Guten Abend zusammen!
danke schon einmal an alle die sich die Zeit nehmen, meinen Beitrag zu lesen und eventuell auch was dazu zu schreiben Ich habe folgendes "Problem".
Ich habe über 12 jahre Escitalorpram 15mg genommen. Wirklich gut ging es mir damit nicht wirklich, ich bin auch wegen etlichen Nebenwirkungen zu allen möglichen Ärzten gerannt, jahre lang. Es kam nie einer drauf, das alles worunter ich litt, schlicht Nebenwirkungen von den Antidepressivern waren. Dazu gehörten Sehstörungen, Depressionen!, schlafstörungen, Erschöpfung, Herzklopfen, Schreckhaftigkeit, Grübeln, Nervörität, massive Konzentrationsprobleme usw!
Nach Jahren Rennerei, fand ich nun eine Neurologin der ich mich anvertaut habe. Sie erhöhte erst das Antidepressivum von 15mg auf 20mg. Aber es wurde nicht besser, sondern das Gegenteil! Dann kam es dazu, das ich eine Durchfallerkrankung hatte über mehrere Wochen. Erst nahm ich meine Tabletten noch weiter, aber nach über einer Woche, dachte ich mir, wozu noch schlucken, kommt eh direkt wieder raus.
So verging die Zeit, der Durchfall war vorbei und.... ich fühlte mich BOMBASTISCH.
Gefühlt war ich endlich wieder "normal", ich war motiviert, kreativ, glücklich, energetisch, keine Schlafstörungen mehr, Augen funktionierten wieder komplett normal, ich konnte wieder normal (konzentrtiert) arbeiten, wovon ich jahrelang nur geträumt habe.
Etwa 4 Wochen später legte sich die größte Euphorie und ich spürte einen Hauch von Ängsten die wieder hochkamen. Ich war innerlich zerrissen, weil ich eigentlich keine Antidepressiva mehr nehmen wollte weil es mir eigentlich gut ging, aber hatte auch Angst wieder auf Arbeit zu versagen. Nach einem Gespäch mit meiner Neurologin haben wir uns darauf geeinigt, das ich es nochmal mit Antidepressiva versuche sollte, aber in ganz niedriger Dosis, 5mg. Also das kleineste was geht.
Schlechte Idee wie ihr euch dank des Titels ja schon denken könnt. Alles negative kam wieder zurück, also saß ich nach 2 Wochen wieder bei der Ärztin. Wir haben uns dann auf ein ganz anderes Antidepressiva geeinigt, das ich aber bis heute noch nicht genommen habe.
Es ging mir ja eigentlich gut, bis auf das bisschen Angst das aufkam und ich dachte mir, vielleicht hätte ich mich da nicht aufhalten lassen sollen, vielleicht hätte ich durchziehen sollen und es hätte sich irgendwann alles gelegt. Also nahm ich das neue Antidepressiva nicht. Tag X ist jetzt 5 Wochen her. Also 5 Wochen ohne Antidepressiva. Und ich bin wieder zwiegespalten. Einerseits, keine negativen Symptome. Augen super, schlaf nicht regelmässig aber viel besser als vorher und vort allem kein stundenlanges im Bett wälzen und grübeln. Ich habe den Drang rasuzugehen und Dinge zu tun, was vorher ein absolutes NoGo war. Ich habe mir sogar ein Fahrrad gekauft und hab Lust Dinge zu tun. Ich habe keine Probleme mehr auf Arbeit und auch schaffe ich meinen Haushalt jetzt gefühlt im Schlaf, manchmal frag ich mich sogar, wo hab ich das alles gemacht? Es fällt mir einfach so leicht und ist keine unfassbare Belastung mehr so wie es mit Antidepressivern war. Aber! Ja, leider gibt es das Aber, weswegen ich hier bin. Das Escitalorpram, das ich über Jahre in einer hohen Dosis genommen habe, hat vieles in mir unterdrückt und das kommt jetzt alles auf natürliche weise wieder hoch.
Ich empfinde mehr und anders als wo ich noch die Antidepressiva genommen habe. Und das überfordert mich zeitgleich auch sehr.
Z.B. wollte ich immer Zuhause bleiben, nie raus. Jetzt will ich raus. raus raus raus. Aber wohin?
