Angst in den Supermarkt zu gehen

Vroni84

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Hallo,

ich hatte das noch nie, aber ich habe Angst davor in den Supermarkt zu gehen. Es ist dort alles so eng und habe Panik vor den Leuten. Es ist schrecklich. Mit Einkaufszentren und Läden ist es genauso, ja sogar Bus und Bahn zu fahren fällt mir schwer.

Kennt ihr das auch? Kommt das durch die Krankheit Depressionen?

Ich würde ja so gerne jetzt raus, aber ich kann nicht. Schon die Menschen auf der Strasse sind mir gerade zuviel. Gestern war das noch ganz anders, da war mein Befinden aber auch be sser.

30.08.2012 11:05 • #1


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achtsamkeit

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Hallo Vroni

Kennen tue ich das sehr gut, allerdings erstaunlich, dass dies bei dir von einen auf den anderen Tag gekommen ist.
Bist du in einer Therapie, dann solltest du dies ansprechen. Anscheinend ist dies eine akut aufgetretene soziale Phobie. Aber genaues bezgl. Ursachen und
Behandlung kann dir nur dein Arzt sagen. Geh also zum Arzt deines Vertrauens. Notfalls nimm dir eine Begleitung mit.

LG Pelle

30.08.2012 12:34 • #2



Hallo Vroni84,

Angst in den Supermarkt zu gehen

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achtsamkeit

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Habe heute langsam geschaltet, denn du hast ja an anderer Stelle bereits geschrieben.
Wenn du in die Klinik kommst, dann wirst du dort auch Strategien lernen mit der sozialen Phobie umzugehen.
Also : Nur MUT!
Und setz dich jetzt selbst nicht unter Druck. Wenn du es derzeit nicht schaffst in den Supermarkt oder sontwo hinzugehen, dann ist das so!
Du alleine entscheidest wo du hingehst und beweisen brauchst du niemanden etwas.

LG Pelle

30.08.2012 12:39 • #3


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Steffi

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ja, vroni, ich kenne es auch. meine jeweils nächste depressionsphase begann früher immer mit panik. ich konnte nicht mehr die wohnung verlassen, hatte angst, dissoziierte sehr stark, wenn ich nur vor die haustür trat. einkaufen konnte ich nur noch in begleitung. eine weile hat mir lorazepam geholfen, um überhaupt in die lage versetzt zu werden, raus zu gehen.
mit abklingen der depression verschwand auch die angst.

30.08.2012 12:42 • #4


Vroni84

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Hallo Pelle, hallo Steffi,

danke für eure schnellen und hilfreichen Antworten.

Ich versuche mich zu nichts zu zwingen und mit jemandem zusammen einkaufen usw. zu gehen. Wer mich sehen will muss dann halt zu mir kommen.

Ich habe schreckliche Angst davor durch meine Krankheit meine Freunde zu verlieren, aber bisher zeigten sie viel Verständnis.

Heute fällt mir selbst ein Telefonat schwer. Gehört das auch dazu?

Das ist für mich alles so neu und schrecklich, aber es tut so gut hier zu schreiben!



LG Vroni

30.08.2012 14:34 • #5


Martina

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Hallo Vroni,

Zitat von Vroni84:
Heute fällt mir selbst ein Telefonat schwer. Gehört das auch dazu?


Ich hatte lange eine regelrechte "Telefonphobie", so langsam wird es aber besser. Du siehst, das kann durchaus dazu gehören. Ich hatte dieses Probblem obwohl ich keine Angst habe, unter Menschen zu gehen. Mir wird das zwar leicht zuviel aber ich habe keine Angst davor.

30.08.2012 14:59 • #6


Vroni84

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Ich habe das Telefonat geführt!

Erst ging ein AB ran. Man rief mich dann zurück und es war halb so schlimm. Morgen versuche ich dann mal in den Supermarkt zu gehen und wenn es mit einer Freundin ist. Das ist aber immer nur so ein Problem für mich wenn es mir schlecht geht. Gehts mir besser klappt auch das alles wie der.

Ich "freue" mich auf den Klinikaufenthalt. Noch 39 Tage.

30.08.2012 18:54 • #7


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achtsamkeit

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Prima, du siehst, du bist auf dem richtigen Weg!

LG Pelle

31.08.2012 10:04 • #8


little-tiger

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hallo Vroni

auch ich konnte als die Depression sehr heftig war NICHT einkaufen oder telofonieren.Ich habe im Laden hilflos herum gestanden und hatte keine Orientierung mehr.

