Beziehungsende wegen Burnout mit Depression

S

Sonne2010
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Guten Morgen,

ich bin seit kurzer Zeit in diesem Forum. Ich bin (Ex)Freundin eines Burnout-Erkrankten mit mittelgradigen Depressionen.
Nun hat er vor vier Wochen die Beziehung beendet, er hat keine Gefühle mehr für mich, so hätte ich jetzt keine Verantwortung mehr für ihn, außerdem weiß man ja nicht, was auf Reha mit ihm passiert (dort ist er seit fast 2 Wochen).

Zum Zeitpunkt des Schlussmachens nahm er gerade zwei Wochen lang sein Antidepressium (Venlafaxin). Wir haben dann nach dem "schlimmen Tag" immer noch alle 2 Tage telefoniert, allerdings hat er dann später gesagt, dass er das zu 50% für mich getan hätte, die anderen 50 % weil ich so "ein wertvoller Freund" für ihn bin. Außerdem hatten wir schon seit gut 2 Monaten keinen S. mehr, weil er durch das Burnout/Depression auch keine Lust mehr verspürte. Auf meine Nachfrage hin meinte er, dass seit diesem Zeitpunkt seine Gefühle weniger wurden. Kaum war er auf Reha, hat er auch gleich seinen Psychologen nach dieser Emotionslosigkeit gefragt - was mir schon zeigt, dass es ihm wichtig ist.

Noch zu seinem Psychiater hatte er 2 Wochen zuvor gesagt, dass es keine Probleme in unserer beziehung gäbe, ganz im Gegenteil wäre ich eine tolle Stütze für ihn, meinte aber auch, dass wenn Probleme auftreten würden, er wohl keine Kraft mehr hätte.

In diesen fast 4 Wochen der Trennung ist viel Glas zerschlagen worden. Vorher war es für mich eine Traumbeziehung, wir waren sehr verliebt, auch wenn die Beziehung noch sehr frisch war (7 Monate). Ich habe viel gefragt (ich weiß, total kontraproduktiv) zum Thema beziehung, vor allen Dingen nach dem Warum und ob wir nicht bis nach der Reha warten wollen, was er jedoch unfair mir gegenüber fand. Nach dem letzten Telefonat am letzten Montag will er nun keinen Kontakt mehr.

Ich schreibe Euch das alles hier, weil ich gern Eure Meinung dazu hören möchte. Ich hab hier ja schon viel gelesen und wüsste gern, ob das alles wirklich auf die Depression zu schieben ist und ob ich noch Hoffnung haben kann. Vielleicht wäre es auch schön, wenn Ihr mir sagen könntet, wie Ihr Euch in ähnlichen Fällen verhalten habt. Ich bin sehr traurig, versuche mich jedoch gut abzulenken und beschäftige mich derzeit sehr mit mir selbst, da ich diese Krankheit wirklich als Chance für beide Seiten sehe. Habe eben für mich auch festgestellt, dass ich sehr große Verlustängste habe, aber ich bin dran.

Würde mich sehr freuen, von Euch zu hören!

Liebe Grüße
Sonne2010

#1


42 Antworten ↓
S

Sonnenblume20
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Hallo zusammen,

ich möchte mich hier mal kurz einklinken:

Zitat von nofretete:
Vielleicht sind Depressive auch gar nicht, oder nur teilweise Beziehungsfähig!

Das lässt sich nicht verallgemeinern. Ich denke, dass es durch die Depressionen Schwierigkeiten in einer Partnerschaft geben KANN, das muss es aber nicht.

Es wäre auch fatal zu denken, dass wenn ein depressiver Mensch sich von seinem Partner trennt, er das ja nur macht, weil er ja krank ist und dass er auf jeden Fall wieder zum Partner zurückkommt, wenn es ihm besser geht.
Depressive Menschen sind keine entmündigte Menschen und sich durchaus in der Lage, zu schauen, was ihnen gut tut bzw. vielleicht nicht mehr gut tut!

Zitat von nofretete:
Davon abgesehen ist es extrem unprofessionell von Therapeuten und Schwestern sich in diese Dinge aktiv einzumischen,
auch Depressive dürfen nicht gesteuert werden und müssen ihre Entscheidungen selbst treffen, sonst werden sie ja nie wieder selbstbewußt!
Wie war das? Keine weitreichenden Entscheidungen in der Depression treffen?
Da halten sich die Fachleute nicht an ihre eigenen Ratschläge, ich finde das sehr erschreckend, wenn es nicht sogar eine Art von Mißbrauch ist!

