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Bei mir wurde Depression diagnostiziert, was jetzt?

Reenow

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Hallo zusammen!
Ich selbst, als auch meine Freundin hatten schon seit ca. 1 1/2 bis 2 Jahren den Verdacht, dass ich eine Depression habe. Aus Scham, Angst oder sonstwas habe ich mich aber nie wirklich getraut, damit zu einem Arzt zu gehen.
Nachdem ich aber gemerkt habe, dass es so nicht weiter gehen kann, habe ich mich endlich an einen Arzt gewendet und es war, wie wir es uns dachten, ich habe eine Depression.

Ich habe in den vergangen 2 Jahren Privat, als auch Beruflich durch die Depression viel zu kämpfen gehabt. Ich habe teilweise Freunde verloren, da ich einfach kein wirkliches Interesse mehr zeigen konnte, selbst wenn ich es wollte. Meine Freundin und ich haben sehr oft streit, gerade weil ich mich einfach zu nichts mehr motivieren kann.
Auf der Arbeit (ich bin Erzieher) habe ich jetzt schon 2 Mitarbeitergespräche wegen meiner Haltung auf der Arbeit gehabt und 1 Gespräch, wegen meine Fehltagen, die laut meiner Ärztin zum großteil durch die Depression kommen könnten.

Ich habe in 2 Wochen mein erstes Gespräch mit einem Neurologen und weiß nicht, worauf ich mich einstellen soll und um ehrlich zu sein, hab ich davor ein bisschen Panik. Ein Teil von mir sagt jetzt schon, dass ich das alleine hinbekomme und einfach nicht hingehen soll. Aber ich weiß, dass es so wie es im Moment ist einfach nicht mehr weitergehen kann.
Am liebsten würde ich während meiner Therapie einfach alles stehen und liegen lassen und mich einfach nur mal darauf konzentrieren, wieder gesund zu werden.

Könnt ihr mir vielleicht sagen, auf was ich mich einstellen sollte? Wie sieht es mit einer Arbeitsunfähigkeit aus, gibt es diese schon nach dem Erstgespräch? Wie lange dauert die Therapie ca.? Ich hoffe, dass ihr mir ein wenig die Angst und Panik nehmen könnt.

Mit freundlichen Grüßen
Reenow

07.06.2021 16:45 • x 3 #1


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Fionas

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Hallo Reenow,
erst einmal find ich es richtig stark von dir, dass du dir Hilfe geholt hast. Da kannst du verdammt stolz auf dich. Ich weiß genau, wie schwierig das ist. Den Gedanken, dass man es alleine schaffen will, kenne ich allzu gut.

Aber wie du schon bemerkt hast, manchmal braucht man dann doch Unterstützung. Lass es auf dich zukommen mit den ganzen Terminen. Du brauchst dir keine Sorgen zu machen, was die Therapie angeht. Sie ist dafür da, dass du einen Umgang mit deinen Depressionen lernst. In den ersten Stunden wird es auch zunächst darum gehen, was du erlebt hast und du baust eine Vertrauensbasis zum Therapeuten auf. Selber habe ich jetzt seit einem Jahr Therapie und ich bin froh, dass ich die Möglichkeit habe.
Was das Thema mit der Arbeitsunfähigkeit angeht, kann ich dir leider nicht wirklich weiterhelfen. Besprich das auf jeden Fall dann, wenn du einen Termin hast.
Wie lange die Therapie andauert, kann man am Anfang schlecht einschätzen. Und aus eigener Erfahrung würde ich dir auch raten, dir nicht so viele Gedanken darüber zu machen. Es kommt auf den Schweregrad deiner Depression an und auch vor allem darauf, wie es sich entwickelt. Und auch darauf, ob evtl. noch andere Probleme bestehen außer der Depression. Die einen schaffen es schneller aus dem Loch heraus, die anderen brauchen dafür länger. Es werden sicherlich keine drei Therapiestunden genügen, um die Probleme in den Griff zu bekommen. Schließlich leidest du ja auch schon seit längerer Zeit darunter und eine Depression kann leider nicht so wie eine einfache Erkältung nach ein paar Tagen weggehen.

Mach dir keinen Stress und lass die ganze Situation auf dich zukommen, wird schon gutgehen Deine Gesundheit hat die höchste Priorität. Fokussiere dich darauf, dass es besser wird, dann wird es das auch bald werden.

Mit freundlichen Grüßen Fiona

07.06.2021 18:03 • #2


ZeroOne

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Hallo @Reenow !

Zitat von Reenow:
Ich habe in 2 Wochen mein erstes Gespräch mit einem Neurologen und weiß nicht, worauf ich mich einstellen soll und um ehrlich zu sein, hab ich davor ein bisschen Panik.


Das war bestimmt die richtige Entscheidung, diesen Termin zu machen!
Kein Grund zur Panik. Nach ein paar Stunden gehört das zum "Alltag".
Was verstehst du denn unter dem Neurologen? Einen Psychiater? Einen Therapeuten? Beides in einer Person?

Zitat von Reenow:
Könnt ihr mir vielleicht sagen, auf was ich mich einstellen sollte? Wie sieht es mit einer Arbeitsunfähigkeit aus, gibt es diese schon nach dem Erstgespräch?


Das hängt davon ab, ob der Therapeut auch als Arzt (Psychiater, Neurologe) praktiziert. Reine Psychotherapeuten können keine Arbeitsunfähigkeit ausstellen. Ist es ein Arzt, erhältst du die Arbeitsunfähigkeit natürlich sofort, falls er es für angemessen hält.

Zitat von Reenow:
Wie lange dauert die Therapie ca.?


Dazu lässt sich nichts pauschal sagen. Das hängt von der Therapieart ab, der Anzahl der wöchentlichen / monatlichen Sitzungen, den individuellen Ergebnissen und letztlich, ob eine Verlängerung beantragt wird, oder nicht. Auch, ob du dich unterstützend für eine Medikation entscheidest, oder nicht.

Zitat von Reenow:
Ich hoffe, dass ihr mir ein wenig die Angst und Panik nehmen könnt.


Wie gesagt: alles halb so wild. Außerdem sind die ersten Stunden "Probatorik" zum gegenseitigen Kennenlernen. Wenn dir etwas nicht passt, musst du nicht bei diesem Therapeuten bleiben und kannst gehen / wechseln, bevor der Antrag gestellt wird.

Ich hoffe, dass die Infos etwas helfen konnten.

LG
ZeroOne

07.06.2021 18:17 • #3

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