Telefonieren ging nicht, weil ich nix mehr verstanden habe.Das gesprochene Wort ist einfach nicht angekommen.

Aber das kommt alles wieder ! Du brauchst nur etwas Geduld.

Zitat von Vroni84:
Ich "freue" mich auf den Klinikaufenthalt. Noch 39 Tage.


Ich wünsche dir alles gute.Ich glaube jeder, der von uns in einer Klinik war, ist mit gemischten Gefühlen dahin gegangen.Sie ist eine Möglichkeit optimal mit hilfe versorgt zu werden.

Das wichtigste dabei ist : Du bist in einen geschützten Umfeld in dem man sich um DICH kümmert ! Es ist IMMER jemand da mit dem du reden kannst wenn du willst.

liebe grüße little-tiger

31.08.2012 12:11 • #9


Vroni84

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Hallo little-tiger,

vielen Dank für deine aufbauenden Worte.

Ich war vorhin zusammen mit meiner Freundin bei DM, das hat super geklappt. Sie wollte dann aber noch zu Weltbild und da wurde mir wieder alles zuviel. Die Leute, das Gewühle, die Lautstärke.Ganz.schlimm. Bin dann nach Hause ins Bett geflüchtet wie so oft.

Morgen will ich versuchen einkaufen zu gehen. Möglichst früh damit es nicht so voll ist.

Ja, ich habe schon ein Stück weit "Angst" vor dem Klinikaufenthalt. Bin dann ja seeehr weit von zu Hause weg. Aber ich denke, dass es mir gut tun wird nachdem ich nun schon die Psychiatrie überlebt habe. Das war schrecklich für mich.

LG Vroni

31.08.2012 19:24 • #10


little-tiger

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hallo Vroni

Zitat von Vroni84:
vielen Dank für deine aufbauenden Worte


Gern geschehen, dafür sind wir hier, um uns Gegenseitig aufzubauen und zu helfen.

Zitat von Vroni84:
Ich war vorhin zusammen mit meiner Freundin bei DM, das hat super geklappt.


Das ist Supi ! Ich hoffe du konntest die Zeit mit ihr zusammen genießen.

Zitat von Vroni84:
Sie wollte dann aber noch zu Weltbild und da wurde mir wieder alles zuviel.


Da sehe ich mich sebst. Nach dem Motto wenn jetzt dieses klappt geht das und das auch noch.
Tut es aber NICHT.Du ( bzw. wir ) sind nicht mehr so belastbar und wir lernen ( mehr oder weniger Freiwillig ) das wir unsere Kräfte einteilen müßen.

Nim dir erstmal nur kleine Schritte vor.Mach das was du geplant hast und mach DIREKT danach eine Pause.Horch in dich rein wie es dir geht.Wenn ich zurückdenke war es oft so das ich nach dem Einkaufen erstmal 2 Stunden geschlafen habe, weil ich völlig ausgepowert war.

Zitat von Vroni84:
Morgen will ich versuchen einkaufen zu gehen. Möglichst früh damit es nicht so voll ist


Das ist ein prima Plan !

Zitat von Vroni84:
Ja, ich habe schon ein Stück weit "Angst" vor dem Klinikaufenthalt


Das ist völlig "normal" ! Jeder der in eine Klinik geht hat Angst vor den Behandlungen.Ich kenne z.B. NIEMANDEN der es liebt operiert zu werden.Und JEDER hat Angst vor Komplikationen.

Bei uns ist es etwas anders.Den eigentlich helfen sie uns nur das wir es schaffen uns selbst zu helfen.Den eigenen, für DICH richtigen Weg mußt du alleine gehen.Sie können dir nur Hilfestellungen geben.

Das schöne an diesen Kliniken ist halt das man diese Hilfe erhält und das man in einen sicheren, geschützten Raum ist.Es ist IMMER jemand da, egal ob Tag oder Nacht.