Das sind schon weitreichende Vorwürfe, die Du da erhebst, liebe Nofretete.
Ein Therapeut ist nur für den depressiven Patienten da, mehr nicht! Er schaut zusammen mit ihm nach den Ursachen und schaut zusammen mit ihm, welche krankmachenden Lebensumstände den Patienten begleiten. Und dann wird evt.geschaut, was an den Lebensumständen gebessert oder verändert werden kann, damit es dem Patienten wieder besser gehen kann.
Es ist ein gemeinschaftliches Arbeiten.
Kein Therapeut zwingt einen Patienten dazu, irgendetwas zu tun oder nicht zu tun! Er macht höchstens entsprechende Vorschläge.

Der Patient wird dahingehend unterstützt, dass er lernt selbst zu fühlen und zu erkennen, was ihm nicht mehr gut tut!
Patienten sind keine wehrlose Marionetten, die ferngesteuert werden. Sie sind noch mündige Wesen.

Natürlich ist es dann für den Angehörígen oder Partner schlimm, wenn der andere sich trennen will, aber ohne jetzt von Schuld zu reden, sollte man nicht anfangen, den Therapeuten dafür verantwortlich zu machen.

Das hat damals mein Ex auch getan. Ich ging damals kurz bevor ich mich dann traute, mich endlich zu trennen zu einem Homöopathen in Behandlung, der übrigens mir nie geraten hat, mich zu trennen. Auf die Idee bin ich dann schon selbst gekommen. Mein Ex machte damals dem Homöopathen bittere Vorwürfe, er rief sogar persönlich bei ihm an und unterstellte ihm Gehirnwäsche. Das war für meinen Ex eine gute Ausrede, dass er nicht in die Verantwortung gehen brauchte, um auch mal zu schauen, was von seiner Seite aus schief gelaufen ist.

Zitat von Sonne2010:
Ein guter Freund von ihm sagte mir, dass er immer so seine Beziehungen beendet. In dem Moment, wo er Verantwortung übernehmen muss oder auch mal an seinem Verhalten arbeiten müsste, sagt er "ich war immer so und ich werde mich nicht mehr ändern".

Das zeigt doch, dass er die Beziehung nicht aus der Depression heraus beendet hat, sondern dass er dies immer so macht.
Und er wird auch hier nicht durch einen Theraputen manipuliert worden sein.

Ansonsten ist es aber nicht gut, hier nur zu mutmaßen, denn wir wissen nichts darüber, wie es in Sonnes Freund wirklich aussieht und welche Gespräche er mit seinen Therapeuten geführt hat.

Liebe Sonne, ich wünsche Dir aber auf jeden Fall, dass Du nicht den Kopf in den Sand steckst.
Auch wenn ich Dir natürlich wünschen würde, dass ihr Euch genauso wieder annähern könntet wie Nofretete und ihr Freund, so gebe ich aber auch zu Bedenken, dass jeder Mensch, auch ein depressiver Mensch individuell ist und eben deswegen in seiner Krankheit auch Enstscheidungen fällen kann, die endgültig sind!

Hoffnung haben ist etwas positives, aber manchmal ist leider die Hoffnung auch umsonst, weil die Realität anders aussieht und das sollte man dann auch rechtzeitig erkennen. a015

19.09.2010 23:56 • #32


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A


Hallo Sonne2010,

Beziehungsende wegen Burnout mit Depression

x 3#3


N

nofretete
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Um auf Sonnenblume einzugehen:
Ich will hier wirklich nichts verallgemeinern!
Ich schrieb ganz bewußt: "Vielleicht" bei der Beziehungsfähigkeit und auch von "teilweise",
aber das schwer Depressive ganz unten im "Loch" sich meist nur noch um sich selbst kümmern können, damit sie am Leben bleiben können, ist uns doch allen klar?
Um aber auch das nicht zu verallgemeinern: In vielen, wenn nicht den meisten Fällen.
Ich bin letztendlich froh, dass Echnaton sich "nur" von mir getrennt hat, und nicht vom Leben, und da war er sehr nah dran.

