Antrag auf Gleichstellung - ausführlicher Reha-Bericht erforderlich?

Juni

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Hallo ihr Lieben,

ich bin gerade etwas verunsichert. Ich habe einen GdB von 40, leider hat auch der Widerspruch keine Erhöhung gebracht. Ich habe nun bei der zuständigen Agentur für Arbeit einen Antrag auf Gleichstellung eingereicht mit Nachweis der Krankheitstage (bin seit fast 3 Jahren krank geschrieben) und der relevanten Diagnosen. Ich habe nun einen Brief vom Amt erhalten, dass sie nun den gesamten Reha- Entlassungsbericht benötigen. Mir ist ziemlich unwohl bei der Sache, da es sich um ziemlich sensible Themen handelt....Ist es tatsächlich für die Gleichstellung nötig, einen ausführlichen Bericht zu schicken?
Vielen Dank, Juni

18.08.2011 10:42 • #1


mag

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Hallo Juni,

das würde ich mit denen telefonisch abklären bzw. auch schriftlich mitteilen, dass für die Gleichstellung der Grad der Behinderung maßgebend ist
und nicht der Entlassungsbericht der Reha.

Was ist den mit denen die keine Reha gemacht haben und 40 % Schwerbehinderung haben, bekommen die dann keine Gleichstellung

18.08.2011 17:02 • #2


Juni


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Hallo mag,

vielen Dank für deine schnelle Antwort. Ich werde morgen mal versuchen, bei der AfA jemanden telefonisch zu erreichen, denn mir ist nicht klar, wozu die einen Bericht benötigen.
Bin mal gespannt, was ich als Antwort erhalte....Außerdem hat der ärztliche Dienst der Agentur letztes Jahr den Bericht erhalten, als ich die Nahtlosigkeit beantragt habe und zum Gutachten sollte.
Mal sehen, ob ich überhaupt noch gleichgestellt werde, da ich bald rückwirkend berentet bin....
Liebe Grüße von Juni

18.08.2011 22:13 • #3


Juni


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Ich habe mit der Dame von der AfA telefoniert. Diese war sehr nett und freundlich am Telefon und konnte meine Verunsicherung und Bedenken verstehen. Allerdings meinte sie, dass es eine interne Anweisung gibt, die Reha- Unterlagen zu fordern, wenn diese innerhalb von 2 Jahren vor der beantragten Gleichstellung statt fand. Ich einigte mich mit ihr, der AfA nur den relevanten Teil (wo es um Arbeit geht), zukommen zu lassen. Ein wenig ungläubig bin ich dennoch....
Danke und liebe Grüße von Juni

19.08.2011 12:20 • #4


Juni


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Hallo ihr Lieben,

ich kann es kaum glauben, aber mein Antrag auf Gleichstellung wurde doch tatsächlich abgelehnt, mit der Begründung, dass ich nicht auf einem meinen gesundheitlichen Einschränkungen entsprechenden Arbeitsplatz beschäftigt werde. Hallo?
Woher die ihre Informationen beziehen?
Während der Reha hieß es noch, dass ich eine 6 - monatige Wiedereingliederung an meinem Arbeitsplatz machen soll, dies wurde vom AG abgelehnt. Ich werde nach der Berentung nicht an meinen Arbeitsplatz zurück, dass wäre nicht gut für meine Gesundheit. Dennoch werde ich vorerst nicht kündigen. Trotz Widerspruch ist es bei den GdB von 40 geblieben...und nun werde ich nicht mal gleichgestellt? Und nun? Macht es Sinn, auch hier zu widersprechen oder sollte ich es einfach dabei belassen?

Vielen Dank fürs Lesen, Juni

21.09.2011 14:15 • #5


Albarracin

Albarracin

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hallo Juni,

bei Dir ist einiges verkehrt gelaufen.
Zitat:
dass es eine interne Anweisung gibt, die Reha- Unterlagen zu fordern, wenn diese innerhalb von 2 Jahren vor der beantragten Gleichstellung statt fand

Die "Anweisung" hättest du Dir benennen lassen sollen. Ich habe sehr viel mit Gleichstellungen zu tun und höre davon zum ersten Mal. Medizinische Diagnosen oder Berichte, die über das hinausgehen, was im Bescheid steht, gehen die AA nix an und dürfen auch bei der Beurteilung keine Rolle spielen.