Und es tut ungemein gut sich mit Mitpatienten auszutauschen.Plötzlich ist man kein "Monster" mehr, sieht und hört das es anderen ebenso oder ähnlich geht.Man braucht nicht "umzudenken", kann so reden wie es sich anfühlt.Da alle da mit einen ähnlichen Krankheitsbild da sind, braucht man es nicht für Gesunde zu "übersetzen".

liebe grüße little-tiger

31.08.2012 22:17 • #11


Vroni84

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Hallo little-tiger,

Das einkaufen heute Morgen hat super geklappt. Der Supermarkt war schön leer. Nur irgendwann musste ich raus, da sie dort so eine laute, nervige "Einkaufsmusik" gespielt habe, die mir total auf den Keks ging. Ich war dann eigentlich kraftlos, habe aber trotzdem noch gesaugt u. gewischt. Danach erstmal hingelegt. Später dann zu einer Freundin gefahren, mit der Bahn - rappelvoll das Ding, ganz schlimm. Ich habe die ganze Zeit gedacht alle gucken mich an (laufe gerade ungeschminkt rum u. bin sonst immer geschminkt). Das zeigt ja sicherlich, dass mein Selbstwertgefühl gerade gen Null ist.

Ja, ich fühle mich auch manchmal wie ein "Monster". Ich weiss auch noch nicht so richtig wie ich bei meinen Freunden damit umgehen soll. Soll ich ihnen erzählen was in mir vorgeht (die Ängste, Gefühle usw.) oder sollte ich das lieber lassen? Habe Angst, dass ich zuviel erzähle u. sie sich dann abwenden. Ich habe auch gelesen, dass depressive Menschen anstrengend für Andere sind, das hat mich sehr verletzt. Ich glaube ich google auch zuviel.

Ich hoffe, dass ich in der Klinik lerne meine Krankheit zu akzeptieren u. wie ich mit ihr/mir umgehe. In der Psychiatrie hatte ich 1 längeres Therapeutisches Gespräch innerhalb von zwei Wochen. Ansonsten habe ich nur Sport machen müssen, Koch- u. Backgruppe u. durfte zwischendurch immer nach Hause. Sport usw. mag zwar gut sein, hilft mir aber gegen meine Depressionen nicht wirklich weiter. ABER es tut gut, wenn es mir schlecht geht, soviel habe ich schon gelernt.

Auch ist die Klinik jetzt tiefenpsychologisch (oder sind sie das alle?), das finde ich gut, da meine "Probleme" in der Kindheit liegen.
LG Vroni

01.09.2012 20:12 • #12


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Löckchen73

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Hallo

Wenn ich jemanden dabei habe geht es ansonsten versuche ich schnell so etwas hinter mich zu bringen.
Mich nervt es wenn alles so voll gepackt ist und so eng.
Überall wird man angerempelt.
Die vielen Leute.
Und diese Auswahl.
Das macht es mir auch schwer.
Das will man ein Shampoo und bekommt ein regal wo 100 Sorten stehen.

02.09.2012 19:19 • #13


Unhappy

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Einkaufen während der depressiven Phase war für mich auch eine Qual. Ich hatte einfach Angst, umzukippen oder nicht rechtzeitig rauszukommen.
Also so wie eine Platzangst.
Mittlerweile habe ich das wieder ganz gut im Griff und gehe sogar Samstags, wenns richtig voll ist, zum Einkaufen und in große Kaufhäuser.
Das hat sich im Laufe meiner Therapien wieder normalisiert.
Ich denke schon, das diese Ängste sich ganz oft auf die Depression noch "draufsetzen".
Aber mach kleine Schritte so gut du kannst und sei total stolz auf dich, wenn du es geschafft hast.

Liebe Grüße

03.09.2012 12:55 • #14


Vroni84

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Hallo Löckchen, hallo unhappy,

Danke für eure Antworten. Ich denke auch, dass ich das wieder in den Griff bekomme, Stück für Stück. Heute zum Beispiel geht gar nichts. Ich wollte zur Post, werde das aber auch Morgen verschieben. Zwinge mich nicht dazu wenn es nicht geht. Mir gehts heute nicht so gut, dann weiss ich wenigstens, dass ich deshalb nicht gehen "kann". Das hilft mir dann schon weiter zu verstehen warum es gerade nicht geht.

Für mich ist das alles noch so neu, das kam auf einmal als ich in der Klinik war (das erste Mal in meinem Leben). Die meinten das gibt sich wieder, es war dann auch weg, ist nun aber wieder da. Hat wohl wirklich was mit dem Gemüt zu tun.

Hut ab unhappy, dass du es geschafft hast u. es wieder kannst!!!!!!!!!!!!!!

LG Vroni

03.09.2012 14:52 • #15


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Löckchen73

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Hallo Vroni

Ja dann geht es heute eben nicht.
Morgen ist ja auch noch ein Tag.
Ist nicht so einfach sich nicht verrückt zu machen.