Bei der zweiten Aussage, die Du von mir zitierst, habe ich mich auf meine konkreten Erfahrungen bezogen, es tut mir leid,
wenn es so verstanden wurde (und das weil ich mich nicht klar genug ausgedrückt habe, sorry dafür!), als ob ich den Therapeuten von Sonnes Ex-Partner meine!
Das kann ich ja gar nicht beurteilen!
Trotzdem denke ich, ein kritischer Blick, und durchaus auch ein positiv kritischer Blick auf Therapeuten, Schwestern in Kliniken und ähnliche Personen sollte uns nicht fremd sein, und genau das wollte ich eigentlich ausdrücken.
Da laufen nicht nur Lichtgestalten herum, sondern in den meisten Fällen gut ausgebildete und angagierte Menschen, aber eben Menschen.
Ich habe viel in meiner Selbsthilfegruppe von derartigen Problematiken gehört....ist natürlich auch alles subjektiv.

Meine eigene Suche nach einer Therapeutin war in einem der ersten Fällein totaler Reinfall, und die hat mir beim Erstgespräch Sachen gesagt,
die eine kranke Person glaube ich, wirklich gefährdet hätten, ich habe ja nur sehr tief getrauert, deshalb hat es mich nicht umgehauen, aber sehr betroffen gemacht
(sie wagte eine Ferndiagnose meines Ex-Freundes nach ein paar Sätzen meinerseits, die von Schizophrenie über Borderline- Syndrom bis zur Gefahr von Amok-Lauf ging, was mich erstmal sprachlos machte, und danach nur zu Kopfschütteln führte, weil letzteres bei ihm so was von völlig abwegig ist, der mag kein Wiener Schnitzel mehr essen, wenn er an Kälbchen denkt, und ist sowas von gar nicht aggressiv).
Bargeld wollte sie mir auch beim Erstgespräch abknöpfen....hmmm.
Aber vor einiger Zeit habe ich ja eine sehr gute Therapeutin nach einigen Erstgesprächen gefunden, die anderen passten aus verschiedenen Gründen nicht, aber sie schienen mir bis auf die gerade beschriebene alle sehr kompetent.

Ansonsten denke ich auch wie Du, Hoffnung bringt manchmal Früchte, aber sie ist auch oft umsonst,
und behindert dann den Weg zurück in ein neues Leben, dass hätte mir ja auch passieren können.
Außerdem kann Echnatons Entscheidung in Bezug auf Beziehung auch entgültig sein.

Ich finde aber, dass Sonne wirklich auf einem guten Weg ist, sie akzeptiert und lässt los, ich glaube, dass ist der richtige Weg,
ich wünsche Dir weiter viel Kraft dafür Sonne.

Liebe Grüße an Sonnenblume und Sonne...viel Sonne hier g020
Nofretete

20.09.2010 22:14 • #33


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S
Hallo Sonne,

auch von mir an dieser Stelle ein herzliches Willkommen hier bei uns.

Leider können wir dir nicht sagen, wie und ob sich die Gefühlslage deines Freundes entwickelt. Du hast ja selbst geschrieben, dass du schon hier viel gelesen hast. Und dabei hast du auch sicherlich festgestellt, dass die Reaktionen unterschiedl. sind. Inwieweit sich dein Freund dir wieder zuwendet, dass weiß niemand. Du kennst ihn und kannst entspr. auf ihn eingehen.

Was hier immer wieder geschrieben wird ist, dass derjenige Zeit braucht. Also laß ihm Zeit, signalisiere ihm, dass du für ihn da bist, wenn er dich braucht. Dränge ihn nicht und laß die Zeit für euch arbeiten.

Leider kann ich dir nichts Positives schreiben. Du hast da wenig Einfluß drauf.

Sicherlich hast du das hier: richtiges-falsches-verhalten-von-angehoerigen-t11543.html auch schon gelesen?!

Ich wünsche dir viel Kraft.

Serafina

#2


S
Vielen Dank, Serafina,

ja, leider gibt es keine Standardantwort. Trotzdem danke für die tröstenden Worte und danke auch für den Link, den ich in der Tat schon kannte.

Geduld ist das Zauberwort....

Vielen Dank!

