakonie. Manchmal gibt es auch sozialpsychiatrische Dienste. Das ist für eine erste Krisenintervention meistens sehr nützlich und kostet auch nichts. Sich mal schlau zu machen schadet da sicher nichts.

Alle guten Wünsche!

01.02.2017 23:55 • #2


Pheya

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Hey,
also Internettest und Ferndiagnosen sind nicht gerade zuverlässig. Ich finde da hat wahnfritz vollkommen recht! Suche dir einen Psychologen, provessionelle Hilfe vor Ort. Stellt dieser eine Depression fest, so können weitere Schritte eingeleitet werden. Ist es einfach nur eine schlechte Lebensphase kann dir ein Gespräch ebenso helfen die Last zu erleichtern. Denn wenn du nichts tust und dein Zustand anhält entwickelt es sich zum Schluss noch zu einer schweren Depression. Je länger du wartest desto schwieriger wirds. Das wurde mir schon öfter gesagt.

Alles Liebe :)

02.02.2017 04:00 • #3


ist_egal

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30.12.2019 00:37 • x 1 #4


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sundancere20j

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Guten Morgen,

also ich empfehle Dir, Deine Frage tatsächlich ärztlich abklären zu lassen.

Erste Anlaufstelle: Hausarzt. Wenn dieser der Meinung ist, es könnte sich um eine Depression handeln, die behandlungsbedürftig ist, wird er/soll er Dich bestenfalls an einen Facharzt zur Mitbehandlung/Weiterbehandlung überweisen.
Ggf. beugt ein Arztbesuch aber auch schlicht einer Manifestation einer beginnenden depressiven Phase vor.

Hier wird Dir diese Frage niemand beantworten können.

Beim lesen in Deinem Beitrag ist mir jedoch ein Zusammenhang zwischen dem Beginn der "Frage der weiteren Unterbringung Deines Vaters" und "Deinen Symptomen" aufgefallen. Die Diskussion um die Betreuung und Unterbringung begann vor vier Wochen, die Entscheidung hängt von Dir ab, Du fühlst Dich seit vier Wochen schlecht, mit den von Dir beschriebenen Symptomen.

Ggf. kann es schon sein, dass es besser wird, wenn eine Entscheidung von Dir getroffen wurde. Die von Dir beschriebene Situation ist ja nun mal keine leichte Nummer.

Geh in jedem Fall zum Arzt und lass es abklären.

Ich drücke Dir die Daumen.

Viele Grüße
sundancere

30.12.2019 08:46 • x 2 #5


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Alexandra2

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Lieber Ist_Egal,
mehrere Aspekte beschäftigen mich
1. Ich habe den Eindruck, Du bist überfordert mit der Entscheidung, welches Heim es sein soll. Und das regt mich gerade auf: wer sagt daß Du das machen sollst und auch kannst? Ich finde das ist viel zuviel verlangt von einem jungen Menschen. Dein Job ist, Dich um Dein Leben zu kümmern.
2. Ich habe den Eindruck durch die langjährige Überforderung und Aufschieben eigener Bedürfnisse bist Du im Burnout gelandet, der zur schweren Depression führen kann. Deine Seele sagt jetzt "Schluss mit der Verantwortung"
3. Verantwortung zurückgeben: es gibt die Pflegeversicherung, die für beide Eltern einspringt in der Versorgung. Anträge bekommt Deine Mutter bei der Pflegekasse der Krankenkasse. Und Pflegeberatung wird von jedem Pflegedienst angeboten, die müssten dafür auch ins Haus kommen. Da kann Deine Mutter sich nach einem geeigneten Pflegeheim erkundigen. In manchen Pflegeheimen gibt es zusätzlich Wohnungen, dort wäre Deine Mutter nah beim Vater und manche Heime bieten Serviceleistungen wie Raumpflege, warme Mahlzeiten etc
4 Interessierte können Heime anschauen, hier lässt sich die Verantwortung auch teilen. Man müsste vorher wissen, was das Heim leisten soll.
Meine Mutter war schlussendlich im Pflegeheim, was eine Wohltat für alle Beteiligten war. Sie ist dort sogar aufgeblüht, womit wir nicht nicht gerechnet hatten. Sie war ein sehr schwieriger Mensch. Die Entlastung für alle war wirklich groß.
Also bitte ich Dich, gib die Verantwortung zurück, teilt sie vernünftig untereinander auf. Wenn das nicht geht, wäre zu klären, wer die Interessen der Eltern vertreten kann, auch im Sinne einer Betreuung. Das können Familienmitglieder, Freunde oder fremde Personen sein. Im Betreuungsrecht ist alles geregelt. Es gibt auch Betreuungsvereine, die dazu beraten.
Es gehört dazu, Nein zu sagen, deswegen bist Du kein schlechter Mensch! Sondern eigenverantwortlich auf Deine Gesundheit bedacht. Und das ist wichtig.
Passe gut auf Dich auf, liebe Grüße
Alexandra