03.09.2012 15:19 • #16


Vroni84

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Hallo Löckchen,

ja, so sehe ich das auch, nur wird die Liste irgendwann immer länger, wenn sich die Aufaben türmen u. man es vor sich "herschiebt".
Aber dafür kommt dann irgendwann mal ein gute Tag, an dem man das dann abarbeiten kann.

LG Vroni

03.09.2012 15:35 • #17


ermenegildo

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hi,
wollte auch noch antworten........

also mir geht es genauso, einkaufen geh ich nur gaaaanz früh um sieben uhr, hab einen einkaufszettel dabei ( inzwischen weiss ich wo was steht ) und bin nach zehn minuten wieder draussen.
auch benutze ich keinen einkaufswagen sondern hab immer meinen klappkorb dabei.
also das hab ich ganz gut im griff, ich könnte nieeeeemals ganz "normal" einkaufen gehen.

menschenmassen, auch nur die gedanken daran,wecken in mir übelste gedanken.
in meiner reha war ich zur essenss-zeit immer extremst angespannt, im speisesaal waren immer so um die
70 - 100 mitpatienten, ich hab mich u.a. ständig beobachtet gefühlt....
auch würde ich gerne mal mehr unter menschen sein, z.b. mal eine sportveranstaltung besuchen, geht leider nicht.....
ins kino ??, boooaaahhhhh, geht gar nicht.
mir geht es tatsächlich so das ich mich freue wenn es wieder früher dunkel wird und der sommer vorbei ist....

ob es mal wider besser wird ????

gruss

09.09.2012 13:21 • #18


Vroni84

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Hallo ermenegildo,

natürlich wird es auch irgendwann nochmal besser, wir müssen uns leider in Geduld üben.

Ich habe jetzt diverse Tage lang versucht einkaufen zu gehen u. habe es auch geschafft, nur kommt jetzt das nächste Problem:

Die Unfähigkeit sich für etwas zu entscheiden. Bei Lebensmitteln ist es nicht so schlimm, aber in Klamottenläden - Hölle...
Habe dann immer nichts gekauft, weil ich mich einfach nicht entscheiden konnte. Ganz schlimm. Bin dann immer wutentbrannt raus gegangen.

Schön, dass du das "Problem" mit dem Einkaufen für dich mit dem Korb u. dem Zettel so gut lösen konntest.

LG Vroni

12.09.2012 21:32 • #19


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Anthea

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Hallo,
mir ging es vor knapp 2 Jahren auch so ähnlich zumindest. BEi mir war es allerdings ein eher anderes Problem.. Ich stand im Supermarkt und wollte etwas zu Essen einkaufen. Ich stand vor dem Regal und hab mir die hübschen Serviervorschläge angesehen.. Und bin ohne was zu kaufen wieder gegangen.. NICHTS hat mich ansprechen können um es dann zu kaufen.. habe damals dadurch auch innerhalb von ca. 4 Wochen 10 Kilo abgenommen.. denn wenn ich was mitgenommen habe, dann nur was süßes und hab dann mal bei meinen eltern vielleicht eine halbe Kartoffel gegessen.. Zum Glück ist das dann auch mit der behandlung in der Klinik dann immer besser geworden und ich hab auch dort dann manchmal einen kleine Pizza oder so im Ofen warm gemacht..
Was auch ich damit sagen möchte ist, dass es immer nach einiger Zeit nachlässt.
Es ist aber schonmal gut, dass du zumindest in der Früh einkaufen gehen kannst.. Ich sehe auch immer zu, dass es eher leer im Geschäft ist.. Auch mich nerven zu viele Menschen einfach sehr und ich werde dann nervös..

Ich wünsche dir für deinen weiteren Weg und den Aufenthalt in der Klinik alles gute und ganz viel Geduld und Kraft.

LG, LilyRose

13.09.2012 15:31 • #20



Hallo Vroni84,

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Vroni84

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Hallo LilyRose,

danke für deine aufbauenden u. lieben Worte, das macht mir Mut.

Manchmal spricht mich auch nichts an. So steht z.b. auf meiem Einkaufszettel "Joghurt", aber wenn ich dann vor dem Regal stehe kann ich mich für keinen Joghurt entscheiden u. kaufe dann doch keinen. Ich bekomme es aber immer irgendwie hin. Schön, dass es dir besser geht!

LG, Vroni

16.09.2012 20:49 • #21

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