Sonne

#3


J
Hallo Sonne!
Ich kann mir vorstellen, daß dich das ganz schön erschüttert hat, als er die Beziehung von jetzt auf nachher beendet hat. Ich könnte mir vorstellen, daß er das auch deshalb getan hat, weil er der Ansicht ist, daß er dich nicht an einen psychisch Kranken binden kann.
Das Problem ist tatsächlich, daß er vermutlich z.Zt. zu keinerlei Gefühlen in der Lage ist, eben auch nicht zu Trennungsschmerz o.ä.

Vielleicht wäre es gut, wenn Du für ihn als gute Freundin weiterhin da bist, allerdings nur, wenn es für dich auch machbar ist. Vielleicht ändert sich die Gefühllosigkeit im Laufe der Therapie wieder und ihr könnt euch wieder annähren. Eine Garantie gibt es allerdings nicht.

Ich wünsch dir für die kommende Zeit genug Kraft!

#4


N
Hallo liebe Sonne,

Deine Geschichte ähnelt der meinen sehr stark!
Ich kenne das auch, dass mein Ex- Freund innerhalb von 2 Wochen die Liebe zu mir verloren hat.
Auch das mit dem Kontaktabbruch kenne ich.

Du kannst ja meine Beiräge nachlesen,
da findest Du ganz viel von dem was Du schreibst wieder, ich will das nicht alles wiederholen.

Ich weiß, es ist sehr sehr schwer.
Ich hoffe, Du hast gute Freunde, die Dir beistehen, mir hat das Reden sehr viel geholfen.

Er muß selbst aus seiner Krankheit herauskommen, und wahrscheinlich hat er damit im Moment so viel zu tun,
das da kein Raum für jemand anders ist, auch für Dich nicht.
Das ist sehr hart, und Du kannst nicht wissen, ob seine Gefühle wieder kommen.
Ich weiß das bis zum heutigen Tag nicht, und Du wirst irgendwann entscheiden, ob Du warten willst und kannst.

Wichtig ist, dass Du bei Dir selbst bleibst, mach die Dinge die Dir Spaß machen, die Dir wichtig sind, konzentriere Dich auf Dich.
Ich habe das alles getan, mit vielen Tränen, und heute nach 4 1/2 Montaten nach der Trennung ist es immer noch nicht einfach, aber mir geht es viel besser.
Ich habe in der Zwischenzeit auch eine Psychotherapie begonnen, die tut mir sehr gut, vielleicht ist das auch etwas für Dich.
Ich habe mich entschieden zu warten, und es gibt inzwischen regelmäßigen Kontakt und ich sehe, wie es bei ihm voran geht, auch im Kontakt mit mir.
Das freut mich sehr, trotzdem weiß ich nicht, ob wir wieder eine Beziehung haben werden.

Entscheide Du Dich für das, was Dir guit tut, und vor allen Dingen gib Dir selbst viel Zeit für Entscheidungen.
Er wird sowieso wohl keine schnellen Entscheidungen treffen, das machen Depressive nach allem was ich weiß in dieser Phase der Krankheit meist nicht.
So hast Du auch sehr viel Zeit, ich habe meist mehr davon als mir lieb ist, aber für uns nicht psychisch Kranke scheint die Zeit anders zu vergehen.

Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut für die vor Dir liegende Zeit.
Hier zu schreiben tut sehr gut, schreib weiter, ich antworte gerne!

Liebe Grüße von Nofretete

#5


S
Liebe Nofretete,
vielen Dank für deine liebe Worte. Ich hab auch deinen Beitrag gelesen und bereits etwas gepostet. Wirklich sehr ähnlich, unsere "Fälle"...

Zum Glück unterstützen mich meine Freunde ganz lieb. Ich hatte auch schon mal eine Therapie gemacht; diesen Psychologen habe ich auch bereits vorletzte Woche getroffen, um noch einmal zu reflektieren. Ich mache ganz viele Dinge für mich, habe mit Meditieren angefangen, was mir sehr gut tut. Mache auch schon seit ein paar Monaten Reiki, das entspannt auch sehr.

Genau.. mir Zeit für Entscheidungen geben.. im Moment habe ich das Gefühl, ich MUSS etwas entscheiden, was nicht gut ist, denke ich. Mich macht das so ruhelos. Außerdem war unser letztes Telefonat halt nicht erfreulich, er hat mir gesagt, dass er mich nicht wiedersehen will... Das schmerzt natürlich sehr, aber ich hoffe, dass er erkennt, dass ich manche Dinge aus lauter Verzweiflung gesagt habe und nicht, um ihn mutwillig zu verletzen. Und natürlich hoffe ich sehr für ihn, dass ihm die Reha etwas bringt. Ich sag mir immer, alles wird gut, aber manchmal werde ich sehr mutlos...