30.12.2019 10:38 • x 1 #6


ist_egal

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Danke euch vielmals für die raschen Antworten.
Kleines Update:
Ich habe für heute Abend meine zwei engsten Kumpels eingeladen. Denen ist schon länger aufgefallen das meine Fassade anfängt zu bröckeln. Heute muss ich meinen gesamten Mut zusammenpacken und ihnen die Wahrheit sagen damit ich mich wenigstens nicht mehr vor ihnen verstellen muss. Denn zurzeit fällt mir selbst das verstellen extrem schwer obwohl ich darin jahrelange Übung hatte. Einer der Kumpels weiß schon etwas Bescheid. Ihm hab ichs anscheinend beiläufig im Suff, welche zugegebenermaßen auch nur eine Art Flucht vor den Gedanken war, erzählt als er rumgestochert hatte. Seit dem versucht er jeden Tag an mehr Infos zu kommen. Aber warum auch immer kann ich über solche Themen nur sehr schwer reden. Gerate sofort in Panik und belüge ihn ständig. Das haben beide nicht verdient. Ich will ja auch wieder fröhlich sein und mein bisschen Zeit mit ihnen genießen können. Und so haben sie vielleicht etwas Verständnis und ich scheuche sie nicht weg.
Grüße

30.12.2019 20:04 • x 1 #7


ist_egal

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Zitat von sundancere20j:
Guten Morgen,

also ich empfehle Dir, Deine Frage tatsächlich ärztlich abklären zu lassen.

Erste Anlaufstelle: Hausarzt. Wenn dieser der Meinung ist, es könnte sich um eine Depression handeln, die behandlungsbedürftig ist, wird er/soll er Dich bestenfalls an einen Facharzt zur Mitbehandlung/Weiterbehandlung überweisen.
Ggf. beugt ein Arztbesuch aber auch schlicht einer Manifestation einer beginnenden depressiven Phase vor.

Hier wird Dir diese Frage niemand beantworten können.

Beim lesen in Deinem Beitrag ist mir jedoch ein Zusammenhang zwischen dem Beginn der "Frage der weiteren Unterbringung Deines Vaters" und "Deinen Symptomen" aufgefallen. Die Diskussion um die Betreuung und Unterbringung begann vor vier Wochen, die Entscheidung hängt von Dir ab, Du fühlst Dich seit vier Wochen schlecht, mit den von Dir beschriebenen Symptomen.

Ggf. kann es schon sein, dass es besser wird, wenn eine Entscheidung von Dir getroffen wurde. Die von Dir beschriebene Situation ist ja nun mal keine leichte Nummer.

Geh in jedem Fall zum Arzt und lass es abklären.

Ich drücke Dir die Daumen.

Viele Grüße
sundancere


Hey Danke für deine Antwort und deinen Rat.
Ich werde am Donnerstag mit meinem Chef sprechen und ihn um paar Tage Urlaub beten. Habe vor am Montag mich dem Arzt vorzustellen. Dann weiß ich hoffentlich etwas mehr.

30.12.2019 20:07 • #8


ist_egal

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Zitat von Alexandra2:
Lieber Ist_Egal,
mehrere Aspekte beschäftigen mich
1. Ich habe den Eindruck, Du bist überfordert mit der Entscheidung, welches Heim es sein soll. Und das regt mich gerade auf: wer sagt daß Du das machen sollst und auch kannst? Ich finde das ist viel zuviel verlangt von einem jungen Menschen. Dein Job ist, Dich um Dein Leben zu kümmern.
2. Ich habe den Eindruck durch die langjährige Überforderung und Aufschieben eigener Bedürfnisse bist Du im Burnout gelandet, der zur schweren Depression führen kann. Deine Seele sagt jetzt "Schluss mit der Verantwortung"
3. Verantwortung zurückgeben: es gibt die Pflegeversicherung, die für beide Eltern einspringt in der Versorgung. Anträge bekommt Deine Mutter bei der Pflegekasse der Krankenkasse. Und Pflegeberatung wird von jedem Pflegedienst angeboten, die müssten dafür auch ins Haus kommen. Da kann Deine Mutter sich nach einem geeigneten Pflegeheim erkundigen. In manchen Pflegeheimen gibt es zusätzlich Wohnungen, dort wäre Deine Mutter nah beim Vater und manche Heime bieten Serviceleistungen wie Raumpflege, warme Mahlzeiten etc
4 Interessierte können Heime anschauen, hier lässt sich die Verantwortung auch teilen. Man müsste vorher wissen, was das Heim leisten soll.
Meine Mutter war schlussendlich im Pflegeheim, was eine Wohltat für alle Beteiligten war. Sie ist dort sogar aufgeblüht, womit wir nicht nicht gerechnet hatten. Sie war ein sehr schwieriger Mensch. Die Entlastung für alle war wirklich groß.
Also bitte ich Dich, gib die Verantwortung zurück, teilt sie vernünftig untereinander auf. Wenn das nicht geht, wäre zu klären, wer die Interessen der Eltern vertreten kann, auch im Sinne einer Betreuung. Das können Familienmitglieder, Freunde oder fremde Personen sein. Im Betreuungsrecht ist alles geregelt. Es gibt auch Betreuungsvereine, die dazu beraten.
Es gehört dazu, Nein zu sagen, deswegen bist Du kein schlechter Mensch! Sondern eigenverantwortlich auf Deine Gesundheit bedacht. Und das ist wichtig.
Passe gut auf Dich auf, liebe Grüße
Alexandra