Zitat:
dass ich nicht auf einem meinen gesundheitlichen Einschränkungen entsprechenden Arbeitsplatz beschäftigt werde

Das kann zwar ein Argument sein gem. des Runderlasses 13/2002 der AA (Nr. III 1.5), aber die AA muß auch gleichzeitig prüfen, ob der bestehende Arbeitsplatz leidensgerecht eingerichtet werden kann oder aber eine Umsetzung auf einen anderen geeigneten Arbeitsplatz möglich wäre.
Bei einer Gleichstellung wird immer der AG sowie - soweit vorhanden - BR/PR und Schwerbehindertenvertretung befragt.
Bei einem Widerspruch kann man vor der Begründung Akteneinsicht verlangen, um zu sehen, was diese der AA mitgeteilt haben.
http://www.schwbv.de/text/erlass_zur_gleichstellung.pdf

23.09.2011 17:43 • #6


Juni


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Danke Wolfgang, genau so werde ich es machen. Ich werde Widerspruch einlegen und um Akteneinsicht bitten. Selbstverständlich wurde bisher nicht geprüft, ob mein Arbeitsplatz leidensgerecht eingerichtet werden kann bzw. ob eine Versetzung möglich ist...zumindest habe ich davon keine Kenntnis. Des Weiteren ist mein Arbeitgeber ist auch nicht an einer Weiterbeschäftigung von mir interessiert.
Kann die Gleichstellung eventuell auch abgelehnt worden sein, weil ich bereits seit Längerem im Krankenstand und nun befristet berentet bin?
Liebe Grüße und ein schönes WE, Juni

23.09.2011 20:02 • #7


Clarice

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Ich schließe mich mal mit einer Frage zur Gleichstellung an. Ich habe seit 2009 einen GdB von 40, aber bisher noch nicht die Gleichstellung beantragt.

Seit Mitte 2009 war ich nun zum Glück auch nicht mehr länger krank wg. meiner Depression.
Derzeit bin ich ja wieder in einer mittelgradigen Phase, habe dieses Jahr alleine schon ich sag mal 15-20 Tage gefehlt.

Problem ist, dass ich für einzelne Tage keine Krankmeldung habe, da wir die erst nach 3 Tagen bringen müssen. Außerdem ist eine Woche von meiner Hausärztin als Nebenhöhlenentzündung "gemeldet", weil diese die Kopfschmerzen nicht als neurologisch erkannt hat (war dann der HNO, der Nebenhöhlen ausgeschlossen hat).Das war ja sicher auch eher was psychosomatisches. Es sind also gerade mal 10 Tage mit Depression gemeldet.

Ich habe an sich nicht allzu große Angst vor einer Kündigung; ich bin seit 17 Jahren im Unternehmen, Kündigungen (ich war selbst schon 8 Jahre in der Personalabteilung) wg. Krankheiten sind selten und es muss ja für eine solche Kündigung auch immer klar sein, dass es eine "negative Zukunftsprognose" gibt. Ich bin ja nun zwischen meinen Phase immer auch 2-3 Jahre krankheitsfrei (außer das übliche mal ne Erkältung oder so). Und in diesen Zeiten bin ich eine geschätzte und wertvolle Mitarbeiterin.

Mein derzeitiger Chef weiß Bescheid und ist an sich auch recht entspannt, wobei er trotzdem auch sagte, man müsse halt gucken, wie man damit umgeht, wenn es dann doch zu häufigeren und längeren Ausfällen kommt. Was auch immer er damit meint...

So, und weiß ich nicht, ob ich doch mal die Gleichstellung beantragen soll, und ob das am Ende nicht wie bei Juni abgelehnt wird.

Was meint ihr?

Danke und lieben Gruß
Clarice

22.03.2012 15:34 • #8


Albarracin

Albarracin

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Hallo Clarice,

in Deinem Fall macht ein Antrag keinen Sin, da Du ja selbst schreibst, daß keine behinderungsbedingte "abstrakte" Arbeitsplatzgefährdung vorliegt.

22.03.2012 19:29 • #9


Clarice

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Danke für deine Antwort und Einschätzung, Wolfgang.

22.03.2012 21:46 • #10


Juni


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Hallo ihr Lieben,

ich wollte euch mitteilen, dass ich sowohl Akteneinsicht genommen und daraufhin einen Widerspruch verfasst habe. Heute kam die Mitteilung vom Widerspruchsausschuss. Dieser hat die Entscheidung der AfA überprüft und aufgehoben. Die Gleichstellung ist endlich durch...und wird mir hoffentlich irgendwann bei der Rückkehr ins Arbeitsleben helfen.

Liebe Grüße, Juni

29.05.2012 17:45 • #11


mag

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Juni, dass ist doch super und zeigt mal wieder, dass sich das Kämpfen lohnt.

29.05.2012 19:31 • #12


Juni


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Ja liebe mag, auch wenn es viel Kraft kostet...Kämpfen kann sich lohnen. Vielen Dank für die Unterstützung...Juni

30.05.2012 19:37 • #13