Liebe Josie,
auch dir ein ganz großes Dankeschön für deine warmen Worte.

Habt einen schönen Tag!
Liebe Grüße
Sonne

#6


N
Liebe Sonne,

Du hast das Gefühl, Du musst etwas entscheiden, DAS kenne ich, ich hatte das Gefühl auch ganz stark, denn das tut man ja auch normalerweise,
wenn der (gesunde) Partner die Beziehung beendet, weil er keine Liebe mehr empfindet!

Mich hat das genau wie Dich sehr ruhelos, ja fast panisch und irre traurig gemacht.
Das wurde erst besser, als ich festgestellt habe, das ich mich nicht entscheiden muss und will im Moment.
Wenn ICH mich irgendwann entscheiden will tue ich das schon.

Ich denke er wird etwas was Dich betrifft erst erkennen, wenn er weiter gekommen ist, und es ihm besser geht.
Das dauert lange.

"Echnaton" wollte mich auch nicht mehr sehen....kurz daraus kam per Mail das Angebot Freundschaft, aber das erste Sehen dauerte fast 3 Monate,
was seit dem passiert siehst Du ja in meinem Beitrag.

Ich verstehe Dein schwanken zwischen Hoffnung und Mutlosigkeit sehr gut, mir ging es genauso, inzwischen ist das nicht mehr so schlimm,
aber ich schwanke immer noch.........

Du machst ja schon viele gute Sachen für Dich und liebe Freunde sind das Beste was Dir passieren kann!
Scheue nicht, denen auch 20 mal die gleichen Nöte zu erzälen.
Gute Freunde hören sich das an und Dir wird es helfen.

Ich weiß, es ist schwer, aber mir hat dieser lange Prozeß sehr geholfen, und ich habe gesehen,
wie viele Leute mich gerne haben und mir zur Seite stehen!
Ich bin in dieser Zeit persönlich sehr gereift, ich wünsche Dir das auch von ganzem Herzen.

Ich wünsche Dir weiter viel Kraft, Mut und Geduld, vor allem den Mut einfach etwas NICHT sofort zu entscheiden!
In dieser Zeit des schnellen Lebens geht es immer um sofortige und schnelle Entscheidungen, ich weigere mich da einfach in dieser einen Sache.
Mach alles das was DU willst und was DIR gut tut!

Ganz viele liebe Grüße von Nofretete

#7


S
Liebe Nofretete,

vielen lieben Dank.
Du hast recht, ich muss mich gar nicht entscheiden... ich denke auch, dass ich jetzt erstmal abwarte, was die Reha bringt. Ich muss ja dann auch noch meine Sachen abholen... das wird vielleicht die Chance sein, ihm noch einmal persönlich gegenüber zu stehen. Und bis dahin werden mindestens noch 5 Wochen vergehen, wenn nicht gar länger. Morgen ist er zwei Wochen in der Reha, ich könnte mir sogar denken, dass die Gesamtdauer von 6 Wochen verlängert wird. Bei ihm ist es ja "nur" Burnout, aber eben mit diesen fiesen Depressionen...

Hast du ihn seinerzeit komplett in Ruhe gelassen, als er von dir verlangte, dass er dich nicht mehr sehen willl?
Bei uns war es halt so, dass wir nach dem Schluss machen noch gut 2 Wochen lange alle 2 Tage telefoniert haben. Selbst von seinem ersten Tag der Reha hatte er mich noch angerufen, mir noch eine mail geschrieben (weil ich ihm ein kleines geschenk geschickt habe), wo er sich bedankt hat. Und dann hab ich ja einen Fehler gemacht. Wir haben uns seinerzeit in einem Kontaktforum kennengelernt, wo er auch noch ist, genau wie ich. Dort hatte er sich gleich nach dem Tag X wieder als Single eingetragen (hab ich auch nicht so recht verstanden). Als ich aber sah, dass er von der Reha aus dort für 3 Min. online war, hab ich echt einen Eifersuchtsanfall bekommen. Jetzt im Nachhinein seh ich das auch gelassener (ich weiß, dass er dort auch mit seinem Freund schreibt, weil er seine email-Adresse von außerhalb nicht benutzen kann und eigentlich auch nicht wollte, weil er keinen Kontakt nach außen hin haben wollte), er hat wohl einfach seinen Posteingang gescheckt.
Auf jeden Fall habe ich da ziemlich aufgebracht telefoniert.. naja, war kein gutes Telefonat und am Ende hat er verlangt, dass wir uns nicht mehr sehen, bis ich mich entliebt habe. Er hat sich von mir verabschiedet mit den Worten, dass es ihm leid tut, dass er mir so weh getan hat, dabei konnte man die Tränen in seiner Stimme hören. Das war für mich die erste Gefühlsregung seit langem :(
Mich plagen da auch echt Schuldgefühle, aber ich hab mich auch sofort entschuldigt, aber da war es halt schon zu spät.