Dir auch nochmals vielen Dank für deine umfassende Antwort.
Zu Punkt 1: Also wir hätten ein Heim relativ nah bei uns. Die Suche wäre kein Problem. Ich denke da etwas weiter. Wenns ein Heim wird kommt es für mich einem Abschied für immer gleich. Anfangs werden wir(ich) meinen Vater täglich besuchen. Dann wirds Tage geben wo das Bett doch gemütlicher ist usw. am Ende sind es Kurzbesuche alle 2 Wochen. Und Geschichten aus dem Heim kennt man ja genug. Ich denke er wird es da nicht lange schaffen. Das erweckt in mir schreckliche Gedanken. Jedes Mal wenn ich dran denke kommen Gedanken wie ich/wir bin/sind schuld an seinem Tod. und die hören nicht auf. Dazu muss gesagt werden mein Vater hat die 4. Pflegestufe. Bedeutet er kann garnichts alleine. Durch sein Schädel-Hirn-Trauma fehlen ihm Bereiche im Hirn wie Mitgefühl, Scharm und solche die die Menschen ertragbar machen.

Punkt 2: ja das glaube ich auch und ich habe verdammt viel Angst so zu enden wie meine Mutter. Mit nen Schlaganfall zu einem Pflegefall zu werden. Ich möchte nicht das mich eines Tages jemand pflegen muss. Erst recht nicht meine eigene Familie.

Punkt 3 und 4: Ich möchte nicht das mein jüngerer Bruder an den Punkt kommt an dem ich mich zzt befinde. Er darf nicht so sein wie ich. Meiner Mutter möchte ich nichts zumuten müssen. Ich versuche ihren Alltag erträglich zu machen. Ihr fällt durch den Anfall etwas schwerer und durch sowas möchte ich nicht noch einen Anfall provozieren. Sie ist nicht dumm klar merkt und sieht sie wie es mir geht. Andauernd verstecken kann ichs nicht.
Mein Älterer Bruder hat nun seine eigene Familie. Frau, zwei Kidis (1und2j) und dann muss er auch noch Geld ins Haus bringen. Er hat seine eigenen Sorgen. Bittet mich zwar wöchentlich mit ihm darüber zu reden aber wie gesagt es fällt mir einfach verdammt verdammt schwer.

Beste Grüße

30.12.2019 20:26 • #9


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Alexandra2

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lieber Ist_Egal,
Deine Schuldgefühle sind wohl die Antreiber, obwohl Du nicht mehr kannst. Wann und wodurch ein Leben zuende geht, weiß niemand. Ich kann Dein Bedürfnis emotional verstehen, aber m.E. müsstest Du Dich davon freimachen. 16 Jahre hast Du alles getan, bis Du nicht mehr konntest. Und genau das hat jetzt Priorität: fange Dich auf.
Zu3 und 4 lies nochmal, für wen Du alles Verantwortung übernimmst! Alle haben Rechte, nur Du nicht? Das erinnert sehr an die Burnoutphase "weitermachen" bis zum Zusammenbruch.
Deine erworbene Haltung hat Dich in der Zange. Mit einer Psychotherapie lernst Du eigene Wünsche kennen und anders zu handeln. Ich und die Anderen soll es heißen für die eigene Gesundheit, und nicht die Anderen [b]aber ich nicht![/b]
Ich habe mich selbst maximal verausgabt, bis ich in einer schweren Depression landete. Deshalb behaupte ich zu wissen, wie es sich anfühlt, selbst nicht mehr zu existieren, weil Andere abhängig von einem sind.
Dein Vater kann im Heim Autonomie erleben, loslassen (wer weiß wie stressig es für ihn ist?) und hat mehr Menschen, die sich kümmern. Feste Vereinbarungen helfen bei der Eingewöhnung allen Beteiligten, entlasten von der Überforderung. Schau Dir das Heim an, angemeldet und unangemeldet. Sprich mit Bewohnern.
Du bist am Wichtigsten in Deinem Leben.
Liebe Grüße Alexandra

30.12.2019 23:13 • #10

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