In mir kommen jetzt Bedürfnisse hoch die vermutlich die ganzen Jahre unterdrückt wurden und mein Leben und ich selbst bin dafür aber gar nicht ausgerichtet! Ich bin täglich mehr oder weniger zerrissen von meinen Empfindungen. Auf einmal will ich das nicht mehr, mag das nicht mehr essen, bin mit dem unzufrieden. Meine Arbeit macht mir wieder spaß. Ich weiß nicht mehr wohin mit mir! ich will dinge die ich sonst nie wollte und Dinge ich die immer getan habe, will ich nicht mehr, klar warum auch, ich war jahrelang 90% nur in der Wohnung und jetzt will ich raus. Ich will sogar Leute kennenlernen. Hab schon überlegt mich in eine Bar zu setzten. Defintiv tick ich nicht mehr richtig xD Hätte man mir das noch vor ein paar Wochen/Monaten vorgeschlagen, hätte ich der Person den Vogel gezeigt.
Wie gesagt, es überfordert mich leider sehr. Ich weiß auch teils nicht mehr was ich fühle? Jahrelang habe ich mehrere Aquarien gepflegt. Ja, eventuell war meine Bindung dazu verstörkt, weil ich nichts anderes hatte oder keine Möglichkeit zu was anderem, weil ich Zuhause "gefangen" war, gewollt natürlich. Es ist mir nun nicht gleichgültig, aber. tja aber. genau, was ist es jetzt genau? Das weiß ich nicht. Es ist da und es ist schön. Das macht mich alles irre. Dann kommen Bedürfnisse wieder hoch die ich seit jahre nicht hatte. S.. Ich hab gar kein Bock da drauf aber bin teilweise mehrmals am Tag wuschig. Sehr nervig! Dann will ich wieder raus und weiß nicht wohin, bleib dann Zuhause, weiß aber nicht was tun, weil sonst habe ich gezockt, aber nun keine Lust mehr dazu, Youtube geschaut, nun keine Lust mehr dazu. Die Dinge die ich tun kann will ich nicht mehr, wahrscheinlich Nase voll nach all den jahren, das kann ich auch nachvollziehen. Aber ich kann mir eben auch nicht mit einem Schnipsen ein ganz anderes Leben herzaubern. Ich habe auch keine Freunde mit denne ich mich treffen könnte um mich neu auszuleben. Das macht mich alles irre. Immer wieder bin ich verwirrt.
Natürlich kommt dann auch irgendwann die Frage auf, war das jetzt die richtige Entscheidung?
Habe, wie man das heutzutage ja macht, schon mit KIs geschrieben. Die sagen, das es völlig normal ist das man so vewirrt ist, weil eben jahrelang vieles unterdrückt wurde und es dauert halt bis sich alles wieder normalisiert.
Seit 2 Tagen bin ich SEHR gereizt, wirklich sehr, das ist sehr unangenehm. Gestern habe ich den ganzen Tag mit meinem Mann diskutiert über jeden Furz. Abgesehen davon, das das keinen Spaß macht, belastet es ihn zusätzlich noch sehr, was mich damit auch nicht besser fühlen lässt. Tja. 5 Wochen. Laut KI, gibt es Berichte von anderen Menschen, die Wochen bis Monate gebraucht haben, damit sich das alles wieder einpendelt. Aber an Tagen wie gestern und heute frage ich mich, ob ich auf dem richtigen Weg bin. Vielleicht muss ich da einmal durch. Vielleicht kann ich nur so lernen wieder "normal" sauer zu sein oder was weiß ich, ich hab keine Ahnung! Es ist alles verwirrend, aber wenn ich damit auch meinen Partner belaste. weiß ich nicht, wie weit ich gehen soll. Vielleicht sollte ich mir Hilfe suchen. Aber wer soll mir helfen? Wirklich helfen kann nur eine Tharapie, jemand mit psychatischer Ausbildung der sich mit der Psyche des Menschen auskennt. Das stand auch im Netz, das Leute die ihre Antidepressiva absetzten, auch therapeutisch begleitet werden. Würde ich auch gerne! Aber ich denke jeder der Depression hat und da Hilfe sucht, dem muss ich nichts erzählen.
Die letzten 3 Absagen die ich bekommen habe nahmen mich nicht mal mehr in die Warteliste auf, da selbst diese schon 2 Jahre Wartezeit hat! Natürlich meine Neurologin, da kann ich immer hin, aber sie ist einfach kein Therapeut.
Deswegen hoffe ich hier vielleicht jemand zu finden, der das Ganze vielleicht schon hinter sich gebracht hat. Jemand der mir sagen kann, "Jo also ich hab vor einen Jahr abgesetzt und es war die Hölle, aber jetzt ist es gut!". Oder auch nicht. Ich würde gerne mit irgendjemanden darüber reden, jemand der mich versteht, das vielleicht gerade auch durchmacht oder mir irgendwas dazu sagen kann! Es gibt halt sonst niemanden mit dem man darüber reden kann und man fühlt sich sehr einsam damit