Ich frage deshalb, ob du dich gemeldet hast, denn heute ist ein für mich wichtiger Termin, wo er mir immer zur Seite gestanden hat, und eigentlich würde ich ihm gern von dem Ausgang berichten. Sagt mir halt auch mein Bauchgefühl ... Aber das spinnt ja im Moment sowieso...

Liebe Grüße
Sonne

#8


N
Liebe Sonne,

erstmal brauchst Du überhaupt keine Schuldgefühle für Dein Aufgebracht sein haben!
ER hat Schluß gemacht und nicht Du, da muss auch ein kranker Mensch damit rechnen das der Andere aufgebracht ist!

Persönlich habe ich Echnaton damas komplett in Ruhe gelassen, aber 1 Woche später schrieb er mir eine sms zum Geburtstag und schickte Glückwünsche.
Ich reagierte und schickte ihm eine schöne Postkarte zum Thema Freundschaft, da er ja bei der Trennung den Wunsch nach Freundschaft äußerte.
Noch eine Woche später kam die erste Mail.
Ich reagierte immer auf seine Mails und smse aber agierte nicht in dieser Hinsicht, erst kam was 1 mal die Woche und dann immer häufiger.
Seit wir wieder persönlich Kontakt haben, schicke ich ihm auch aus eigenem Antrieb smse und Mails,
er kann ja antworten wann er will und kann.
Aus diesem Grund rufe ich ihn nicht von mir aus an, damit er, wenn er gerade im "Loch" steckt nicht gezwungen ist zu reden.
Dafür ist er mir sehr dankbar, wie er sagt.
Er sagt auch, das es toll ist, das man mich um sowas bitten kann und ich immer Verständnis habe.

Wenn Du Deinem Ex-Freund gerne vom Ausgang des wichtigen Gespräches berichten willst, tu das doch per Mail, da kann er entscheiden,
wann und ob er antwortet, und lesen wird er es bestimmt, schreib einfach was Nettes in die Betreffzeile, dann hat er keine Angst die Mail zu lesen!
Echnaton hat mich gerade noch angerufen, und morgen wird wieder zusammen geradelt 302.gif

Ich denke an Dich und wünsche Dir weiter alles Liebe, und hoffentlich war das wichtige Gespräch so, wie Du es Dir erhofft hast!
Deine Nofretete

#9


S
Liebe Nofretete,

ich freue mich sehr, dass Ihr Euch so schön annähert... :-)

Mein wichtiger Termin war ein Gerichtstermin vor dem Arbeitsgericht, damit ich ein ordentliches Zeugnis bekomme, ist aber ganz anständig gelaufen.

Ich habe mich nun heute hingesetzt und habe einen recht langen Brief geschrieben, bin nochmal kurz auf das dumme Telefonat Anfang letzter Woche eingegangen, auch mit einer Karte vorn zum Thema Freundschaft. Ich glaube eher nicht, dass mein Schatz reagieren wird. Er ist ja heute gerade mal 2 Wochen auf Reha, ich denke, er braucht noch mal ein bissel Zeit. Aber ich hab so sehr das Gefühl, dass ich sonst diese so wundervolle Nähe zu ihm verliere. Diesen Brief kann er auch öffnen und lesen, wann immer er will. Hab ihm mal so geschrieben, was die letzten 2 Wochen so gewesen ist, ganz unverfänglich...

Gleich geht der Brief in den Postkasten... ich erwarte wirklich keine Antwort... aber ich würde mich schon arg freuen, aber wir werden mal sehen...

Ganz lieben Dank, Nofretete, dass du mir immer so lieb antwortest!

Alles Gute
Sonne...

#10


N
Liebe Sonne,

das liest sich doch schon sehr gut.
Ich lese, das Du beginnst, DEINEN Weg zu gehen!
Hoffe nur im Anfang nicht zu viel, ich weiß, wie weh es tut, wenn die Wünsche nicht in Erfüllung gehen!
Ich wünsche Dir weiterhin alles Liebe, und schreib Du weiter hier, ich antworte Dir immer, wenn auch nicht immer sofort,

ganz viele liebe Grüße von Nofretete

#11


S
Hallo liebe Nofretete,

danke für die Antwort.
Ja, mein Weg beginnt langsam.. hab ihn heute wieder schrecklich vermisst, ein Buch über Burnout gelesen, wo es auch Tipps für Angehörige gibt (mal sehen, was ich noch nicht weiß). Eine Antwort habe ich natürlich nicht bekommen, ich rechne auch nicht mehr damit...
Ich bemühe mich, meine Hoffnungen auf später zu schieben ... wird schon ... Wenn ich wüsste, dass alles irgendwann wieder gut ist, wäre ich gelassener....

Ganz liebe Grüße
Sonne

#12


N
Liebe Sonne,

ach ja, Deinen letzten Satz kenne ich so gut, wie oft ist er mir durch den Kopf gegangen.......
Und auch wenn es bei mir schon viel viel besser ist, ein entgültiges "gut" gibt es (noch) nicht, aber ein anderes eben!
Die Gelassenheit brauchst Du auch ohne das "gut", ich wünsche sie Dir sehr (und mir auch noch oft).

Ich gehe gleich mit meiner liebsten Kollegin (und guten Freundin) frühstücken :-) und dann schauen wir mal mit der Radtour.....

Ganz viele liebe Grüße von Nofretete

#13


S
Hallo liebe Nofretete,

auf mir unerklärliche Weise geht es mir endlich wieder besser.. du hast recht, ich bin auf "meinem Weg"... Obwohl ich keine Antwort bekommen habe, geht es mir viel besser. Ich habe zumindest auch kein "lass mich in Ruhe" bekommen - deshalb lass ich jetzt einfach die Zeit für mich arbeiten und schreib ihm ab und zu eine Karte... Vielleicht hat er meinen Brief gar nicht gelesen, wer weiß das schon... aber er soll sich seine Auszeit nehmen, ich wünsche mir so sehr, dass er wieder gesund wird - auch wenn er vielleicht für mich verloren ist...

Solange gehe ich meinen Weg... meditiere weiter fleißig (jawoll, ganz neu in meinem Leben - und das tut sooo gut!) und treffe meine lieben Freunde und schaue mich hier weiter im Forum herum...

Und bei der Nofretete kann man ja auch lesen, wie man belohnt wird, wenn man ganz viel Geduld hat :)

Alles Liebe
Sonne :-)

#14


A


Hallo Sonne2010,

x 4#15


N
Liebe Sonne,

schön, dass es Dir besser geht, aber ich glaube nicht, dass das unerklärlich ist, sondern weil Du Dich auf Dich besinnst.
Hah! Das mit dem Brief lesen habe ich genauso gesehen wie Du, und war mir ziemlich sicher,
dass Echnaton ihn nicht gelesen hat (ich hatte ihm ja auch einen ellenlangen Brief geschrieben, auch über meine Gefühle).
Dann kam doch eine Antwort:
"Kein Problem mit dem Brief, im Moment kann ich noch nicht darüber reden, aber irgendwann werden wir das tun, ich spreche Dich dann an."
Das war noch vor dem ersten Wiedersehen.....also warte mal ab.
Und ansonsten denke ich auch wie Du, ich habe gedacht, besser er trennt sich nur von mir und nicht vom Leben!
Mir ist einfach wichtig, dass es ihn weiterhin gibt, und ich finde ihn supermutig und tapfer, wie er kämpft, das habe ich ihm heute auch gesagt.
Meditation ist bestimmt super, ich mache Yoga, das tut mir auch sehr gut.

Tschüssi und schlaf schön, liebe Grüße von Nofretete

#15

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